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Nr. 99

führendes Gesamtmini

Donnerstag, den 24. Dezember 1931.

frieden bringt. So hoffen wir auf jene selige Erdenweihenacht, in der alle Völker wieder in den Weihnachtsgefang einstimmen fönnen:

jung jederzeit die Ab famiministeriums ver eine Regierung, die s des Landtags be hg des Verfassungsent 9, Seite 12 rechts oben). folgt erläutert: Rad arf das Ministerium des ert es dieses Vertrauen, Das Gesamtministerium Denn nur das eine oder en verloren hat, ist zu e Abberujung einzelner en fann." Hier ist alle tzt zu einer Regierung, ht und nicht zu einem

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Darmstadt. fapitulierte Oberft Wall

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Frieden den Menschen auf Erden!

Der Sonntagsschreiber.

Hast Du auch ein Herz!

Nüchtern und kalt meldet der amtliche Bericht: 478 539 arbeitssuchende Angestellte. Wie viele, die diese Elendszahlen lesen, denken sich nichts mehr dabei, obwohl darin nahezu eine halbe Million gequälte Herzen und Hirne, darbende und zum Teil hungernde Mitmenschen registriert sind. Ein Drittel dieser Bedauernswerten erregte vor einem Jahrfünft noch Oeffentlich­feit und Mitbürger. Heute rührt die dreifache Zahl erhär= tete Herzen oft schon nicht mehr. Gerade die Weihnachts­zeit bietet Gelegenheit, Einkehr zu halten und sich zu erinnern, daß in den Arbeitslosen- Statistiken und Kurven Mitmenschen wie Du und ich, Väter und Mütter, Söhne und Töchter, deutsche Familien, ihre zwangsweise soziale Eingliederung" finden. Mitmenschen, die tagein, tagaus Not leiden, hoffen und zwei­feln, und teilweise verzweifeln. Daß sie teilweise verzweifeln, davon legen folgende Auszüge aus Briefen erwerbsloser weib­licher Angestellter Zeugnis ab, die der Stellenvermittlung des Gewerkschaftsbundes der Angestellten zugingen. Lest diese Briefabschnitte! Sucht neue Wege, um Euren Mitmenschen zu denkt an die Winterhilfe! Weihnachten ist da

helfen!

Eine Stenotypistin schreibt: Es ist mir unmöglich, von meiner Unterstützung etwas für Schuhe und notwendige Klei­dung abzustoßen, und gerade Schuhe und einen Wintermantel benötige ich so dringend! Meine Eltern und Schwester fönnen mich auch nicht unterstützen, weil mein Vater erwerbslos ist und wöchentlich für sich und Ehefrau 13,80 RM. erhält, und meine Schwester ebenfalls erwerbslos ist und wöchentlich 8,30 Mark bekommt. Davon müssen monatlich 33 RM. Miete ge= zahlt werden." Ich befinde mich in großer Not!"

Eine ältere Buchhalterin schreibt: Sie sehen meinen Stoß Pfandscheine. Ich habe kaum noch etwas zu versetzen, ich stehe ratlos, und jeder Tag ich mir eine Last! Mit meinen Schuhen und meinem Mantel kann ich mich nirgends mehr vorstellen und mußte mir das Geld zum Nötigsten borgen! Helfen Sie doch bitte! Ich bin verzweifelt was foll bloß werden? Das nun, wo ich 21 Jahre in Stellung war. Helfen Sie mir bloß recht schnell! Jeder Tag ist eine Qual für mich!"

Eine Mutter schreibt: Helfen Sie meinem Kinde!" Jch als Mutter tue was ich fann, um die seelischen Störungen von meinem Kinde zu nehmen, jedoch ist durch die Stellenlosigkeit meiner Tochter meine wirtschaftliche Lage derartig erschüttert, daß sie jede Stellung annehmen würde. Mein Kind leidet, daß es mir nicht helfen kann; denn ich bin auf den Verdienst meiner Tochter angewiesen, da uns nur eine monatliche Rente von 59 RM. zur Verfügung steht, wovon ich 42 RM. für Miete als den Gas­zahlen muß. Jch weiß mir feinen Rat mehr hahn, wenn mir nicht Hilfe kommt!"

Erschütternde Worte aus Briefen lediger, aber Angehöri­gen verpflichteter Angestellter. Wie groß das Elend erwerbs= lofer Familienväter ist, läßt sich darauf leicht ermessen!

