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Landwirthschaft;„Dank sei den Göttern,“ schrieb er in einem pomphaften Bulletin an den römischen Se⸗ nat:„Germanien in seiner weiten Ausdehnung ist bezwungen;..... germanische Stiere furchen gallische Fluren; fremde Gespanne beugen ihren Nacken unter die Gewalt unserer Landwirthe. Für unsere Tafeln werden Schlachthaufen auf den Triften germanischer Bölker geweidet, für unsere Reiterei die Pferde in ihren Gestüten gezogen, für unsere Kornhaäuser ihre Ernten gesammzlt. Kurz, alle ihre Habe ist in un⸗ sern Händen.“- g 5 2) Was die Feldwirthschaftssysteme betrifft, so be⸗ dienten sich die alten Deutschen so wenig wie die Römer vor der Einführung der Hierarchie ausschließ— lich des Dreifeldersystems. Zufälligerweise und gele- gentlich konnten beide Völker bisweilen den Acker ein oder mehrere Jahre liegen lassen, allein es war dieses keine so allgemeine Flurordnung und Feldverfassung, wie späterhin nach Einführung der Herrschaft der un— ter dem römischen Pabst stehenden Priester“), denen in Germanien, Gallien und Italien der Ze⸗ hente von allen Erzeugnissen und von der Habe des Landmanns eingeräumt worden war, nachdem man den Beherrschern der römisch- christlichen Völker, die unter der jüdischen Theokratie vormals Statt gefun⸗ dene Unterhaltung der Priester durch Zehntfrüchte zur, Nachahmung anempfohlen hatte. Da im Verlauf der Zeiten auch Nitter und Grafen Antheile an den Zehenten erhielten und es theils Bedürfniß, theils sonst eine wünschenswerthe Sache war, auf die ein⸗ geräumten oder erworbenen Einkünfte mit Sicherheit jährlich rechnen, und insbesondere mit jeder Art von Früchten sich gleichförmig jährlich und regelmäßig ) Die Publicani oder Generalvächter der Römer hatten in den Provinzen, welche als Besiegte, ihren Seegern
den Römern Tribut zu entrichten hatten, den römisch⸗ christlichen Bischöfen schon vorgearbeitet, in so fern sie
zu den Abgaben vom Vieh auch den Zehenten von den Feldfrüchten und den Zoll binzufügten. Die deutschen Stämme jedoch, welche bisweilen besiegt wurden, woll⸗
ten sich niemals zu dieser Art von Abgaben berstehen,
z. B. die Bataver u. A., die nur so viel einräumten,
daß die Römer bei ihnen Soldaten werden durften.
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versorgen zu koͤnnen; so arbeiteten Priester und mach⸗
tige Laien dahin, jede Flurmarkung in 3 gleiche
Theile zu theilen, mit Aussonderung einer kleinen Abtheilung für Gemuͤse, so daß es in keinem Jahre dem Zehentherrn an hartem Getreide, Roggen und Weizen, und an Früchten für Getränke und für das Vieh an Gerste und Hafer fehlen konnte. Die neuern
Oekonomen werden jedoch denjenigen, welche das.
Dreifeldersystem einführten, dieses schwerlich zum Ver⸗ dienst anrechnen, vielmehr muß man einräumen, daß die vormalige freie Flurverfassung der heidnischen und freichristlichen Deutschen dem Ackerbau weit günstiger war, besonders da dieser zugleich auch frei von den Fesseln des Zehnten war, die bis zu dieser Stunde noch so arg in manchen Gegenden auf den Zehent⸗ pflichtigen lasten, daß es ihm als Feldbesitzer außer— ordentlich erschwert, ja wohl gar unmöglich ist, einen zweckmäßigen Fruchtwechsel auf seinen Feldern ein- zuführen, oder seine Brache im dritten Jahre zu be—
nutzen, weil darin der Zehentherr oder der Huthbe⸗
rechtigte jede Neuerung und Abänderung streng zurück⸗ weiset.. N 5
3) Selbst die Völkerwanderungen konnten in
Deutschland nicht so nachtheilig auf den Ackerbau und die Landeskultur einwirken, wie in manchen Staaten, in welchen früher die Bevölkerung zum kleinen Theil aus Freien und zum größern Theil aus leibeigenen Knechten oder aus Sklaven bestand, welche letztere den Acker zu bestellen pflegten, und wo die Durchzüge großer Kriegsheere Alles in Un— ordnung brachten. Daher erhielten sich im Innern von Deutschland die freien Bauern, die ihren Acker selbst bestellten, wenn auch im Süden und Osten fremde Menschenstämme Versuche machten in Deutsch⸗ land einzudringen, oder auch einzelne Jünglinge aus ihrem Schooße austraten, und entweder sich an die
aus der Ferne heranziehenden und den römischen
Staat bedrohenden Massen gegeu die Römer an⸗ schlossen, oder sich zu den Römern wendeten, um ihnen gegen jene eindringenden Herrn Beistand zu leisten.
(Fortsetzung folgt.)
Fruchtpreise.
Waizen.] Korn.[ Gerste.] Hafer.[Erbsen.] Linsen. a det e.][ Datum. f
St a d Malter. Malter. Malter. Malter. Malter. Malter.
Pfund fl. kr.[Pfund] fl. kr.[Pfund fl. kr.[Pfund fl. kr. fl. kr. pf. fl. r. pf. Gleßen.. 22. März. 200 6— 480 4 40 460 3 45 o Grünberg 19. April.— 4 30— 3 300— 3—— 2 45 5 30— 6—— Darmstadt. 5. April.——— 1——-—1— 1 3 121— 2 391—————— Mainz 24. Mai.— 5 6— 4 6— 2 50— 3 7 1 ee Frankfurt a. M.. 20. Mai.— 450— 3 50— 3 17— 2. Ao e ee
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