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Samstag, den 26. September.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Ein Vöglein sang einst im Lindenbaum das Lied vom Maien, von Lieb und Leben. Jetzt ist es still geworden dort in den Zweigen, nur Blatt um Blatt fällt zur Erde nieder. Kein Singen hör ich mehr und feinen Wachtelschlag, vorbei ist Früh lingszauber und Sommerpracht. Ein Hauch vom großen Ster­ben zittert über die Erde. Nicht achtlos geht der fühlende Mensch an diesem Welken und Sterben vorbei. Er hängt an dem Leben und sein Herz kennt nur ein Sehnen nach Unver­gänglichkeit, nach ewigem Leben. Und fragend schaut er über Gottes Garten: Soll all die Pracht und Schönheit, aller Sonnen­glanz alles Leben dahin sein, verblüht, verwelft, gestorben?

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Herbstnebel wallen auf und nieder. Auch um die Seele des Menschen. Sie schaut im Sterben der Natur, was ihrem Leibe hier auf Erden naht. Wie die Herbstsonne noch einmal über Wald und Fluren leuchtet und glühende Farbenpracht zeugt, so jchauen auch wir einst zurüd nach Jugendzeit und Lebensmai und nach der Ernte des Sommers, an dem wir unsere Früchte reifen sahen. So kommt der Herbst auch einst zu dir. Wie die Blätter gelben, so bleicht dein Haar. Ein Blatt nach dem an­dern fällt, bis ein rauher Windstoß das letzte pflückt. Und alle Sommerpracht, alles Leben ist dahin. Das ist das große Sterben.

Doch Tod und Untergang ist nicht das letzte Ende. Auf der sterbenden Flur begegnen sich Tod und Leben. Ein fleines Körnlein in der Furche wartet schon auf den Frühlingstag. So tündet der Herbst Jahr um Jahr das alte Gottesgesetz, daß ohne Sterben es fein Leben gibt.

Der Sonntagsschreiber.

Die richtige Zahnbürste.

Von Dr. C. Thomalla, Berlin.

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Ja, gibt's denn auch falsche, fehlerhafte Zahnbürsten? Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich" leicht. Sind wir doch noch mitten drin in den Bestrebungen, jeden Menschen, vor allem jedes Schulkind, zum regelmäßigen Zähneputzen, d. h. morgens und besonders abends, zu erziehen

und da tommt man schon mit Spitfindigkeiten über gute und schlechte Zahnbürsten!

Nun, man höre einmal die Fachleute über die meist ge­bräuchlichen, überall käuflichen Zahnbürsten wettern. Diese langen, ganz flachen Zahnbürsten, bei denen die gleichmäßig langen Borsten dicht aneinander gedrängt, meist in Zelluloid gebettet, liegen, treiben nach sachverständigem Urteil derer, die aus der täglichen Erfahrung wissen müssen, die Speisereste und Zahnbeläge erst recht tief in die Zahn- Zwischenräume hinein, statt sie daraus zu entfernen. Ferner macht ihr unzweckmäßiger Bau es unmöglich, an die hinteren Badzähne überhaupt in aus­reichendem Maße heranzukommen. Es ist eine ständig wieder­tehrende Beobachtung in allen Zahnpolikliniken und bei jedem Zahnarzt, daß selbst bei Patienten mit an sich wohlgepflegten Zähnen die hinteren Badenzähne oben und unten schwer ver­nachlässigt sind. Man probiere es, einmal selbst, wie schwer es ist, mit der gewöhnlichen, glatten, heute meist noch benutzten Zahn­bürste in die hinteren Regionen der Mundhöhle zu gelangen, ohne sich fast die Wangenschleimhaut zu durchstoßen. Dazu kommt, daß diese Art Zahnbürsten schwer oder garnicht zu reinigen ist, und daß ihre Borsten leicht ausfallen. Solche Borsten können sich dann leicht ins Zahnfleisch oder in die Zwischenräume einbohren und unangenehme Entzündungen her­vorrufen. An die ,, richtige" Zahnbürste muß man folgende An­forderungen stellen: Die Borsten an der Spitze müssen erheblich länger sein, als die übrigen, sie müssen wie ein Pinsel das Ni­veau der Putzfläche überragen. Der Stiel und Körper der Zahnbürste muß so gebogen sein, daß eine Anpassung an die Rundung der Kiefer und Zahnreihen möglich ist. Die Borsten müssen so weite Zwischenräume aufweisen, daß sie leicht ge= reinigt werden können, schließlich sollen die in Zelluloid be­festigten Borsten so sest sitzen, daß eine Reinigung mit heißem Wasser möglich ist, ohne daß die Borsten loder werden. gibt neuerdings eine Befestigung an einer, ins Zelluloid ein­gelassenen, dünnen Metallscheibe, die absolut sicher ist.

