à la marmotte vorüber, und er that ſei⸗ nen vergnügten Beuteſprung danach. Das hübſche Kind muß wohl him m liſchen Urſprungs ſein, da es ſeit über dreißig Jahren jung und aller liebſt geblieben iſt, und ſo wie es ſich nur zeigte, einen Hof junger und al ter Verehrer um ſich verſammelte. Aus dem ſcherzenden Ton in den kriti ſchen, wenn gleich nicht herb ernſten 5 zu fallen, ſo iſt uns dieſe kleine Ope rette ein merkwürdiges Veiſpiel, wie lange etwas dauern kann, was in ſei ner Gattung auf Vollendung An⸗ ſpruch machen darf. Warum ſind dieſe Liederchen nicht veraltet und klingen noch heut angenehm in jedes Ohr? Weil ſie ihre Form durchaus erfüllen, weil ſie nicht mehr ſein wollen als ſie ſein können, und daher das was ſie ſind auch bleiben müſſen. Der Schaz der muſikaliſchen Gedanken wird zwar reicher in der Welt, und die Gewöh nung an manigfaltigere Mittel läßt manches etwas dünn erſcheinen; allein die weſentliche Subſtanz des Liedes bleibt neu, weil ſie den Gedanken wahr, vollſtändig und mit Anmuth oder Innigkeit ausdvükt. Als das Werk zuerſt auf der Bühne erſchien, verſez⸗ te es alle Hörer in einen Rauſch des Entzükens, ſo daß es einen Erfolg er⸗ rang wie ſeitdem keine Oper, nicht einmal der Freiſchüz. Eines Theils hatte es dieſen zwar der vortreflichen Darſtellung, zu der ſich die Kräfte ei⸗ ner Bethmann, Eunicke, eines Be⸗ ſchort, Gern, Unzelmann u. ſ. w. ver⸗ einigten, welche die Rollen der Fanchon Florine, St. Val's, Lattaignant's, des Tapezier Martin u, ſ. w. gaben, zu verdanken, größeren Theils aber auch ſich ſelbſt, der reinen, ſauberen Vollendung in ſeiner Mignatur-Gat⸗ tung. Daher will das Werkchen auch immer wieder mit großem Fleiß in Szene geſezt, lebendig und graziös

dargeſtellt ſein. In dieſer Hinſicht können wir freilich nicht ganz mit der lezten Vorſtellung zufrieden ſein. Dlle. Grün ba u m ſang die Partie der Fauchon ſo vortrefflich, daß man ſie gar nicht anwuthiger und inniger vor- getragen wünſchen kann; allein im Spiel war ſie nicht manig faltig genug, und behielt namentlich für den Dialog ei⸗ ne gewiſſe Monotonie bei, die ſich auch nicht in der Uebung einer Rolle ver liert, ſondern ein allgemeines Studium dieſes Tyeils der Kunſt ver langt. Aehnlich müſſen wir, was Ge ſang und Spiel anlangt, über Hrn. Mantlus als Eduard urtheilen; die Lieder, die ſeinem Organ ſo ganz zuſagen, trug er ſo ſchön vor, daß ſie zuverläſſig nie beſſer, ſchwerlich ſchon ebenſo auf unſrer Bühne geſungen wor den ſind. Hr. Blume als Abbe Lat⸗ taignant und Hr. Devrient als Hr. von St. Val, hatten ihre Rollen rich⸗ tig gedacht; aber in der Ausführung fehlte es an jener natürlich franzöſi⸗ ſchen Lebendigkeit, welche dieſe beiden Charakter der Pariſer Welt aus dem vorigen Jahrhundert ſo anziehend macht.

Die Komik der Hrn. Rüthling und

Schneider, als Tapezierer und Sa voyard André, gehört auch einer andren Sphäre an, und bedürfte wohl eines kleinen Firniſſes aus der glänzenden Variſer Welt, um nicht zu fremdartig zu erſcheinen. Die durch Herrn Rüth⸗ ling eingelegten Tert- Variationen auf das bekannte Lied:Die ganze Welt iſt ein Orcheſter& waren ſehr launig und mitunter auch ſogar wizig.

Dlle. Lehmann als Florine muß

lebendiger ſein; die andren Figuren befriedigten, weil freilich nicht viel von ihnen gefordert wird. Alle genügen ſie indeſſen vielleicht durch eine raſchere, belebtere Vorſtellung im Ganzen, die ſich bei der Wiederholung, wenn man erſt ein wenig miteinander eingewobnt

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