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Samstag, den 21. Februar 1931.

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Demonstrationsverbot.

Das Kreisamt hat für den Samstag, den 21., und Sonntag, den 22. Februar, für den ganzen Kreis Gießen alle Auf- und Umzüge, insbesondere alle unter freiem Himmel stattfindenden Veranstaltungen der kommunistischen und nationalsozialistischen Organisationen sowie des Stahlhelms verboten. Das Verbot erstreckt sich nicht auf die am 21. und 22. Februar stattfindenden Veranstaltungen des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold.

Anhänglichkeit.

Man staunt heute, wenn man irgendwo einmal von Dienst­boten, ach so, Hausangestellten hört, die durch Jahre oder gar Jahrzehnte an ein und derselben Stätte tätig sind. Das kann man sich faum mehr vorstellen. Diese ,, alten" Leutchen sterben auch wirklich immer mehr aus. Denn diese Art Anhänglichkeit entspricht eben nicht dem Geist der Zeit, wo alles Patriarcha­lische" belächelt wird und sogar sehr verdächtig ist. Aber es war doch auch etwas Schönes um solche Dienstboten- Treue. Es tam vor, daß zu guter Letzt der getreue, dienende Hausgenosse mit in die Erbgruft der Herrschaft bestattet wurde, damit das persönliche Verbundensein noch über den Tod hinaus zum deut lichen Ausdrud fäme. Da war etwa das bäuerliche Sinnbild, Rechen und Heugabe gekreuzt, auf dem Dentsteine angebracht, und dazu kam die freundliche Inschrift: Hier liegt der Bauer mit seinem Knecht, und so ist's recht!" Die Geschichte be= richtet von hübschen und rührenden Zügen der Anhänglichkeit ans angestammte Herrscherhaus. Das fonnte ja bisweilen auch recht ergötzliche Formen annehmen.

Anhänglichkeit ist oft und gern verwandt mit Dankbarkeit. Freilich, fein Sprichwort trifft so oft zu wie ,, Undank ist der Welt Lohn!" Davon- und Auseinanderlaufen ist gerade heut­zutage eine beliebte Sache. Das Gute, das man von dem an­dern hatte, ist so bald vergessen. Allein, es findet sich auch noch treues und dankbares Gedenken. Kein Aufhebens braucht da= rüber gemacht zu werden. Genug, daß so etwas auch in unse= ren egoistischen und materialistischen Zeiten tatsächlich noch vor­handen ist! Ein Nächstes und Gegebenstes nach gut deutschem Sinn und Brauch ist die Anhänglichkeit im Rahmen von Sippe und Familie. Nichts Dümmeres fann es geben, als ein schnodd­riges Verächtlichmachen solcher Treugesinnung. Entsprechend

Joll uns auch die Anhänglichkeit an Heimat und Vaterland et­was Hohes und Herrliches bleiben.

* Aus dem Gerichtssaal. Unter der Anklage der Amtsunter­schlagung und der schweren Urkundenfälschung standen zwei Be­amte vom Bahnhof Oberrosbach bei Friedberg vor dem hiesigen Gericht. Die Angeklagten hatten sich ansehnliche Unterschlagun­gen zuschulden kommen lassen, die sie bei dem Verkauf von Wochenfahrkarten und bei der Berechnung von Frachten began= gen hatten. Während der eine seine Verfehlungen eingestand, bestritt der andere hartnädig die Anklage. Er hatte jedoch damit lein Glück. Der Staatsanwalt beantragte wegen Verbrechens im Amte eine Strafe von Jahren bezw. 1 Jahr 2 Monate Zuchthaus; das Gericht erkannte auf je 1 Jahr Gefängnis, wo­bei es den Angeklagten ihre bisherige gute Lebensführung als Milderungsgrund anrechnete.

* Ein Verband der hessischen Blinden. Nach dem Vorgehen in anderen Ländern haben sich die Blinden Hessens nunmehr auch in einem Landesverband zusammengeschlossen. In Hessen gibt es zurzeit 761 Blinde, von denen bisher 160 organisiert sind. Der Vorsitzende des Landesverbandes der hessischen Blinden ist Johann Hörn, Darmstadt.