Es

Wenn sich das Wissen von den Nachteilen der schlechten und den Vorteilen der guten Zahnbürsten allmählich erst durchge­setzt haben wird, so werden in absehbarer Zeit die alten, un tauglichen verschwinden. Freilich nützt die beste Zahnbürste

Nun trat das drakonische Versailler Diktat in Kraft. Das deutsche Volk wurde ausgeplündert und bei jeder weiteren Ab­machung aufs schamloseste betrogen.

Rund 60 000 Millionen Goldmark betrug der Wert, der bis zum Inkrafttreten des Dawesplanes er­folgten Zahlungen und Sachleistungen. Mit feiner Silbe wurden Diese ungeheuren Leistungen erwähnt oder auch nur Bruchteile davon gutgeschrieben. Alle die ungeheuren Forderungen aber wurden immer wieder begründet mit der im Paragraphen 231 des Versailler Diftats niedergelegten Behauptung, Deutschland habe den Krieg allein verschuldet. Demgegenüber gab schon der ehemalige englische Premierminister Lloyd George in seiner in der Times" vom 23. Dezember 1920, S. 9/11 veröffentlichten Rede folgendes bekannt:

Je mehr man die Erinnerungen und Bücher liest, die in den einzelnen Ländern über die Ereignisse vor dem 1. Auguſt erschienen sind, um so mehr wird man gewahr, daß keiner der Männer, die an leitender Stelle gestanden haben, den Krieg in diesem Augenblic wollte. Es war so, daß sie hineinglitten oder vielmehr hineintaumelten oder-stolperten, wie mit Blind­heit geschlagen."

Dieser selbe Lloyd George erklärte am 3. März 1921: Fällt die Alleinschuld Deutschlands, so ist auch der ganze Vertrag nichtig".

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Aehnlich hat sich auch Poincaré ausgesprochen. Man sollte deshalb glauben, daß die führenden deutschen Sozialdemokraten mit Freuden die Hilfe angenommen hätten, die ihnen von ihren ausländischen Parteifreunden geboten wurde. Das Gegenteil ist der Fall gewesen. Auf den internationalen Sozialistenkongressen, die 1920 in Genf, 1923 in Hamburg und 1925 in Marseille statt­fanden, wurden Resolutionen zu Deutschlands Gunsten einge­bracht. Jedesmal haben die deutschen Sozialdemokraten sich auf Die Seite unserer Unterdrüder, der Franzosen, gestellt. In Mar seille lag ein amerikanischer Antrag auf Revision des Versailler Dittats und ein englischer Antrag auf Revision des Dawes planes vor. 3um grenzenlosen Erstaunen der englischen und

Gießener Zeitung"

nichts, wenn man sie nicht richig anwendet. Auch Zähneputzen muß gelernt sein: Nicht nur wagerecht, auch senkrecht putzen und in leicht kreisenden Bewegungen! Nicht nur die Außen­fläche der Zähne, auch innen und die Kauflächen! Nicht nur die Zähne bearbeiten, auch das Zahnfleisch leicht massieren, besonders die dem Zahnstein- Ansatz start ausgesetzten Teile hinter den unteren Schneidezähnen!

Wer so mit richtiger Zahnbürste richtig seine Zähne und und seinen Mund täglich nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen, besser noch nach jeder Mahlzeit, putzt und pflegt, der wird sich viel unnötige Kosten und Schmerzen ersparen.

* Todesfall. Oberst von Schenk zu Schweinsberg, der Kommandeur des Reserve- Jäger- Bataillons Nr. 24, ist im Alter von 71 Jahren gestorben. In der Schlacht bei Langemard wurde er schwer verwundet und dadurch sein linker Arm gelähmt. Er führte den Titel Erbschenk in Hessen.

* Von der Landesuniversität. Der außerplanmäßige außer ordentliche. Professor Dr. Friedrich Maurer hat den an ihn er­gangenen Ruf zum ordentlichen Professor für deutsche Sprache und Literatur an die Universität Erlangen zum 1. Oktober an=

genommen.

* Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu Allendorf a. d. Lahn. Dienstwohnung ist noch nicht frei.

