den Stall zurückgebracht.— Nachbehandlung. Das Thier muß so gestellt werden, daß es sich mit dem Schweife nicht reiben kann, weßhalb man den Stand durch zwei lange Standbäume, die bis über die Kniee hochgehalten u. hinten durch einen Strick so viel als möglich einander genähert werden, verengt, das Thier ein⸗ schnürt. Nach einigen Stunden zieht man aus der Mitte des auf dem Schweifrücken unter den Binden liegenden Strohbündels einige Halme heraus u. faͤhrt damit so fort, daß etwa binnen 10—12 Stunden sämmtliches Stroh herausgezo— gen ist, worauf denn der Schweif mittelst gedach⸗ die durch erwähnte Rollen gehen, horizontal gehalten wird. Nach 48 Stunden werden die Bandagen durch lauwarmes Wasser losgeweicht u. vorsichtig entfernt, die Wunden von nun an täglich 2 Mal gehörig mit einem in Wasser(das in den ersten Tagen lau— warm, später aber mehr kühl seyn muß) getauch⸗ ten Schwamme gereinigt u. mit einer einfachen Digestivsalbe(der jedoch, wenn die wunden Stel⸗ len ein schlaffes Aussehen zeigen, etwas Aloä— pulver zugesetzt werden muß) durch Wergbäusch— chen, deren Enden man auf dem Schweifrücken zusammendreht, verbunden. Hat sich später eine gute Eiterung eingestellt, so bleibt aller Verband weg, u. die Wunden werden blos, wie erwähnt, gereinigt. Am 3. Tage kann man dem Pferde, nach gegebener Streu u. Erweiterung des Stan— des, das Niederlegen, jedoch nur unter steter aufmerksamer Aufsicht(damit es sich nicht reibe) gestatten und dieß je den 2. Tag wiederholen. Der Schweif wird hierbei entweder losgebunden oder besser durch ein leichteres Gewicht emporge— halten.— Später-wird der Schweif immer mehr nach auf- u. vorwärts gezogen, indem man theils die vordern Rollen mehr nach vorwärts bringt, theils das Gewicht erschwert. Vom 9. Tage an kann man das Thier je den 3. Tag(so daß im⸗ mer in der darauf folgeuden Nacht dem Thiere
ter Bindfaden(Schnuren),
das Niederlegen gestattet wird) x— 1 Stunde in langsamem Schritt bewegen lassen, wobei aber der Schweif nach auf- u. vorwärts, über ein in der Mitte fest zusammengebundenes Strohbündel gezogen u. mit den Zöpfen an Ringen zur Seite des Bauchgurtes befestigt, auf gebunden, seyn muß.— Dieses Aufbinden des Schweifes kann auch nach vollkommener Heilung der Wun— den, welche gewöhnlich nach 3 Wochen erfolgt ist, einige Tage hindurch fortgesetzt werden, um das Tragenlernen zu befördern.— Das Cou— piren, welches nur erst nach vollkommner Hei— lung unternommen werden darf u. im Stehen des Thieres am leichtesten verrichtet wird, ge— schieht auf folgende Weises nachdem die Haar— zöͤpfe völlig auseinander gelöst sind, scheert man (gewöhnlich) 12 Zoll von der Wurzel des Schwei— fes entfernt, die Haare des letzteren, etwa 1 Zoll breit, ab, bindet kurz vor dieser Stelle einen starken Bindfaden fest um den Schweif, legt die abgeschorene Stelle in die Schweiflage einer Cou— pirscheere, sucht dann an der geschornen Schweif— stelle ein Gelenk auf u. schneidet hier den Schweif, durch einen gleichen u, starken Druck mit dem Messer der Coupirscheere, völlig durch; alsdann faßt der Operateur mit der linken Hand den Schweif, hält ihn aufwärts u. brennt die neue Wunde mit einem rothglüͤhenden Coupireisen so lange, bis sich ein dicker Brandschorf erzeugt hat, worauf man den umgebundenen Bindfaden vor— sichtig nach u. nach löst u. die Schweifhaare nach Belieben verschneidet.
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