Nr. 24
Mittwoch, den 25
Mittwoch, den 25. März 1931.
Kindern bestimmt sind, 60 Quadratmeter nicht überschreiten. Eine mäßige Erhöhung kann zugelassen werden insbesondere für Einfamilienhäuser, wenn die Anzahl der Kinder oder zwingende Gründe es nötig machen. Bei der Auswahl des Baugeländes ist auf die Verkehrsverhältnisse und auf die Lage der öffentlichen Einrichtungen und Anstalten Rücksicht zu nehmen.
Der Flachbau soll überall dort gewählt werden, wo die örtlichen Verhältnisse nicht unbedingt den Bau von Gebäuden mit größerer Geschoßzahl erfordern. Als Flachbauten sind Bauten mit ein oder zwei Vollgeschossen für eine oder mehrere Familien anzusehen. Die Ausstattung soll wirtschaftliche und einfache Führung des Haushaltes erleichtern, muß aber jeden überflüssigen Aufwand vermeiden. Die Anlage von zentralen Gemeinschaftseinrichtungen( Heizung, Warmwasserbereitung, Bad, Waschküche) ist nur zulässig, wenn dadurch die Lasten der Mieter nicht höher werden.
Bei Ausschreibung und Vergebung der Bauarbeiten dürfen auswärtige Unternehmer und Lieferanten, bei den Bauarbeiten auswärtige Arbeiter nicht ausgeschlossen werden. Eine Verteuerung muß bei Auswahl aller Baustoffe und Bauteile verhindert werden. Werkstoffe und andere Waren ausländischen Ursprungs dürfen nicht verwendet werden, wenn sie in geeigneter Beschaffenheit zu angemessenem Preis aus dem Inland bezogen werden können.
Ueber die Aussichten des Wohnungsbaues im laufenden Jahre äußert sich das Institut für Konjunkturforschung sehr eingehend in seinem Wochenbericht Nr. 42 von 1931. Auch nach seiner Ansicht wird der Wohnungsbau noch weiter abnehmen, da die Verringerung der für den Wohnungsbau verfüg baren Hauszinssteuermittel eine weitere erhebliche Einschränkung des Wohnungsbaues verursacht. Angesichts der starken Abhän gigkeit des Wohnungsbaues von der öffentlichen Wirtschaft wird nach Ansicht des Instituts für Konjunkturforschung daran selbst eine Erleichterung auf dem Kapitalmarkt nichts ändern. Weiter heißt es in dem sehr beachtlichen Bericht:
,, Gießener Zeitung"
Wenn auch die Einschränkung des Wohnungsbaus auf den Arbeitsmarkt schwarze Schatten werfen wird, zumal die Bauwirtschaft in den letzten Jahren in erhöhtem Umfange als Stüßungs- und Belebungsfaktor der Konjunktur galt, so ist sie doch vom wohnungspolitischen und wohnungswirtschaftlichen Standpunkte nicht sehr pessimistisch zu beurteilen. Denn die Wohnungsnot ist schon längst behoben und in den nächsten Jahren ist mit einem erheblichen Rückgang in der Gründung neuer Haushaltungen als Folge des Geburtenrückgangs in den letzten Vorkriegs- und den Kriegsjahren zu rechnen.
Lokales.
Werbeversammlung des Gießener Handwerks.
Am letzten Sonnabend veranstaltete der hiesige Ortsge= werbeverein gemeinsam mit allen Innungen und örtlichen Handwerksverbänden im Saale des Café Leib eine Werbefundgebung, die vor allem in den Kreisen der Behörden regen Anklang fand. Nach einleitenden Musikvorträgen der Kapelle Weller und einem Gesangsvortrag von Kurt Richter, be: grüßte Herr Obermeister Löber die Versammlung, wies auf den Zweck der Reichshandwerkswoche hin und erteilte dann dem Referenten, Herrn Dr. Wagner- Marburg das Wort zu seinem Vortrag:„ Das Handwerk und die Zukunft der deutschen Wirtschaft". In mehr wie einstündiger freier Rede fesselte der Redner die Zuhörer und gab ihnen ein instruktives Bild über die Zusammenhänge von Weltwirtschaft und Volkswirtschaft, von Industrialisierung und Handwerksarbeit und von der Schichtung des deutschen Volkes. Er zeigte dem Handwerk den Weg, den es zu beschreiten habe, um seiner gerechtfertigen Bedeutung die nötige Wirkung zu verschaffen und schloß mit dem Wunsche, daß die Regierung zu einer Politik übergehen möge, die die Lebensnotwendigkeiten des Mittelstandes berücksichtige und damit eine Bevölkerungsschicht wieder erstarken lasse, die Ruhe und Ordnung im politischen Leben verbürge. Reicher Beifall belohnte den Redner für seine vorzüglichen Ausführungen. In einem kurzen Schlußwort dankte Herr Obermeister Löber im Namen der Versammlung dem Vortragenden und schloß mit einem Appell an alle Kreise der Bevölkerung, dem Handwerk und seiner Arbeit vollstes Vertrauen entgegenzubringen. Ein blühender Handwerkerstand bedeute auch ein blühendes Vaterland. Gesang und Musik hielt die Versammlungsteilnehmer noch einige Zeit zusammen.
