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,, Gießener Zeitung"

Nr. 58

Mittwoch, den 22. Juli 1931.

Neue westdeutsche Staffelmeister.

Gelegentlich eines leichtathletischen Meetings, das am Sonn­tag von Dinslolen 09 bei mäßigem Wetter vor 2000 Zuschauern durchgeführt wurde, kamen auch die westdeutschen Staffelmeister­schaften über 4 mal 400 und 4 mal 1500 Meter zum Austrag. Trotz der sehr schlechten Bahnverhältnisse gab es gute Leistungen und spannende Kämpfe. Zur 4 mal 400 Meter- Staffel traten von 12 gemeldeten Staffeln nur drei an. Eine besondere Ent­täuschung bereitete das Fehlen der Nöller- Staffel des Kölner BC., in deren Abwesenheit dann Duisburg 99 das Rennen leicht gewann. Die 4 mal 1500 Meter- Staffel brachte einen ebenso sicheren Sieg von Düsseldorf 99 vor Schwarz- Weiß- Essen. In den Rahmenwettbewerben gab es, abgesehen von einem 100- Meter­Lauf von Butepieper- Essen in 10,9 Set. feine besonderen Lei­stungen. Die Staffel- Ergebnisse:

4X400 Meter: 1. Duisburg 99 3:28 Min., 2. Sp.V. Hamm 3: 31,2 Min., 3 Preußen Krefeld 3:33 Min. 4X1500 Meter: 1. Düsseldorf 99 17:24 Min., 2. Schw.- Weiß Essen 17:33 Min., 3. Preußen Krefeld 17:36 Min.

Auch ein Weg zur

-

Verständigung!

Von der Vereinigung Deutscher Reisebüros wird uns ge­schrieben:

Die neue Verordnung über Kapital- und Steuerflucht ent= hält auch die Bestimmung, daß Reisen nach dem Ausland unter eine Strafe von 100 RM. gestellt werden. In der Tagespresse ist bereits darauf hingewiesen worden, daß der praktische Nutzen dieser Verordnung nicht nur gleich Null sein, sondern sich in seiner Wechselwirkung als schädlich für den deutschen Verkehr und damit für die deutsche Wirtschaft erweisen muß.

Die Vereinigung Deutscher Reisebüros E. V. hat in einer Eingabe an das Reichsfinanzministerium den dringenden An­trag gestellt, diese Bestimmung sobald wie möglich wieder auf­zuheben. In der Begründung gelangte zum Ausdruck, daß die deutschen Verkehrsorganisationen und Verkehrsunternehmungen jährlich viele Millionen Mark für Propaganda im Auslande ausgegeben haben, um den Verkehr nach Deutschland zu heben. Die neue Verordnung ist jedoch in hohem Maße geeignet, den mit vieler Mühe und großen Unkosten aufgebauten Fremden­verkehr schwer zu schädigen.

Beziehung eine Mittelstellung ein zwischen den Teerbauweisen| beitsausschusses des Verwaltungsrats der Deutschen Reichspost und Kleinpflaster. Je dünner die geteerte oder asphaltierte Gesteinsschicht gewählt wird, umso höher ist der Einbaulohn im Vergleich zum Materialpreis. Bei Oberflächenteerungen bc­trägt der Einbauloha etwa ein Biertel bis ein Drittel der Ge­samtkosten.

Daß beim Bau von Teerstraßen etwa neun Zehntel un­gelernte Arbeitslose beschäftigt werden, ist besonders für die Gemeinden und Kreise wichtig, in denen keine Facharbeiter an= sässig sind. Wenn nämlich, wie das vielfach notwendig ist, aus­wärtige Steinsetzer beschäftigt werden, so erhalten die Gemein­den und Kreise vom Reiche nicht den Zuschuß von 3 Mt. je Arbeitslosentagwerk, der bei Beschäftigung ausgesteuerter ört­licher Erwerbsloser gewährt wird.

