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und sind als Zwerge empfindlich auf Lage, Bo⸗ den und Standort. Die große grüne Neinklaude ist gewiß die beste Frucht, trägt aber selten strotzend.
Ich will nun hier von jeder Obstgattung nach meinen Erfahrungen einen Baum bezeichnen, der für Kälte und Witterung nicht sehr empfind— lich ist, eine kräftige Vegetation hat, gerne trägt und dessen Frucht gut ist, wenn es auch nicht die allerbeste wäre, dabei ist auf Sommer-, Herbst⸗ und Winter-⸗Obst nicht Rücksicht genom⸗ men. Ich will hier der Erfahrung Anderer, ih— rem individuellen Geschmack und der Vorliebe für gewisse Früchte nichts benehmen, auch mir durch folgende Benennungen nicht eine besondere Kenntniß anmaßen. Es ist äußerst schwierig, bei der großen Anzahl von guten Früchten, eine einzige Sorte als die beste zur Anpflanzung aus⸗
zuscheiden. 0 Von den Aepfeln wähle ich die englische Wintergoldparmäne. Der Baum wächst
kräftig, ist dauerhaft und trägt fast jährlich stro— tzend. Die Frucht ist groß, lachend schön und gut, hält sich, ohne zu welken, den ganzen Win⸗ ter hindurch. Man nennt ihn auch den König der Peppinge und Goldreinetten. Diese, unter den neuen Aepfeln, so berühmte Frucht ist sowohl als Hochstamm auf Wildling und als Zwerg auf Johannesstamm gleich gut zu pflanzen.
Die Birnen sind mehr empfindlich auf Lage, Standort und Boden, als die Aepfel. Viele Birnen, und meistens die recht guten, verlangen eine gut gedeckte Lage und warmen Sonnenstand. Unser Baum soll dauerhaft und die Frucht doch gut sein. Ich wähle dazu Diels Butterbirn. Sie ist meistens sehr groß, etwas rauschend but—
terhaftschmelzend, von köstlichem Wohlgeschmack,
überfließend von Saftfülle, wird am Lager sehr schön zitronengelb und ist eine Herbst-Winterbirne, die nicht welkt und nicht teig wird. Der Baum
Isenbart, gedeihen hochstämmig nicht mehr gut
wächst hochstämmig recht gut und gedeiht auf der Quitte vortrefflich; der Zwerg verträgt den Schnitt, wie die Kaiserbirne, sehr wohl und läßt sich jede Behandlung gefallen. Die Trag— barkeit ist oft überraschend, indem der Baum fast jährlich strotzend voller, sehr großer Früchte hängt. Wenn sie gleich von mehreren anderen Sorten im hohen Geschmacke übertroffen wird, so kenne ich doch keinen Baum, der ihn an Trag— barkeit und Dauerhaftigkeit übertrifft.
Da mein Freund mir nicht angab, ob ich eine Süß- oder Sauerkirsche aussuchen sollte, so wähle ich von dieser Fruchtgattung die süße Früh weichsel. Der Baum wird als Sauer⸗ kirsche ziemlich groß und traͤgt fast jährlich stro— tzend, ist nicht empfindlich und gedeiht überall, gleich dem gemeinen Weichsel-Baume, dem er auch mit seinen dünnen, hängenden Aesten voll⸗ kommen gleicht. Die Frucht ist nur mäßig groß und bei voller Zeitigung fast schwarz. Der Ge⸗ schmack ist suß mit etwas Aroma und kaum merk⸗ licher Säure. Sie zeitigt gegen Ende Juni, ist aber auch schon genießbar im halben Juni, wo sie noch ziemlich roth gefärbt ist Der Geschmack ist dann säuerlich⸗süß, aber doch nicht unange⸗ nehm. Die süße Fruͤhweichsel vereinigt Tragbar⸗ keit mit inuerlichem Werthe der Frucht, und hat überdieß das Verdienst der frühen Zeitigung, wo es noch an Sauerkirschen mangelt. Ich traf diese Kirsche häufig in Franken, in der Gegend von Schweinfurt, angebaut. Die Flamentiner ist ebenfalls eine volltragende Kirsche, die früh zeitigt und ziemlich groß ist. Diese wird bei Nürnberg so häufig gebaut, daß man sie mit Relais- Pferden in Wagen nach München führt.
(Fortsetzung folgt.)
Ueber das Baumharz.
Das Harz an den Bäumen ist, wie bekannt, der Saft welcher aus denselben herausgedrungen ist, und der, wenn die wässerigen Theile dessel—


