den wahrscheinlich dadurch erwarmt, daß er ihm einen Theil der Feuchtigkeit entzieht, selbige auf⸗ nimmt, und sie wieder an die Luft absetzt, also die Verdunstung der Feuchtigkeit befördert. Er ent⸗ zieht ferner durch seine Eigenschaft, jede Säure aufzunehmen, dem Acker die in selbigem durch Hu⸗ mus und Nässe gebildete Säure. Durch chemische Versuche hat man nämlich die Erfahrung gemacht, daß der Humus, wenn er mit zu vielem Wasser lange in Berührung kommt, in einen sauern Zu⸗ stand übergeht, in welchem er zur Ernährung der Pflanzen untauglich ist, in so fern selbige nicht etwa einen sauern Boden verlangen. Er kann Jahr⸗ hunderte in diesem Zustande bleiben und wird in selbigem, eben weil er nicht ins Leben übertritt, todter Humus genannt; wird ihm aber die Säure entzogen, so wird er dadurch wieder auflöslich, und zur Ernährung der Pflanzen geeignet. Der im Mär— gel enthaltene Kalk entzieht aber dem todten Humus die Säure, macht ihn auflöslich und dient den Pflanzen, in Extractivstoff verwandelt, zur Nahrung. Physisch wirkt der Maͤrgel, indem er den Acker entweder mehr bindet, oder auflockert, je nachdem er selbst bindende oder lockernde Theile enthaͤlt. Bekannt ist es, daß der Lehm oder Thon, je reiner er ist, desto mehr bindet; ist nun also der Hauptbestandtheil eines Maͤrgels die eine oder die andere dieser Erd— arten, so muͤssen wir auch annehmen, daß sie die bindende Kraft des Bodens, dem sie beigemischt wird, vermehrt. Beide Erdarten haben außerdem noch die Eigenschaft, daß sie das Wasser, wenn sie es einmal aufgenommen haben, lange an sich halten, es nicht leicht ausdunsten, und vorzuͤglich wenn sie auf der Oberflache erst etwas getrocknet sind, die Ausdunstung (Fortsetzu

erschweren, wodurch dergleichen Aecker immer länger feucht bleiben. Durch die dem Boden anhaͤngende Naͤsse wird derselbe aber auch kaͤlter, woher es denn

auch kommt, daß auf einem solchen Boden im Früh-

jahr die Vegetation spaͤter eintritt, weshalb man einen solchen Boden als kalt bezeichnet, vorzuͤglich wenn der Thon oder Lehm in starken Lagern steht, oder einen nicht durchlassenden Untergrund hat. Diese Ei⸗ genschaft des Bodens laͤßt sich gleichfalls durch die Chemie erklaͤren, weil durch das im Boden enthaltene Wasser der sich entwickelnde Waͤrmestoff gebunden wird, der Acker daher kalt bleibt. Der Sand dagegen macht, vorzuͤglich wenn er grobkoͤrnig ist, den Boden locker, er laͤßt die Feuchtigkeit leicht durch, sowohl beim Sin⸗ ken derselben in die Erde, als auch bei der Verdun— stung. Ein zum groͤßten Theile aus dieser Erdart bestehender Boden wird im Fruͤhjahr schnell trocken, die Sonnenstrahlen koͤnnen ihn eher erwaͤrmen, wes⸗ halb gewoͤhnlich auch auf dem Sandboden mit einem durchlassenden Untergrund in der Regel die Vegeta— tion sich fruͤher zeigt als auf Lehm- und Thonboden. Ist derselbe mit schwarzer Erde gemischt, ohne durch selbige gebunden zu seyn, so scheint dessen Waͤrme noch erhöht zu werden, wahrscheinlich weil diese Erde durch ihre Farbe vielleicht einen noch hoͤheren Grad der Waͤrme annimmt, selbige mehr bindet oder ein⸗ saugt, und sie nicht leicht entweichen laͤßt; denn die Erfahrung lehrt uns, daß schwarze Koͤrper die Waͤrme einsaugen, wenn weise selbige zuruͤckweisen. Der Waͤrmestoff in der Natur wird durch das Licht der Sonnenstrahlen entwickelt, diese werden aber durch die weise Farbe zuruͤckgeworfen, daher das Blenden

des Scheins und anderer Gegenstaͤnde, wenn die Sonne

auf selbige, dem Auge entgegen scheint. ug folgt.)

Fruchtpreise. Waizen.] Korn. Gerste. Hafer.[Erbsen. Linsen. Sid ait—— e

5 Malter. Malter. Malter. Malter. Malter. Malter. Pfund fl. kr. fpfund fl. kr. Pfund fl. kr. fund fl. fl. kr. pf. fl. kr.(pf. Gießen.. 22. Nov. 200 6 5180 4 30 160 8 4% Grünberg 8. Nov.— 5— 3 4%— 3—— 2 40 5 30 1 6—— Darmstadt 11. Noo.———— 0—1— 18 44— 2 5001—— 4——— Mainz 1. Sept.— 6 17— 4 55— 4 11— 3—1 4„ Frankfurt a. M.. 15. Sept. JJC% 0 — r e e eee eee 23 n. 75 c eee 2 rr 72

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.

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