* Schafft dem Handwerk Arbeit. Erkennt die große volks= wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks durch die Tat an! Bestellt und kauft beim Handwerker, er ist der Fachmann! Handwerksarbeit ist im Grunde preiswerter als, billige" Mas­Fenerzeugnisse. Denn als gediegene Wertarbeit perbürgt sie eine wesentlich längere Lebensdauer. Der Verlust von Auf­

neutralen Mächte über ihre Einflußnahme auf den Frieden zustande gekommen wäre."

Die gewaltigen Entsaz- Armeen, die Gambettas Feuer- Atem aus der Erde stampfte", zerschellten an dem Heldenmute der Deutschen Truppen. Der Krieg ging seinem Ende entgegen. Baris war durch die Beschießung, durch Hunger und Aufruhr mürbe geworden. Am 23. Januar begannen die Verhandlungen über den Waffenstillstand mit Jules Favre. Die Woche vom 23. bis 28. Januar brachte Bismard die schwersten Anstrengun gen, aber er bewies glänzend seine Meisterschaft. Vorerst wurde nur ein dreiwöchentlicher Waffenstillstand geschlossen, damit eine nach Bordeaux zu berufende National- Versammlung die Frage über Krieg und Friede entscheide. Gambetta wollte trotz der werzweifelten Lage die Hoffnung auf eine günstige Wendung mod) immer nicht aufgeben; er erließ nochmals einen Aufruf, das französische Volk möge eine national gesinnte, tapfere Volks vertretung wählen, die nur zu einem ehrenvollen Frieden sich bereitfinden ließe. Deshalb sollten alle Personen, welche von Der napoleonischen Regierung ein höheres Amt angenommen Hätten, von der Wählbarkeit ausgeschlossen sein. Als jedoch Bismard dem Minister Favre erklärte, er könne nicht Wahlen zulassen, die unter der Herrschaft von Willkür und Unter­Brückung stattfinden sollten", wurde das Wahldekret Gambettas von der französischen Regierung für null und nichtig erklärt. Gambetta sah sich gezwungen, seine Entlassung zu nehmen. Die Wahlen ergaben, wie zu erwarten war, eine starke tonservative Mehrheit. Der 74jährige Thiers trat als Präsident an die Spitze der Republik.

Im Auftrage der National- Versammlung begaben sich Thiers und die Minister Favre und Picard nach Versailles. Die Lo­fung: nicht einen Fuß breit Landes zu opfern, war längst auf­gegeben. Zur Abtretung des Elsaßes mit Straßburg war Thiers hon entschlossen. Bismard forderte aber nicht bloß das Elsaß mit Straßburg und Belfort, sondern auch Deutsch- Lothringen mit Meh wurde geheischt und überdies eine Kriegstosten- Ent­hädigung in Höhe von sechs Milliarden Francs. Im Laufe der Verhandlungen willigte Bismard, nachdem Molttes Rat eingeholt war, ein, daß Belfort den Franzosen belassen bleibe. Die Gesamtentschädigung wurde auf fünf Milliarden Francs fitgesetzt.

Die Bedingungen des Vorfriedens wurden in zehn Artikeln festgelegt und am 26. Februar 1871 in Versailles das denkwür­dige Schriftstüd unterzeichnet, das also beginnt:

,, Entre le Chancelier de l'empire germanique Monsieur le comte Otto de Bismard- Schoenhausen und

le Chef du Pouvoir exécutif de la République française, Monsieur Thiers."

,, Gießener Zeitung"

trägen und Absatzmöglichkeiten durch Regiebetriebe und durch die Zunahme der Schwarzarbeit, die Anziehungskraft der Wa­renhäuser, der Einheitspreisgeschäfte und Konsumvereine, sie mehren im Handwerk den Hunger nach Arbeit und unterbinden ganz von selbst Ueberforderungen.

* Versammlung. In einer Protest- Rundgebung der Natio­nalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei spricht am Sonntag, dem 22. Februar, abends 8.15 Uhr, in der Turnhalle Reichs­tagsabgeordneter der NSAPD. Ringshausen von Offenbach.

* Oeffentliche Vorträge über Physiologie. Ueber Die Funktionen des Nervensystems" spricht am Sonntag, dem 22. Februar, um 11.30 Uhr, im Physiologischen Institut Pro­fessor Dr. Bürker.

* Konzertverein. Als neuntes Konzert fommt am Donners­tag, dem 26. Februar 1931, abends 7.30 Uhr, das Oratorium von G. F. Händel ,, Der Messias" zum Vortrag.

