8) Dienstag den 19. Januar d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, soll die Lieferung der Besoldungs Frucht für die städtischen Diener auf das Jahr 1841 an den Wenigstfordernden vergeben werden. Dieselbe besteht in 73 Maltern Korn und 1 Malter Waizen. Gießen den 13. Januar 1841.

Der Großherzogl. Buͤrgermeister Schneider.

1) Montag den 18. Januar k. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, soll in der Behausung des Gast wirths Schad zu Großenbuseck die den Freiherrn von Schutzbar, genannt Milchling, zugehörige Grundrente vom Jahre 1840, nemlich

26 Malter Waizen,

26 Korn,

444 Gerste,

dae meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden. Marburg, den 28. Dezbr. 1840.

Vermischte Nachrichten.

9) 800 fl. liegen gegen gerichtliche Si cherheit in der Kirchenkasse zu Wieseck zum Aus leihen bereit; diejenigen, welche hiervon Ge brauch machen wollen, haben sich an den Kirchen

vorstand daselbst zu wenden.

Gießen den 14. Januar 1841. Der Decanats-Kirchenrechner Dauernheim.

1) Wirthschaftsverpachtung. Meine, unmittelbar an dem Scheide punkt der beiden Straßen von Gießen nach Hungen und Grünberg, neu errichtete Wirth schaft wünsche ich zu verpachten. Auch können die Räume zur Betreibung einer ansehnlichen Oeko nomie, auf Verlangen, mit in Pacht gegeben werden. Dazu Lusttragende wollen sich persönlich

Bezzen berger, an mich wenden. Administrator. Gießen den 11. Januar 1841. 5 affe St am m.

f Miscellen.

Einiges uͤber Staͤdte groß und reich zu machen und den Wohlstand in deren Umgegend auf dem Lande zu foͤrdern. (Fortsetzung.)

Genauere Einsicht wird der Leser in diese Verhältnisse erhalten, wenn wir ihm sagen, daß ein von 20 Menschen bemanntes Schiff in einer Zeit von 4 Wochen 12,000 Ctr. Güter von Newyork nach Liverpool oder Havre de Grace führen kann, und daß der ganze Aufwand die ses Transportes an Löhnung und Unterhalt der Mannschaft, an Reparation, Abnutzung, Kapi talinteressen und Assecuranzkosten des Schiffes während dieser Zeit nicht uͤber 2000 Dollars be tragt. Wenn daher das Schiff jedesmal volle Ladung hätte und sogleich wieder aus- und ein laden könnte, so würde der Ctur. von Neuyork nach Havre nicht mehr zu transportiren kosten, als 6 Gr. oder so viel als 6 deutsche Meilen weit

zu Lande. Doch erhöht sich dieser Preis bedeu tend dadurch, daß die Hin- und Herfrachten nicht gleich sind und nicht immer parat liegen, und daß manche Waaren im Verhältniß zu ihrem Ge wichte einen großen Raum einnehmen. Dage gegen vermindert er sich bei solchen Artikeln, die das Schiff blos als Ballast einnimmt oder um die Ladung voll zu machen. So kommen alle Mühl⸗ und Gypssteine, die an der östlichen Küste

von Nordamerika consumirt werden, aus Fran⸗

reich. Die Schiffe haben davon nicht viel mehr als die Ein- und Ausladungskosten, finden aber doch diesen Transport vortheilhafter, als wenn sie Steine oder Sand als Ballast nehmen müß⸗ ten, wobei sich nicht einmal diese vergüten.

Einen großen Theil seines Wohlstandes und der Große seiner Staͤdte verdankte England der Küstenfahrt. Die Vergleichung der Vortheile dieser Küstenfahrt mit dem Inlandtransporte zeigte den Engländern die Vortheile eines wohlfeilen Trans portes überhaupt und führte sie auf die Idee, den Inlandtransport durch Kanäle zu erleichtern,