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Mittwoch, den 30. September 1931.

Ernteschäden und Landessteuern.

Finanzminister Kirnberger verlängert die Steuerschonfrist für Landwirte in 300 unwettergeschädigten Gemeinden. Finanzminister Kirnberger hat unterm 26. September an den Präsidenten des Landesfinanzamtes u. a. geschrieben:

Mit Entschließung vom 26. August d. J. hatte ich mit Wir­tung für das ganze Gebiet des Landes Hessen bestimmt, daß solchen Steuerpflichtigen, die im Hauptberuf die Landwirtschaft betreiben, von Amts wegen die rüdständigen Vorauszahlun­gen auf Landessteuern 1931, erste und zweite Rate, bis zum 30. September d. J. zinslos gestundet werden, und daß für denselben Kreis von Steuerpflichtigen die Schonfrist für die Entrichtung der 3. Rate der Landessteuervorauszahlungen 1931 von Amts wegen bis zum 30. September d. J. erstreckt wird.

Mittlerweile sind die Schädigungen der Getreideernte fest­gestellt worden; im übrigen konnten die Ermittelungen noch nicht beendigt werden. In rund 300 Gemarkungen sind die Er­gebnisse der Schadensermittelungen so schwerwiegend, daß für diese Gemarkungen weiteres Entgegenkommen erforderlich erscheint. Ich habe mich daher entschlossen, für diese Gemar­fungen zunächst die vom 26. August d. J. festgesetzten Fristen bis zum 15. November d. J. zu erstrecken. Demgemäß gilt für diese Gemarkungen folgendes:

1. Die Schonfrist für die Entrichtung der 3. Rate der Landes­Steuervorauszahlungen für 1931 wird für solche Steuer­pflichtigen, die im Hauptberuf die Landwirtschaft betreiben, von Amts wegen erstreckt bis zum 15. November 1931; 2. rüdständige Vorauszahlungen auf Landessteuern 1931 1. und 2. Rate, gelten bei solchen Steuerpflichtigen, die im Haupt­beruf die Landwirtschaft betreiben, als von Amts wegen zinslos weitergestundet vom 1. Oftober bis 15. Novbr. 1931. Weitere Entschließung, auch wegen endgültigen Erlasses von Landessteuern bleibt vorbehalten.

Für die nachstehend nicht aufgeführten Gemartungen fommt ein allgemeiner Steuererlaß nicht mehr in Frage, ebensowenig eine allgemeine weitere Stundung.

,, Gießener Zeitung"

Letzte Sibung des Landtags am 13. Oktober.

Zu seiner letzten Sigung tritt der jetzige Landtag am 13. Oktober zusammen. Es ist damit zu rechnen, daß das Plenum in einer Woche mit dem vorliegenden Stoff und der zu erwarten­den Debatte über die hessischen Notverordnungen fertig wird. Zur Vorbereitung tagten gestern die drei Ausschüsse.

Der Finanzausschuß besaßte sich u. a. mit dem schon vor einem Jahr gestellten Antrag des Abg. Dr. Werner( Natsoz.) über die Ministerpensionen in Hessen.

Teil 1. des Antrages verlangt eine Zusammenstellung der Ruhegehälter sämtlicher noch lebenden hessischen Minister unter Angabe der dem hessischen Staat geleisteten Amtsdienstzeit und der dem betreffenden Ruhegehalt zugrunde liegenden Verdienst­jahre. Dieser Teil des Anbrages Werner wurde einstimmig an­genommen. Weitere 3 Punkte des Antrages wurden bei einigen Stimmenthaltungen abgelehnt.

