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Nun war ich da, das Aergſte war überſtanden. Die Oper ſing an ward aus und ich war um 2 fl. C. M. armer. Im Nachhauſegehen fragte ich mich nun ſelbſt wie mir das Ganze behagt habe, und es entſpann ſich fol⸗ gender Dialog zwiſchen mir und mir.

Ich. Geſiel dir die beutige ita lieniſche Oper?

Ich. Ja o ja!

Ich. Verflucht koſtſpielig kommt ſo ein Ding doch?

Ich. Ja o ja!

Ich. Aber reuen ſoll's mich doch nicht, ſo viel geſpendet zu haben?

Ich. Ja o ja!

Ich. So, und warum denn?

Ich. Weil ich das Alles ſchon beſ⸗ ſer und wohlfeiler gehört babe, weil alle die Sänger da, troz ihres Abſo⸗ lutismus, doch den früher hier gewe⸗ ſenen Künſtlern höchſtens als Echo die⸗ nen können, und zweitens ſchadet dieſe italieniſche Oper, ſo mittelmäßig ſie auch iſt, unſerer deutſchen Oper doch ſo, daß das ohnehin ſchwache Kindlein ſich an den Wunden leicht verbluten wird.

Ich. Ja! o ja!

Ich und ich gaben einander recht und wir beſchloßen unſer Geſpräch dem geehrten Publikum bekannt zu ma chen, und hiemit zugleich das Räthſel zu löſen, warum Rezenſenten immer verWir zu ſprechen pflegen. Tbeater in der Joſepyſtadt. Am 4. April wagte Delle. Jazedé in RoſſinisBarbier von Sevilla ihren erſten theatraliſchen Verſuch, als Ro⸗ ſine. Wir wohnten der zweiten Vorſtel⸗ lung(5. April) bei und können davon nicht viel Günſtiges ſagen. Dell. Jazede, als Konzertſängerin vortrefflich, ſcheint für das Theater gar nicht geboren und wir können uns nur mit dem Sprichwort tröſten: Gibt Gott ein Amt, ſo gibt er auch den Verſtand

Hr. Kreipel, als Almaviva, Hr. Ill⸗ ner, als Figaro und Hr. Koch, als Bartolo erreichen kaum die Mittel⸗ mäßigkeit. Höchſt ſeltſam iſt der Gal⸗ limathias, der in dieſer Oper herrſcht, die Perſonen reden deutſch und ſingen italieniſch da muß ſich das Vublikumtürkiſch ärgern! Wenn die Oper in dieſem Theater nicht bald weſentlich Veſſeres liefert, ſo mag wohl die Wärme der Schau luſt nach und nach abnehmen, dann wird auch das hochgeſtellte Ther⸗ mometer der Eintrittsprei⸗ ſe bedeutend herabſinken! Am 9. d. M. erwartet uns jedoch in dieſem Theater ein ſeltener Genuß. Die OperMeluſine, Buch von Grill parzer, und Muſik von Konradin Kreu tzer, wird zur Benefize des Dekora teurs, Hr. Hermann Neeffe gegeben werden. Wir behalten uns vor, über dieſe intereſſante Erſcheinung ausführ lich zu berichten. Hr. und Frau v. Holtei ſind nun als engagirte Mit glieder dieſer Bühne auf längere Zeit an uns gebunden und wir geatuliren dem rezitirenden Schauſpiele zu dieſer Akquiſition von ganzem Herzen. Im Theater in der Leopold⸗ ſtadet erwartet man Hrn. Gern, Komiker von Berlin. königſt. Theater auf Gaſtrollen. Adiaphoros.

Frankfurt. Seydelmann, der vor Jahresfriſt auf der hieſigen Bübne mit ſo glänzendem Erfolge ga ſtirte, iſt in dieſen Tagen über hieſige Stadt nach Berlin gereiſet, um ſein Gaſtſpiel auf der königl. Bühne da ſelbſt anzutreten. Mehrere hieſige Li⸗ teraten veranſtalteten, auf Betrieb des Herrn Dr. Gutzkow, ihm zu Ehren, ein Feſtmahl, an welchem auch einige Mitglieder der hieſigen Bühne Theil nahmen. Dem Vernehmen nach wird Herr Seydelmann zuerſt in den Rol-