* Die Einheitskurzschrift in der hessischen Beamtenschaft. Der Minister für Kultus- und Bildungswesen macht darauf auf­merksam, wie wichtig das Erlernen der Reichskurzschrift und die fördernde Arbeit des Reichsverbandes der kurzschriftkundigen Beamten und Angestellten ist,

* Viehzählung. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist die nächste Viehzählung im Reich auf Anordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft im Einvernehmen mit den Län­dern am 1. Dezember 1931.

* Straßensperre. Während der Dauer der Herbstmesse, von Sonntag, den 27. September bis einschließlich Sonntag den 4. Oktober 1931, wird die Kirchstraße zwischen Neustadt und Wetz­steingasse täglich von 11 Uhr ab für den gesamten Durchgangs­verkehr polizeilich gesperrt.

* Verkehrstag. Auf Grund des§ 105 b der Reichsgewerbe­ordnung in der Fassung vom 5. Februar 1919 ist für alle Ge­schäftszweige des Handelsgewerbes in der Stadt Gießen der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen, die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern am Sonntag, den 4. Oktober 1931 in der Zeit von 13 bis 18 Uhr, gestattet.

* Von einem Motorrad getötet. Auf der Landstraße Reis­firchen Gießen wurde der 22jährige Obsthändler Burchard, der neben seinem Fuhrwerk herging, in einer Kurve von einem mit zwei Personen besetzten Motorrad angefahren und zu Boden ge­rissen. Hierbei erlitt er so schwere Verletzungen, daß er kurz nach der Einlieferung in die Chirurgische Klinik starb. Auch die beiden Motorradfahrer wurden leicht verletzt. Sie meldeten den Un­glücksfall der nächsten Gendarmeriestation, die sofort eine Unter­suchung einleitete.

* Keine Notverordnungen im Einzelhandel. In einem Ber­liner Blatt ist ausgeführt worden. daß die Reichsregierung den Erlaß von Notverordnungen für den Einzelhandel plane. Von unterrichteter Seite erfahren wir dazu, daß zur Zeit lediglich Vorschläge des Einzelhandels bei den zuständigen Stellen vor­liegen. Vertreter des Einzelhandels haben seinerzeit beim Reichskanzler und beim Staatssekretär im Reichswirtschaftsmini­sterium, Trendelenburg, ihre Wünsche zum Ausdruck gebracht. Von amtlicher Seite sind bisher verbindliche Zusagen noch nicht gegeben worden.

* Verjährungsfristen in der Reichsversorgung. Wie der Reichsbund der Kriegsbeschädigten mitteilt, verpflichtet ein so­eben herausgegebener Erlaß des Reichsarbeitsministeriums die Versorgungsämter, mehr als bisher überhobene oder zu Unrecht empfangene Gebührnisse zurückzufordern. In den Berufungs­und Refursbegründungen wurde von den Versorgungsberechtig= ten wiederholt eingewendet, daß die Ansprüche des Fistus, soweit sie mehr als vier Jahre zurückliegen, verjährt sind. Dieser Ein­wand ist falsch. Gemäß§ 197 BGB. verjähren in vier Jahren die Ansprüche auf Rückstände von Renten. Die vierjährige Frist findet also nur dann Anwendung, wenn es sich um Ansprüche Versorgungsberechtigter gegenüber dem Fiskus handelt. In allen anderen Fällen betragen gemäß§ 195 BGB. die Verjährungs­fristen 30 Jahre. Der Fistus kann also vor Ablauf von 30 Jahren seine Rückforderungsrechte geltend machen.

I amerikanischen Sozialisten stimmten auch jetzt wieder die deut­schen Sozialdemokraten mit den Franzosen gegen beide Anträge. Nach dem Dawesplan famen auf eine fünftöpfige Familie an Tributlasten jährlich rund 200 RM. Es mußten täglich zahlen: Städte mit 20 000 Einwohnern 2200 Reichsmart, solche mit 100 000 rund 11 000 RM, solche mit 500 000 Einwohnern 55 000 RM. Wohlverstanden nicht jährlich, sondern täglich. Der Youngplan ermäßigt diese Lasten um ein geringes, verlängert sie aber um siebenundzwanzig Jahre. In welchem Ausmaße ins­besondere die Franzosen es verstanden haben ihren Ausplünde­rungswillen durchzusetzen, zeigt folgende Gegenüberstellung:

Versailler Diktat, Zahlungspflicht bis. 1950, Dawesplan, Zahlungspflicht bis Youngplan, Zahlungspflicht bis.