Als Uebergangsmaßnahme für diese Gemarkungen ersuche ich, von dem Ansatz von Verzugszuschlägen und Zinsen Abstand zu nehmen, wenn die Rückstände an Landessteuervoraus­zahlungen 1931 1. und 2. Rate bis zum 15. Oktober d. J., und die dritte Rate bis zum 31. Oftober d. J. bezahlt werden. Mit Wirkung vom 16. Oktober bezw. 1. November d. J. an müssen die verordnungsmäßigen Verzugszuschläge berechnet werden, es sei denn, daß die Finanzämter auf Antrag im Einzelfalle weitere Stundung bewilligen. Nach Ablauf der genannten Schonfristen kann auch im allgemeinen die Beitreibung einge­leitet bezw. fortgesetzt werden. Jedoch ersuche ich, durch ver­ständnisvolle Behandlung etwaiger Stundungsanträge und Gewährung von Teilzahlungen den Pflichtigen den Uebergang zur geregelten und fristgerechten Steuerzahlung zu erleichtern. Die unwettergeschädigten Gemeinden in Oberhessen. Finanzamt Alsfeld: Brauerschwend, Hopfgarten, Strebendorf, Wallersdorf.

Ein volksparteilicher Antrag, alle Gebühren und Ausschläge, insbesondere die Ersatzleistungen der Gemeinden für kultur­technische und andere Kosten entsprechend den inzwischen erfolgten Gehaltskürzungen zu ermäßigen, wurde gegen Antragsteller und Landbund abgelehnt.

Weiter wurde der Antrag abgelehnt, die Sondergebäude­steuer dann, wenn leerstehende große Wohnungen in zwei oder mehrere selbständige Wohnungen durch wesentliche Umbau­arbeiten geteilt werden, auf die Dauer von drei Jahren zu erlassen oder bis auf weiteres um die Hälfte zu ermäßigen.

Einstimmige Annahme fand ein Landbund- Antrag, die Regierung möge bei den öffentlichen Sparkassen dahin wirken, daß bei der Einleitung und Durchführung von Zwangsvoll­streckungen auf die Notlage der Schuldner allgemein Rücksicht genommen wird. Ein aus dem Jahre 1928 stammender Zentrums­antrag auf beschleunigten Bau der projektierten elektrischen Bahn Bensheim- Lindenfels wird bei einer Stimmenthaltung angenommen.

Im Gesetzgebungsausschuß wurde die Immunität der kom­munistischen Abgeordneten Hammann und Sumpf aufgehoben und die Durchführung eines Strafverfahrens wegen Vergehens gegen die Notverordnung zum Schutze gegen politische Ausschreitungen bzw. wegen Beamtenbeleidigung genehmigt. Sechzehn Ein­gaben verfielen der Ablehnung.

Lokales.

Nr. 78, Mittwoch, den 30

Zwölf Jahre Technische Nothilfe.

Ausgabe der am 30. September 1919 gegründeten Technischen Nothilfe ist es, durch Einsatz freiwilliger Helfer und Helferinnen Notstände in lebenswichtigen Betrieben und in Fällen der Not durch höhere Gewalt zu beseitigen. Unter Wahrung strengster politischer und wirtschaftlicher Neutralität verrichtete sie ihren Dienst am Volt mit rund 109 000 Rothelfern in 6,1 Millioner Arbeitsstunden und zwar mit 91 000 eingesetzten Nothelfern in lebenswichtigen Betrieben und 18 000 in Fällen höherer Gewal In der jüngsten Zeit wurde besonders der Katastrophenhilfsdient der Technischen Nothilfe stark beansprucht. Ein neues Aufgaben gebiet stellt die Vorsorge und Mitwirkung der T. N. im Gas schuh dar. Zahlreiche Gasschutz- Abteilungen wurden aufgestellt und ausgebildet. Die Mitwirkung bei allen Maßnahmen, die der Linderung der großen Not dienen, betrachtet die Technische Nothilfe als eine ganz besondere Ehrenpflicht. Bei der Winter hilfe 1930/31 nahm der soziale Hilfsdienst einen größeren Um fang an. Notspeisungen wurden durchgeführt, Feldküchen mit und ohne Bedienung gestellt, Sammlungen in Nothelferkreiser veranstaltet und a. m. Auch im kommenden Winter wird die Technische Nothilfe alles tun, um im Rahmen ihrer Möglichkeiten personelle und materielle Hilfe zu leisten. Wenn man noch hinzu fügt, daß die Technische Nothilfe sich auch im freiwilligen Arbeits­dienst mit ihren arbeitslosen Nothelfern und Nothelferinnen in gemeinnütziger Weise praktisch betätigt, so bekommt man ert einen Begriff von der Vielseitigkeit und Bedeutung der Arbeit der Technischen Nothilfe am Ende ihres 12. und zu Beginn ihres neuen Tätigkeitsjahres.