*

* Die Feierabendstunde am 2. Weihnachtsfeiertag, am Neu­jahrstag und an Sylvester. Der hessische Minister des Innern hat die Feierabendstunde am 2. Weihnachtsfeiertag und am Neujahrstag allgemein auf 2 Uhr und an Sylvester auf 6 Uhr festgesetzt.

Der verbilligte Weihnachts- Reiseverkehr. Um den Reisen­den, die mit Sonntags- Rückfahrkarten über Weihnachten eine größere Reise unternehmen, mehr Spielraum für die Rückreise zu geben und um zu verhüten, daß die Reisenden unterwegs Schwierigkeiten bei der Fahrkartenkontrolle haben, hat die Reichsbahn die Gültigkeitsdauer der Sonntags- Rückfahrkarten für die Rückfahrt bis Montag, den 4. Januar, 24 Uhr, ausge= dehnt. Wer also mit Sonntags- Rüdfahrkarte über Weihnachten oder Neujahr verreist, muß die Eisenbahnfahrt am Montag, 4. Januar, um 24 Uhr( 12 Uhr nachts) beendet haben.

* Vom Kraftpostverkehr. Die auf den Kraftpostlinien Gießen Gambach und Gießen- Hochelheim während der Weih­nachts- und Neujahrszeit ausgegebenen Rüdfahrkarten haben Dom 23. Dezember 1931 bis 4. Januar 1932 Gültigkeit.

Goldenes Doktorjubiläum. Die juristische Fakultät der tampf, gegen freien Abzug Stadt und Festung Mainz dem Schwedenkönig Gustav Adolf, der nun am nächsten Tag feierlich als Befreier einzog. So empfanden das die Bürger der alten Rheinstadt, die das grausame Schicksal Magdeburgs, als Folge des drohend vor ihnen stehenden Generalsturms, befürchtet hat­ten und nun die spanischen Truppen abziehen sahen, die ihnen das Leben zur Hölle gemacht hatten. Da Mainz nach der Spa­nier Meinung doch an den Feind verloren war, dachten die möglichst wenig zurückzulassen, und, dem Gedanken folgend, wa­Ten Stadt und Bewohner von ihnen behandelt worden. Vom Domturm herab wehte nun das blaugodne Banner, den sprung­bereit in Metz stehenden Franzosen zurückscheuchend, dem Gustav Adolf waffenstark verkündete, daß er als Schirmherr, nicht als Verräter des Reiches an den Rhein gekommen, all die geheimen französischen Hoffnungen auf das wenige Monate vorher mit dem katholischen Bayernherzog Maximilian geschlossene Schutz­bündnis von Fontainebleau zerstörend. Aber das nicht allein. Der 24. Dezember 1631 zerschlug auch den düster drohenden panisch- habsburgischen Wall, den einen Arm der gewaltigen Würgzange, der von Mailand durch Graubünden, um den Bo­densee herum, von Basel bis Antwerpen, den Westen des Reiches umklammernd, Jahrzehnte hindurch gschaffen worden war. Und dem anderen Arm, der sich, von rhätischen Pässen ausgehend, durch die österreichischen Erblande und Polen, im Osten um Deutschland schlangen, drohte 1632 das gleiche Schicksal der Zer­

trümmerung.

Zu welthistorischer Bedeutung wuchs sich der Zug Gustav Adolfs an den Rhein aus. Spanien strich Habsburgs Plan, das Deutsche Reich zum rekatholisierten Teil einer Militärmonar­hie zu machen, stand vor der Vollendung, als der Bau der laiserlich- spanischen Flotte in den Ostseehäfen begonnen wor

Gießener Zeitung"

Landes- Universität hat Herrn Reichsgerichtsrat a. D. Dr. jur. Buff das von ihm vor 50 Jahren unter höchster Auszeichnung seiner Arbeit erworbene Doktordiplom erneuert. Das erneuerte Diplom wurde ihm von Herrn Prof. D. Eger im Namen der juristischen Fakultät unter feierlicher Ansprache überreicht, in der auf seine hervorragenden Verdienste im hessischen Justiz­dienst und zuletzt am Reichsgericht in Haupt- und Nebenstellen hingewiesen und in warmherzigen Worten der Freude Ausdrud gegeben wurde, auch in dem erneuerten Diplom seiner ausge­zeichneten und vorbildlichen Tätigkeit im Dienste der Justiz ge= denken zu dürfen.

Von der Universität. Die venia legendi erhielt Dr. Jürgen Witte von der Veterinärmedizinischen Fakultät, Dr. Hermann Heuer für das Fach der englischen Philologie und Dr. Otto Appel für das Fach des Pflanzenbaues.

