DB SOM. Cin Nagl, 222 Segel.
Möttwoch, 28. Januar.
Theater.
Peſth(27. Jan.). Wir haben dieſesmal ſehr wenige theatraliſche Neuigkeiten zu referiren. Seit unſerm lezten Berichte hat ſich nichts Erheb⸗ liches auf unſerer Vühne ereignet. Blos einige Beneſtizen fanden ſtatt, die uns aber nichts als einige alte, ſchon dageweſene Vekannte präſentirten. So gab Hr. Macho die komiſche Oper „die Weiberkur“ zu ſeiner Einnahme, die noch heut wie vor dreißig Jahren, ihre volle gute Wirkung hervorbrachte, beſonders, da Dem. Schebe ſt ſich ſo liebenswürdig darin zeigte.— Andere alte Novitäten von minder gutem Schlage waren„Rollas Tod“,„Krone und Schaffot“ und von grobem Kali⸗ ber:„das Mädchen von Siklos“ ge. dc. — Indeſſen haben wir Faſching und das Publikum in der Anweſenheit Lanners mehr als hinlängliche Ent⸗ ſchädigung.— Gibt es aber jezt keine Neuigkeiten auf unſerm Theaterhori— zonte, ſo ſtehen uns deſto intereſſantere
bald bevor. Von Morlacchi wird eine neue Oper gegeben werden, die ſehr gediegen ſein ſoll. Unſer Kapellmeiſter Hr. Grill hat ſich zu ſeiner Vene⸗ ſize ſelbſt eine neue Oper komponirt. Perſonen, welche das Buch geleſen, verſichern, daß es intereſſant und voll Wirkung iſt. Auch haben Sachkundige Mehreres von der Partitur vernom—
men und geben das Zeugniß, daß darin nebſt viel Melodie ein regelrechter Saz und Charakteriſtik vorkommt. Wir ma⸗ chen daher das Publikum mit vielem Vergnügen darauf aufmerkſam.— Auch ſehr willkommene Gaͤſte werden erwar⸗ tet. Der berühmte Wild ſoll ſchon in der erſten Hälfte des nächſten Mo— nats hier eintreffen. Er wird auch in den Opern:„Nobert der Teufel“, „Norma“ und„der Schwur“ ſingen, worin er hier ganz neu ſein wird.— Hr. Hölken, k. baier. Hoſſchauſpie⸗ ler, einer der ausgezeichnetſten mimi⸗ ſchen Künſtler Deutſchlands, wird hier ebenfalls einen Cyklus von Gaſtrollen geben. Er bringt auch, wie es heißt, eine junge Schauſpielerin, voll Ta— lent, mit ſich, die hier bleibend enga— girt werden ſoll. G Berlin.(16. Jan.) Seit Wo⸗ chen, ja Monaten liegt der muſſkaliſche Referent auf der Lauer und hofft die Beute irgend einer neuen. Oper vor ſeinem Hinterhalte vorbeikommen zu ſe⸗ hen, um ſie zu paken und weidlich zu zerzauſen— aber ſeine Hoffnung iſt vergeblich geweſen, denn nach der Al⸗ penhütte mochte er nicht ſchnappen, weil der aufgewärmte Biſſen ihm die Mühe nicht lohnte. So lebte er denn wahrhaft elend, denn einige magere Broken von Sängerinnen, die zum lez— tenmale auftraten, u. dgl. m. ſind nicht zu rechnen. Da führte ihm ein guter Stern das allerliebſte Leiermädchen


