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Samstag, den 26. September.

den, wobei Monatsraten von 30 RM. gestattet werden sollen. Schließlich sollen die Gläubiger auf 15 Prozent ihrer Forde­rungen verzichten, was allerdings nicht der Beschlußfassung der Generalversammlung unterliegt. Der Vorschlag der Verwal­tung wurde dann im wesentlichen angenommen.

men.

Spionage für Frankreich.

Fulda. Unter dem Verdacht der Spionage zugunsten einer ausländischen Macht wurden in Fulda drei Personen festgenom­Den Verhafteten Es handelt sich um die Kaufleute Krause und Roßkopf aus Fulda und den Baumaterialienhänd­ler Wißler aus Hünfeld ist bereits nachgewiesen worden, daß sie mit Agenten eines fremden Landes in Verbindung ge= standen haben. Es soll sich um Militärspionage handeln. Zwei der Verhaftungen erfolgten bereits oor längerer Zeit, wurden aber bisher geheimgehalten, um die Verhaftung des letzten Verdächtigen nicht zu gefährden.

Brotpreiserhöhung in Kassel.

Kassel. Mit Wirkung vom 24. d. M. ab ist hier der Roggen brotpreis um 3 Pig. auf 73 Pfg. für das Vierpfundbrot erhöht worden. Die Bäder- Zwangsinnung begründet die Erhöhung mit den fortwährenden Steigerungen an dem Rohstoffprodukten- so­wie Mehlmarkt. Die Steigerung der Roggenpreise sei darauf zurückzuführen, daß seit längerer Zeit das Angebot in Roggen seitens der Landwirtschaft sehr klein bleibe.

Festnahme von Kasseler Einbrechern in Frankfurt. Kürzlich wurde in Kassel ein Wohnungseinbruch verübt, bei dem Gegenstände von erheblichem Werte den Tätern in die

,, Gießener Zeitung"

Hausbesik und Straßenverkehr.

Seit Jahren bemühen sich der Zentralverband deutscher Haus- und Grundbesitzervereine und mit ihm die Landesverbände um die Beseitigung der Schäden an Häusern, hervorgerufen durch die Lastautomobile. Gewisse Erleichterungen sind für den Hausbesitz durch strengere Vorschriften für Lastautomobile wohl eingetreten. Sie reichen aber nicht hin, um die Häuser vor Schaden zu bewahren. Der Zentralverband wird sich weiter um die Sache bemühen. Daneben hat am 7 Mai der Karlsruher Haus- und Grundbesitzerverein in der gleichen Sache eine Ein­gabe an das Bezirksamt Karlsruhe gehen lassen, die auch in Hessen lebhafteste Zustimmung finden wird. Die Eingabe lassen wir nachstehend im Wortlaut folgen.

,, Auf der Verbandstagung der Badischen Haus- und Grundbesigervereine im vergangenen Jahre ist von verschiedenen Seiten darüber geklagt worden, daß die Hauseigentümer neben den vielen Lasten und Bedrückungen durch die Maßregeln der Zwangswirtschaft im Wohnungs- und Bauwesen von Tag zu Tag mehr unter den Folgen des schnell zunehmenden Straßen­verkehrs zu leiden hätten und daß vonseiten der maßgebenden Stellen unbedingt durchgreifende Besserung verlangt werden müßte.

Der Karlsruher Haus- und Grundbesitzerverein hat diese Beschwerden wohl verstanden und in sein Arbeitsgebiet aufge nommen. Nachdem er 1 Jahr lang den Gründen und deren Ursachen nachgegangen war, hat er durch seinen Vorstand seine Untersuchungen und Beobachtungen in einer kurzen Denkschrift

Hände fielen, die das Diebesgut in an dem Tatort vorgefunde- zusammenstellen lassen, die folgenden Wortlaut hat:

nen Roffern abtransportierten. Der Kriminalpolizei gelang es nunmehr, die Täter in Frankfurt festzunehmen. Die Sachen sind zum größten Teil versetzt worden.

Frankfurt a. M. Im Frankfurter Osthafengebiet brach Donnerstag abend in dem Lagerhaus einer Fouragehandlung Großfeuer aus. Zwei Lagerhäuser mit leicht brennbarem In­halt fielen dem Brande zum Opfer. Als Ursache wird Brand­stiftung vermutet.

