Migcellen. Ein bewaͤhrtes Mittel

gegen Baumschäden, das die Aufmerksamkeit al⸗ ler Gärtner und Güterbesitzer, aller Landwirthe und Forstmänner verdient.

(Fortsetzung.) Das Wachsthum des Baumes wird allmaͤh

lig den darauf gestrichenen Mörtel an den Raͤn⸗

dern zunächst an der Rinde lösen und heben; da⸗ her muß man sorgen, wo solches geschieht, gele gentlich und am Besten, wenn es geregnet hat, mit dem Finger darüber zu streichen, damit die Mörtellage ganz bleibe, und die Luft und Feuch⸗ tigkeit nicht in die Wände dringen möge.

Ob nun gleich die Beschaͤdigungen der Bäu⸗ me sehr verschieden sind, so hilft doch dieses Mittel gegen alle, wenigstens die gewöhnlichen Baumschaden. Bäume, sowohl Fruchtbäume als Waldbäume, leiden durch natürliche Ursachen, theils durch Zufälle und unrechte Behandlung. In vielen Gegenden ist man der Meinung, man müsse die Bäume zwischen dem Oktober und dem März aufhacken und beschneiden. In den Mo⸗ naten Mai, Juni und Juli wagt man es nicht, dieses Geschäft vorzunehmen, aus Furcht, die Bäume möchten den zur Nahrung so unentbehr⸗ lichen Saft verschwenden, und zuletzt gar um kommen. Allein auch im Winter kann das Be⸗ schneiden der Obstbäͤume und das Abhauen gro⸗ ßer Aeste von den Waldbäumen schaden. Die Flüssigkeiten in der Luft dringen in die offenen Wunden oft bis auf den Kern des Holzes ein, verursachen Fäulniß und machen den Baum für seine Bestimmung untauglich. Wenn man auch die Vorsicht gebraucht und die Zweige 2 Fuß vom Stamme und darüber abschneidet, so bleibt der Baum doch nicht vor Schaden bewahrt. Das übrig gelassene Ende des Astes stirbt bald ab, zieht schädliche Feuchtigkeiten an und theilt sie dem Stamme und dem ganzen Baume mit.

Andere schneiden deßwegen die Aeste dicht und glatt am Kamme weg. Allein obgleich die⸗ ses Verfahren besser ist, als das vorhergehende, so ist doch nicht aller Schaden damit verhütet. Die Stelle, wo der Schnitt geschehen ist, um⸗

zieyt sich mit einer Art von Lippe(Callus), der

immer größer wird, und in der Mitte eine Ver⸗ tiefung läßt. Schnee und Regen dringen dann durch dieselbe, zumal wenn die Ninde vorher durch starken Frost oder große Hitze ausgetrocknet und abgesprungen ist, und verursachen Krankhei⸗ ten und Fäulniß. Man darf nur Bäume be⸗ obachten, die in ihr ugend Schnitte durch die Ninde bekommen, und dem äußerlichen Ansehen nach keinen Schaden genommen haben. Wenn man sie in spätern Jahren umhaut und von ein⸗ ander setzt, so entdeckt man innerlich allerlei Fle⸗ cken und Schaden: offenbare Folgen jener frü⸗ heren Verletzung.

Mit Hülfe dieses Heilmittels hingegen be haut man die Bäume, sie mögen sein, von wel⸗ cher Art und wo sie wollen, am Sichersten und Vortheilhaftesten im Frühling oder zu Anfang des Sommers. Der Mörtel, der aufgelegt wird, treibt die Säfte, die aus der Wunde hervor⸗ dringen, zurück und unterstützt die Natur nach⸗ drücklicher in Heilung der Wunden, weil der Saft um diese Zeit stärker ist, als im Herbst oder im Winter.

Oft leiden auch die Obstbaͤume sehr durch die Flechten und Moosarten, die sich auf ihrer Ninde ansetzen und Stockungen des Saftes verursachen. Sobald man solche Gewächse an Bäumen wahr⸗ nimmt, so muß man sie en oder abkratzen, und die Rinde selbst, wo sie verdorben ist, weg⸗ nehmen. Alsdann reibt man den Mörtel mit der Hand über die schadhaften Theile, nicht zu dick aufgetragen, nur so, daß das Gemengsel in die kleinen Poren oder Schweißpunkte des Holzes eindringt. Schluß folgt.