Wir könnten uns denken, daß viele ausländische Stellen sich vergnügt die Hände reiben werden über das vorzügliche Propagandamittel, das ihnen von Deutschland geliefert wird. Es wird in Zukunft nicht schwer fallen, von Reisen dorthin ab­zuraten. Daneben ist aber anzunehmen, daß scharfe Maßnah­men seitens des Auslandes nicht ausbleiben werden, so daß der Ueberschuß aus dem ausländischen Fremdenverkehr in Deutschland, auf den die deutsche Wirtschaft heute weniger denn je verzichten kann, verloren geht. Diese Gegenmaßnahmen wer­den sich jedoch nicht nur auf den Personenverkehr erstrecken, son­dern vor allen Dingen auch auf den Wagenverkehr, so daß der deutsche Export in erster Linie darunter zu leiden haben wird.

Eine Bestimmung, die in hohem Maße geeignet ist, die an­gestrebte Verständigung zu erschweren oder die günstigen Folgen einer solchen in das Gegenteil zu verkehren, muß daher so schnell wie möglich aufgehoben werden, ehe sie propagandistisch gegen Deutschland ausgewertet werden kann.

Straßenbau

Zu Gunsten des Kleinpflasters pflegt geltend gemacht su werden, daß in seinem Kaufpreis rund 50 Prozent Arbeitslohn enthalten sind. Das ist aber kein besonderer Vorzug des Klein­pflasters. Denn auch im Preise des geteerten Gesteins sind rund 50 Prozent Arbeitslohn enthalten. Die Gleichheit der Lohnanteile erklärt sich dadurch, daß Kleinpflastersteine eben o wie Steinschlag größtenteils maschinell hergestellt werden. Im Preise des Steinteers sind außer sonstigen Löhnen auch An­teile an Bergarbeiterlöhnen enthalten, die zur Gewinnung der Kohle gezahlt wurden, aus welcher Rohteer als Ausgangsstoff des Straßenteers gewonnen wird. Deshalb trägt die Verwen­dung von Straßenteer mehr zur Entlastung des Arbeitsmarktes bei, als die Verwendung von Asphalt, dessen Rohstoff im Aus­land gewonnen wird.

Es ergibt sich also, daß durch Herstellung dünner Teer­beläge bei gleichem Geldaufwand nicht nur die größte Fläche neuzeitlich hergerichtet werden kann, sondern daß dabei auch die größte Zahl von ortsansässigen Erwerbslosen beschäftigt werden kann.

Unsere Verwaltungen

Reich

brauchen in der heutigen Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs Jahr Deftl. Verw. insges. in Mill. RM. 7 178,3 14 465,9 18 465,9

1913/14 1925/26 1927/28 1930/31

in Mill. RM

2375,8

5321,0

7153,9 8484,4

vom 15. Juni 1931 zu werfen In der erwähnten Sigung ist die Frage gestellt worden, ob über die die Reichspost berührenden Bestimmungen der Notverordnung zwischen der Deutschen Reichspost und der Reichsregierung verhandelt worden sei und welche Stellung das Reichspostministerium dabei eingenommen habe. Der Staatssekretär Dr. Sautter erklärte dazu namens der Reichspost folgendes.

Neben diesen ungeheuren Cummen, die sie hauptsächlich aus dem verarmten Mittelstand herausziehen, hat sich die Summe ihrer Schulden, d. h. aufgenommenen Anleihen, in den letzten drei Jahren in Reich, Land und Großstadt wie folgt entwickelt:

4 805 Mill. RM. 8 358 Mill. RM.

31. 3. 1928 30. 6. 1929 31. 12. 1929 30. 6. 1930 31. 12. 1930

10 085 Mill. RM.

12 559 Mill. RM. 16 190 Mill. RM.

Der reiche" Hausbesitz.

,, Alle Vorarbeiten der Notverordnung sind streng geheim im engsten Kreise, zu dem wir nicht gehörten, behandelt worden.

Eriche

Bezugspreis

Wenn das Ressort Gelegenheit gehabt hätte, dabei mitzuwirken, Redaktionsschluß fr so hätten wir natürlich unsere Bedenken geltend gemacht. Aber ndung nicht verl

angesichts der großen Finanznot des Reichs hätte das wohl nichts genügt." Auch die Spitzenvertretung des Handwerks hat nicht zu dem engsten Kreise gehört, an dem die Reichspost nicht teilhaftig war, andere Kreise der Wirtschaft wohl ebensowenig. RH.

