licher Austheilung von Statuten und Annahme von Versicherungsanträgen.
Gießen den 11. April 1838.
E. C. Rühl, Agent der L.⸗V.⸗G. zu Leipzig.
28) Tapeten und Möbel.
Unterzeichneter empfiehlt sich in einer neu erhaltenen Auswahl von Tapeten und Borduren,
neuester Desseins, welche besonders billig und
alle sogleich vorräthig zu haben sind.
Auch habe ich eine Auswahl gutgepolsteter Möbel, neuester Faeon, stets zu den billigsten Preisen vorräthig.
Christian Reiber, Tapezierer.
426) Die seitherigen Anfragen, ob mein deutscher Kleesamen von der letztjaͤhrigen Erndte sey, geben mir zu erklären Veranlassung, daß mir eine ältere Waare, die ich freilich billiger zu erlassen, nicht aber für deren durchgängige Keimfähigkeit zu garantiren, im Stande wäre, noch nicht ins Haus gekommen ist. Ich habe
mich bei dem Einkauf durch den Preisunterschied nicht bestimmen lassen, einer älteren Waare des- halb den Vorzug einzuräumen, indem die kleine Preisdifferenz mit den späteren nachtheiligen Fol⸗ gen, welche bei einem doch nur unbedeutenden Ersparniß für den Oeconomen erwachsen konnen, nicht in Vergleich zu bringen ist.
J. G. Appel. Theater in Giessen.
Sonntag den 22. April 1838. Zum Erstenmale:
Der Schutzgeist. Schauspiel in 6 Akten, nebst einem Vorspiel:„die Auferstehung“ in 1 Akt, von August von Kotzebue.
Dienstag den 24. April 1838. Zum Erstenmale:
Die Gungt des Augenblicks. Ori⸗ ginal-⸗Lustspiel in 4 Akten, von Eduard Devrient.
Miscellen.
Die Obstbaumzucht zu eigentlichen land⸗ wirthschaftlichen Zwecken.
Von Betzhold, herzogl. Hofgärtner zu Mergentheim in Würtemberg.
(Fortsetzung.) C. Das Versetzen der Baͤume aus der
Baumschule an Alleen, Aeckern und Baumgaͤrten.
Wie schmerzlich ist es für einen, wenn man (wie ich im Frühjahre 1834 in den nachbar⸗ lichen—— Staaten, wo doch so Vieles fur die Beförderung aller landtwirthschaftlichen Zweige und namentlich für die Obst⸗ Baumzucht geleistet wird) sehen muß, wie schlecht die Leute bei dem Baumsetzen verfahren. Dort sah ich nemlich drei Bauersleute mit dem Baumsetzen an einer
Landstraße beschäftigt. Die Bäume waren zwar sehr gesund, aber nur schienen sie in etwas zu üppigem Boden gewachsen zu sein. Diese guten Bäume wurden mit ihren langen, theils be⸗ schädigten Wurzeln gepflanzt, ohne an der Krone, welche 3— 6 zwei Schuh lange Triebe bildete, beschnitten zu werden, und zwar auf folgende Art: der eine von den Arbeitern hatte eine Art Haue, mit derselben machte er eine Art Vertiefung von höchstens 1 Schuh auf die Stelle, wo der Baum zu stehen kommen sollte; der zweite Arbei⸗ ter, welcher die Bäume trug, stellte einen Baum in diese Vertiefung, und der dritte scharrte die Erde mit den Füßen daran und trat dann die Erde etwas fest um denselben. Auf mein Zure⸗ den brachte ich es doch so weit, daß sie spä⸗ ter die Bäume etwas an der Wurzel und Krone einstutzten. Was mag nun wohl aus einer solchen Plantage geworden seyn— 2


