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Mittwoch, 15. April.

Theater.

Peſth(14 Aprit). Ein feindli⸗ ches Geſtirn ſchien über die diesmali gen Gaſtdarſtellungen des trefflichen Wild gewaltet zu haben. Alle Er wartungen, die wir von ſeiner Anweſen heit hegten, wurden uns entweder ganz oder theilweiſe vereitelt. Mad. Mink erkrankte, was natürlich eine große Hemmung verurſachen mußte. In neuen Opern hatten wir zwar nicht viel Aus ſicht, unſern geſchäzten Gaſt bewundern zu können, denn es gibt zwar viele neue treffliche Opern, aber ſie erfor dern zum Theil ein komplettes Opern korps, und andere unerſchwingliche Din ge, aber unſer Publikum, das beſte, das es nur je irgendwo geben kann, hätte ſich ſchon mit ältern beliebten Tonwerken, wie z. B.NormaRo⸗ bert der Teufel,Joconde,Corra din de. begnügt, wenn nur Wild in den Hauptparthien geglänzt hätte, und die Nebenrollen auch nur leident lich beſezt geweſen wären. Allein die vollſtändige Aufführung dieſer Opern, war bei ſolcher Lage der Dinge unaus führbar und man verſuchteRobert der Teufel undNorma frag⸗ mentariſch in die Szene zu brin⸗ gen. Am 4. April gab man ſomit erſtere Oper mit Hinweglaſſung des vierten Aktes. Es war Wilds erſte Veneſize. Das Publi⸗

kum vermißte nur ſehr ungerne die große Arie der Prinzeſſin und den Chor, welche Piecen man ſtets als die Glanzpunkte der Oper zu betrachten gewohnt war, und nach dieſem Maaße füllte ſich auch das Haus. Hr. Wild ſang den Robert mit aller ihm zu Ge⸗ bote ſtehenden Macht eines hinreißen den Vortrags und eines bezaubernden Schmelzes der Stimme. Die mächtige Kraft ſeines Vorgängers(Breit ings) mangelte ihm allerdings; er konnte nicht gleich Jenem mit ſeiner Alles überwältigenden Stimme Chor und Orcheſter beherrſchen, aber durch künſt leriſche Gediegenheit, und ein treff liches Spiel erſezt Wild Vieles, was die Natur ihm nicht mehr zu ge ſtatten ſcheint. In allen Nummern glänzte gleichmäßig unſer berühmte Gaſt und es fällt uns ſchwer, hier ei nen Kulminationspunkt heraus zufin den. Das Publikum nahm ihn rau ſchend auf und rief ihm mehrmals her vor. Nächſt ihn müſſen wir Dem. Schebeſt als Alice erwähnen; ſie führte ihren ſchwierigen Part mit allem Auf wande ihres ſchönen Talentes zur größ ten Zufriedenheit durch. Bertram kann Herr Höfe rals ſeine gelungenſte Lei⸗ ſtung annehmen. Im Geſang und Spiel iſt er gleich vorzüglich. Als neu enga girtes Mitglied lernten wir einen Hrn. Erl, der den Bauer aus der Norman⸗ die gab, kennen. Er ſcheint noch ein Anfänger zu ſein. Vielleicht können