Dum SO R UN.

Sonnabend,

1833.

14. Februar.

Theater.

Peſth(13. Febr.). Während in italteniſchen Städten zur Karnevals⸗ zeit alle ihre Duzende Theater und Spektakel dem Publikum geöffnet wer⸗ den, wäre es hier zu Lande beinahe nothwendig, die das übrige Jahr hin durch beſtehenden Vorſtellungen dieſer Art im Karneval zu beſchränken. Man ſpielt da lieber in der Komödie der wirklichen Welt ſelbſt eine Hauptrolle mit, als ſich von den Brettern herab täuſchen zu laſſen; man will in die ſer luſtigen Periode des Jahres lleber ſelbſt den Liebhaber oder die Geliebte machen, als dieſe von Schauſpielern dargeſtellt zu ſehen, die oft nichts we niger als Sympathie gegen einander in ſich verſpüren; man tanzt lieber ſelbſt ſo gut als es geht einen Strauß ſchen oder Lanner'ſchen Walzer herab, als ſich an den kalt berechneten Pas der Tänzer und Tänzerinen im VBal lete wenn anders eines vorhanden iſt zu ergezen; und die Angebetete findet mehr Geſchmak daran, was ihr der Herzliebſte während der Naſtſtunde vorſingt, als an den Trillern und Rou laden der Prima Donna; kurz man iſt ſelbſt hierin Schauſpieler, indem man ſichengagiren läßt; es liegt doch etwas Eigenes in den Worten einer Schönen, wenn ſie einer unwillkomme nen Aufforderung zum Tanze die lako⸗

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niſche Antwort ertheilt:Ich bin ſchon engagirt! Ein Enga⸗ gement ohne Gehalt, wie empfehlend für Theaterdirektoren! Auch unſer Theater wird während des Fa ſchings ſchwächer als gewöhnlich beſucht, obwohl manchmal reſpektable und an⸗ ziehende Stüke in dem Repertoir er⸗ ſcheinen. Blos das Gaſtſpiel Katzia⸗ ners füllte Anfangs einigemal das Haus, das aber auch ſpäter an Zug kraft verlor. Die vorzüglichſte Rolle dieſes Schauſpielers war Hamlet, in welcher er wirklich einige Szenen in ſeiner Art höchſt ergreifend gab. Aus zeichnung verdienten ferner Mad. Ger ill (Ophelia) und Mad. Deny(Königin) He. Klauer gab den Laertes mit charakteriſtiſcher Wahrheit und vielem Gefühle, und Hr. Fiſcher den König mit gewohnter richtiger Auffaſſung. Vor dieſer Vorſtellung wurden neue Walzer, unter dem Titel:Norma⸗ Mink⸗Walzer() komponirt(nach Mo tiven aus der OperNorma) von F. Tomala, unter Mitwirkung der Regimentsmuſik, vorgetragen. So ſehr wir dieſe Walzer als gelungen anerkennen müſſen und ſie erfreuen ſich auch guf den heurigen Bällen all gemeinen Beifalls ſo hätten wir ſie gerne bei einer andern Gelegenheit angehört, als vor einer Shakſpear'ſchen Tragödie! Wie harmoniren dieſe Drei viertel-Takte mit den ernſten Dingen, die darauf folgen! Doch vielleicht