Nr. 9
Samstag, den 31. Januar 1931.
Schule und Auge.
Von Prof. Walther Löhlein, Direktor der Univ.- Augenklinik, Jena.
„ Gießener Zeitung"
verfügen, deren Zahl freilich noch sehr gering ist( Berlin, Hamburg, Leipzig, Dortmund, Düren), die aber zweifellos in nächster Zeit weiter ausgebaut werden dürften. Sie vermitteln Sehschwachen, die aber nicht praktisch blind und anderseits geistig normal sind, durch beschränkte Schülerzahl, angepuste Unterrichtsmethoden und optische und mechanische Hilfsmittel dusselbe Wissen, das dem vollsinnigen Schüler die Volksschule gibt, und werden sicher in absehbarer Zeit darüber hinaus weitere Ausbildungsmöglichkeiten bieten. Für die Schulen lommen in Betracht Kinder, deren Sehvermögen auf dem besseren Auge 1/25 oder mehr bis 1½s des normalen beträgt; nur Kinder mit noch geringerem Sehvermögen werden im allgemeinen einer der Blindenanstalten zur Ausbildung überwiesen werden müssen, wenngleich zu berücksichtigen ist, daß der zahlenmäßige Ausdruck der Sehschärfe allein nur ein ungefähres Maß für die wirkliche Leistungsfähigkeit darstellt. Vor allem soll durch die Sehschwachenschulen vermieden werden, daß Kinder in die Blindenanstalt gelangen, die einer Ausbildung als Gehende noch fähig gewesen wären, sowohl um ihrer selbst willen, wie auch um der zahlreichen wirklich Blinden willen, deren Lage in wirtschaftlicher und beruflicher Hinsicht durch Zuleitung von Sehschwachen in die Blindenberufe unnötig erschwert würde.
Vor 30 Jahren hat es schon einmal eine Zeit gegeben, die auf eine sorgfältige ärztliche Ueberwachung der kindlichen Augen während der Schulzeit großen Wert legte. Die Bewegung hatte ihren wesentlichen Ansporn erhalten durch die statistische Feststellung, daß die Kurzsichtigkeit während der Schulzeit in auffallender Weise zuzunehmen pflegt, sowohl insofern mehr und mehr Augen von ihr befallen wurden, je ältere Schülerjahrgänge wir durchuntersuchten, als auch insofern der Grad der Kurzsichtigkeit im Einzelfall in diesen Wachstums: jahren meist eine fortschreitende Steigerung erfährt. Die systematischen Durchuntersuchungen, die damals an allen Arten von Schulen ausgeführt wurden, führten zu der Ueberzeugung, daß es die Menge der vom Schülerauge während seiner Wachstumsperiode geforderten Naharbeit sei, die den zunehmenden Langbau der Augen bedinge. Wenn wir auch heute wissen, daß solche Einflüsse der Umwelt und der Arbeitsbedingungen nicht allein maßgebend sind, sondern erheblichen Einflüssen bei der Entstehung der Refraktion eines Auges eine entscheidende Bedeutung zukommt, so wäre es doch ganz verfehlt, die Mitwirfung der Umwelteinflüsse auf das wachsende Auge zu unterschätzen und etwa an einen Abbau der schulhygienischen Errungenschaften auf diesem Gebiet zu denken. Wir können die Sachlage wohl so kennzeichnen, daß durch die Erbanlage wohl eine gewisse Disposition gegeben ist, die unter verschiedenen Einflüssen während der Wachstumsjahre zu fortschreitender Myopisierung des Auges und ihren Folgen führen kann, aber nicht immer muß. Während die großen Fortschritte auf diesem Gebiet der Hygiene des Kinderalters damals im wesentlichen durch ehrenamtliche Arbeit herbeigeführt worden sind, erstrect sich die staatliche Fürsorge heute auf eine regelmäßige Ueberwachung der Schüleraugen durch Schulärzte, vielfach sogar durch Schulaugenärzte, und diese werden gut tun, an den alten Forderungen zum Schutz der kindlichen Augen festzuhalten, auch wenn die theoretische Beurteilung der Myopiegenese eine ge= wisse Wandlung erfahren hat. Man muß also in den Schulräumen auf gute, aber nicht blendende Beleuchtung achten, für guten, nicht zu kleinen Druck der Schulbücher sorgen und dadurch sowie durch richtige Gläserkorrektur etwa vorhandener Refraktionsfehler einen guten Abstand des Auges vom Sehobjekt er= möglichen; die dadurch erreichte gute Körperhaltung wird nicht nur dem Auge, sondern der gesamten förperlichen Entwidlung zugutekommen. Die Aufmerksamkeit des Schularzies wird aber darüber hinaus darauf gerichtet sein müssen, Kinder mit herabgesetztem Sehvermögen der fachärztlichen Untersuchung zuzuführen, damit Astigmatismen der Hornhaut, Kurzsichtigkeit, Uebersichtigkeit rechtzeitig auskorrigiert werden; jeder Schielfall soll grundsätzlich genau untersucht werden und zwar möglichst früh zeitig, da dann oft nicht nur die Schielstellung, sondern nor allem die Sehschärfe des schielenden Auges noch einer Besserung meist ohne Operation zugänglich ist. Kinder mit Augenzittern, mit angeborenem Star, mit ungleicher Jrisfarbe bedürfen der Untersuchung, und auch die rechtzeitige Behandlung äußerer Augenentzündungen wird durch den Einfluß des Schularztes oft erst veranlagt werden müssen. Der Schularzt wird grundsätzlich gut tun, bei Augenfehlern mit der Aeußerung einer bestimmten Diagnose oder gar der Voraussage einer bestimmten Behandlungsart den Eltern gegenüber vorsichtig zu sein, damit etwa anderslautende Auskünfte des nachuntersuchenden Augenarztes nicht das Vertrauen der Eltern in beide beeinträchtigen.