Die deutschen Handwerker in Südbrasilien. D. A. J. Schon vor einem Jahr wurde in Porto Alegro, der Hauptstadt Rio Grande do Suls, ein ,, Deutscher Handwerker­verband" gegründet, der auch eine eigene Verbandszeitschrift

Der Hausbesitz steht in dem Rufe, daß er derjenige Stand sei, dem es bei weitem am besten gehe. Mit diesem Aberglauben räumt aber eine Arbeit des Statistischen Reichsamtes über die Einkommensteuerveranlagung für 1928 auf. Es ist dort aus­RM

im Dienste der Erwerbslosenfürsorge. geführt, daß das Einkommen

Hierzu wird uns geschrieben:

In Ihrem Blatte wurde kürzlich in dem Artikel: Die Stadt haftet für den Zustand ihrer Straßen" darauf hingewie­sen, daß fast bei allen Gemeinden die Mittel für den Ausbau der Straßen gekürzt seien. Man teere deshalb vielfach die Straßen, weil diese Bauweise erlaube, mit geringstem Geld­aufwand die größte Fläche sachgemäß herzurichten. Bekanntlich ist der Bau der Straßen eine der wenigen Gelegenheiten zur pro­duktiven Erwerbslosenfürsorge. Deshalb liegt die Frage nahe, ob auch bei den Teerbauweisen ebensoviel Leute beschäftigt wer den, wie bei anderen Bauweisen, z. B. Kleinpflaster. Es dürfte die Allgemeinheit interessieren, was hierüber die, Deutsche Bergwerks- Zeitung" vom 1. 5. 31 schrieb:

Wenn für 100 000 RM. auf vorhandenen Unterbau eine Kleinpflasterstrede gelegt wird, entfallen auf die Beschaffung des Materials etwa 90 000 RM., auf Segerlohn jedoch nur 10 000 RM., davon vier Fünftel auf Facharbeiter, aber nur ein Fünftel auf ungelernte örtliche Erwerbslose. Für 100 000 RM. kann eine Fläche von 10 000 Quadratmeter hergestellt werden.

Wird aber für die gleiche Summe auf vorhandenen Unter­bau eine Dede aus geteertem Gestein von 5-7 Zentimeter Stärke aufgebracht, so ergibt das eine Fläche von etwa 25 000 bis 30 000 Quadratmeter. Also das 2,5- bis 3fache wie bei Kleinpflaster. Hierbei entfallen auf die Materialkosten knapp 90 000 RM. und auf Einbaulöhne 10 000 bis 12 000 RM., davon aber 90 Prozent auf ungelernte Erwerbslose und nur 10 Pro­zent auf Facharbeiter. Die Asphaltbauweisen nehmen in dieser

des Hausbesitzers des Landwirtes des Rentners

des Kapitalisten

des Gewerbetreibenden

der freien Berufe

des veranlagten Angestellten

801,- I 380,- I 482,

" 1

"

2 041,

" 1

3 427, 5.564,- 11 638,-

17

"

44. Jahrg

Der Feldzug de gonnen. Er wurde r

herausgibt und über eigene Wohlfahrts- und Unterstützungs: inländischen Kapital

einrichtungen verfügt. Nachdem so in der Hauptstadt ein star­kes Fundament geschaffen war, ist nun der Hauptvorstand des Verbandes auch in das Innere des Landes gegangen, um dort durch Bildung von Ortsgruppen in den handwerklichen Mittel­punkten die Zusammenfassung aller Kräfte im ganzen Lande durchzuführen. Die Schwierigkeiten, mit denen unter der heu­tigen Wirtschaftslage auch das Handwerk überall zu kämpfen hat, erleichterten diese Absicht. So sind in kurzer Zeit auf der Serra verschiedene Ortsgruppen erstanden, in Jjuhy, S. Angelo und Neu- Württemberg, denen weitere folgen sollen. Die Er­weckung des Standes- und Zusammengehörigkeitsgefühls wird nicht zuletzt auch dem Zusammenschluß des Deutschtums und sei­ner Volkstumserhaltung zugute kommen.

