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menten gemeiniglich ihre Keimkraft, und werden sogar zur Vegetation fähiger als vormals, weil sie nach dem Abgange aus dem thierischen Körper leichter keimen.
Alle Samenkörner besitzen eine Lebenskraft, welche jedoch der Magensaft bei manchen Säme⸗ reien nicht zu tödten vermag, und wenn er das nicht vermag, so sind sie freilich kein Nahrungs— mittel.
Es ist falsch, daß gedämpfte oder gekochte Nah⸗ rungsmittel die Lebenskraft der Thiere schwächen sollten, und erregen auch keinen Durchfall, beson⸗ ders wenn man einige ungekochte Samen hinzufügt.
Wichtig ist, daß man auf solche Art Pferde und Nindvieh mit kleineren Portionen als sonst sät⸗ tigen kann. Dies erleichtert natürlich sehr die sonst kostbare Pferdezucht in stark bevölkerten Ländern, und in der Nähe großer Städte und in solchen die Ernährung des nöthigen Milch- und Mastviehes mit Einschluß abgesetzter Schafe und Hammel.
In England ernährt man die Arbeitspferde in manchen Gegenden mehr durch gedämpfte Kartef⸗ feln als durch Hafer, und kann bei steigender Aus⸗ fuhr von Arbeitspferden nach England wichtig werden. 5
Alte Pferde verdauen nicht einmal den ge⸗ schrotenen Hafer und können durch das Futter mit gedämpften Kartoffeln länger selbst die saure Kar⸗ renarbeit des Ausfahrens des Märgels aus den Gruben aushalten, wobei man ihnen immer etwas geschrotenes Hafermehl beigeben muß.
Ueber die Anwendung des Maͤrgels bein Ackerbau.
Der Märgel ist eine Mischung mehrerer Erd⸗ arten, denen eine geringere oder größere Masse Kalk beigemischt ist.
Nach den verschiedenen Gemengetheilen dieser Erdarten läßt derselbe sich eintheilen:
a) in Kalkmärgel,
b) in Thon⸗ oder Lehmmärgel,
c) in Sandmärgel, je nachdem die eine oder die andere Erdart in sel⸗ bigem die vorherrschende ist. Aus diesem Vorge- sagten ergiebt sich, daß der Märgel keine Düngung seyn oder geben kann, wie Viele dies andeuten wollen, wenn sie sagen:„ich habe meinen Acker mit Märgel gedüngt“, oder überhaupt von Märgel⸗ düngung sprechen. Als Dünger können im Allge⸗ meinen nur solche Gegenstände betrachtet werden, welche auf dem Wege der Verwesung oder Fäulung in Humus(Dammerde) verwandelt werden; sie können daher nur aus dem Thier⸗ oder Pflanzen⸗ reiche abstammen, und werden daher durch den ge⸗
nerellen Begriff von animalischen und vegetabili⸗ schen Dingen ausgedrückt; dagegen sind die Erzeug⸗ nisse des Mineralreichs unverweslich, es kaun aus selbigen nach allen bis jetzt gemachten Erfahrun⸗ gen sich kein Humus erzeugen, mithin können die⸗ selben nicht als Düngungsmittel angesehen werden, wenn gleich dieselben mitunter die Fruchtbarkeit des Bodens zu vermehren, und daher als Dünger zu wirken scheinen. Die Einwirkungen aller Minera⸗ lien auf die Fruchtbarkeit ist nur chemisch, in so weit sie nicht durch eine Vermischung verschiedener Erdarten hervorgebracht wird.
Enthält der Märgel in hundert Theilen über die Hälfte Lehm oder Thon, so wird derselbe, da hiernach diese Erdarten vorherrschend sind, Lehm⸗ oder Thonmärgel, ist über die Hälfte Kalk oder Sand, so wird derselbe Kalk- oder Sandmärgel genannt; und so verschieden diese Gemengtheile ver— mischt seyn können, so verschieden wird bei deren Anwendung auch die Wirkung seyn, denn der Mär⸗ gel wirkt auf den Acker nicht allein chemisch, son⸗ dern anch physisch ein, weshalb auch, nach den einzeluen Bestandtheilen desselben, entweder die chemische oder physische Wirkung die vorherrschende seyn wird. Hierin ist auch der Grund zu suchen, warum einzelne Beobachter so verschiedene Resul⸗ tate gefunden haben, und nach diesen ihre Urtheile fällten.
Wer daher den Märgel anwenden will, der muß, ehe er dazu schreitet, die Bestandtheile seines Ackers prüfen, dann untersuche er die Zusammen⸗ setzung des Märgels. Beides ist nothwendig, wenn mögliche Mißgriffe vermieden werden sollen.
Bei der Untersuchung des zu märgelnden Bo— dens würde es vorzüglich darauf ankommen, fest⸗ zustellen, ob Lehm, Thon oder Sand die vorherr⸗ schende Erdart ist, ob mit selbigen viel verwesliche Stoffe, Wurzeln oder andere Pflanzentheile ver- mengt sind, wie viel Humus derselbe, und ob er bereits einen bedeutenden Theil Kalk enthalt. Wie diese Versuche anzustellen sind, anzugeben, dürfte hier zu weitläufig seyn, nur scheint es nothmendig, hier noch zu erwähnen, daß wohl zu prüfen ist, ob der Boden auch vielen todten oder sauern Humus enthalte.
Chemisch wirkt der Maͤrgel durch den Kalk, welchen er enthält; dieser hat nämlich die Eigen— genschaft, alle verwesliche Theile organischer Sub- stanzen, sie mögen ursprünglich dem Thier- oder Pflanzenreiche angehören, schueller zu ersetzen, als dies auf dem gewöhnlichen Wege geschieht. Hier— durch werden diese Stoffe schneller in Humus ver⸗ wandelt, und koͤnnen daher von den auf dem Acker wachsenden Pflanzen früher als Nahrung aufgenommen werden, und bei dem vermehrten Humusgehalt wird der Wachsthum derselben ungemein befördert. Fer; ner wirkt derselbe noch chemisch, indem er den Bo⸗
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