* Rentenauszahlungen. Die Heeresrenten für Januar 1932 werden am 28. Dezember, die Invaliden- und Unfallrenten am 30. Dezember ausgezahlt.

Stadtheater. Am ersten Feiertag gelangt Gerhart Haupt­manns ,, Hanneles Himmelfahrt" zur Aufführung. Am 2. Feier­tag nachmittags wird das Weihnachtsmärchen Die Wunder­lampe" und die Puppensee" wiederholt. Am dritten Feiertag bringt das Theater die Schwankoperette Frauen haben das gern...!" zu Volfspreisen zur Aufführung.

* Lebensmittelscheine für Erwerbslose. Der Städtische Fi­nanzausschuß hat sowohl den kommunistischen Antrag wie die beiden sozialdemokratischen Anträge betr. Gewährung einer Winterbeihilfe abgelehnt, da die Mittel hierfür nicht zu beschaf­fen sind. Das private Winternothilfswerk wird unabhängig von der vorstehend berichteten Entscheidung, im Anschluß an die bisherigen Versorgungsmaßnahmen in der Weihnachtswoche noch Lebensmittelscheine zu 3, 4, 5 und 6 Mart, je nach Kopf­zahl der Familien, zur Verteilung bringen. Für diese Weih­nachtshilfe ist ein Betrag von 3000 Mark aus den Mitteln der privaten Winterrothilfe vorgesehen.

* Eigentümer gesucht. Bei der Kriminalabteilung sind zwei elektrische Fahrradlampen und eine vieredige Batterielaterne sichergestellt, wovon zwei angeblich aus dem Hofe des Gewerk­schaftshauses und eine aus einem Hof der Bismardstraße ent­wendet worden sind. Außerdem ist ein Dubleedamenarmband sichergestellt, das vor etwa 5 Wochen in der Licherstraße aufge= funden wurde. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, bei der vorzu­sprechen.

Kriminalabteilung

* Diebstähle. Entwendet wurden hier in den letzten Tagen mittels Uebersteigens aus einem nichtverschlossenen Gartenhaus ein Tesching( Flobert), ein schwarzes Sofakissen, eine Tischdecke, rosafarben mit weißen Mustern, zwei blauumrandete weiß­leinerne Gardinen, aus einer nichtverschlossenen Wohnung eine Weißblechgeldkassette mit etwa 780 M. Bargeld, verschiedenen Papieren und Sparkassenbüchern auf die Namen Karl Heß und Christine Heß geb. Wagner lautend, aus einer Maurerbude mit­telst Einbruchs eine fast neue Stridweste, ein Paar neue Her­renschnürstiefel, ein Paar Motorradstiefel, die neuerdings schwarz gefärbt wurden und aus einer Hofreite drei Stallhasen, davon zwei blaugraue und einer eisengrau. Zwei der Tiere sind an den Ohren tätowiert T. 27. Jn der Nacht zum Sonntag wurden in Langd( Kr. Gießen) an zwei Stellen 29 Hühner mittelst Ein­bruch entwendet.

Lustspielhaus. Der zweite Teil des Weltkriegsfilms tommt am 2. Feiertag vormittags zur Vorführung.

* Reichspräsident v. Hindenburg spricht im Rundfunk. In der Silvesternacht tritt zum ersten Male der Reichspräsident vor des Mikrophon des Berliner Senders, um über alle deutschen Sender zum deutschen Volk zu sprechen. Die Veranstaltung findet 21.30 Uhr statt.

* Silvester- Konzert. Der Südwestfunk hat in diesem Jahr zum ersten Male mit der Tradition gebrochen, eine sogenannte Silvesterseier, also einen mehr oder weniger ,, Bunten Abend", im Rundfunk zu veranstalten. In Anbetracht der schweren Zeitverhältnisse schien es der Leitung besser, ein zwar auch hei­teres, aber dennoch gehaltvolles Programm zu vermitteln, das von 22.10-1.00 Uhr dauern wird.

