stellen; auch bemerkt man bei den ellektrisirten Blumen das Eigene und Unterscheidende ihres Geruchs stärker und deutlicher, als bei den nicht—⸗ elektrisirten. Stellt man diese Versuche mit Früchten an, so ist der Erfolg derselbe. Der Geruch kommt immer eher, ist stärker und ver⸗ breitet sich auch weiter, als bei den nicht-elektri— sirten Früchten. Doch ist die Wirkung der Elek— trizität auf Früchte, wenn man sie mit der auf Blumen vergleicht, schwächer. Die Elektrizität hat also die Kraft: die Zeit, wo die Blumen anfangen zu riechen, zu beschleunigen, die Staͤrke des Geruchs zu erhöhen, die riechenden Theilchen weiter zu führen und sie in einer größern Ent⸗ fernung von ihrem Ursprung merklich zu machen. (Schluß folgt.)
Die Obstbaumzucht zu eigentlichen land— wirthschaftlichen Zwecken.
Von Betzhold, herzogl. Hofgärtner zu Mertentheim in Würtemberg.
(Schluß.) C. Das Versetzen der Baͤume aus der Baumschule an Alleen, Aeckern und Baumgaͤrten.
Sobald die Bäume einen Monat gestanden sind, kann man sie anbinden. Am Besten ge⸗ schieht dieses mit gedrehten Weiden, nachdem der Baum zuvor an der Stelle, wo der Band hinkömmt, mit Moos umwickelt ist. Diesen Ein⸗ band muß man aber nicht, wie es so häufig ge⸗ schieht, so lange sitzen lassen, bis er von selbst abfällt, sondern ihn alljährlich beim Baumreini⸗ gen erneuern, weil er sonst nur dem Ungeziefer zum Schlupfwinkel diente, und dem Baum, weil er immer auf einer Stelle bleibt und ersterer im mer dicker wird, Einwüchse und Auswüchse zu⸗ zlehen kann.
D. Beschneiden der Baͤume.
Hierüber ließe sich außerordentlich viel sagen, da aber mein Zweck nur der ist, dem in der Baumzucht noch nicht sehr erfahrenen Landmanne eine kurze Anweisung in die Hand zu geben, damit er sich darnach selbst praktische Kenntnisse erwerben soll, so führe ich auch hier nur das Nothwendigste davon an. 5
Jeder Baum muß wenigstens bis zu seinem dritten Jahre nach dem Versetzen beschnitten werden. Die beste Zeit dazu ist im Februar und März, doch kann es auch vom November bis December geschehen.
Im ersten Jahre schneidet man jedes Reis bis auf drei Augen zurück, und sucht immer darauf zu merken, daß das oberste Auge, welches fast immer den Haupttrieb bildet, nach Außen hin zu stehen kömmt. 0
Im zweiten Jahre kann man den Haupt⸗ Trieben schon zwei Augen weiter lassen; übri⸗ gens aber alle Seitentriebe wegnehmen, außer es fehlte irgendwo eins zur Kronbildung.
Im dritten Jahre sieht man schon mehr auf die Form, als auf die Zahl der Augen beim Schneiden, die Seitentriebe werden theils weggenommen, theils zu Haupttrieben nach einer Stelle hingeleitet, wo die Krone noch eine Lücke hatte. Dieses erreicht man leicht dadurch, daß man zum letzten Auge immer ein solches wählt, welches dahin steht, wo man den Trieb hin ha— ben möchte.
Hat nun der Baum eine gute Krone, so hat man für die Zukunft blos Sorge zu tragen, daß keine Wasserreiser, Moose und dergl. auf⸗ kommen; übrigens blos die dürren Aeste, oder was durch Abbruch beschadigt oder auch einan⸗ der reibt, wegzunehmen.
Nach diesem Vorschlag gearbeitet, wird man dann bald das Vergnügen haben, sich mit guten Früchten reichlich belohnt zu sehen.
——


