auf die Oberfläche des erwähnten zubereiteten Landes, welche sodann mit dem Gartenrechen leicht unter— gehäckelt werden; nachher wird etwas gute Holz— erde dünn darüber gestreut, und nun Alles so liegen gelassen.— Im folgenden Frühjahre zeigen sich alsbald die aufkeimenden Kerne auf der Oberfläche des Landes und entwickeln ihren Wachsthum schnell; in diesem Sommer hat man nun nichts daran zu thun, als einmal zu jäten, und so läßt man die Pflanzbäͤumchen stehen, bis solche zwei Winter überlebt haben. Alsdann rupft man im Monat März solche aus, wo sie meist schon ein bis zwei Ellen Länge haben, stutzt sie auf/ Elle ab, und setzt solche reihenweis, schulmäßig, in ein dazu ge— eignetes Land, welches, um ganz zweckmäßig zu verfahren, vorher ganz wie für einen Wingert muß gerottet werden.

Im folgenden Jahre übernimmt man schon das Veredeln der jungen Zöglinge, und zwar durch Propfen in den Spalt, zwei bis drei Zoll über der Erde. Unter allen Veredlungsmethoden habe ich diese als die beste gefunden, weil das aufgesetzte edle Reis in zwei, höchstens drei Jahren ein von der Erde aus zahmes und gerades Stämmchen lie— fert, welches alsdann zur Bildung der Krone ab— gestutzt wird.— Noch schneller kann man zwar durch das Kopuliren von zum Verpflanzen auf das Feld geeigneten Setzlingen gelangen, wenn man nämlich auf dem Mutterlande, worin die Kerne gesäet worden, in Schuhe weiter Entfernung und darüber, einen Theil der Zöglinge, welche geraden Wuchs haben, stehen läßt, und in der dazu taug— lichen Höhe kopulirt. Man gewinnt so wenigstens ein Jahr früher hinlänglich starke Setzlinge; allein dieses muß man am verpflanzten Bäumchen wieder doppelt verlieren, weil solche unversetzte Stämm⸗ chen meistens nur eine, höchstens zwei gerade Herz— oder Pfahlwurzeln erzeugen, und keine Kron- oder Nahrungswurzeln vorhanden sind. Man thut also am besten, wenn nach zwei Jahren das Kernpflänz— chen versetzt und auf besagte Weise veredelt wird.

Daß man zum Veredeln nur von solchen Bäu⸗ men Zweige nehme, wovon man sich überzeugt hat, daß solche von besonders edler und guter Sorte seyen, versteht sich von selbst.

Vor eilf Jahren habe ich auf einem Ländchen im Pflanzgarten mit einem Körbe Aepfeltröster den Anfang, auf solche Weise die Stämmchen zu erzie— hen, gemacht, und daraus über tausend Pflänzchen erzielt, womit ich nach dem zweiten Frühling eine kleine Baumschule anlegte, und auch einen Theil im Mutterlande stehen ließ, welche ich durch Ko— puliren und Oculiren(Blättlen oder Aeugeln) ver⸗ edelte, so daß ich nach 6 Jahren, von der Kern— saat gerechnet, schon schöne Stämmchen davon zum Verpflanzen hatte; von den andern aber konnte ich im 7ten u. Sten Jahre schönere und gut mit Kron⸗

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wurzeln versehene Stämmchen verpflanzen und ab⸗ geben. f

Ich habe diese Erziehungsweise mit gleich gün— stigem Nesultat fortgesetzt, bis ich meine Anlage auf viertaufend Stämmchen, auf einer Flaͤche von circa 55 Quadratruthen, meist veredelt, gebracht hatte. Leider aber beschädigte am 16. Juni 1830 ein ungeheures Hagelwetter meine Baumschule so sehr, daß ich über 2000 Stück, welche alle am Nindenbrand abstarben, wieder frisch in der Erde propfen mußte, und gerade die staͤrkeren und der Verpflanzung am nächsten stehenden, hatten dieses traurige Loos. Ich habe mich jedoch nicht entmu⸗ thigen lassen, und besitze jetzt wieder eine hoffnungs— volle Anlage von ohngefähr 3000 Stück veredelter Staͤmmchen, wovon nach zwei Jahren schon wieder eine bedeutende Anzahl zum Verpflanzen die noͤthige Dicke und Größe haben wird.

Man wird mir zugestehen, daß ein Baumstück mit guten Obstsorten bepflanzt, an den meisten Or- ten den doppelten Werth gegen ein baumloses Grund— stuck von gleicher Größe und Güte hat; es sollte darum auch mehr dahin gestrebt werden, durch das Erziehen guter Setzstämme die Anlegung von Baum⸗ stücken zu erleichtern. Zu dem Eude kann jeder Landmann in seinem Garten auf einem Ländchen, zwei Schritte im Quadrat groß, so leicht seine Kernpflanzen erziehen; die Veredlung derselben wird bald sein aus der Schule entlassener Sohn vorneh-⸗ men können, indem ich Gelegenheit hatte, wahr— zunehmen, daß in den jetzt bestehenden Schullehrer⸗ Seminarien, neben den geeigneten Lehrgegenstaͤn⸗ den, auch das Veredeln der Bäume gelehrt wird. Die hierin unterrichteten Schullehrer sollten nun aber auch nicht verfehlen, ihre Schuler wieder in der Behandlung der Obstzucht gehörig zu unterrich⸗ ten, denn ich finde es sehr nützlich und zweckmäßig, daß jene schätzbaren Institute nicht nur für das Geistige, sondern zugleich auch für das Industribse zum Besten der menschlichen Gesellschaft bedacht sind.

Flomborn in Rheinhessen.

Joh. Nees.

Das Kochen, Daͤmpfen und Zerkleinern der fuͤr die Pferde und das Rindvieh bestimmten Futterstoffe.

Wenn man beide Thierarten wohlfeil ernähren will, so muß man solchen das ihnen bestimmte Fut⸗ ter nicht blos klein schroten und schneiden, sondern auch dasselbe dämpfen und brühen. Alle mit zähen Rinden versehenen Körner und das ausgetrocknete Heu verdauen sie bei einigem Alter nicht leicht, so daß viele Haferkörner von solchen Thieren unver⸗ dauet wieder abgehen. Auch die Hühner können Hafer in heißen Klimaten nur beim Genuß von

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