Grünberg am 26. Februar 1836.
Zu Nr. K. 1410. Betreffende die Spar: und Leibkasse Der Großherzoglich Hessische Kreis rath des Kreises Grunberg
an die Großherz. Bürgermeister dieses Kreises,
Das Institut der Spaar⸗ und Leihkasse ist einzig in der Absicht gegruͤndet worden, den Angehdͤ⸗ rigen des Bezirks eine Wohlthat zu erzeugen, ihnen insbesondere Gelegenheit zu verschaffen, zu An⸗ schaffung von Vieh ꝛc. benoͤthigte Darlehn zu bewilligen Zinsen, ohne in die Haͤnde von Wucherer zu fallen, und ohne Kosten zu verschaffen; es haben sich daher auch alle Vereinsbeamten der vielfachen hiermit verbundenen Muͤhe nur im Interesse der guten Sache und ohne alle Verguͤtung unterzogen; auf gleiche Weise ließ sich denn auch schon von selbst erwarten, daß die Großherzogl. Buͤrgermeister gar nicht daran denken wuͤrden, fuͤr die von ihnen zu besorgenden Geschaͤfte, namentlich Ausstellung von Bescheinigungen und Ausfertigung von Schuldscheinen eine Verguͤtung anzusprechen. Da jedoch einige Großh. Buͤrgermister Gebuͤhren deßhalb verlangt haben sollen, so bringe ich zur Kenntniß aller, daß keine Gebuͤhren fuͤr Geschäfte fur die Spaarkasse bezogen werden duͤrfen, und daß demnach auch die Aufforderungen, welche vor Ablauf der Verfallzeit an die Schuldner der Spaar⸗- und Leihkasse von den Rechnern wegen puͤnktlicher Bezahlung der faͤllig werdenden Betrage ergehen, unentgeldlich denselben zu insinuiren sind, seye es nun, daß der Groß. Buͤrgermeister felbst oder der Ortsdiener die Insinua⸗
tion besorge. Ouvrier.
Bekanntmachungen.
16) Zur allgemeinen Militaͤr⸗Ver⸗ tretungs⸗Austalt haben pro 1833 bereits gegen 400 Personen ihren Beitritt ange— zeigt.
0 Die Eltern oder Vormuͤnder der 1816 Gebornen ladet zum Beitritt mit dem Bemerken ein, daß fuͤr die 1815 Gebornen, die 1835 loosten, der Beitrag keine 80 fl. betragen wird.
Darmstadt den 26. Febr. 1836.
Ernst Emil Hoffmann.
167) Stellvertretung. Zum Mili⸗ taͤrvertretungs⸗Vereine fuͤr die drei Provin⸗ zen des Großherzogthums haben pro 183% bereits viele Personen ihren Bei⸗ tritt angezeigt. Indem ich die Eltern und
Vormuͤnder der 1816 Gebornen zum Bei⸗ tritt einlade, bemerke ich, daß fuͤr die 1815 Gebornen, welche 1835 loosten, der Bei⸗ trag keine 79 fl. betragen wird. Darmstadt im Februar 1836. A. J. Linz, Commerzienrath.
Miscellen. Gemeiner Dünkel.
(Schluß)
Der Dinkel wird, wie schon angefuͤhrt, auf verschiedene Weise benutzt. Er gibt ein vortreffliches Mehl, was ziemlich dem Waizenmehle gleich kommt, aber nur die Halfte so viel, als der Waizen hergibt


