oder nicht noch daraus werden? Am Ende muß noch der gute Baum-Verkäufer, aus dessen Baumschule die Bäume sind, die Schuld tragen, weil seine gesunden und kräf⸗ tigen Bäume ohne Pflege und bei schlechter Behandlung doch nicht haben gedeihen wollen.

Will man im Frühjahre seine Bäume setzen, so ist es am Besten, wenn die Löcher dazu im Herbste gemacht werden. Höchstens wäre dieß in sehr gutem Boden nicht nothwendig. Bei schlechtem Boden soll es ohne Ausnahme geschehen. Dann sei man beim Graben der Locher nicht so bequem, besonders bei schlechtem, steinigem und hartem Boden, wo man die Löcher mit guter Erde zum Versetzen der Bäume ausfüllen muß. Hier ist es nicht nur besser, sondern es ist noth⸗ wendig, die Baumlöcher 45 Schuh tief und eben so breit zu machen. Nur in ganz gutem Boden mag es hinlänglich seyn, die Löcher zwei Schuh tief und breit zu machen. Eben so ist es nothwendig, daß da, wo es an guter Erde mangelt, wenigstens so viel bessere herbeigeschafft wird, daß man die Wurzeln der Bäume damit bedecken und die andere Erde damit zur Hälfte untermischen kann. Vierzehn Tage vor dem Pflanzen wirft man die Gruben wieder zu, und zwar so, daß die obere Erde, welche man beim Aufgraben der Löcher schon besonders gelegt hat, unten hinkömmt. Würde man die Gruben erst wieder zumachen, wenn die Bäume gepflanzt werden, so wuͤrden diese schlecht zu stehen kom⸗ men, weil die Erde dann sammt den Bäumen sich nach und nach um vieles senken würde. Sobald man pflanzen will, macht es ja eine leichte Mühe, wieder ein Loch so groß aufzu⸗ graben, als es die Wurzel des jungen Baumes erfordert.

Ist man mit Allem so weit vorgerückt, so mag man dazu schreiten, die Bäume aus der Baumschule auszugraben, wobei man sich in

Acht nehmen muß, daß sie nicht an den Wurzeln beschädigt werden. Hat man eine hin⸗ längliche Partie herausgenommen, so werden die Wurzeln nach dem Verhältnisse ihrer Stärke et was zurückgeschnitten. Und zwar ungefähr bei einem 45 Schuh hohen Baume die schwächern Wurzeln auf 34, die stärkern auf 89 Zoll. Beim Beschneiden der Krone hat mhn sich sehr nach dem Wurzel-Vermögen des Baumes zu richten. Ist dieses besonders kräftig und hin reichend stark geuug, eine bedeutende Krone zu ernähren, so kann man hier nur zu 45 auf 34 Augen zurückgeschnittene Reiser, welche später die Haupt⸗Kron⸗Aeste bilden, stehen lassen. Bei schwächern Wurzeln muß man aber nicht mehr als drei, ebenfalls auf drei Augen geschnitten, stehen lassen.

Hat man die Bäume so vorgerichtet, so wer den sie, nachdem man in jede Grube einen Pfahl gesteckt hat, gepflanzt, wobei man sehr darauf sehen muß, daß der Baum um zwei Zoll tiefer zu stehen kommt, als wie er in der Baumschule gestanden ist. Ferner, daß die feine Erde durch öfteres Rütteln und späteres Einschlämmen sich fest an die Wurzel hindrängt. Mit dem Anbin⸗ den der Bäume wartet man so lange, bis man überzeugt ist, daß sich die Erde nicht mehr setzt, weil dadurch sich dieselbe nur von den Wurzeln abziehen, und diese zu ihrem größten Nachtheil hohl zu liegen kommen würden. Sollte sich ja ein Baum vorfinden, der gleich angebunden wer den muß, so bindet man ihn jedoch so, daß er durch den Band nicht so fest gehalten wird, da mit er sich noch senken kann. Oefteres Auf⸗ lockern des Bodens um die frischgesetzten Bäu me während des Sommers, sowie bei anhalten⸗ der Dürre einige Mal zu gießen, befördert deren schnelleres und besseres Gedeihen ungemein.

(Schluß folgt.)