Im 3. Ausschuß wurde der deutschnationale Antrag auf strengere Sonntagheiligung und früheren Ladenschluß am Weih­nachtsabend durch die der Forderungen im ganzen Rechnung tragende Regierungsantwort für erledigt erklärt. Der Aus­schuß stimmte dem nationalsozialistischen Antrag betr. Schenker­Vertrag zu und bat die Regierung, wie schon bisher im Reichsrat tätig zu bleiben. Aeltere Anträge des Abg. Donat( Dem.) betr. Arbeitsbeginn in den Bäckereien und Ladenschluß auf dem Lande werden für erledigt erklärt mit der Maßgabe, daß die Regierung bei der Reichsregierung auf baldige Verabschiedung des Arbeitszeit- Schutzgesetzes wirken soll.

Die Ausschüsse sezen ihre Beratungen heute fort.

Tagung

*

Straßensperre. Wegen Vornahme von Straßenbauarbei ten wird von Donnerstag, den 1. Oftober 1931 bis auf weiteres der Hohleich weg zwischen der Rodheimerstraße und den nächsten Feldweg südwestlich des Schlachthofes für Fahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt.

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* Seltene Jagdausstellung. Im Anschluß an die Obst- und Gartenbauausstellung findet auf der Liebigshöhe vom 3. bis 6. Oktober eine Jagdausstellung des Vereins ,, Hubertus" statt, die ganz besonderes Interesse der Jägerwelt verdient. Es wird dort unter anderem die seltene Gelegenheit geboten, das gesamt über 300 Gegenstände umfassende Anschauungsmaterial des be kannten Wildkrankheitenforschers Geheimrat Professor Dr. Lud wig Olt- Gießen über Wildkrankheiten kennenzulernen und Rat­schläge zu deren Verhütung zu bekommen. Diese Sammlung ist bisher nur einmal in kleinerer Form in Darmstadt und dann auf den großen Ausstellungen in Düsseldorf( Gesolei) und Leip­zig( Jpa) gezeigt worden.

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Steindorf Weilburg Aglar Holzhausen Braunfels Lohnberg 2. Ehringshausen BB. Gießen 1900 Gießen 2 Nauborn Daubringen Steinberg Butzbach 2. Villingen Merenberg 2. Niedershausen Allendorf Obershausen Essershausen Weinbach Laubuseichbad Niederbiel Holzhausen 2. Allendorf Bonbaden Nauborn 2. Oberndorf Weglar 3. Hermannstein Berghausen 1900 Gießen 3. Dutenhofen Niederweisel Lollar 2. Daubringen 2. Großen- Bused Wetterfeld SC. Weglar­Flensungen Ulm-

* Zunahme der Maul- und Klauenseuche in Hessen. Nah der amtlichen Statistik vom 15. September waren in Hessen ver seucht in 12 Gemeinden( 8 neu) 28 Gehörte( 23 neu). Nah Kreisen: Darmstadt 1 Gemeinde( neu) 1 Gehöft( neu), Bens heim 1 Gemeinde( neu) 2 Gehöfte( neu), Groß- Gerau 1 Ge

( 18 neu), Alzey 1 Gemeinde 1 Gehöft, Oppenheim 1 Gemeinde ( neu) 1 Gehöft( neu), Worms 1 Gemeinde( neu) 1 Gehöft( neu).

Finanzamt Friedberg: Ober- Eschbach, Nieder- Eschbach, Ober- des Heff. Handwerker- und Gewerbeverbandes.meinde 1 Gehöft, Heppenheim 6 Gemeinden( 4 neu) 21 Gehörte

Finanzamt Büdingen: Bösgefäß, Edartshausen, Illnhausen. Finanzamt Butzbach: Münster.

Erlenbach, Nieder- Erlenbach, Petterweil, Kloppenheim, Dortelweil, Vilbel, Büdesheim, Heldenbergen, Holzhausen, Rodheim, Beinhards, Klein- Karben, Nieder- Wöllstadt, Kaichen.

