3) 32 Malter(480 Pfund) getrocknetes Obst; also wirklich ungefähr ein Drittheil ihrer tägli⸗ chen Nothdurft an Speise. So gewiß es üb⸗ rigens wohl seyn mag, daß dieses Nesultat sich fast in allen Gegenden Deutschlands, die zum Obstbau geeignet sind, noch beträchtlich erhöhen wird, und daß in allen fruchtbaren Länderstrichen unseres Va⸗ terlandes auch 3000 Stück Obst⸗Bäume schon mehr als dasselbe Resultat geben müssen, so sehr ist es doch Pflicht, daß man bei einer solchen höoͤchst schwierigen ersten Berechnung alles blos Wahrschein⸗ liche dem Sichern überall aufopfere, da hier aller Orten die verschiedensten Dinge zu berücksichtigen sind. So viel wird indessen wohl jeder Getreide⸗ und Obstkundige, der Deutschlands Boden und Klima auch nur obenhin kennt, sicherlich einsehen, daß im Durchschnitt auf jeder Flur von 3000 Morgen Land immer noch 6000 neue Obstbäume stehen können, ohne den Getreidebau zu geniren, und das der Er⸗ trag von 600,000 Stuk in ewig gutem Stand er⸗ haltenen Obstbäumen dem jährlichen Gewinne von 20,000 Maltern Korn in jeder Rücksicht und Benuzungsart wenigstens gleich sein muß. Wer aber in jedem Kreise von 60,000 großen und kleinen Menschen alljährlich Cim Durchschnitt eines sogenannten gemeinen Jahres) so viel neue und fei⸗ nere Speise auszutheilen vermag, als 20,000 Mltr. Brodfrucht geben, der hat diesen Menschen und ih⸗ ren Nachkommen auf immer geholfen, mehr gethan, als alle Getreidemagazine jemals zu leisten vermoch⸗ ten, und seinen Staat von der Sorge für diese äu⸗ ßerst lästigen Einrichtungen befreit. Und dieß ver⸗
Wohlstande seiner Unterthanen ein wahrer, recht herzlicher Ernst ist.“ 5 Von der Gesundheit und Nahrhaftigkeit des Obstes, besonders für Kinder, sagt er sehr richtig: „Die Kinder des teutschen Landmanns verdienen wohl ein solches Nahrungsmittel, das feiner ist, als Brod und Kartoffeln: dieses Brod, nach welchem das Kind den ganzen Tag schreit, das ihm die El⸗
tern nie versagen zu dürfen glauben, durch dessen
großen Nahrungsstoff und allzuhäufigen alleinigen Genuß manche zarte Gestalt sich frühe zum dikbäu⸗ chigen Unform und ungestalteten Zwerg frißt! Mit
einem Pfund getrokneten Obstes würden die Eltern oft weiter ausreichen, als mit anderthalb Pfund Brod, da das Kind niemals viel, sondern nur oft
Etwas zu essen verlangt und bedarf.“
„Eine einzige obrigkeitliche Verordnung an die Geistlichen des Landes,“ fährt er fort,„zu Abhal⸗ tung einer dem Sinne der obigen Gedanken gemä⸗
ßen Predigt über die Pflicht des Menschen, für seine Mitwelt und Nachkommenschaft zu sorgen, nach welcher sogleich alle Schullehrer jedem ihrer Kinder den Auftrag ertheilten, daß es künftig von allem genossenen guten Obste die besten Kerne sorgfältig sammle und dem Lehrer zuliefere:
Ein solcher Befehl würde schon im ersten Jahre den
ganzen Staat mit gutem Saamen überflüsstg ver⸗ sehen. Und, so wenig der köstliche Saame kostet, so leicht wird sich auch ein wohlverzäuntes Plaͤzchen zu seiner Saat und der künftigen Baumschule über⸗ all ausmitteln lassen, da eine Gemeinde ohne ei⸗ niges Grund⸗Eigenthum kaum gedacht werden
mag ein jeder deutscher Fürst, dem es mit dem kann.“(Fortsetzung folgt.) —* Fruchtpreise. N Waizen.] Korn. Gerste.] Hafer.[Erbsen.] Linsen. Städte. Datum. Malter. Malter. Malter. Malter. Malter. Malter. Pfund fl. kr. pfund] fl. kr. pfund fl. kr. Pfund fr.. fl. kr. pf. fl. kr. pf. cgiezen 20. Aug. 200 6 5480 4 88 460 8 300— 2 70——-——— Grünberg.. 19. April.— 4401— 3 304— 4—-— 2351 5 30- 6-— Darmstadt. 2. Sept.———+— 271—14—+— 12 5514——— 1——— Mainz 124. Mai.— 8 A— 4—1— 2 32— 2 583 1.5— 5 25— Frankfurt a. M.. 1. Sept.— 6 101— 4—1— 3201— 325] 4 20—- 9——
Druck und Verlag der G. D. Brühl' schen Buch⸗ und Steindruckerei.
N
Ge tre Ge
5