Immer weiße Zähne hat man bei ständigem Gebrauch von Chlorodont­Zahnpaste( Tube 50 Pf.) unter gleichzeitiger Benutzung der prattischen Chlorodont- Zahnbürste( Spezialschnitt). Versuch überzeugt. Hüten Sie sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen.

den, die die Einkreisung des evangelischen Deutschland voll­enden und das Mittel zum Angriff auf Schweden für die Er­oberungspläne des mit dem ,, deutschen" Kaiser verschwägerten fatholischen Polentönigs Sigismund werden sollte. In dieser höchsten Not der deutschen und der nordischen evangelischen Welt lebte Gustav Adolf, sein und seines Volkes Geschid, auf des Schwertes Schneide. Schweden war nur noch in Deutschland zu retten, das evangelische Deutschland, und damit des ganzen Reiches national und kulturelle Zukunft, nur noch durch Schwe­den. Beides war untrennbar miteinander verflochten. ,, Hell aus dem Norden bricht der Freiheit Licht", haben die Be­freiungsfämpfer fast zwei Jahrhunderte später in Deutschland gesungen. 1631 aber hat die protestantische Welt Deutschlands das gleiche empfunden. Der Löwe aus Mitternacht" schlug der Freiheit eine Gasse bis an den Rhein, der staunend noch ein eine Revolution der anderes, für die Zeit unerhörtes war, Geister. Denn das bedeutete es doch, wenn der Schwedenkönig die Gewissensfreiheit brachte und jeder der drei christlichen Kon­fessionen unter der Fürsorge des Staates Raum für freie Re­ligionsübung gewährte. Wenn demgegenüber immer das längst rissig und verblichen gewordene Phantasiegemälde von der Herr­lichkeit des alten Reiches und seines ,, deutschen" Kaisers auf­gefrischt wird, so will man eben nicht sehen, daß jenes Reich längst schon zum internationalen Kampfplatz durch Habsburg geworden, daß in ihm Spanier, Polen und Kroaten als taiser­liche Hilfstruppen über ein Jahrzehnt, ehe Gustav Adolf an den Rhein tam, ihr mörderisches Wesen trieben, mit dem Ziel, des Reiches Stände so kraftlos zu machen, daß sie sich gegen die spa­nisch- habsburgische Militär- Diktatur und ihre Vernichtung der Gewissensfreiheit nicht mehr wehren konnten. Des Reiches Zu­funft davor zu sichern, in der Form, wie er sie sich gedacht hatte,

Nr. 99.

Aus Rab und Fern.

Langd. Hier wurden nachts an zwei Stellen 29 Hühner, 6 Gänse und zwei Stallhasen gestohlen.

Die größte hessische Anstalt der Inneren Mission als Volksküche.

Die befannte Kinderheilanstalt Elisabethhaus in Bad Nauheim( Vors. Pfarrer Knodt) hat seit 1: November ihren großen Speisesaal, ihre 4 Dampfkessel und ihr Personal in den Dienst der Bad Nauheimer Winterhilfe gestellt und gibt täglich 350 bis 370 Portionen Essen aus. Jm Monat November wur den über 7500 Portionen ausgegeben. Die Mittel sind in Bad Nauheim selbst durch Sammlung von Geld und Naturalien auf­gebracht worden und gehen durch monatliche Beiträge ein. Die neuesten technischen Anlagen des Elisabethhauses, in dem im Sommer täglich für 250 Kinder und Erwachsene gekocht wird, kommen der glatten Abwicklung der täglichen Kocharbeit und Ausgabe sehr zustatten. Es ist beabsichtigt, die Winterküche bis April durchzuführen.

Schotten. Hier gelangte die Gesangsposse ,,, Münchhausen im Vogelsberg" zur wohlgelungenen Uraufführung. Der Lokal­dichter Dr. med. Koenigen entnimmt den Stoff der heiteren Er­zählung des verstorbenen Dichters Otto Müller. Die Musik ist von dem Gießener Komponisten Paul Buchwald geschrieben. wird Was der ,, Datterich" für Starkenburg ist, das ,, Münchhausen im Vogelsberg" für ganz Oberhessen werden. Alsfeld. Ein 21jähriger Schneider aus Ruhlkirchen, der mit seinen Kameraden damit beschäftigt war, einen Sportplatz zu errichten, wurde von einem umstürzenden Baumstamm der­art getroffen, daß er auf der Stelle tot war.

nun

Darmstadt. In einer im städtischen Saalbau stattgefunde nen nichtöffentlichen Generalversammlung der Darmstädter Volksbank wurde die fristlose Entlassung der bisherigen Vor­standsmitglieder beschlossen.

Darmstadt. Der Wohnwagen eines Händlers geriet durch den überhitzten Ofen in Brand und wurde völlig vernichtet. In den Flammen fam ein drei Monate altes Kind um.

Eberstadt. Die Vereinsbank Eberstadt sah sich infolge ein­getretener Zahlungsschwierigkeiten gezwungen, am Samstag vorläufig ihre Schalter zu schließen.

,, Dreitönigstreffen" in Lichtenberg i. Odw.