1961, 1988.

Die durch den Dawesplan zum Schutz der deutschen Währung getroffenen Vereinbarungen sind durch den Youngplan aufge­hoben. Außerdem soll Deutschland statt wie bisher in deutscher, in fremder Währung zahlen. Der deutsche Industrielle Vögler wollte diesen neuen Betrug nicht mitmachen und legte sein Amt als Sachverständiger nieder. Im Auslande horchte man auf, und die Pariser Verschwörung geriet in Verlegenheit. Die deutsche sozialdemokratische Presse tam ihr zum Erstaunen des Auslandes zu Hilfe, indem sie Vögler als Deserteur bezeichnete.

Dieselben Sozialdemokraten, die dem deutschen Volke die ihm durch das Versailler Diktat zugestandene fümmerliche Aus­gestaltung seiner Wehrmacht verweigerten, verraten dem deut­schen Arbeiter mit feinem Wort, daß Frankreich allein im Jahre 1928 von den deutschen Tributleistungen

1000 Millionen Goldfranken

für die Verstärkung seiner Heeresmacht verwandte. Deutschland muß selbst die Mittel liefern, durch die es geknechtet wird. Aber davon darf der deutsche Arbeiter nichts erfahren. Er darf auch nicht erfahren, daß er einen großen Teil der Tributleistungen selbst mit aufbringen muß. Der hervorragende schwedische Wirt­schaftssachverständige Professor Cassel geißelte das Verhalten der

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Nr. 77.

* Die Mannheimer Polizei entzieht den Radfahrern die Luft. Mit dem frühen Eintritt der Dunkelheit mehren sich auch wieder die Fälle, daß Radfahrer ohne Licht und Rücklicht fahren. Die Mannheimer Polizei hat sich entschlossen, um diesem Uebel­stand wirksam zu begegnen, diesen Radfahrern einfach die Luft zu entziehen. Jedem Radfahrer, der ohne Licht oder Rücklicht betroffen wird, wird die Polizei in Zukunft das Ventil öffnen, die Luft ablassen und das Ventil beschlagnahmen. Am nächsten Tage kann der Radfahrer, der sein Fahrzeug wohl oder übel nach Hause schieben mußte, sein Ventil auf der Polizeiwache oder Gendarmeriestation abholen.

Aus Nah und Fern.

Großen- Linden. Der Kreisverband Gießen der Evangelisch­firchlichen Frauenvereine in Hessen hält hier morgen seine Herbstversammlung ab.

Lich. Unter starker Anteilnahme der Bevölkerung fand hier die Vermählung der jüngsten Tochter des Fürstenpaares Rein­hard zu Solms- Hohensolms- Lich, der Prinzessin Marie Anna zu Solms- Hohensolms- Lich, mit dem Burggrafen und Grafen Christoph zu Dohna- Schlobitten statt.

Bad Nauheim. Das Verkehrsamt der Hessischen Bad- und Kurverwaltung teilt mit, daß bis zum 24. Sept. 1931 der Ge­samtbesuch 28 603 Gäste betrug. Anwesend waren an diesem Tage 2320 Gäste.

Schotten.( Früher Winter.) Auf dem Hoherodskopf ist der erste Schnee gefallen. Das Thermometer sank auf minus 3½º. Auch auf den übrigen Höhen des Vogelsbergs sant es unter den Gefrierpunkte. Der Winter kommt reichlich früh, die Landwirt­schaft kann ihn noch nicht gebrauchen. Hoffentlich treten bald wieder wärmere Herbsttage ein.

Gedern. Durch Verfügung des Kreisamts Schotten ist hier, in Oberseemen, Wingershausen und auch in der Kreisstadt Schotten die Biersteuer zwangsweise eingeführt worden.

Ober- Seemen. Ein Bruder der Landstraße, der seit Jahren Deutschland als Handwerksbursche durchwandert, hat sich hier bei einem Landwirt als Knecht niedergelassen und will bessere Zeiten abwarten. Er erklärte, noch vor zwei Jahren hätte er täglich ein ,, Einkommen" von sieben bis zehn Mark gehabt, bis voriges Jahr sant der Betrag auf drei bis vier Mark und 1931 habe er es trotz aller ,, Mühe" auf kaum über 50 Pfg. im Tag gebracht.

