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und ſo die Kräfte auch des geübteſten
Hörers zu anſtrengend in Anſpruch
nimmt, ſo blieb doch bom Anbeginn bitz zum Schluß die Aufmerkſamkelt rege, ja geſpannt. Es war ein Tribut, den man anfänglich zwar nur dem Namen des großen Mannes zollte, den ſich aber bald die Arbeit ſelbſt gewann. Blen⸗ dende Effekte von der Art, wie ſee eine
große Menge plözlich überraſchen und zum ſtürmiſchen Ausbruch des Enthu⸗
ſtasmus hinreißen, enthält dies Werk nicht; allein dafür bildet es eine faſt ununterbrochen fortlaufende Kette der
vortrefflichſten Muſikſtüke, die in glei⸗
chem Grade das ſchaffende Feuer und die erfahrene Beſonnenheit des Künſt⸗ lers darthun. Mit Recht hat ſich der
alte Meiſter mit der Zelt fortbewegt,
und ſich aller derjenigen Mittel bedient,
dle dem Reich der Kunſt nach und nach zugewachſen und ſo in bie Gewohnheit der Hörer übergegangen ſind, daß ſie unentbehrlich werden. Selbſt Haydn
und Mozart würden jezt anders kom.
poniren und zumal inſtrumentiren(wie es denn der ihnen an Genius gleich ſtehende Beethoven auch gethan), weil ſie für ein anderſt herangebildetes Ohr der Welt ſchreiben müßten; es iſt alſo natürlich, daß auch Cherubint ſich mit den Forderungen der Zeit ins Glelch⸗ gewicht geſezt hat, Das Werk erſcheint daher auch dem, welcher eben nur äu⸗
ßerlich hört, burchaus glg ein junges,
friſches, neu geſchaffenes; dem tiefer dringenden Ohr entdelt ſich indeſſen
auch von dieſer Seite nicht nur ein Hinankommen an das, was die Zelt for-
dert, ſondern ein Fördern derſelben, d. h. eine Benuzung und Verwaltung der reichen Kunſtmittel wie ſie keinem der berühmteren Neuern(Rofſink, Au⸗ ber u. ſ. w.) zu Gebote ſteht. Vollende aber wenn wir das Weſentliche der Sa⸗ che betrachten, wenn wir den ſchoͤp fer i⸗
ſchen Gedanken, der die einzelnen Mu-
ſieſtüte belebt, die Bearbeitung der⸗ ſelben, den kunſtreichen Bau und doch
natürkichen Fluß genauer beobachten E dbollends aber dann ergibt es ſich,
mit welchem Meiſter wir es zu thun haben, wie gigantiſch er über das nach⸗ gewachſene Pygmäen Geſchlecht bervor⸗ ragt.—— Die Aufführung war in der That vortrefflich zu nennen. Hr. Mant ius und Olle. Grünbaum, die das junge Liebespaar dapſtellten können nicht beſſer gewünſcht werden, Hr. Bader als Urs⸗Khan war, da die Rolle keine gewaltſame Anſtren⸗ gung fordert, ſo vortrefflich wie wir ihn in ſeiner friſcheſten Zeit geſehenz Hr. Zſchleſche, dem die Haupt par⸗ tie, Ali Baba, zufällt, leiſtete durch Geſang und ſogar durch Spiel Alles was man fordern kann. Es iſt dleſe Rolle unbedingt die beſte, in der wlr den Künſtler bis jezt gehört. Einige
kleinere Partien könnten auch gar nicht
beſſer gewünſcht werden, wle Herr Blume und Demolſelle Lenz ſie ga⸗
benz auch bie Herren Wel% und Mi ck⸗
ler verdienen Lob. Nur Hr. Och nel⸗ der war, wie er ſelbſt gefühlt haben wird, ſelner Rolle nicht gewachſen und ſein mehr als ſeltſamer Geſang erregte einigemal dle Lachluſt kehr wl⸗ der den Willen des in komiſchen Par⸗
tien ſo brauchbaren Künſtlers. Es iſt
uns nicht recht begreiflich, weshalb Hr. Helnrich bieſe Partie, für ben ſie in jeder Hinſicht ganz vollkommen pafft,
nicht geſungen hat. Der mlißlungene
Verſuch wird bielleicht bie wünſchens⸗ werthe Aenderung hervorbringen. Chöre und Orcheſter wettelferten in Elfer und Trefflichkeft, N, N. Göttingen. Es iſt auf viel⸗ ſach geäußerten Wunſch im Werke, hler ein Schauſpielbaus zu erbauen, wozu
bereits der Plaz ausgemittelt, und die
Zeichnungen und Koſtenanſchläge(13000 thlr,) entworfen ſind. V.