* Allgemeiner Deutscher Frauenverein. Frau Dr. Gertrud Bäumer hält am Samstag, dem 21. Februar, abends 8.15 Uhr, im großen Hörsaal der Universität einen Vortrag über ,, Familie und Beruf im Frauenleben".

* Bund ,, Königin Luise". Heute, Samstag, den 21. Fe­bruar, abends 8.15 Uhr, hält Frau von Ulrich- Kassel in der ,, Stadt Lich" einen Vortrag über Die Stellung der Frau zu Deutschlands Not".

* Goethe- Bund. Der 4. Dichterabend ist am Montag den 23. Februar, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula. Aus eigenen Werken wird Edwin Erich Dwinger lesen.

* Obst- und Gartenbauverein. Am Sonntag, dem 22. Fe­bruar, nachmittags 3 Uhr, findet im Kaufmännischen Vereins­haus die Hauptversammlung statt. Herr Garteninspektor Reh­nelt wird einen Vortrag über ,, Rosen und ihre Pflege" halten.

* Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband. Heute, Samstag abend, 8 Uhr, ist im Heim, in der Lonystraße, ein Lichtbildervortrag ,, Mit dem DHV. in die Schweiz".

* Geflügel- und Vogelzuchtverein 1897 e. V. Beim Gast­wirt Henkel( Walltorstraße) Samstag, den 21. Februar, abends 8.30 Uhr, Monatsversammlung.

* 50. Deutscher Aerztetag. Die Deutsche Aerzteschaft rüstet in diesem Jahr zum 50. Deutschen Aerztetag, der am 18. und 19. Juni in Köln stattfinden wird.

* Jagdkalender für Februar in Hessen( mitgeteilt vom Hess. Jagdklub, Darmstadt). Mit dem 1. des Monats hat bekannt­lich die Schonzeit für fast alles Wild begonnen. Zum Abschuß frei ist nur noch Schwarzwild, männliches Edel- und Damwild, Fasanenhähne, Waldschnepfen, Sumpfschnepfen, Trappen, Brach­vögel, Kiebitze, alles Raubzeug, wilde Kaninchen und wilde Tauben. Die gesetzliche allgemeine Hegezeit in Wald und Feld ist erössnet. Der sorgsame Jäger, der seinem Wild ein Schutz, ein Hort sein will, findet trotzdem jetzt immer Arbeit im Revier durch Beschickung der Fütterungen, durch reichliches Auslegen von Salzpfannensteinen, die zur Gesunderhaltung und zur Förderung des Aufbaues der Trophäen von größter Wichtigkeit sind. Nicht zu vergessen ist, daß gerade jetzt strengste Aufsicht im Revier dringendstes Erfordernis ist. Schon be­ginnt die Reihzeit der Wildenten. Die Füchse ranzen. Gegen Ende des Monats nimmt der Raubvogelzug seinen Anfang, der Strich der Waldschnepfen beginnt. Wenn auch die Feld­hühner bei uns noch in Ketten zusammen sind, so ist doch am Benehmen der Hasen das kommende Frühjahr schon zu bemer­fen. Hoffentlich bleibt uns ein strenger Nachwinter erspart.

Gesunde Küche im März.

Wichtiges Erfordernis für eine gesundheitsgemäße Ernäh­rung ist die Verabreichung einer gemischten, d. h. alle Nähr­stoffe in genügender Menge darbietenden Kost. Da steht run im März die Hausfrau vor einer besonders schwierigen Aufgabe. Der Gemüsemarkt ist öde und leer, denn auch der letzte Kohl= topf ist verschwunden. Frisches, heimisches Obst fehlt gleichfalls. Die Mandarinen haben Saft und Kraft verloren, einzig die Apfelsine tann uns noch Vitamine bieten. Die auch im März noch geltenden Gebote der Fastenzeit mahnen, als Eiweiß­

Auf deutscher Seite unterzeichnete den Vertrag außer Bis­mark noch für Bayern der Graf Otto von Bray- Steinburg, für Württemberg der Freiherr August v. Wachter und für Baden der Minister Julius Jolly; für Frankreich unterschrieb als Minister des Aeußeren Jules Favre.

