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Opern wärmt man alſo alte, in anbe⸗ rer Schüſſel angerichtet, auf, und gibt neue Ballets. Ein ſolches Souper von einer aufgewärmten und einer kal⸗ ten, aber gut ausgepuzten Schüſſel zog den Refer. am Freitag ins Thea⸗ ter. Der reiſende Student und der Schweizer Soldat nannten ſich die Plecen. Vom erſtern iſt es ſehon bekannt, daß er eine ungeheure Heiter

keit im Publikum verbreitet; aber der

Himmel weiß, wie es dem Ref. geht, er für ſeinen Theil vermag faſt niemals über dergleichen zu lachen, wiewohl es ihm ſonſt doch an Luſtigkeit und Le⸗ bensluſtigkeit nicht fehlt, ſogar nicht bei den 20,000 Prozeſſen, die er hat, d. h. die man ihm zu machen ſucht Ihm ſchien die Heiterkeit des Studen ten etwas zu derb; wenigſtens würde ſie zu ſeiner Zeit in Heidelberg kein ſonderliches Glük gemacht haben. In⸗ deſſen iſt Einzelnes ganz artig, wie wohl das Stük doch die geiſtigen An⸗ ſprüche der Theatergänger nach einem etwas zu niedrigen Maaßſtabe anſchlägt Herr Mant ius legt eins der gelun⸗ genſten Lieder von Curſchmann ein; es gefällt, und mit Recht, ſehr. Dennoch beſtätigt es einen alten Erfahrungsſaz in der Kunſt, den, daß es ſehr ſchwer iſt, ein Stük ſeinem beſtimmten Vo den, für den es gedacht iſt, zu entrei⸗ ßen, um es wo anders zu akklimatiſi⸗ ren. Das Mignaturbild dieſes Liedes geht in dem größeren Orcheſtermaaß⸗ ſtabe verloren, zumal der Anfang deſ⸗ ſelben. Im königſtädtiſchen Theater gab man am 2ten Februar zum erſten Male:Endlich hat er es doch gut ge⸗ macht! Luſtſpiel in drei Akten, nach einer engliſchen Idee für die deutſche Bühne bearbeitet von Albini. Der Verfaſſer hat ſich bekanntlich durch das auf allen deutſchen Bühnen auf⸗ geführte LuſtſpielKunſt und Natur hauptſächlich empfohlen, obwohl auch

andere Stüke von ihm ihr Publikum hatten. In neuerer Zeit glükte es ihm jedoch minder, bis nun die jezige Neu⸗ igkeit eine ſehr lebendige Aufnahme fand, ſo daß man den Titel derſelben auch auf den Verfaſſer anwenden könnte. Die Handlung iſt ſehr leichter Art und ſo gehalten, daß ein Paar der verweb ten Perſonen auf Koſten der andern hervorgehoben ſind. Beſonders tritt der penſtonirte Fleiſchſteuer-Kaſſenſchrei⸗ ber Mengler in den Vorgrund, und wenn er auch an denPlumper erin⸗ nert, ſo hat doch ſeine Luſtigkeit zu⸗ gleich ein eigenthümliches Kapital. Da⸗ zu kommt, daß Hr. Bekmann ihn ſpielt, und bei aller Anſtrengung, welche die Rolle fordert, in ſeinem Humor nicht nachläßt. Er wurde ſchon bei ſeinem erſten Erſcheinen mit Applaus begrüßt, wegen der gut gewählten Maske, und überhaupt war ſeine Beifalls⸗Ernte ſehr reich. Die Herren Schmelka(der ängſtliche, in Hageſtolzen-Unterthänig⸗ keit gemarterteHerr von Eckerchen), Plock(Hauptmann von Schlögel, ein gutmüthiger Brauſekopf) und Hr. Laddey(einer von den ſtereotypen kek unternehmenden Liebhabern) zeichneten ſich neben der Hauptfigur aus; eben ſo Mad. Hüray(eine intriguante Haus⸗ hälterin) und Dem. Siebert(das derb⸗ſchnippiſche Kammermädchen). Das Zuſammenſpiel holperte zuweilen, doch werden die folgenden Darſtellungen dem von ſelbſt abhelfen, und wir haben nur die eine Bemerkung zu machen, daß der Ton, den der Verfaſſer ſchon mit⸗ unter in zu ſtarken Aeußerungen an⸗ ſtimmte, nicht noch derber gemacht wer⸗ de. Am Schluß wurden die Herren Beckman und Plock gerufen. V. Venedig. Der Crociato konnte mit den vorgenommenen Veränderungen und vom Herrn Valfe gemachten Ver⸗ beſſerungen!! der Muſik Roſſini's un⸗ möglich ſich lange mit Beifall erhalten,