Wie kann Asphalt rauh gemacht werden?
Wir berichteten vor einigen Tagen, daß in Mühlheim an der Ruhr zwei Kraftfahrer freigesprochen worden sind, die auf glattem Ashalt trok mäßigen Tempos mit ihren Fahrzeugen ins Rutschen gekommen waren und Personen verletzt hatten. Da in solchen Fällen die Fahrer nur höchst selten freigesprochen werden, dürfte es allgemein interessieren, wie Asphalt rauh gemacht werden kann, zumal in fast allen Städten zahlreiche glatte Asphaltstraßen liegen.
Nicht ganz selten wird der Schularzt die Feststellung machen müssen, daß das Sehvermögen eines Schülers, auch nach weitestmöglicher Korrektur durch optische Hilfsmittel auf Grund eingehender fachärztlicher Untersuchung, nicht ausreicht, um ihn am normalen Unterricht mit Erfolg teilnehmen zu lassen. Es entsteht in solchen Fällen, wenn nicht durch privaten Unterricht Abhilfe geschaffen werden kann, was selten genug der Fall sein wird, die Frage, ob eine Ueberweisung in die Blindenanstalt erfolgen soll. In diesen Zweifelsfällen ist wichtig zu wissen, daß wir in Deutschland über sogenannte Sehschwachenschulen
Aufwertung
von Sparguthaben!
Von den Straßendecken bieten diejenigen dem Verkehr die größte Sicherheit, bei denen die natürliche Rauheit des Gesteins auf die Reifen wirken kann, d. h. deren Gestein frei an der Oberfläche liegt. Billige Straßendecken, die rauh sind und gleichzeitig die Vorteile des fugenlosen Asphalts bieten, sind Teerstraßen. In sämtlichen geteerten Decken sind etwa 95 Prozent Gestein durch etwa 5 Prozent Teer gebunden. Weil nur cine so geringe Menge des Bindemitiels verwendet und zwischen das Gestein in die Straße hineingearbeitet wird, entsteht eine rauhe Straßenoberfläche aus mosaikartig aneinander gelagerten Gesteinsstückchen, die den Reifen Halt geben.
Um unseren alten Sparern entgegenzukommen, haben wir den
nuten in Achsenlagern und erhalten die Asphaltstraßen nach Regenfällen länger glitschig.
Bessere Erfahrungen hat man mit Teerungen gemacht, die heiß auf die Asphaltdecke aufgebracht und mit Gesteinssplitt gedeckt wurden, der dann vom Verkehr angedrückt wurde. Die notwendige Rauheit wurde durch dieses einfache und billige Verfahren erreicht, bei dem die Straße, in den verkehrsstillen Nachtstunden geteert und abgesplittet, am nächsten Morgen schon benutzt werden kann. Jede Aufraubung von Asphaltstraßen be= deutet zusätzliche Arbeit und muß gelegentlich wiederholt werden, wodurch hohe laufende Unterhaltungskosten entstehen, die bei rauhen Straßendeden vermieden werden können. Es steht deshalb zu hoffen, daß in Zukunft nur noch rauhe Straßen= decken gebaut werden.
Der Asphalt( Erdölbitumen) dagegen erstarrt, auf die Straße gebracht, zu schnell, bevor er vom Gestein aufgesogen ist. Dadurch entsteht unvermeidlich ein Ueberschuß vom Bindemittel, welches das Gestein ladartig überquillt. Diese oben liegende glatte Asphaltschicht wird bei Regen und großer Luftfeuchtigfeit glitschig. Auf Stampfasphaltstraßen, die aus einem natürlichen asphaltartigen Gestein hergestellt werden, bildet sich bei Regen die berüchtigte Schmiere als Kaltstaub, abgetropftem Del, abgeschliffenem Gummi und sonstigem Schmutz, die schon ungezählte Unglücksfälle verursacht hat. Es ist deshalb Aufgabe unserer Kommunalvertreter, die Verwendung ausländischen Asphalts beim deutschen Straßenbau zu beschränken, zumal es genügend bewährte inländische Bindemittel gibt wie Teer, Traß oder Zement.