Gernsheim. Wie amtlich mitgeteilt wird, hat die Volks­bank Gernsheim Donnerstag ihre Schalter geschlossen. Der Aufsichtsrat der Gernsheimer Volksbank erklärt hierzu, daß es bei der allgemeinen Kapitalnot nicht möglich ist, die täglich größer werdenden Anforderungen an Rüdzahlungen zu befrie­

digen.

Mühlheim a. M.( Vollständige Betriebseinstellung.) Die hiesige ,, Offenbacher Schraubenindustrie" hat nun dem Rest der Arbeiterschaft auch gekündigt, so daß der Betrieb vollständig stillgelegt ist.

Mainz. Nach einer soeben beim Hessischen Sängerbund eingetroffenen Mitteilung ist der Deutsche Sängerbundestag, der am 3. und 4. Oktober in Mainz stattfinden sollte, abgesagt und auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Der diesjährige Sängerbundestag des Hessischen Sängerbundes findet dagegen bestimmt am 24. und 25. Oftober in Aschaffenburg statt.

Sanierung der Darmstädter Boltsbank.

Darmstadt. Bei außerordentlich starkem Andrang fand gestern abend die zweite Generalversammlung der Darmstädter Volksbank statt. Der Vorsitzende des vorläufigen Aufsichtsrats, Rechtsanwalt Neuschäffer, erstattete den Geschäftsbericht. Zur Deckung des Verlustes von 2,7 Millionen RM. sollen die Ge­schäftsguthaben mit rund 988 000 RM. und die Reserven mit rund 966 000 RM. in voller Höhe abgeschrieben werden. Der Geschäftsanteil soll von 500 RM. auf 1000 RM. erhöht wer­

Gelbe Raucherzähne ad langem Guden endlich bas

Richtige für meine Zähne. Nach dreimaligem Gebrauch blendend weiße Zähne, froßdem dieselben durch vieles Rauchen braun und unschön wirkten. Ich werde nichts anderes mehr gebrauchen, als Chlorodont." B., Horst Berg. Man verlange nur die echte Chlorodont- Zahnpaste, Tube 54 Pf. und 90 Pf., und weise jeden Ersay dafür zurüd.

deutschen Arbeiterführer, indem er am 3. Januar 1929 schrieb: ,, Es hilft nicht, die Wahrheit in dieser Sache zu unter­drücken und wie gewisse Sozialisten sich durch die Verkündung daß das Kapital bezahlen solle, eine internationale Populari tät zu verschaffen. Der öffentlichen Meinung der Ententeseite ist viel an der Verschweigung der Tatsache gelegen, daß die Reparationsforderungen den deutschen Arbeitern abgepreßt

werden."

Der Japan Chronicle" schrieb jüngst, wie Finanzrat Dr. Bang in einem im ,, Tag" erschienenen Artikel hervorhob:

,, Es war die Absicht der Verfertiger des Versailler Dik­tats, Deutschland vollständig zu ruinieren, und das ist heute noch ihr Ziel. Alles aber, was die Amerikaner getan haben. war, Methoden zu ersinnen, um diesen Prozeß so langsam und nutbringend als möglich zu machen und eine Betätigung für das amerikanische Kapital zu finden."

Unsern Ausplünderern ist die Uneinigkeit unseres Volkes und besonders die große Täuschung des deutschen Arbeiters, daß ihm durch ein sogenanntes Weltproletariat geholfen werden fönnte, ein willkommener Anlaß zu immer neuen Forderungen. An diese wunde Stelle in unserem Volksleben hat auch der ehe­malige Reichsbankpräsident Dr. Schacht in einer in München gehaltenen Rede erinnert, indem er die Eigenart der deutschen Erfüllungspolitik mit der Unmöglichkeit einer geschlossenen Wil­lensbildung im deutschen Volke begründete.

Deutscher Arbeiter! Wenn du nicht willst, daß deine Kinder und Enkel insbesondere durch die Franzosen dauernd getnechtet werden sollen, dann befreie dich von der Täuschung, daß ein so­genanntes Weltproletariat dir helfen könne. Wir müssen uns selbst helfen, falls uns geholfen werden soll. In der Einigkeit unseres Voltes, in dem entschlossenen Abwehrwillen liegt unsere, liegt deine Stärke. Das ist die reine verbürgte Wahrheit. Alles andere ist Täuschung!

Versailles muß fallen! ( Obiger Aufsatz ist auch als Flugblatt des Deutschen Fichte­Bundes, Hamburg 36, Colonnaden 42, fostenlos erhältlich.)