Finanzamt Gießen: Staufenberg, Friedelhausen. Finanzamt Grünberg: Hof Odenhausen, Hof Appenborn, Rein­hardshain, Hof Ruddingshausen. Finanzamt Homberg: Appenrod, Gleimenhain, Homberg, Kir­torf, Wahlen.

Finanzamt Hungen: Utphe, Oberseenerhof. Finanzamt Lauterbach: Bannerod, Bermutshain, Crainseid, Eichelheim, Engelrod, Freiensteinau, Frischborn, Greben­hain, Gunzenau, Heisters, Wünschen- Moos, Zahmen, Herb­stein, Jlbeshausen, Meylos- Gehaag, Nieder- Moos, Nieder­Stoll, Nösberts, Weid- Moos, Ober- Moos, Schadges, Stein­furt, Vaitshain.

Finanzamt Nidda: Glashütten, Ober- Seemen, Hirzenhain. Finanzamt Schotten: Breungeshain, Burkhards, Busenborn,

Der Hessische Handwerker- und Gewerbeverband hielt am Samstag und Sonntag in Bensheim seine Tagung ab. Der Hauptversammlung am Sonntag ging die Sigung des Großen Ausschusses am Samstag voraus. Etwa 100 Delegierte waren vertreten. Das Programm der Hauptversammlung wurde durch­beraten, den Rechenschaftsbericht erstattete Direktor Schüttler, die übrigen Punkte betrafen Anträge, die im wesentlichen darauf hinausliefen, die Landesfachverbände und Bezirksverbände mit dem geschäftsführenden Vorstand enger zusammenzuschließen. An­träge über Beitragssenfung betreffen die Handwerkskammer. Gegenstand der Aussprache waren auch die hohen Steuern, die die Handwerker zu zahlen haben. Abgelehnt wurde ein Antrag des Haus- und Grundbesitzerverbandes, der für die Landtagswahl eine eigene Liste aufgestellt wissen wollte. Man war sich darüber einig, daß die Handwerker allen Parteien angehören. Für die ausgeschiedenen Abg. Haury, Darmstadt( gestorben), Donat, God­delau( freiwillig zurückgetreten), und Engelmann, Ingelheim ( gestorben), wurden in dem Steuerausschuß, Wahlausschuß und Ausschuß für soziale Fürsorge Neuwahlen erforderlich. In den Steuerausschuß wurde Gunkel- Worms, in den Wahlausschuß

Eschenrod, Feldkrücken, Hartmannshain, Helpershain, Her­chenhain, Kaulstoß, Kölzenhain, Ober- Seipertenrod, Rebges­hain, Rudingshain, Sichenhausen, Ulrichstein, Volkartshain.| Gemünden- Ober- Ingelheim und in den Sozialen Ausschuß In Rheinhessen sind es 37 unwettergeschädigte Gemeinden und in Starkenburg 193 Gemeinden.

Wer hat zum Weltkrieg gerüstet?*)

Von Generalmajor a. D. van den Bergh,

Das deutsche Reichsarchiv brachte eine besondere Aktenver­öffentlichung über die deutsche Kriegsrüstung und Kriegswirt­schaft heraus. Der erste Band behandelt die militärischen und wirtschaftlichen Rüstungen Deutschlands von der Reichsgründung bis zum Ausbruch des Weltkrieges.

Die deutsche Reichsverfassung von 1871 hatte den Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht vom Norddeutschen Bunde übernom men; sie schränkte aber in Artikel 60 das bei der Fahne zu hal= tende Heer auf ein Prozent der Bevölkerung ein. Diese Ein­schränkung bewirkte, daß ein großer Teil der Heerespflichtigen unausgebildet blieb. Von 1874 ab sollte die Friedensstärke des Heeres von Fall zu Fall gesetzlich festgelegt werden. Dieses ge­schah durch die beiden Siebenjahresabschnitte von 1874 und 1881 jedoch in so bescheidener Weise, daß nicht einmal die Mindest= stärke von einem Prozent erreicht wurde Das hatte zur Folge, daß das französische Heer Ende der siebziger Jahre bereits um 30 000 Mann stärker war als das deutsche, obwohl Frankreich damals 6 Millionen Einwohner weniger zählte als Deutsch­land.