Neue Bücher.
Während in früheren Jahren der Besitz eines Weltatlasses nur den begüterten Kreisen möglich war, findet man heute einen guten, wissenschaftlichen Atlas in sehr vielen Familien. Das hat mit seine Ursache darin, daß die Firma Westermann einen sowohl in drucktechnischer als auch in kartographischer Beziehung außerordentlich wertvollen Atlas als Bestandteil ihrer Zeitschrift„ Westermanns Monatshefte" herausgibt. Viele unserer Leser werden die Tagesneuigkeiten, politische Ereignisse, 3ep= pelinfahrten, Erdbeben und überhaupt alle wichtigen Gescheh nisse an Hand dieses Westermanns Monatsheft- Atlasses verfol= gen und sie haben nebenbei noch den Vorteil, daß sie auf diese Weise ihre geographischen Kenntnisse ergänzen. Die Beilage dieses Atlasses ist eine Tat der Firma Westermann, die ihr sicherlich von dem grozen Leserkreis sehr gedankt wird. Die bisher erschienenen 18 Atlasfarten fönnen alle neu hinzutretenden Bezieher gegen einen ganz geringen Betrag noch erhalten, ebenso die geschmacvolle Ganzleinenjammelmappe, die den Wert des Atlasses noch wesentlich erhöht. Leser, die die Zeitschrift noch nicht lennen, haben die Möglichkeit, sich ein früheres Probehest gegen Einsendung von 30 Pfg. Porto von dem Verlag Georg Westermann in Braunschweig schicken zu lassen.
Wo aber schon Asphalt liegt, muß man seine gefährliche Glätte nach Möglichkeit beseitigen. Man hat besonders in Berlin, wo so viele Asphaltstraßen liegen, versucht, diese aufzurauhen. Der Erfolg ist wenig zufriedenstellend und stets nur vorübergehend gewesen. Man hat teils eine neue, rauhere Decke aufgebracht, teils die glatte Fläche mechanisch uneben gemacht, indem man waffelartige Rillen nach Art geriffelter Bodenfließen einprägte, die den Reifen Halt geben sollen. Hierzu sind kostspielige Maschinen notwendig. Aber die Wirksamkeit dieser Riffelung wird dadurch erheblich abgeschwächt, daß die Rillen bei sommerlicher Wärme durch den Verkehr zugedrückt werden und die Ränder der Rillen abbrödeln. Außerdem setzt sich in den Vertiefungen der Abschliff aus Asphalt, Gummi und Schmutz fest, der bei Regen eine gefährliche Schmiere ergibt. Diese Schmiere dürfte, von den Reifen hochgesogen, die geriffelte Fahrbahn doch wohl genau so schlüpfrig machen, wie sie vorher schon als ebene Fläche war.
Die Rillen wirken wie Schmier
Ausnahme- Angebot für 1930/31
Bettwäsche
Die Welt der Kunst. Wer sich nach den Sorgen und dem Grau des Alltags einige Stunden der Erholung und Ablenkung gönnen will, den wird die Münchener Monatsschrift ,, Die Kunst" aus dem Verlag F. Brudmann A.-G. in München nicht täuschen. Der handwerkliche Teil zeigt Kostümentwürfe, Räume, Möbel, Beleuchtungskörper, neue Schöpfungen der Porzellankunst, der Handweberei usw.
Ich liefere an meine Kundschaft Stoff f. Bettwäsche( glatt weiß) beste, haltbare Ware in einer Zusammenstellung wie folgt:
2 Bezüge 130 200 cm= RM 7.50 4 Kissen 80/80 cm = RM 4.
2 Bettücher 130 225 cm= RM 4.50
Solange der Vorrat reicht. Aufgabe erbeten an
Zusammen
nur RM
„ Carmen und ihr Soldat" ist der Titel in der soeben erschienenen neuen Nummer von„ Das Heft", die Zeitschrift der Frau. In dem Aufsch Der Kampf der Generationen" wird dieses Problem einmal nicht vom Standpunkt der älteren Generation aus beleuchtet. Die Leserin findet u. a. zahlreiche Butterickmodelle, eine praktische Anleitung zum Mixen im Hause und eine neue Art lustiger Preisaufgaben.