,, Ein Sonderproblem ergibt sich im Wohnungsbau aus der ständigen Verkleinerung der Wohnungen. Der verstärkte Bau von kleinen Wohnungen wird in den kommenden Jahren nicht nur die durchschnittliche Wohnungsgröße der neuerstellten Wohnungen weiter herabdrücken, sondern auch den Umfang des Arbeitsaufwands je errichtete Wohnung und somit die mögliche Beschäftigung des Baugewerbes erheblich einschränken. Die Durchschnittsgröße der Wohnungen in den statistisch erfaßten Groß- und Mittelstädten, die schon von 1928 bis zum ersten Halbjahr 1930 von 3,9 auf 3,7 Räume zurückging, dürfte schon für die zweite Hälfte des Jahres 1930 und insbesondere für 1931 noch weiter gesenkt werden. Die Notwendigkeit, mit geringeren öffentlichen Mitteln dennoch Wohnungen zu bauen, deren Mieten den beschränkten Einkommensverhältnissen eines großen Teils der Wohnungssuchenden angepaßt sind, erfordert eine weitere Verkleinerung der Wohnungsgröße. Diese kleinen Wohnungen, deren Größe der augenblicklichen Marktlage Rechnung trägt, werden nun aber wahrscheinlich in der Zukunft, bei der einmal zu erwartenden Sättigung des Wohnungsbedarfs und besonders bei einer allgemeinen Besserung der Wirtschaftslage und trendmäßigen Steigerung der Einkommen, in vielen Fällen nur schwer zu vermieten sein. Das Problem dauernder Rentabilität, das insbesondere für die hypothekarische Beleihung maßgebend ist, kann hier nur durch die Anwendung von Bauweisen gelöst werden, die die leichte Zusammenlegung mehrerer kleiner Wohnungen zu größeren Wohnungen ohne erheblichen Kostenaufwand gestatten.
Es besteht nun aber nicht nur die Notwendigkeit, mit den vorhandenen Mitteln eine möglichst große Zahl von Wohnun gen zu errichten, sondern es ist auch notwendig, die Wohnungs: bauten stärker als bisher in regionaler Hinsicht dem Bedarf an zupassen. Während bisher für die Verteilung der öffentlichen Wohnungsbaumittel fast ausschließlich die Zahl der Wohnungssuchenden in einem bestimmten Drt maßgebend war, wird es allmählich unumgänglich, die Wohnungsproduktion unter dem Gesichtspunkt des Standorts der Arbeitskräfte und der Arbeitsplätze zu verteilen. Für alle die Drte, zu denen Werksangehörige erwiesenermaßen weite Strecken zurückzulegen haben
oder
100 ein Ausbau aussichtsreicher Industrien durch den Mangel an Arbeitskräften offensichtlich gehemmt ist, wäre eine bevorzugte Beihilfe aus den Mitteln der staatlichen Ausgleichs fonds zweckmäßig."
Wie bleibt mein Kind gesund?
Von Prof. Dr. Langstein- Berlin,
* Ein Kind vom Auto getötet. Ein tödlicher Unglüdsfall ereignete sich in der Liebigstraße, Ede Bahnhofstraße. Durch ein von der Bahnhofstraße nach der Liebigstraße einbiegendes schweres Lastauto einer Weilmünsterer Mühle wurde das sechs= jährige Töchterchen Anni des Bahntelegraphisten Mootz überfahren, das nach wenigen Minuten verstarb.
* Ein weiterer Verkehrsunfall. In der Rodheimerstraße wurde gestern das 8jährige Töchterchen des Schlossermeisters Schupp, Anneliese Schupp, von einem Auto angefahren und erlitt teils schwerere Verletzungen, die eine Ueberführung in die chirurgische Klinik notwendig machten.