Wie seit Jahren findet auch in diesem Winter, und zwar am Sonntag, den 3. Januar, das ,, Dreikönigstreffen" für die im Hessenbund und evangelischen Verband weiblicher Jugend zusammengeschlossenen Vereine statt. Das Treffen ist in erster Linie als ein Arbeitstreffen gedacht.

Der Humor als Retter.,

Aus Mainz teilt eine Frankfurter Zeitung mit: ,, Der Kar­neval in Mainz soll auch in diesem Winter traditionell durch­geführt werden. So wurde mit einer Närrischen Notverord­nung" in der wieder mit zündendem Witz ausgefüllten Gene­ralversammlung des Mainzer Karnevalvereins widerspruchslos beschlossen. Die Veranstaltungen sollen der Zeit entsprechend natürlich bescheidener sein und unter der Devise Wir helfen durch Humor" im Dienste der Wohltätigkeit stehen". Jm ver­gangenen Jahr, so wird mitgeteilt, wurden 4400 RM.(!) für wohltätige Zwede erübrigt, vielleicht der Umsatz einer ein­zigen, mäßig besuchten Karnevalsfestlichkeit. Muß man wirt­lich sich die Not des Volkes zum Dedmantel nehmen, wenn man es nicht lassen kann, der Narretei zu huldigen? wurde Dr. Zum Berufsbürgermeister Ober- Ingelheim. Georg Rüdert- Darmstadt mit 11 gegen 3 Stimmen gewählt. Marburg. Die Landwirte des Kreises Marburg beschlossen, bei Zwangsversteigerungen von landwirtschaftlichem Besitz tein Gebot abzugeben. Alle Personen, die bei derartigen Versteige­rungen Gebote abgeben, sollen geächtet werden.

Weglar. Der Kreistag stellte ein Defizit von über 500 000 Mark fest, das durch Heraufschraubung der Kreisumlagen, Bier­und Bürgersteuer gededt werden soll.

Frankfurt a. M., Der Mörder des am 9. September bei Kalbach ermordeten Feldschützen Hattemer wurde vom Schwur­gericht zu 14 Jahren und 2 Monaten Zuchthaus verurteilt.

Frankfurt a. M. Jn hiesigen Delikatessengeschäften werden seit einigen Tagen die ersten neuen Kartoffeln aus dem Süden

ist Gustav Adolf nicht beschieden gewesen. Aber, wenn er auch abschiedsschwer einst in Stocholm, vor dem Beginn seines deut­schen Feldzuges, gesprochen: Fallen wir auch sern von der Heimat, so sterben wir doch für sie," so ist das Wahrheit im weitesten Sinn geworden. Fern von seiner schwedischen Heimat ist er gefallen und für die Heimat des Protestantismus, deren Zukunft er gerettet hat, ist er gestorben.

Schmüdung der deutschen Kriegsgräber im Auslande.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat es sich u. a zur Aufgabe gemacht, im Auftrage der Angehörigen der Ge fallenen die Gräber fern der Heimat mit Kränzen zu schmüden. Zu den Tagen, an denen vornehmlich seit einer Anzahl von Jahren die Gräber auf diese Weise betreut werden, gehört auch Der Volkstrauertag ,, Reminiscere" im Jahre 1932 der 21. Fe­bruar­Wohl fällt es heute den meisten schwerer denn je, Den für eine Grabichmüdung im Auslande verhältnismäßig ho­hen Betrag aufzubringen; aber ebenso wie der Menschenstrom in diesem Jahre am Totensonntag und am Allerscelentage sich nach den Heimatfriedhösen bewegte, um die teuren Gräber zu pflegen, werden es viele trotz der Not der Zeit sich nicht nehmen lassen, für das ferne Grab des Verwandten oder Kameraden im Ausland zum Voltstrauertag zu sorgen.

Anträge auf Schmüdung von Gräbern müssen mindestens vier Wochen vorher, für den Voltstrauertag also spätestens am 24. Januar, in Händen des Volksbundes sein. Da aber- vor allem in Franfreich, Belgien, Galizien, Jugoslawien und Ru­mänien viele der früheren Anlagen aufgehoben und die To­ten auf andere Friedhöfe überführt sind, empfehlen wir den Angehörigen, die noch keine Austunft über die jetzige Lage eines Kriegsgrabes eingeholt haben, jich möglichst bald mit dem Volks bund ins Benehmen zu setzen. Bei Bestellung eines Grabschmuf­tes sind folgende Angaben erforderlich: Vor- und Zuname, Dienstgrad und Truppenteil des Gefallenen, ferner Friedhof ( Land und Provinz) und die Grabnummer oder der Vermert Sammelgrab.