Das neue ,, Woche- Heft". Aus der Fülle der altuellen Bildberichte und Artikel seien hier nur ,, Rationalisierung der Landwirtschaft", Bilder aus dem Auswanderer- Heim" ,,, 250 000 PS. für die Schweiz" und, Regelbrüder" genannt. In diesem Hefte beginnt außerdem ein interessanter Spionage- Roman ,, Der Teufel an der Wand", von A. Rust.
In den großen Spielfälen der Riviere sind schon gelegentlich Aufnahmen gemacht worden, aber noch niemals gelang es bis= her einem Photographen, in einen der paar berühmten Bacca= rat- Säle einzudringen. Zwei Mitarbeitern der Münchner Juustrierten Presse" ist es jetzt gelungen in dem exklusivsten der Spiel äle Nizzas Ausnahmen zu mcden. Diese sieht man in der neuchten Nummer( Nr. 5).
Bezug
Redaktionsja
lendung nid
44. Ja
Po
tag
Die nati einen A den Reichsta Im ame Caraway, be Berjenen itü Das Eri
der National Beschluß der 7. Februar 1 Die Ver und tichechosl near 1931 in ven den Lu menden Jah Himmung er Bergange des Landesjr jen statt, in d feiten einer wurden
Unfallverhütungselender 1931. Unfallverhütungsbild 6. m. b. H., beim Verband der deutschen Berufsgenossenschaften, Ber-. lin W. 9. Preis 15 Rp g. Zum finsten Male gibt die Unfallverhütungsbild G. m. b. 5 den Kalender heraus, der stets in großer Zahl an die Arbeitnehmer verteilt wurde. Das Heft chen, reich illustriert, enthält furze prägnante Beispiele aus der Praxis des alltäglichen Arbeitslebens.
Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.
Steuer
16.- Ersparnis
direkt ab Fabrikation
Zinsjak für Aufwertungs- Sparguthaben Wäsche- u. Stickerei- Fabrik, Falkenstein i. Vogtl., Postfach 158
mit Wirkung vom 1. Januar 1931 an auf
festgesetzt.
5%
20
RM täglich und mehr verdienen fleiß. Vertr ter durch den Vertrieb mi. Gebrauchsartikel und Neuheiten. Auskunft
foſt, n.Erich Pötters
Meta Iwarenfabcit straße 147.
Gleichzeitig geben wir bekannt, daß für unsere.- Barmen, Göben
alten Sparguthaben
ein endgültiger Aufwertungssak von
21,6%
des Goldmarkwertes angeordnet worden ist. Die Neu- Umrechnung erfolgt im Laufe der nächsten Monate. Der erhöhte Auswertungssatz findet auch auf bereits ausgezahlte Aufwertungsguthaben Anwendung.
Bezirkssparkasse Gießen
Wer will aufs
Schiff?
Schreiben Sie an
A. Köhler
Hamburg 13( F. 82)
Sua C
Fressen Ihre Schweineschlecht?
Sommen s. nicht voran d. Histen, Ausschlag ( Grind), Knochenih. Sua Chilit! Erfolg
Vertreter gar. in 5 bis 8 Tagen.
Neuze liche, ait fonkurrenzlose Anlagen, Architektenbesuche, Provision sofort. Ausführliche Angebote, Tätigkeit, Empfeh lungen usw. un 3.3.28 and e Exp. d Bl.
Alleinverf. in Gießen Drogerie H. Borne mann, Bahnhofstr. 17 Germania- Drogerie C.Seibel, Frankfir.39.
Dissertationen
druckt schnell, gut und billig Albin Klein Gießen, Südanlage 21
bringt das
Reichssteuer Kassebuch
RIECK
ReichssteuerKassebuch
D.R.G.M.
mit Spezialeindruck für jedes Gewerbe, für jedes Geschäft, für freie Berufe, Agenturen, für Vereine, Verbände etc. Zu beziehen vom Herausgeber:
ALBIN KLEIN GIESSEN
Fernsprecher Nr.2525, Súdanlage 21
Wie„ Da ziere tes aft
Bewegung g Seeres und f
Das Kri
Berschwörer In dem Erhebung geg gefegten Sta
Wie der
haben die pa glieber des unter dem V
Jm eng
intereffante
September
rineousrüftu
England nad
Einer M
der deutschen Sowjets von
endlichen Mi
um ungefähr
Der Arb hat den mit
Deutschlands
Reich zum 28
In dem
wurden die
werden heut
falls heute i
Die Arb beschlossen, m
ralftreit zu
Ein hei
der Nordin ichweren S
Menschenleb
Der bef
wird fich an nach dem Ro teiligen.
Die deu ( Bortagieff
Ziel erreicht
Bis
Am Di neuen Jab laufen. B am Diensta
ftündiger S
iten Wochen
28. März of Haushaltber
dem Etat de
tag eine gr
politische Ge wiederholt
ordnungsger
legt, und er
daß der Re
ordnung ein
an diese Er
iprade jtati
Um G