Voruntersuchung wegen Betrugs.

Frankfurt. Gegen die leitenden Personen der ,, Bau- und Finanzierungsgemeinschaft G. m. b. H." und der, Bau- und Hypothekenbeschaffungsgesellschaft ist Voruntersuchung wegen Betrugs eröffnet worden. Beide Gesellschaften wurden von den­selben Persönlichkeiten geleitet, die sich des Betruges gegenüber den Einlegern resp. den Baudarlehnssuchern schuldig gemacht haben sollen.

Heidelberg. In Heidelberg hat sich eine schwere Bluttat er­eignet. Der 34jährige Ingenieur Friedrich Haus erschoß seine 32jährige Frau und verübte dann Selbstmord. Infolge mehr als halbjähriger Arbeitslosigkeit des Mannes entwickelten sich eheliche Zerwürfnisse, die dazu führten, daß die Frau sich schei­den lassen wollte.

Erbitterter Kampf bei einer Pfändung. Mannheim. Als Mittwoch nachmittag ein Steuerbeamter bei einem Schlosser eine Pfändung vornehmen wollte, wurde er plötzlich vom Schuldner von hinten mehrere Male mit einem schweren Kupferkabelstüd dermaßen über den Kopf geschlagen, daß er zusammenbrach. Der Ueberfallene konnte sich schließlich wieder aufraffen. In dem sich nunmehr entwickelnden Kampf versuchte der Täter, den Beamten über das Treppengeländer des vierten Stodes in den Hausflus hinunter zu werfen. In­zwischen herbeigeeilte Polizeibeamte machten dem Kampf ein Ende und nahmen den Mann nach heftigem Widerstand fest.

Der Wert" in der Praxis.

Eine Ritterburg heute nur 2000 Mart Wert. Auf Veranlassung einer Genossenschaftsbank wurde dieser Tage die tausendjährige Burg Lenzen a. d. Elbe versteigert. Es wurde nur ein einziges Angebot abgegeben und zwar das der Genossenschaft selbst. Es lautete auf 2000 Mark! Da weder die Genossenschaft, die durch eine Hypothekenforderung An­spruch auf 20 000 Mart erhob, mit diesem Ausgang gerechnet hatte, noch der Besitzer, der den Wert der Burg auf rund 400 000 Mart schätzt, dürften weitere Verhandlungen über das Streitobjekt stattfinden, womit aber nichts daran geändert wird, daß für eine Ritterburg heute nur 2000 Mart geboren werden.

,, Der Hausbesig und der Straßen­verkehr".

Zu den Schäden, die seit Ausbruch des Weltkrieges dem Besizer von Grundstücken mit Gebäuden das Leben schwer ma­chen und geeignet sind, ihm seinen Besitz zu verleiden, haben sich in den letzten Jahren, immer mehr zunehmend, solche hinzugesellt, die durch den gewaltig gewachsenen Straßenverkehr, besonders den Lastkraftwagenverkehr, entstanden sind.

Diese Schäden äußern sich, kurz zusammengefaßt, in fol: genden drei Erscheinungen:

a) Beschädigungen der Gebäude durch Erschütterungen, die durch den Kraftwagenverkehr entstehen.

b) Belästigungen der Bewohner der Gebäude durch diese Er­schütterungen und durch die Geräusche.

c) Unsicherheit der Anwohner der Straßen, besonders der Kinder und alten Leute durch den stets wachsenden Kraft­wagenverkehr.

Die Untersuchungen der Ursachen, welche diese Schäden hervorgerufen haben, führte zum Ergebnis, daß für die Erschüt­

terungen

a) die Vollgummibereifung, hauptsächlich der Anhänger, b) die falsche Belastung der Wagen und dadurch hervorgeru: fen die Stöße auf der Fahrbahn,

c) die mangelhafte Kuppelung zwischen den Fahrzeugen, d) das viel zu schnelle Fahren,

und für die Belästigungen

a) das rücksichtslose und zu schnelle Fahren, b) das viel zu laute und unnötige ofte Hupen,

c) die nächtlichen( wohl das Licht scheuenden) Transporte, als besonders festzustellende Ursache zu betrachten sind.

