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keiten unterworfen; die Runkelrübe verlangt einen guten Boden und läßt sich nur bedingungsweise bauen; sie leidet leicht durch Frost und es muß zuvörderst eine bedeutende Verbreitung ihres Anbaues Statt finden, um sie zu diesem Zwecke mit Vor⸗
theil benutzen zu konnen u. s. w. Dagegen unter⸗ liegt die Anfertigung des Stärkezuckers nach mei⸗ nem Verfahren gar keiner Schwierigkeit, und sie kann da, wo man Kartoffeln baut oder bauen will, ohne weiteres bewirkt werden. Zwar wird nun auch der Vorurtheilsfreie einwenden: der Stärke— zucker und Syrup ist nicht so süß, und hat einen Beigeschmack, ist teigig und trübe. Hierauf erwie—⸗
dere ich: vor sehr kurzer Zeit hatte man am Run⸗
kelrübenzucker und Syrup, und mit Recht, noch viel mehr auszusetzen, und jetzt wird er schon in der Vollkommenheit angefertigt, daß er vom Nohr— zucker nicht zu unterscheiden ist; der zeither unbedeu⸗ tend angefertigte Stärkezucker und Syrup wurde zwar allerdings mit mancherlei Mängeln, theils, weil die Anfertiz er es nicht besser verstanden, theils, weil sie zu den zwecken, wozu er bisher verwendet wurde, ihn für gut genug halten mochten, in den Handel gebracht. Allein hauptsächlich haben Man⸗ gel an Gemeingeist und Vorurtheile, woran wir
. Deutschen noch so sehr leiden, diesen Gegenstand so
zurückgedrückt; denn bis jetzt kauften den Farin und Syrup aus Stärke in der Regel nur wenige Kaufleute,
welche ihn dann mit dem Zucker und Syrup aus Zucker⸗
rohr vermischten und sich dadurch viele Procente erwarben, indem sie nun das Gemisch für ausläu⸗ dische Waare verkauften, und, hierbei ihren so gro— ßen Vortheil findend, eifrigst bemüht waren, den inländischen beim Publicum auf alle mögliche Weise zu verdächtigen, und dadurch das Vorurtheil zu ihrem Vortheil zu nähren. Die Fabricanten ihrerseits, somit in den Händen dieser wenigen Kaufleute, von die⸗
sen nach Gefallen gedrückt, lieferten theils aus Unkennt⸗
niß, theils aus Mangel an Betriebsmitteln, theils in der Meinung, daß ihr Fabricat zu den Zwecken gut genug sei, solches an Güte mehr oder weniger nicht gleichbleibend, trugen dadurch auch dazu bei, daß dieser so wichtige Gegenstand noch so sehr ver— nachlässigt ist, und so ging denn auch eine Fabrik nach der anderen begreiflich bis auf einige wieder ein.
Von der Wichtigkeit dieses Gegenstandes seit längerer Zeit durchdrungen, habe ich in einer Reihe von Jahren weder Mühe noch Opfer gescheut, um diesen Gegenstand zu vervollkommnen, und da ich mit demselben so weit gediehen bin, um einen Fa⸗ rinzucker und Syrup aus Stärke zu liefern, der den aus Zuckerrohr zu den meisten Zwecken vollkommen vertreten kann, um dadurch eine so ergiebige Gold— grube für Deutschland bilden zu können, so halte ich es mehrseitig für meine Pflicht, nunmehr in nachfolgender Art damit hervorzutrrten. Ich beab—
sichtige nun, da es mir allein an den hierzu nöthi— gen Mitteln fehlt, und diese auch ohne Besiegung der deßfallsigen Vorurtheile, von mir, allein da— stehend, zwecklos aufgewendet werden würden, wie früher diesem Gegenstande gebrachte, bedeutende Opfer dieß mir bestätigt haben, auf dem Wege der Unterzeichnung auf Actien eine Musterfabrik zu er⸗ richten, welche jährlich 4000 Centner theils Farin⸗, theils flüssigen Zucker(Syrup) aus Stärke liefert. Diese Fabrik soll in allen Hauptsachen für jetzt (denn ich zweifle nicht, deß dieser Gegenstand durch geringfügige Aenderungen, bei gebührender Theil— nahme, sich bald auf's höchste vervollkommnen wird) als Vorbild für andere in Deutschland zu errichtende, dienen; denn nimmt man an, daß eine Fabrik jähr⸗ lich 4000 Centner anfertigt, so sind, um eine Mil⸗ lion Centner Zucker jährlich anzufertigen, 250 Zucker⸗ fabricken in Deutschland erforderlich. Zur Errich— tung einer solchen Fabrik, mit den erforderlichen, von mir besonders eingerichteten Geräthschaften und den Betriebsmitteln, um jährlich 4000 Centner zu fabriciren, mit Einschluß von einigen Morgen Land, bedarf es eines Capitals von 15000 Thlr., und es soll den Theilnehmern solches, nach Abzug aller Kosten, jährlich mit fünf vom Hundert verzinset und mindestens noch fünf vom Hundert als Aus⸗ beute(Dividende) werden, und ihnen die Fabrik mit allem Zubehör und den hinreichenden Betriebs— mitteln als Eigenthum verbleiben. Den Aufbau des Gebaͤudes, die Einrichtung, so wie die Leitung behalte ich mir, so lange als ich es wünsche, vor, und der Verein zahlt mir nach dem deßfallsigen Uebereinkommen nach und nach die erforderlichen Geldsummen, welche einstweilen verzinsbar in eine Bank niedergelegt werden. Um den Gemeingeist in Deutschland mehr anzuregen und zu nähren, Vor⸗ urtheile zu verbannen und die Vortheile Vielen gleich— zeitig theilhaftig werden zu lassen, liegt es in mei⸗ nem Plan, daß die Actien zur Errichtung dieser Fabrik, so wie zu allen nachfolgenden, zu fünf Thaler ausgestellt werden.
Zur Errichtung der in Nede stehenden Fabrik bringe ich eine geeignete Gegend im Oderbruche in Vorschlag, doch bin ich diese auch in jedem andern deutschen, sich für jetzt dazu eignenden Lande zu errichten bereit. Was den Preis des anzufertigen⸗ den Farins und Syrups betrifft, so stelle ich hier— mit fest, daß, wenn der Berliner Wispel oder etwa
2400 Pfund Kartoffeln nicht mehr als fünf Thaler
gilt, wie er im Oderbruche in der Regel unter die— sem Preise steht Cob dieß gleich die am wenigsten Stärke enthaltenden sind und diese zu diesem Zweck den Werth bestimmt) der Centner Farin fur acht Thaler, der Centner Syrup für vier Thaler zum Verkauf gestellt wird. Was nun diese beiden Fa⸗ brikate selbst betrifft, so soll der Farinzucker eine weiße Farbe haben, nicht teigig seyn, sondern feine