Die durch die Hetzerei des französischen Generals Boulanger entstandene Kriegsgefahr führte endlich im Jahre 1887 zu einer deutschen Heeres vermehrung von 41 000 Mann- allerdings erst, nachdem im Verlaufe der parlamentarischen Kämpfe sich Bis­mard genötigt sah, den Reichstag aufzulösen. Unter dem Ein­druck der drohenden Rüstungen Frankreichs wurde ferner im Jahre 1888 die Landwehrdienstzeit gesetzlich verlängert, wodurch zwar die Kriegsformationen einen Zuwachs an älteren Kämp=

*) Vom Deutschen Fichte- Bund e. V., dem Reichsbund für den Kampf gegen Versailles, zu Hamburg 36, Colonnaden 47, sind bis jetzt 35 derartige Artitel als Flugblätter in deutscher und rund 100 Artikel in fremdea Sprachen erschienen. In jeden Brief, der nach dem Ausland versandt wird, sollte ein derartiges Flugblatt mit eingelegt werden.

Schmuhl- Worms, gewählt. Als nächster Tagungsort wurde Ingelheim bestimmt.

* Pferdeleistungsprüfungen der Landwirtschaftskammer find für Oberhessen vorgesehen am 13. Oktober in Berstadt und am 14. 10. in Alsfeld. Verbunden damit ist eine Preisbewertung für die besten Gespanne und eine Verteilung von Ehrenpreisen an Fahrer bezw. Pfleger. Gleichzeitig findet an beiden Orten Stutenschauen mit Prämiierung durch die Landwirtschaftskam mer statt. 3u beiden Veranstaltungen sind Kaltblut- und Warmblutpferde zugelassen.

fern erhielten, aber die vielen Zehntausende unausgebildeter| junger Leute nicht erfaßt wurden

Kurz nach dem Regierungsantritt Raiser Wilhelms II. ( 1888) hatte Frankreich 1,3 Prozent seiner Bevölkerung bei der Fahne, Deutschland dagegen nur 0,98 Prozent, und sein Bundes­genosse Desterreich- Ungarn sogar nur 0,75 Prozent.

Deutschland verfügte über 2,8 Millionen Ausgebildeter, Frankreich dagegen verfügte über 3,2 Millionen Ausgebildeter, die in Kürze auf 4,1 Millionen anwuchsen.

* Die Anmeldung deutscher Aufwertungsansprüche gegen über polnischen Versicherungsgesellschaften. Entsprechend den Bestimmungen des Art. 18 und 19 des deutsch- polnischen Auf wertungsabkommens und entsprechend einer Bekanntmachung des Reichswirtschaftsministers vom 1. Juni 1931, abgedrudt in Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiget Nr. 125 vom 2. Juni 1931, sind Aufwertungsansprüche vol Reichsdeutschen gegenüber polnischen Versicherungsgesellschaften bis 15. November 1931 bei dem Reichsaufsichtsamt für Privat versicherung anzumelden.

Dieses auch mit Rüdsicht auf die russische Bedrohung gefähr­liche Mißverhältnis veranlaßte endlich den Kriegsminister von Verdy, einen Plan zur Durchführung der allgemeinen Wehr­pflicht im Sinne Scharnhorsts aufzustellen Die durch diesen Plan bedingte größere Refrutenzahl sollte in mehreren Stujen erreicht werden. Der deutsche Reichskanzler v. Caprivi beschnitt dem Kriegsminister jedoch schon bei der ersten Stufe seine Mehrfor= derung erheblich( 18 000 statt 40 000). Als auf eine vorsichtige Andeutung, die allgemeine Wehrpflicht einführen zu wollen ein Entrüstungssturm im Reichstag einsetzte, ließ der Reichskanzler in schwächlicher Weise seinen Kriegsminister fallen, worauf der Reichstag eine Entschließung annahm, die sich grundsätzlich gegen die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wandte und sogar die Herabsetzung der aktiven Dienstpflicht von drei auf zwei Jahre forderte. Damit war tampflos ein Plan aufgegeben, des= sen Verwirklichung Deutschland wahrscheinlich vor dem Kriege und seinen furchtbaren Folgen bewahrt hätte.