Sochschulgesellschaft. Herr Prof. Dr. Mombett hält am Samstag, dem 28. März, abends 8.30 Uhr, im Saale des neuen Studentenhauses einen Vortrag über ,, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise". Anschließend Diskussion.
* Aus dem Stadttheater. Bei gewöhnlichen Preisen wird heute, Mittwoch abend, Anfang 7.30 Uhr, zum ersten Male Lady Mindermeres Fächer", ein Drama von Oskar Wilde, gegeben. * Stadttheater- Abonnement. Die Einlösung des siebten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freis tag hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: Donnerstag, den 26. März, für Freitags- Abonnenten, Freitag, den 27. März, für die Dienstags- Abonnenten, Sams: tag, den 28. März, für die Mittwochs- Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr.
* Zum Handelsrichter ernannt. Fabrikant Georg Schu= chardt wurde zum Handelsrichter und Zigarrenfakrikant Adolf No 11 zum Ergänzungsrichter bei der Kammer für Handelssachen des Landgerichts der Provinz Oberhessen für die Zeit bis zum 31. Dezember 1933 ernannt.
* Politische Oeffentliche Versammlung. Am Donnerstag, dem 26. März, abends 8.30 Uhr, findet im Café Leih eine öf fentliche Versammlung der Radikaldemokratischen Partei statt. * Tagung. Der Bund angestellter Akademiker technischnaturwissenschaftlicher Berufe E. V. hält seine diesjährige 12. Sprechertagung am Sonnabend, dem 31. März 1931, in Berlin in den Räumen des Reichswirtschaftsrates ab.
* Von der Universität. Die Philosophische Fakultät hat den Kammerdirektor a. D. Karl Theodor Christian Müller in Darmstadt, der die geschichtliche Landeskunde in seiner Heimat mit bedeutendem Erfolg betrieben hat, anläßlich seines 75. Geburtstages am vergangenen Montag, ehrenhalber zum Doktor der Philosophie ernannt. Der außerplanmäßige, ordentliche Professor für Veterinärchirurgie, Dr. med. vet. West hues, hat den an ihn ergangenen Ruf der Universität München zum 1. April angenommen.
Der 29. März innerhalb des We Gar m werden. Grund fragen, op So berechtigt dieje Bedeutung diefes 3 u. muß einmal mit treten. In einer 3 Folgen nicht zuleg Spielbetrieb leiden fidh zu dem Betenn Shritt zur Befferu Als Ziel galt die Jugend- Abteilungen beben? Mit wei Männer des Verb bands- Jugendheim Tichfeit gemacht. gendheim, auf das der Jugend, Kurfi Funktionären einm stätte mit der des wird gerne ein zw zulommen. Entsprechend de zu lojenden Aufgab ein Stüdwert, jonde Diefes großzügige entsprechenden Teil doch nicht überjeh Instandhaltung di es aber ausschli betrachten, wäre e
* Der Verband traftfahrender deutscher Beamter c. B., Sitz Mannheim, hielt am 20. März eine Mitgliederversammlung ab, die zeigte, daß das Interesse für den Verband außerordentlich rege ist. Trotz der wirtschaftlich schweren Zeit setzt sich das Kraftfahrzeug mehr und mehr durch und hat besonders auch bei dienstlichen Stellen Eingang gefunden In der Aussprache wurden wichtige Fragen der Verkehrsdisziplin klargelegt, und an Hand von zahlreichen Beispielen wurde das richtige Verhalten des Kraftfahrers bei eintretenden Unfällen geschil dert.
* Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen- Stadt. Die rüdständigen Beiträge zur Krankenkasse, Invaliden- und Arbeits| losenversicherung für den Monat Februar 1931 können noch bis zum 30. März 1931 ohne Kosten bezahlt werden.
Wollen wir die Krankheiten der Kinder verhüten und be= lämpfen, so müssen wir davon ausgehen, daß sie stark altersbedingt sind, sodaß 3. B. für einen Säugling andere Vorsichtsmaßregeln gewählt werden müssen, als für das Schulkind. Jm Säuglingsalter heißt es vor allem Wachstums- und Entwidlungsstörungen sowie die gefährlichen Durchfälle zu bekämpfen. Denn diese spielen eine Hauptrolle in dieser Lebenszeit. Im Schulalter hinwiederum treten diese Krankheiten zurück, und es heißt nun in dieser Lebensperiode, Erkältungsfrankheiten, tatarrhalische Erkrankungen, Herzkrankheiten verhüten. Für alle Lebensperioden ist schließlich die Verhütung der Tuberlulose wichtig, wobei zu bedenken ist, daß die Tuberkulose umso wichtiger ist, je jünger das Kind ist. Und eine im frühen Kindesalter erworbene Drüsentuberkulose kann später, nach der Schulentlassung, eine galoppierende Schwindsucht zur Folge haben.