Neue Bücher.

in einem Lande, das leidet und alles dard heimischen Wirtschaf dings nicht sein, der iberwog jogar vielfo polle Uebel jei mit i bas anpaljungsfähig die Mafchen eines G Bulpigung der Not Mittel finnen, wie d puntt ebenso beschän gungen beklagensw Den fönne. Deutschlands lverforgung. Vor were Vertrauensi Geldgeber zogen di Kredite zurüd. Glei ttter Kapitalfluch ohl noch vor Jah ben, der Vermögen Inlagen herauszieht tingere Berzinjung dem Einfall gesagt, lungsmittel umzuta englischen Pfunden unfruchtbar, zinslos

,, Brot", von Dr. V. Klopfer, Verlag für angewandte Lebenspflege, Emil Pahl, Dresden A 16.( Preis 50 Pfg.). In dieser Schrift erläutert der Verfasser auf Grund langjähri ger praktischer Erfahrungen die Bedeutung des Roggenpoblems und weist nach, daß der Roggen an sich namentlich im Gehalt an lebenswichtigen Stoffen dem Weizen überlegen ist und daß kein Grund besteht, das Weizengebäd dem Roggenbrot vorzuziehen.

im Durchschnitt betrug. Das Einkommen des Hausbesitzers be­trug also nur etwa halb so viel, wie das des Landwirtes und den vierten Teil des Handwerkers. Es ist unbestritten, daß es diesen beiden Berufen schlecht geht, doch beweist diese Gegenüber­stellung schlagend, daß es mit dem Hausbesig im Jahre 1928 bereits trostlos aussah, zumal der größte Teil der Hausbesitzer überhaupt nicht zur Einkommensteuerveranlagung herangezogen wurde. Trotzdem liegt der Durchschnitt nur ganz wenig über der steuerfreien Grenze von 720,- RM. Da seit dem Jahre 1928 die Ausgaben des Hausbesizes nicht unerheblich gestiegen sind, hat sich die Lage des Hausbesizes erheblich verschlimmert. Die Zahl der Steuerpflichtigen für das Jahr 1930 wird er heblich zurückgegangen sein; der durchschnittliche Betrag dürfte sich noch etwas dem steuerfreien Betrag von 720,- RM. an genähert haben.

Eine interessante Feststellung.

Geschichte des 9. Westpreußischen Inf.- Regts. Nr. 176. In einigen Wochen erscheint im Verlag, Tradition", Wilhelm Kolk, Berlin SW. 68, die Geschichte des Inf. Regts. 176, bearbeitet durch; Major a. D. Preußer auf Grund der Regimentsaften und Feldzugsberichte ehemaliger Angehöriger des Regiments.

Nach dem Erscheinen der Notverordnung sind Stimmen laut geworden, die Spitzenvertretung des Handwerks habe es unterlassen, sich rechtzeitig und mit Erfolg in die Vorarbeiten zu der Verordnung einzuschalten. Im Hinblick darauf ist es lehr­reich, einen Blick in die Niederschrift über die Sigung des Ar­

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Universal- Verbands- und Vereinskassebuch

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wird in jeder gewünschten Stärke geliefert. Die Anschaffung für das kommende Jahr ist jetzt zu empfehlen. Der Rechner weiß zu jeder Minute, was er eingenommen hat an Mitgliedsbeiträgen, Eintrittsgeldern, von Veranstaltungen usw. usw. und was er ausgegeben hat für Bundes- und Ver­bandsbeiträge, für allgemeine Verwaltung, für Reisespesen, für sonstige Vergütungen, für Veran­staltungen, für Anschaffungen, Reparaturen, für Unterstützungen, Steuern usw. usw.

Am Jahresschluß genügt der Abschlußstrich, die einzelnen Spalten zusammengezählt, die End­zahlen der Ausgabespalten von denen der Einnahmespalten oder umgekehrt abgezogen. Das ist eine Arbeit von nur wenigen minuten

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