Ausgabe 
31.8.1838
 
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Migcellen.

Ueber die Bepflanzung der Felder mit Obstbaͤumen.

(Fortsetzung.

Bei diesen unläugbaren großen Vortheilen einer Art von Feldbenützung, die keineswegs von mir ein neuer Vorschlag, sondern schon in Franken, am Rheine, in der Wetterau, im noͤrd⸗ lichen Frankreich und im größeren Theile des chinesischen Neichs seit langen Zeiten allgemein im Gebrauche ist, und auf welche unser Verein schon längst unter anderen seine wohlthätigen Be⸗ strebungen richtet, entstehet billig die Frage: warum bei unserem lieben Landmanne, dem man Fleiß und einen gesunden verständigen Sinn für das Nechte und Gute nicht absprechen kann, diese Art der Feldbenützung noch nicht allgemeinen Eingang gefunden hat und in unseren Tagen findet, wo der ganze Geist unsers Zeitalters sich der Erhöhung des materiellen Wohlseins zuwen det?

Es wirken hier mehrere Ursachen, um diese auffallende Erscheinung zu erklären:

4. das Vorurtheil, daß in unsern Gegenden die Obstbaumzucht auf den Feldern wie man sich auszudrücken pflegt keine rechte Art habe, und

2. daß die Beschattung durch die Obstbäume den Vodenfrüchten allzu nachtheilig sei, und also hier am Boden der Schaden den, oben in der Luft erreichten Gewinn wieder vernichte;

3. waren allerdings bisher die vielen Be schränkungen des Eigenthumes zu einer Verbes⸗ serung desselben durch Anlagen, die ein Anlags⸗

Kapital, und eine mehrjährige, dem Gewinne vorausgehende Pflege erfordern, in keiner Weise aufmunternd! 5

4. Kann nicht in Abrede gestellt werden, daß die Obstbaumkultur, besonders in den ersten Jah ren der Beschäftigung durch Bosheit und durch das Wild ꝛc. noch mehr ausgesetzt ist, als die Bodenfrüchte.

5. Dauert es zu lange, bis eine Baum⸗An⸗ lage den vollen Nutzen abwirft, besonders für unser Zeitalter, wo man schnell leben und schnell genießen will, vorzüglich wenn

6. dem Landmanne es an den Geldmitteln fehlt, um schon mehrere Jahre voraus für einen künftigen Gewinn etwas zu verwenden, und wenn er mit zu viel Schwierigkeit und Kosten⸗ Aufwand sich die Kapitalien zu wesentlichen Ver besserungen anschaffen muß. 0

7. Dat es endlich bisher noch beim Land mann da und dort zu sehr an den praktischen Kenntnissen gefehlt: welche Obstsorten auf jedem Boden und in jeder Lage gedeihen, und an Ue bung in den Handgriffen zur Veredlung. Was aber der Mensch nicht gut versteht, das treibt er auch in der Regel nicht mit anhaltendem Eifer.

Es wird nun sehr leicht sein, diese Vorur theile und Hindernisse völlig zu entkräften.

Zu 1. Hat allerdings die Obstbaumzucht in unseren Gegenden sehr gute Art! Besonders die Provinzen Nieder- und Oberhessen bestehen fast ganz aus engen Thälern, zwischen sanft aufstei⸗ genden Hügelreihen, wovon immer die eine Seite der Morgen-, Mittag- und Abend⸗Sonne zuge⸗ wendet ist, wo die Obstbäume einen sehr gün stigen, warmen, trockenen Stand haben und ge gen die Nordstürme Schutz genießen.

(Fortsetzung folgt.)

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Fruchtyreise

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