12
und ſomit ging am 28 Jaͤnner die Oper
Bellinis„i Capuletie Montecchi“ mit
lobenswerthem Au ſwande an Kostumes und Dekorationen, in die Szene. Die Hauptrollen wurden von Madame La⸗ lande, Griſt und Herrn Donzelli ge— geben. Alle drei ernteten allgemeinen Beifall, und beſonders glänzte Mada⸗ me Lalande in ihrem Rondo in der drit⸗ ten Abthellung. Sie ward nach dieſem Muſikſtüke 3 Mal und auch während der Vorſtellung wiederholt ſtürmiſch gerufen. Zum Erſtenmale in dieſer Stagione ward das Publikum des Theaters alla Fenice vollkommen be⸗ friedigt.(Echo.)
Allerlei.
Brüſſel. An der belgiſch⸗fran⸗ zöſiſchen Gränze ſind in zehn Jahren 40,000 Schmuggler erſchoſſen worden, und hat kein Menſch deshalb Trauer angelegt, denn es waren— vierbeinige, lauter Hunde. T.
Mainz. Die Rheln⸗ und Mo⸗ ſel⸗Zeitung erzählt aus Boppard vom 26. Jan. In dem unſerer Stadt ge⸗ genüber liegenden naſſauiſchen Dorfe Camp hat ſich eine ſchauderhafte That zugetragen, die man folgendermaſſen erzählt. Ein Knecht hatte mit der Magd des Hauſes zu vertrauten Um⸗ gang, deſſen Folgen die Unglük liche bald ſpürte. Sie fühlte ſich unwohl, und ließ ſich vom Arzte, der wohl ei⸗ nen anderen Grund ihres Uebelbefin⸗ dens vermuthete, eine Medizin ver⸗ ſchreiben, welche der Knecht ſelbſt aus der Apotheke abholte. Bei dieſer Ge⸗ legenheit ließ er ſich vom Apotheker einiges Vitriol geben, angeblich zur Bereitung von Schuhwichſe; nach we⸗ nigen Minuten kam er wieder, erzähl⸗
te, daß ihm ſein Vitriolglas unter⸗ wegs zerbrochen ſei, und ließ ſich aber⸗ mals etwas Vitriol geben. Zu Hauſe angelangt, übergab er dem Mädchen den Vitriol als die für ſie beſtimmte Medizin, und ſchüttete ihr ſelbſt den Inhalt auf einmal in den Hals hinab. Das arme Mädchen ſtarb unter ſchrek— lichen Schmerzen, nannte jedoch vor ihrem Tode noch ihren Mörder, wel— cher ſogleich eingezogen und nach Wles⸗ baden gebracht wurde, und bereits Al- les bekannt haben ſoll. D. London. Auf dem Theater zu Market Drayton kam kürzlich ein Ereigniß vor, welches in ſeinen Fol⸗ gen hätte ſehr nachtheilig und gefähr⸗ lich werden können, an dem ſich aber die Zuſchauer bei Weitem mehr er gz“ ten als ängſtigten. Man gab den Vi- zarro, und man hatte eben das Lied an die Sonne angeſtimmt, als das Licht hinter dem Transparente das Papier erfaßte. Der Direktor des Theaters ſpielte die Rolle des Oberprieſters und hatte kaum die Worte geſungen:„o hoͤchſte Macht!“ als er laut den Ma- ſchiniſten rief und ihm zuſchrie:„ge⸗ ſchwind, geſchwind, die Sonne breynt!“ dann fing er wieder an:„o höchſte Macht“—„Eſel, ſo komme doch, die Sonne brennt!“ Und die Sonne brannte immerfort. Troz der Gefahr lachte das Publikum übermäßig, und man hatte große Mühe, bei den ernſteſten Sze⸗ nen dieſes ernſten Werkes ernſt zu bleiben.*
Frankfurt. Die Frankfurter Polizei kann noch immer nicht hinter die Mord- und Raubverſuche kommen, die in ihrer Nähe vorfallen. Am 24. Januar Abends kam N Thor wache ein ganz entkleideter Nenſch, und ſag⸗ te, daß er auf der Straße nach Fried⸗ berg von mehreren Männern angefal⸗ len, und gänzlich beraubt* ſei.
Radtigitrt von der Redaktion des Spiegels


