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ben wurde. Die Handlung fällt in die große Epoche Cromwels. Die Solda⸗ ten rüſten ſich zu einer Schlacht und rufen den Himmel in einer inbrünſtl⸗ gen Hymne an. In derſelben Zeit wird die Hochzeit der Tochter des General⸗ Gouverneurs, Lord Waldons vorberei— tet. Elvire ſollte nach dem Willen ih⸗ res Vaters den Sir Richard Forth heirathen, aber ſie erklärt, daß nur Sir Arthur Talbot derjenige ſei, den ſie liebe. Nun war aber Sir Arthur Cavalier, was ein mächtiges Hinder— niß war, um jemals die Hand der Toch⸗ ter eines Anhängers von Cromwel zu erhalten. Nichtsdeſtoweniger trug Lord Walton kein Bedenken, um Sir Ar⸗ thur zum Gemahl ſeiner Tochter zu beſtimmen. Allein das Feuer der Mei⸗ nungen ſiegte bei dem jungen Cava⸗ lier über jenes der Liebe. Er unter⸗ nahm es, die von den Puritananern gefangen gehaltene Henriette von Eng— land zu befreien. Er führte ſeinen Vorſaz aus und floh mit der Gemahlin Carls I. Elvire ward gon dieſer Flucht mit den grellſten Farben benachrichtigt: Sir Arthur iſt ein ungetreuer Lieb— haber. Elvire wird darüber faſt wahn— ſinnig. Großer Zorn der Puritaner: ein ſolches Verbrechen muß beſtraft wer— den. Kourire werden den Fußſtapfen Sir Arthurs nachgeſendet. Man be— mächtigt ſich ſeiner Perſon und ſchon iſt das Todesurtheil über ihn ausge— ſprochen. Hier ſind wir bei der Löſung des Knotens. Man bittet um Gnade für den jungen Cavalier; Sir Arthur wird gerechtfertigt und mit Elvire Walton vereinigt.— Man ſieht aus dieſer kurzgefaßten Expoſition, daß durch dieſes Gedicht alle Empfindungen ausgedrükt werden können, wodurch eine Oper ihr Glük machen kann: Partheihaß, ſanfte Liebesempfindun⸗ gen, getäuſchte Hoffnung, Verzwei⸗ lung, Ausſöhnung und vor Allem—
Thränen. Bellini machte von dieſem herrlichen Sujet den beſten Gebrauch, ſo wie man es von dem Kompoſiteur der„Sonnambula“, der„Straniera““ und des„Pirata“ zu erwarten berech— tigt war. Kunſtgerechte Behandlung, Effekt, immer vorherrſchende Origina— lität ſind Vorzüge, den wir in der Partitur des berühmten Tonſezers al⸗ lenthalben begegnen. Viele Nummern ſind mit einſtimmigen Bravos aufge— nommen worden; unter andern mehre— re Duetten zwiſchen Dem. Griſt und Lablache, zwiſchen dem Leztern und Tamburini, ſo wie eine Polonaiſe, geſungen von Dem. Griſt.— Lablache, RNubini, Tamburini und Dem. Griſi waren in den„Puritanern“ das, was ſie immer ſind:— bewunderungswür— dige Sänger.— Nachdem was wir ſag⸗ ten, wäre es noch unnüz hinzuzu fü⸗ gen, daß der Triumph Bellinis voll⸗ ſtändig war. Man rief ihn zweimal in Perſon heraus, um die einhelligen Beifallsbezeugungen des ganzen Saa— les in Empfang zu nehmen. R. Neapel.(Echo.)(Aus einem Schreiben vom 31. Jän⸗ ner.) Nur wer die ſübliche Lebhaftig⸗ keit, die laute Aeußerungsweiſe der Neapolitaner kennt, kann ſich einen, wenn auch nur ſchwachen, Begriff von dem Enthuſiasmus machen, der am 27. Jänner im Theater San Carlo feſſel— los tobte.„Ines de Castro“ tragiſche Oper, Muſik von Perſiani, eigends für die gegenwärtigen Mitglieder der Sän— gergeſellſchaft komponirt ging zum Er⸗ ſtenmale in die Szene. Madame Ma⸗ libran gab die Hauptrolle. Sie über— traf ſich ſelbſt— nie, nie hat noch zu Neapel eine Künſtlerin ſolche Wirkung geſchaſſen. Ihre Leiſtung iſt das Höchſte, Unerreichbarſte. Sie regt die zarteſten Saiten des Gemüthes an, ſie erhebt und entzükt. Freude, Liebe und Ban⸗ gigkeit ergreifen wechſelnd nach der