Es ist selbstverständlich und wird von uns nicht bezweifelt, daß die maßgebenden Stellen sich mit allen diesen Fragen bereits beschäftigt und auch versucht haben, Abhilfe zu schaffen Die Ergebnisse dieser Tätigkeit haben auch ihren Niederschlag ge­funden, und zwar in den folgenden Verordnungen:

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1. Verordnung v. 5. 12. 25: Radkränze der Kraftfahrzeuge und der Anhänger mit Gumnii oder einem anderen elasti­schen Stoff. Luftbereifung für dreiachsige Kraftfahr zeuge mit betriebsfertigem Gewicht von über Tonnen. 2. Verordnung vom 16. 3. 28: Luftbereifung für Fahr zeuge mit betriebsfertigem Eigengewicht von nicht mehr als Tonnen. 3 Alle anderen Kraftfahrzeuge und An hänger, Luftbereifung oder hochelastische Vollgummiberei fung.

3. Verordnung vom 15. 7. 30: Grundsägliche Luftbereifung für Kraftfahrzeuge. Anhänger und Zugmaschinen hoch­elastische Vollgummibereifung. Die Uebergangszeit läuft bis zum 1. April 1935.

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Die Verordnung vom 15. 7. 30 gibt der Polizeibehörde das Kontrollrecht über die Höchstbelastung, Bereifung, Höchst­geschwindigkeit usw. Es wird aber Klage darüber geführt, daß die Polizei dieses Kontrollrecht nicht streng genug durch führt, was umso mehr zu beanstanden ist, als das Deutsche Reich die schwersten Lastkraftwagen und die höchste Belastungs­möglichkeit zuläßt.

Alle diese Bemühungen der maßgebenden Stellen haben jedoch nicht vermocht, die Schäden, die durch den Straßenver kehr den Hausbesitzern dauernd wachsend zugefügt werden, zu beseitigen, ja sie haben nicht zu verhindern vermocht, daß die Klagen immer stärker wurden und mit Recht ein energisches Vorgehen forderten: nach unserer Ansicht müssen tatsächlich unverzüglich strenge Maßregeln ergriffen werden, die sich etwa in folgenden 5 Punkten auswirken:

1. Luftbereifung auch für die Anhänger und Zugmaschinen, 2. Schärfste Kontrolle der Belastung, Bereifung, Kuppe lung usw.,

3. Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften und Städten,

4. Verbot von Transporten während der Stunden von 22 bis 6 Uhr,

5. Verbesserung der Fahrdämme.

Zum Schluß seien nochmals die Folgen aufgeführt, die aus dem ungeheuer gesteigerten und sich zweifellos noch mehr steigernden Straßenverkehr für die Hauseigentümer entstehen: 1. Die Hauseigentümer erleiden durch die Erschütterungen Nachteile, die sich teilweise heute schon zeigen, zum größ­ten Teil aber in späteren Jahren erst auftreten werden. Es wird in vielen Fällen nur durch umfangreiche Re­paraturarbeiten möglich sein, die Beschädigungen zu ent­fernen, in anderen Fällen werden die Zerstörungen über­haupt nicht wieder gutzumachen sein, so daß die Eigen­tümer großen Vermögensverlusten gegenüberstehen werden. 2. Die Belästigungen der Bewohner werden zum Wegzug, oder wenigstens zum Herabdrücken der Mieten führen. 3. Die Mieter mit Kindern und alten Leuten werden die Häuser in Straßen mit Lastkraftwagenverkehr ganz mei­den, so daß deren Vermietung unmöglich sein wird

Zahlreiche Blißschläge im Kreise Gießen.

Im lettvergangenen Mai sind in Oberhessen zahlreiche Gewitter gewesen, die besonders im Kreise Gießen mehrfach Schaden angerichtet haben. Kalte Blitschläge erfolgten in der Domäne Schiffenberg, in Klein- Linden, in Lollar und 111 Heuchelheim. Die entstandenen Schäden betrugen im ersten Fall 50 RM., im zweiten Fall 25 RM., im dritten Fall 194 RM. und im vierten Fall 280 RM. Größeren Scha­den verursachte am 6. August ein Blitzschlag bei der Fabrik Schunk& Ebbe bei Gießen. Dort schlug der Blitz in den Fabrikschornstein ein, sprang auf die Starkstromleitung über, gelangte in das Transformatorenhaus, zerstörte einen Trans­formator und ging dann zur Erde. Dieser Blizeinschlag ver­ursachte 2000 Mark Schaden.

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