Am 10. Mai-- also zehn Wochen später tam nach er­neuten, langwierigen Verhandlungen, die erst in Brüssel, dann in Frankfurt a. M. geführt wurden, der Frankfurter Friedens­Vertrag zustande; an seinem Eingang steht diesmal: le Prince Othon de Bismard- Schoenhausen", da Bismard am 21. März gelegentlich der Eröffnung des ersten deutschen Reichstages in den Fürstenstand erhoben worden war.

Erst ein Machtwort Bismards hatte die schleppenden Ver­handlungen beschleunigt; Bismard sah sich zu start ,, ultimativen Noten" veranlaßt. In einer Instruktion vom 24. April betont

er:

Die schroffe Unnachgiebigkeit der französischen Regierung steht in einem eigentümlichen Kontrast mit der hilfsbedürf= tigen Begehrlichkeit, mit welcher sie seit sechs Wochen eine Konzession nach der andern von uns wie ein Recht fordert, während sie ihrerseits auch nicht eine der Verpflichtungen erfüllt, welche sie vertragsmäßig übernommen hat." Bis zuletzt behielt Bismard auch das, napoleonische Eisen" im Feuer. Nach Angabe des Herzogs von Gramont hätte Bis­mard noch in den Schlußverhandlungen das ,, bonapartistische Ge= spenst vor den Gesandten der Republik heraufbeschworen, um einen letzten Druck auf ihre Entschließungen herbeizuführen. Dr. Ludwig Roth.

Stubenluft.

Von H. Klepp- Berlin.

Es gibt ein durchaus untrügliches Mittel, um festzustellen,

ob die Luft in einem geschlossenen Aufenthaltsraum für Men­

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spender in erster Linie Fisch, insbesondere den billigen und abwechslungsreichen Seefisch, heranzuziehen.

Als Kohlehydratträger muß jetzt die Hausfrau ihre Zu­flucht zu den Hülsen- u. Mehlfrüchten nehmen. Erbsen, Linsen und Bohnen als Brei, als Suppen oder als Gemüse fommen dabei in Betracht. Sie enthalten vorwiegend Kohlehydrate, ge­ringe Mengen eines nicht vollwertigen Eiweißes und führen im Körper zu vermehrter Säurebildung. Es muß deshalb für Zugabe anderer, den Säureüberschuß ausgleichender Nahrungs­mittel, wie Milch und Kartoffel, stets Sorge getragen werden. Da die Hülsenfrüchte infolge ihres hohen Gehalts an Faser­stoff im allgemeinen schwer verdaulich sind und zur Bildung von Blähungen Anlaß geben, sollten sie nur von magengesun­den Menschen genossen werden, auf der anderen Seite aber regen sie die Darmtätigkeit an und fördern nicht selten die Stuhlentleerung.

Von den für die menschliche Ernährung verwendeten Ge­treideprodukten seien als inländische Graupen, Grütze, Grieß und Hirse genannt. Da bei ihrer Herstellung zweds Entfernung der unverdaulichen Zellulose außer den Kohlehydraten die wich tigsten Nährstoffe des Getreidekorns verloren gehen, so ist ihr Nährwert nur ein beschränkter. Aehnliches gilt für den Reis, der als ausländisches Getreideprodukt vielfach in der deutschen Küche Verwendung findet. Was die Hausfrau als Reis im Laden zu kaufen bekommt, ist aber fein Naturreis, sondern ein durch Schleifen, Polieren und Färben verändertes Reiskorn, dem vor allem die unter der Schale sitzenden Vitamine fehlen. Daher führt einseitige, ausschließliche Ernährung mit Reis zu der unter dem Namen ,, Beri- Beri" bekannten Mangelfrankheit. In Deutschland wird der Reis ja stets in Verbindung mit an­Deren, vitaminhaltigen Nahrungsmitteln, wie Milch, Früchten, Käse und dergleichen mehr, genossen oder als Beilage zu an­deren Gerichten gegeben, so daß Mangelkrankheiten danach nicht auftreten können. Die Vielgestaltigkeit der Reiszuberei­tung, ebenso wie seine leichte Verdaulichkeit sind der Grund da= für, weshalb sich der Reis auch die deutsche Küche erobert hat.

Wenn so der März ein Schmerzenskind der kochenden Hausfrau ist, so sei sie mit dem Hinweis auf den nahenden Frühling getröstet. In diesem Sinne: Auf Wiederlesen im April! Dr. C. K.

Aus Nah und Fern.

