wir uns in der Folge erfreulicher über dieſen Neuling ausſprechen, zumal da er nicht ohne Anlagen und Talent zu ſein ſcheint. Am 9. d. M. ſoll te Robert wiederholt werden, allein da erkrankte auch die andere Hälfte unſers weiblichen Opernperſonals(Dem. Schebeſt) und die Oper mußte unterblei ben. Am 11. nahm Wild inS ze⸗ nen aus den beliebteſten Opern, d. h. Norma unddie Kreuzritter von uns Abſchied. Es war ſeine Beneſize, das Haus ſehr voll, aber das Ganze nicht vielmehr als ein Geſang-Kon⸗ zert, worin zwar keine ſonderliche Ma nigfaltigkeit vorkam, der ſcheidende Gaſt jedoch Gelegenheit hatte, ſein volles Kunſtvermögen zu entfalten. Moͤge er ſich dieſes noch lange bewah ren und einſt zu uns zurükkehren! Ein neues Luſtſpiel:Der Rekrut ac. nach einer Spindlerſchen Erzählung von Bauer, hat mißfallen. Es bat⸗ te 5 kurze Akte und 4 lange Zwi⸗ ſchenakte, und der Dialog nahm zu ſehr die fünf oder ſechs vorkommenden Damen in Anſpruch. Hr. Eßlair, der im Mai auf Gaſtrollen erwartet wurde, ſoll abgeſchrieben haben. Hin⸗ gegen heißt es, daß Dem. Sab. Heinefetter hier gaſtireu ſoll. J. M.

Wien(8. April 1835). Am 4. April war ein ſeltſam Treiben am ſrühſten Morgen ſchon in allen Stra⸗ ßen Wiens zu vernehmen; auf den Ge ſichtern der Einherſchreitenden war die Erwartung gemalt und an den Ek ſtei⸗ nen klebten die Neugierigen am Thea terzettel des k. k. Hofopernthea ters wie Fliegen auf dem Honig. Das al ſo wars! Die erſte ütal ie ni⸗ ſche Oper ward angekündigt. Ich drängte mich nach lange vergebenem Bemühen endlich auch an ein ſolches heran und las mit ſehr verſchieden wech⸗ ſelnden Gefühlen die vornehm pran

gende Aſſiche:Anna Polena, Trage- dia lirica in due Atti. Musica del Sr. Maestro Gaetano Donizetti. Unter den Perſonen fand ich: Sc. Car- tagenovas, primo Basso assoluto: Sra. Schütz-Oldosi, prima Donna as Virtuosa di Camere di S. M. Larchiduchessa di Parma; Sta. Strep- prima Dona und Sra. Frau- chini, prima Donna d Musico; Sr. Poggi, primo Tenore assoluto; endlich Sr. Catalano und Sr. Rigola. Ein ital. Theaterzettel klinzt ohnedies ſchon wie Muſik, und wenn er überdies noch ſo viele abſolute Primadonnen und Sänger aufzählt, ſo iſt die Neugierde wohl ſehr begreiflich, die ſich meines Herzens bemächtigte und das konvulſi⸗ viſche Zuken meiner Vörſe zu entſchul digen, die ſich unter meiner prüfenden Hand gar angſtvoll ſträubte. Zwei Gulden Conv. Mänze(ſage, ſchreibe und zahle 2 fl. C. M. 11) der Eintrittspreis in's Parterre;'s iſt heillos! Was war da zu thun? Eini⸗ ge ſolche Entrées verzebren das Hono rar aller Redaktionen in der ganzen Welt. Sollte ich hineingehen, wie es meine Pflicht gebeut, oder wegbleiben und vom Hörenſagen referiren, wie es die Klugbeit will? Nach langem Er⸗ wägen war der Entſchluß gefaßt, und ich rief: Nein, länger werd' ich dieſen Kampf nicht kämpfen,

Den Rieſenkampf der Pflicht.

Für dieſesmal will ich die Neugier dampfen, Doch ſordre ferner dieſes Opfer nicht!

soluta.

poni,

Verſprochen hab' nichts, ja ich hab's geſchworen: Stets ſelbſt hineinzugeh'n, Hier die zwei Gulden ewig nun für mich verloren! Nimm hin Kaſſier! und laß mich Wunder ſeh' n.