Das Jahr 1893 brachte die zweijährige Dienstzeit, gleichzeitig aber unter dem Eindruck des

französisch- russischen Militär- Bündnisses und der zahlenmäßigen Unterlegenheit des deutschen Heeres, die­sem eine Vermehrung um etwa 60 000 Mann. Dazu bedurfte es aber wiederum einer erneuten Reichstagsauflösung. In den nächsten zehn Jahren geschah nichts Durchgreifendes für das deutsche Heer. Man tröstete sich damit, daß die innere Tüchtigkeit der Armee einen Ausgleich für ihre zahlenmäßige Unterlegenheit schaffen würde, obwohl Graf Schlieffen( von 1891 bis 1905 Ge­neralstabschef) immer wieder auf die Bedeutung der neuzeitlichen Massenheere hinwies. Auch der anschließende Zeitabschnitt( 1903

liefert billigst

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bis 1909) brachte nur geringe Aenderungen Der Kriegsminister

Heeresvermehrung zu verlange und ging auf die Forderungen

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von Einem scheute sich, erheblich größere Geldmittel für eine vor ihm zum Bewu des Generalstabs nicht ein. Ja, selbst als der Reichstanzler Barum? Weil ich da von Bülow, bedenklich gemacht durch die gefährliche Zufpihung endeine böse Absich der ersten Marottokrije, eine erhebliche Heeresvermehrung bei tanlaßte Mr. Stopf ihm anregte. lehnte er sie ab. Auch der neue Generalstabsches in Bapieren anzu v. Moltke glaubte nur bescheidene Ansprüche stellen zu dürfen En großer Teil des

und hiermit am besten

ten unbedingten Friedenswillen des deutschen Volkes

Es ist alles, was ich

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auszudrücken. In der ersten Zeit der neuen Regierung vom blommen. Wenn ich e Sommer 1909 ab( v. Bethmann- Hollweg, Reichskanzler; v. See bidte mit einem Läch

ringen, Kriegsminister) unterblieb auch weiterhin die Aus nuzung der deutschen Volkskraft.

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Da beleuchtete die zweite Marokkokrije im Jahre 1911, bei det hen Sched auf den 2 auch England äußerst feindselig gegen Deutschland auftrat, blik Largery, daß dies ein

artig die Gefahr der deutschen Lage.

Deutschland bildete 51 Prozent seiner Wehrpflichtigen aus,

Frankreich dagegen 83 Prozent.

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Jetzt endlich entschloß sich der Kriegsminister v. Heeringen birien Sie nicht ipre zu einer größeren Vorlage, die Deutschland im Mai 1912 zwei Ste Freundschaft anfa

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neue Armeekorps brachte. Im Generalstab, der Jahrzehnte lang auf die Erfüllung seiner Forderungen hatte verzichten müssen, Grüblen wurden Kräfte frei, die außerdem die Angleichung des Heeres

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an die deutsche Voltstraft nachdrücklichst forderten und damit den argery, ist mehr als Die treibende Kraft hierbei war der damalige Oberst Ludendorf etaten haben. Sagen

Plan des Kriegsministers v. Berdy von 1890 wieder aufnahmen

als Chef der Ausmarschabteilung. Dieser drängte auf einen schnelleren Ausbau des Hecres und stellte in einer umfangreichen Eingabe an den Reichskanzler im Dezember 1912 ein neues Rüstungsprogramm auf, das die Neubildung von mindestens

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on langit gefühlt?"

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drei Armeekorps forderte. Bei dem sich hierbei entspinnenden ich Sie feit dem e

Kampf der beteiligten Behörden stellte sich der deutsche Kaiser e! Gie willen es­von Ludendorff verlangten Korps zwar nicht ganz ab, wollte sie ben, hätte ich Sie

auf die Seite v. Heeringens. Dieser lehnte die Schaffung det

aber erst für später ins Auge fassen. Ludendorff wurde als lästiger Mahner gewissermaßen strafweise aus dem Generalstab in die Front versetzt.

( Fortsetzung folgt.)

en würde und Ihnen

zben wollen. So a Gebärde der Berzweifl

Eine weide, warm Ja, Did, fagte fi