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Miscellen.

Kurze Anleitung, wie die Obstbaͤume von der Kernsaat an bis zur Versetzung ins Freie zu behandeln sind,

von R. H. in S.; siehe landwirths. Zeitschft. Nr. 8. vom 21. Feb. 1838.

Es sind zwar in unserer landwirthschaftlichen Zeit⸗ schrift schon mehrere Mittheilungen über die Erzie⸗ hung und Behandlung der Obstbäume erschienen und Hr. R. H. hat selbst eine solche in Nr. 5 und 6. im Jahr 1832 geliefert, und ihm wünschenswerth ge⸗ schienen, eine kurze Anleitung, wie die Ueberschrift sagt, noch folgen zu lassen, welche er als den ersten Theil, und seine Abhandlung in Nr. 5 und 6. von 1832 als den zweiten seiner Ansichten über die Erzie⸗ hung der Obstbäume zu betrachten bittet.

Der Boden, aus dem junge Bäume sowohl für fetten, als mageren Boden entnommen werden sollen, darf kein mastiger Lehm-, noch brennender Sandboden, sondern soll ein gut gebauetes Erdreich von mittlerer Gute seyn. Dabei wähle man eine östlich freie, flache Lage, die gegen die Nordseite in etwas ge⸗ schützt ist.

Tiefliegende Plätze, auch solche, die größten⸗ theils ganz mit hohen Gebäuden umgeben sind, wähle man nicht, indem bei solchen entweder frühe oder späte Fröste das Wachsthum der jungen Bäume ge⸗ faͤhrden oder dieselben verweichlichen. Aus dem letz⸗ teren Grunde empfehle ich auch, gegen die Ansicht mancher Pomologen, die Baumschule nicht einmal gegen Norden ganz zu schützen.

Die Vorbereitung der Baumschule ist diese: man baue mehrere Jahre hindurch dieses Gelände mit der Hacke oder dem Karste, damit der Boden recht locker und rein wird. Zwei Jahre vor der Anlegung muß dieser Boden mit kurzem Strohdünger hinreichend versehen werden, der im Frühjahre einzuroden ist; die nun noch zu gebende Pflanzung darf nicht von der Art seyn, daß sie diese Duͤngung ganz wieder verzehren würde. Ist das Land nach dieser Angabe bereitet, so umgebe man es, wenn dieses noch nicht geschehen ist, mit einer Lattenwand und schreite zur Aussaat der Kerne. Man lasse Behufs dessen gegen Ende Octobers das ganze Land herumgraben und mit dem eisernen Rechen planiren, mache im Monat No⸗ vember 2 Zoll tiefe von Suden nach Norden laufende und zwei Fuß von einander entfernt stehende Niefen, lege dahinein die gesammelten Obstkerne allenfalls in solcher Entfernung von einander, daß auf den Fuß Länge 20 bis 24 Kerne kommen, und decke sie hierauf 1% Zoll dick mit lockerer Erde zu.

Sollte man im Spätjahre verhindert seyn, diese Aussaat vornehmen zu können, so verwahre man die Kerne über Winter in trockenem Lande an einem luftigen Orte, und beginne die Aussaat im Frühjahr, sobald man in der Erde arbeiten kann).

(Fortsetzung folgt.)

Die Glas bereitung.

In dem ganzen Gebiete der menschlichen Ge— werke ist keines merkwürdiger, als das des ases. Stoffe, die an sich selbst äußerst geringfügig si nen, werden so in einander gemischt, daß sie eine Masse von einem eben so verschiedenen als neuen Cha⸗ rakter bilden. In der That, wenn ein Uneinge— weiheter den Sand, die Bleiglätte und die Perlasche da liegen sieht, kann er nicht anders glauben, als daß nur ein Zauberstab ihre Verwandlung in einen harten und krystallichten Körper bewirken könnte.

Die gewöhnlichen Bestandtheile des Glases sind:

120 Theile gut gewaschener weißer Sand, 40 Theile gereinigte Perlasche,

35 Theile Bleiglätte,

18 Theile Salpeter und

1 Theil schwarzes Braunsteinoryd.

Diese in gehörigem Verhältnisse genommenen Stoffe erleiden zuerst in einem besonderen Ofen eine Art Verkalkung, damit alle Feuchtigkeit und das Kohlenstoffgas entfernt werde; man verfährt dabei stufenweise bis zu einem Grade von Halbvergla— sung. Diese Masse heißt Fritte, und wird nun mit saubern eisernen Schaufeln durch die Seitenöff⸗ nung des Schmelzofens in Töpfe geworfen; vorher aber wird das Feuer im Ofen zu der größten Hef⸗ tigkeit gebracht; hierauf wird die Oeffnung mit nas⸗ sem Lehm fest gemacht und nur ein kleines Loch ge⸗ lassen, um in das Innere des Ofens sehen zu können. Die Masse schwillt bald auf und zeigt sich wie ein wallendes Feuermeer. Während des Kochens werden häufig mit einer eisernen Nuthe aus der Masse Proben herausgenommen, bis das Glas schön klar und durch⸗ sichtig ist. Nun läßt man dieses Glas in soweit ab—⸗ kuͤhlen, daß man es wie einen Teig nach Belieben formen kann; es ist so zähe, daß es in eine Faser gezogen und rasch um eine Haspel hundert Klafter lang gewunden werden könnte.

Jetzt ist es in dem Zustande, um geblasen zu werden. Um nun z. B. eine gewöhnliche Flasche zu machen, nimmt der Arbeiter eine vier Fuß lange ei⸗ serne Röhre, taucht sie in das geschmolzene Glas und

) Letzteres mochte besser seyn, weil uͤber Winter die Mäuse die Kerne gerne verzehren. D. H