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den meisten praktischen Landwirthen befolgt, und sie be finden sich wohl dabei. Es ist zwar nicht zu leugnen, daß ein sehr kraͤftiger Boden auch bei einer schwachen Aus saat wegen der starken Bestaudung einen sehr genü— genden Ertrag zu geben vermoͤge; dennoch wird in vielen Fallen, wenn die Umstaͤnde nicht ganz unguͤnstig sind, der Ertrag— Brutto sowohl wie Netto— gegen eiue staͤrkere Aussaat zuruͤckstehen. Natürlich! denn der starke Boden besitzt Kraft genug, auch die mehreren Pflanzen saͤmmtlich zur Vollkommenheit zu bringen. Umgekehrt dagegen wird die staͤrkste Aussaat auf schwa⸗ chem Boden stets nur ein jaͤmmerliches Resultat liefern, und was vom Getreide gilt, das gilt auch von den Kar— toffeln. Auf sehr kraͤftigem Boden wird eine schwache Auslage, selbst von Augen, Keimen und Schalen, unter guͤnstigen Umstaͤnden einen sehr genuͤgenden, und wenn man auf die Vervielfaͤltigung der Saat sieht— hier steckt meistentheis der grobe Irrthum—, einen enormen Ertrag abwerfen, Eine Verstarkung der Aussaat wird eben hier, wie dieß die Versuche des Frhrn. v. M. unwiderleglich beweisen, rathsam und Gewinn bringend, wogegen auf aͤrmerem Boden die großere Auslage mindestens nutzlos ist, wie dieß aus meinem Versuche hervorgeht. Ich gestehe, daß mein Versuch einen groͤßeren Werth haben wuͤrde, wenn die zu dem Versuchsstuͤcke bestimmte Kartoffelaussaat von der gewoͤhnlichen Sorte ebenfalls gemessen waͤre; in⸗ dessen kann ich versichern, daß diese Mangelhaftigkeit keinen erheblichen Unterschied im Resultate zu Wege bringen kann. Saͤmmtliche Saatkartoffeln waren, weil ich alle Ursache hatte, mit der Saat zu geizen, durch die Haͤnde meiner Leute gegangen, die alle groͤ— ßeren halbirt hatten, und durch mehrmaliges Umschip⸗ pen waren ste so durch einander gekommen, daß sie eine hoͤchst gleichmaͤßige Saat darstellten. Wenn nun auch wirklich hier pro Morgen ein halber Scheffel mehr ausgelegt waͤre, als auf dem uͤbrigen Theile des Schla— ges, wofür sich jedoch kein Grund annebmen luͤßt, so wuͤrde dieß den Netto⸗Ertrag pro Morgen 3 ½ Sches⸗ fel zum Nachtheil der gewoͤhnlichen Sorte herunter setzen, die Folgerung aber darum immer noch dieselbe bleiben, daß namlich von sehr großen unzer— theilten Pflanzkartoffeln nur dann ein Mehrertrag zu erwarten sey, wenn der Acker sich bereits in einer hohen Kultur und Kraft befindet.
Vergleichen wir die Resultate der Versuche des Frhrn⸗ v. M. mit den hier dargelegten, so ergiebt sich, daß diese jenen keineswegs widersprechen, sondern sie
nur ergaͤnzen, und indem ich den Wunsch wiederhole, daß dieser Gegenstand noch nicht als genugend erschoͤpft
betrachtet, sondern von mehreren Seiten beleuchtet werden moͤge, fuͤhre ich hier schließlich noch zwei aͤltere Versuche uͤber den. fraglichen Gegenstand an, welche in der Hauptsache mit dem meinigen uübereinkommen,
nämlich:
I. Moͤgl. Annalen, Bd. XIII, St. 5, S. 225. Von Herrn Oberamtmann S chuͤtze zu Amt Achim.
Den 4. Mai 1820 wurden auf gutem, mit Mist gedüngtem und dann mit Horden uͤberschlagenem Feldlande auf 2 Fuß 2 Zoll Eutsernung gepflanzt:
10 55 Stuͤck ausgesucht große Kartoffeln, die 88
Pfund wogen,
55 Stuck Abschnitte von großen Kartoffeln, die
32 Pfund wogen, und 5
55 Stuck kleinere Abschnitte, die nur 9 Pfund
wogen; es erfolgten von Nr. 1 445, von Nr. 2
354 und von Nr. 3 242 Pfund Kartoffeln, und
also nach Abzug der Einfaat resp. 357, 322
und 233 Pfund.
Die Stangen von Nr. 1 waren am staͤrksten und lamen am srähesten zur Nelke, und die von Nr. 3 am schwaͤchsten. Dagegen gab Nr. 1 die meisten, aber kleinsten, Nr. 3 die groͤßten, aber wenigsten Kar⸗ toffeln.
Auf meine Veranlaffung stellte ein Bekannter von mir im laufenden Jahre einen ahnlichen Versuch in einem weniger reichen ünd kraftvollen Boden au, und pflanzte auch zugleich Kartoffeln von miltlerer Groͤße mit aus. Das Resultat aber war, daß große Kartoffeln viele, aber sehr kleine Kartoffeln lieferten, und die Abschnitte, etwa 2 bis 3 von einer großen Kartoffel, den besten Ertrag gaben.
II. Meögl. Annalen Bd. XVI, St. 1, S. 133. Vom Freiherrn v. Voght zu Flottbeck. Kleine Kartoffeln statt großer pflanzen gab an Ersparung und vermehrtem Ertrag 9 Mark pro Morgen Vor- theil; an Ersparung: weil 2 Sack kleine Kar⸗ toffeln so weit reichen, als 6 Sack große. Kartof⸗ feln von 6 bis 8 Linien im Durchmesser sind zum Pflanzen am tauglichsten befunden worden,— an Ertrag— weil in zwei nach einander folgenden Jahren auf ungewechselten Feldstücken die kleinen Nartoffeln(mag dieß in einer größeren Keimkraft liegen?) bei ubrigens fast gleichem Ertrage 13 Procent mehr große, zum Verkauf taugliche Kar⸗ toffeln brachten.
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Ueber die Behandlung der Wiesen.
Die Vortheile, welche aus einer zweckmäßigen Behandlung der Wiesen, namentlich aus einer ge⸗ regelten Be- und Entwässerung erwachsen, wurden seither in hiesiger Gegend wenig erkannt. Man ließ mit leichter Mühe zu entwässernde Wiesen versum— pfen, und benutzte das Wasser in den Bächen und Graͤben zur Bewaͤsserung entweder nicht, oder doch nur selten und höchst unvollständig.
Jetzt, wo ein die Wiesencultur begünstigendes Gesetz, wo uberall Wiesenvorstände bestehen, und mau sich wenigstens in einem Theile der Gemeinden unserer Gegend von den Vortheilen einer besseren Be⸗ handlung der Wiesen überzeugt hat, möchte eine Be⸗ lehrung über diesen Gegenstaud überall als erwünscht erscheinen, und übergiebt man deßhalb nachstehend


