DDR Om
RUN.
Cen, 222 222 Nec,
Mittwoch,
. Mar. 1853.
2 5 3
Theater.
Peſth. Sobald unſer Theater (das jezt wegen der allgemeinen Trauer geſchloſſen iſt) wieder eröffnet wird, ſollen wir die Gaſtrollen Wilds zu erwarten haben. Die Opern„Zampa,““ „Robert der Teufel“,„Norma“,„der Schwur“,„die Unbekannte“ würden an die Neihe kommen und in den Haupt- parthien endlich wieder einen würdigen Nepräſentanten finden.— Dem. Sche— beſt begibt ſich gleich nach Oſtern nach Dresden, wo ſie auf mehrere Gaſtrol— len engagirt iſt. Sie wird mit dem dortigen trefflichenHofſchauſpieler, Hrn. Pauly, der ſich hier ſo unvergeßlich machte, zurükkehren. Vielleicht, daß er uns abermals mit einigen Gaſtrollen erfreuen wird.— Mad. Mink ſoll ſodann in dem Theater der Joſephſtadt in Wien gaſtiren; hingegen erwarten wir von dort Mad. Krauß⸗Wera⸗ nitzky, eine ſehr geſchäzte Sängerin, die bei einer noch ſehr guten Stimme eine treffliche Methode und ein muſter⸗ haftes Spiel beſizt.— Auch Hr. und Mad. Hol tei ſollen, falls ſie in Wien abkommen können, auf einen Gaſtrol⸗ len-Cyklus nach Peſth kommen. M.
Wien. Am 24. März werden ſämmtliche Vorſtadttheater und auch das Theater n. d. Kärntnerthore wieder eröffnet werden. Das Hoſburgtheater
aber ſoll bis am Oſtermontag geſchloſ⸗ ſen bleiben. A. Berlin(5. März.) Endlich iſt die lang erwartete Oper Ali Va- ba, dieſer unvermuthete aber darum deſto vollkommenere Spätling aus den hohen Altersjahren Cherubinis, zur Darſtellung gekommen. Natürlich war die Erwartung aller ſachverſtändigeren Maſikfreunde außerordentlich darauf ge⸗ ſpannt. Denn wahrlich es iſt auch kein Ereigniß von geringfügiger Bedeutung, wenn ſich in Zeiten, wo Verflachung und Scheinwerth die Oberhand in der Kunſt gewinnen, ein mitkämpfender Heros aus der Periode der größten Meiſter, ſich noch einmal, gleich einem al— ten Löwen, aufrafft, und uns Veweiſe von der königlichen Macht und Stärke gibt, die in der Entartung und Ver⸗ weichlichung eines ſpätern Geſchlechts verloren gegangen ſind. Durch das Schikſal, welches die Oper zu Paris gehabt, war man bier darauf gefaßt, daß die Kunſtverſtändigen zwar ihren hoben Werth anerkennen, derſelbe je— doch von der Mehrzahl nicht aufgefaßt und ſomit zurükgewieſen werden würde. Uns ſelbſt war dieſe Beſorgniß faſt zur Ueberzeugung geworden. Dem iſt in⸗ deſſen nicht ſo geweſen; unſer Publi⸗ kum hat den rühmlichen Bewels ge⸗ führt, daß es an echtem Sinn, an rei⸗ ner Würdigung bedeutſamer Schönhei⸗ ten dem von Paris noch weit voraus iſt. Denn obwohl das Werk ſehr lang iſt,