Im Mittelpunkt der Schutzmaßnahmen steht im frühen Kindesalter die Ernährungsfrage. Richtige Ernährung verbürgt gutes Gedeihen und Wachstum, aber auch Schutz vor afuten Infektionskrankheiten. Sowohl fräftige Kost, bestehend aus viel Milch, Fleisch und Eiern, als auch die zu magere Kost, bestehend aus dünnen Suppen, Brot und schlecht gekochten Kartoffeln, sind für die Kinder gefährlich. Zur Ertüchtigung des Kindes gehört aber nicht nur die Ernährung, sondern auch eine zwedmäßige Umwelt, der leider die wirtschaftliche Not oft eine Grenze setzt. Es muß versucht werden, für das Kind aus ungünstigen Wohnungen das Menschenmögliche herauszuholen. Ist die Umwelt faum zu ändern, dann müssen die Kinder möglichst viel ins Freie gebracht werden, um Licht, Luft und Sonne zu genießen. Besonders gefährlich für das Kind
* Konzertverein. In der Stadtkirche findet am Montag, dem 30. März, abends 7.30 Uhr, ein Orgelfonzert von dem Organisten Günther Ramin- Leipzig statt.
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Aus Nah und Fern.
Heuchelheim. Bei der Bürgermeisterwahl wurde der von der bürgerlichen Seite aufgestellte Kandidat Landwirt Friedrich Karl Rinn mit 998 Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat, der Sozialdemokrat Albert Schmidt, erhielt nur 788 Stimmen.
Die Elektrizitätsversorgung Oberhessens. Der auf 20 Jahre bemessene Stromlieferungsvertrag, den seinerzeit der hessische Staat mit der Provinz Oberhessen abgeschlossen hatte und der im Jahre 1933 abgelaufen wäre, ist jetzt durch ein Uebereinkommen, das die Preußen- Elektra als Rechtsnachfolgerin des hessischen Staates im Besitz des Schwelkraftwerkes und der Braunkohlengruben Wölfersheim mit der Provinz Oberhessen getroffen hat, ersetzt worden.
sind die sich in seiner Umgebung aufhaltenden kranken Erwachsenen. Die große Mehrzahl der Erkrankungen der Atmungsorgane im Kindesalter, welche zur tödlichen Lungenentzündung führen können, ist durch kranke Erwachsene, durch Berühren und Anhusten sowie Ansprechen von Seiten dieser bedingt. Zur Ertüchtigung gehört ferner die zweckmäßige Pflege, unter deren Maßnahmen als wichtigste die Sauberkeit zu nennen ist, dann die richtige Bekleidung und die Kräftigung der Muskulatur, um Haltungsfehler hinanzuhalten.
vergangenen
Ulrichstein. Die Beigeordnetenwahl am Sonntag hatte folgendes Ergebnis: Sparkassenrechner Georg Meisti 163 Stimmen, Landwirt Wilh. Johs. Friedr. Stein 102 Stimmen und Schmiedemeister Wilh. Schmidt 99 Stimmen. Demnach muß Stichwahl zwischen den beiden Erstgenannten stattfinden.
Schotten. Die Stadtväter befaßten sich in ihrer letzten Sigung mit dem Voranschlag für das Jahr 1931, der nach auss giebiger Vorberatung nunmehr angenommen wurde. Da nach Anordnung der hessischen Regierung die Steuern für Gebäude und Grundstüce um 6 v. H., für Gewerbe um 12 v. 5. gejenft wurden, haben sich die Gemeindeumlagen von 59 000 Mark im Vorjahr auf 55 200 Mark gesenkt.
Mainz.
Trinkt deutschen Wein!
Der Hessische Weinbauerverband hielt am Sonntag hier seine Generalversammlung hier ab, die sich eines gu= ten Besuches erfreute. Der Vorsitzende, Weingutsbesitzer Schätzel Guntersblum, erstattete den Jahresbericht, wobei er u. a. ausführte, daß trotz kleiner Preise das Geschäft äußerst still gewesen sei. Die Mahnung:„ Eßt deutsches Obst, trinkt deutschen Wein, bevorzugt deutsche Erzeugnisse" müsse den Verbrauchern immer wieder zugerufen werden.
