Werkzeugen zu erregen. Bäume, Feigen⸗Bäume ꝛc., die einander gleich sind, in verschiedenen Gefäßen stehen hat, und von jeder Gattung ein Gefäß einige Tage hinter einander, zu der Zeit, wo sich die Früchte ihrer Reife nähern, elektrisirt, so bemerkt man allemal, daß diese einen weit besseren Geschmack haben, als die nicht-elektrisirten. Sie werden auch viel eher reif und erhalten ihren Geschmack früher als letztere. Auch an kleinen, in Töpfen stehen⸗ den Aepfelbäͤumen erhalten die Früchte, wenn man sie, nachdem sie schon reif sind, elektrisirt, einen bessern Geschmack. Dieß findet sogar Statt, wenn schon von den Bäumen abgebrochene Früch— te, sie mögen ihre vollkommene Reife gehabt ha⸗ ben oder nicht, auf die vorige Weise in gehöri— gen Zwischenräumen elektrisirt werden. Sie er— halten ihren Geschmack früher als andere und ist bei weitem angenehmer. Es ist also der Einfluß der Elektrizität auf den Geschmack der Früchte eben so stark bei den von den Bäumen getrenn⸗ ten, als bei den noch an denselben hängenden Früchten.
Mittel, kraͤnkelnde Obstbaͤume vor dem Absterben zu retten.
Den meisten Baumarten verwachsen die Wunden leicht, die ihnen durch Entfernung kran— ker Zweige zugefügt sind, wenn die rechte Zeit gewählt, und ein guter Baumkitt gebraucht wor⸗ den. Nur die Kirschbäume sind häufig dem Harz⸗ fluße und dadurch dem gänzlichen Absterben aus⸗ gesetzt, besonders wenn man genöthigt war, im Sommer kränkelnde Aeste oder Brüche abzuschnei⸗ den. Mehrere Versuche des Kunstgärtners Hen— nigke zu Leipzig haben die in englischen Blät⸗ tern empfohlene schwarze Seife bewährt gefunden. Derselbe weichte die schwarze Seife zu einer breiartigen Masse auf, bestrich damit die Wunde, und legte Leinwand darauf.
Wenn man Orangen-
Ueber die verschiedenen Arten, die Obst— Baͤume zu veredeln.
Noch immer bemerkt man auf unseren Dör— fern und selbst bei Gärtnern in der Stadt jene rohe Art des Pfropfens auf den Spalt, wobei die gepfropfte Stelle mit einem Kloße von Lehm oder Erde bedeckt wird, so daß das Pfropfreis aus demselben hervorragt. Diese Art, die Obst— Bäume zu veredeln, soll selbst noch im suͤdlichen Deutschland einheimisch sein. Sie ist aber höchst unvollkommen, indem sie weder sicher ist, noch vor großem Schaden an Wildlingen und Bäumen bewahrt. Sicher kann sie nicht sein, weil über- haupt das Pfropfen auf den Spalt oft mißräth, so daß das Gelingen mehr vom Zufall abhängt; und wahrscheinlich kann bei jenem Verwahren mit dem Erdkloße keine Festigkeit dem Verbande gegeben werden. Wenigstens sieht man in der Regel dürre Zweige aus jenen Erdkloßen hervor⸗ ragen, wo man sie auch antreffen mag. Schaden bringt sie immer dem Baume, da durch den Spalt das Stämmchen auf das tiefste verletzt wird und nur schwer, selten gut verheilt. Be— sonders schädlich ist der Spalt den Kirschenstäm⸗ men, wo die gepfropfte Stelle oft schon im zwei— ten Jahre den Harzfluß bekommt, der unheilbar ist. Auch gelingt das Pfropfen auf den Spalt bei den Kirschen am Seltensten, woher es kommt, daß die meisten Kirschen-Wildlinge bei wieder holten Operationen der Art zu Grunde gehen.
Bei stärkeren Stämmen, mögen sie in der Tiefe oder Höhe gepfropft werden, hat sich das Pfropfen hinter die Rinde immer am Sichersten und Heilsamsten bewährt. Das Verfahren ist bekannt. Der Zweig oder das Stämmchen wird glatt abgesägt, mit dem Gartenmesser scharf ver— schnitten, ein drei Augen langes Pfropfreis so verschnitten, daß es einen einseitigen Keil bildet, die äußere Rinde des Keils unverletzt bleibt, am Wildling die Rinde ein wenig gelöst, und das