Eine besondere Bedeutung gebührt der Zahnpflege, denn tariöse Zähne erleichtern den Zugang von frankmachenden Erregern und erlauben nicht die zweckmäßige Durcharbeitung der Nahrung. Zur Gesundheit des Kindes trägt es auch bei, wenn dem Kinde genügend Ruhe gelassen wird. Dazu gehört vor allem ein ausreichender Schlaf. Auch das Schulkind soll min destens 12 Stunden Nachtruhe haben. Alle die genannten Maßnahmen dienen zur Ertüchtigung des findlichen Körpers und zu einer Abwehr gegen Erkrankungen, denn es ist natürlich ausgeschlossen, daß man von den Kindern um jeden Preis die Bakterien fernhalten kann, die es frank machen. Das Kind muß aber in den Stand gesetzt werden, sich richtig zu wehren. Von speziellen wichtigen Erkrankungen seien genannt die eng= lische Krankheit, die Erkältungsfrankheiten, die Tuberkulose. Die englische Krankheit wird vor allem dadurch verhütet, daß man auf das Kind die Ultraviolettstrahlen der Sonne einwirken läßt. Leider haben wir in Deutschland im Winter wenig Ultraviolett, sodaß wir nicht in der Lage sind die verhütenden Sonnenbäder dem Kinde zu verabfolgen. Anstelle derselben kommt dann die künstliche Höhensonne in Frage, aber auch eine Reihe von Medikamenten, welche einen chemischen Stoff enthalten, der sowohl den englischen Krankheit vorbeugt, als sie auch sehr schnell heilt. Diese Substanz ist vor allem im Lebertran enthalten, der schon vom 3.- 4. Monat an tee
Hünfeld. Der Kreistag Hünfeld hatte sich in seiner diesjährigen Sitzung in der Hauptsache mit dem Voranschlag für das Jahr 1931 zu befassen, der mit einem Fehlbetrag von 82 625 Mart abschließt und als Endziffer 1 168 307 Mart zeigt. Die Kreisschulden belaufen sich auf 780 000 Mt. Den Gemeinden, die noch keine Bürgersteuer erheben, wurde angera ten, in ihrem eigenen Interesse dies fünftig zu tun.
löffelweise gegeben werden kann, dann aber auch in anderen, von der Apotheke zu beziehenden Präparaten, wie dem Vigantol. Es sei dabei auf das Merkblatt gegen die Rachitis verwiesen, welches das Kaiserin- Augusta- Victoria- Haus heraus gegeben hat
Auch vor Tuberkulose lassen sich die Kinder bis zu einem gewissen Grade schützen, wennn sie im Säuglingsalter nur abgekochte Milch zu trinken bekommen, und wenn sie nicht in Berührung mit Tuberkelbazillen aushustenden Menschen ge langen. Wer mit dem Kinde spielt, es füßt usw., muß sich der Verantwortung bewußt sein, die mit jeder Berührung mit dem Kinde verbunden ist. Die Eltern haben die Aufgabe, ihr Kind nicht mit Verwandten oder Hausgenossen zusammer zu bringen, die einen Verdacht auf Tuberkulose erwecken.
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Was für die Tuberkulose gilt, gilt auch für die anderen Infektionsfrankheiten. So wird die Lungenentzündung beim Kinde gewöhnlich dadurch hervorgerufen, daß ein katarrhalish erfrankter Erwachsener das Kind ansteckt. Inwieweit den Schuhimpfungsmaßnahmen gegen Diphtherie, Scharlach ein grundlegender Erfolg beschieden sein wird, ist heute noch nicht abzusehen. Der Podenimpfung ist es ja bekanntlich gelungen. die Blattern beim Kinde zu verhüten. Unsere Schutzmaßnah men dürfen sich aber nicht nur bekanntlich darin erschöpfen, Krankheiten überhaupt zu verhüten, was natürlich ein nicht erreichbares Jdeal darstellt, sondern sofort bei Beginn einer Erkrankung Maßnahmen zu treffen, um schwere Grade der Er frankungen und Komplikationen auszuschalten. Um das zu be wirken, muß die Beobachtung der Mutter und Pflegenden ge schärft werden, damit sie sofort erkenne, daß sich ein Kind nicht wohl fühlt und daß sie dann die Aufgabe habe, das Kind mög lichst zu isolieren, zu messen und einen Arzt zu rufen. Bei einem derartigen Vorgehen wird eine viel größere Anzahl von Kin derfrankheiten leichter u. ohne Komplikationen verlaufen a. bish.
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