Ettingshausen( Kr. Gießen). Die auf den 8. März ange­setzte Bürgermeisterwahl in unserer Gemeinde findet nicht statt. Es ist nur ein Wahlvorschlag eingereicht worden, der auf den seitherigen Bürgermeister Ludwig Opper lautet. Dieser ist somit einziger Bewerber und gilt als gewählt.

Lich. Zu den gesetzlichen Gesellenprüfungen sind die An­meldungen für den Bezirk Lich bis zum 1. März beim Schlosser= meister Friedrich Schmidt I. zu machen.

Homberg( Kreis Alsfeld). Auf eine 50jährige Zugehörig­beit zur Freiwilligen Feuerwehr in Homberg bann der 78 Jahre alte Feuerwehrmann Georg Wilhelm zurückbliden. Dem verdienten Feuerwehrmann wurde aus diesem Anlaß im Rat­hause eine Ehrung bereitet. Kreisfeuerwehrinspektor Knierim­Alsfeld überreichte ihm das hess. Feuerwehr- Ehrenkreuz.

Demonstrationsverbot.

Friedberg. Das Kreisamt Friedberg macht bekannt, daß am Samstag, dem 21., und Sonntag, dem 22. Februar, im Kreise Friedberg alle Auf- und Umzüge, Durchmärsche, Kundgebungen und Versammlungen unter freiem Himmel verboten sind, soweit sie nicht vom Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold veranstaltet wer­den. Insbesondere werden alle unter freiem Himmel stattfinden­den Veranstaltungen kommunistischer oder nationalsozialistischer Organisationen und des Stahlhelms verboten.

Friedberg. Hier fand eine stark besuchte Generalversamm­lung des Milcherzeugerverbandes im Frankfurter Wirtschafts­gebiet unter Leitung von Landtagsabgeordneten& enche I statt. In dieser Versammlung wurde vor allem zu der Lage auf dem

meistens ersparen, wenn man sich darüber klar ist, was eigentlich am Wohlbehagen fehlt.

Drei Umstände sind es im wesentlichen, die die gesundheit: liche Zuträglichkeit oder Unzuträglichkeit der Luft bedingen, nämlich der Wärmegrad, der Feuchtigkeits- und der Staubgehalt. Nun sind aber diese drei Hauptumstände durchaus nicht völlig unabhängig von einander. Zeigt z. B. das Thermometer eine durchschnittliche Zimmerlustwärme von 16° bis 18° Celsius an, so sagt trotzdem jeder, der den Raum betritt, sofort: ,, Hier ist's aber fühl!" Der Grund für diese unbehagliche Empfindung liegt in der zu geringen Luftfeuchtigkeit. Zerstäuben von Wasser durch einen der bekannten Parfümzerstäuber oder noch besser Sieden von Wasser in einem offenen Teekessel schafft hier bald Abhilfe. Umgekehrt, klagt man bei durchaus nicht übermäßig hoher 3im­merluftwärme über Badosenhizze, Treibhausluft" oder der­gleichen, dann ist sicher die Luftfeuchtigkeit zu hoch. Zuführung bälterer Luft durch Fenster- oder Türenöffnen setzt bald den Feuchtigkeitsgehalt der Luft herab. Man sieht, Luftfeuchtigkeit und Luftwärmegrad sind in einem gegenseitigen Abhängigkeits­verhältnis, bei dem ein Bestwert nicht verlassen werden darf, ohne daß körperliches Unbehagen auftritt.

Aber auch der Staubgehalt der Luft wird bis zu einem ge­wissen Grade von der Luftfeuchtigkeit beeinflußt. Der in der Luft herumwirbelnde, feine Staub hat naturgemäß den gleichen Feuchtigkeitsgehalt, wie die ihn umgebene Luft. Von diesem Feuchtigkeitsgehalt hängt nun auch sehr stark die Schwere der einzelnen Staubteilchen ab. Feuchter Staub setzt sich daher schneller ab, als trodener. Größere Luftfeuchtigkeit bedingt also auch geringeren Staubgehalt. Man sieht daraus, daß der Feuch­

schen hygienisch einwandfrei ist oder nicht. Wenn sich nämlichtigkeitsgehalt der Luft in geschlossenen Räumen durchaus ein

ein gesunder Mensch in einem geschlossenen Raume wohl und behaglich fühlt, dann ist auch in bezug auf Lufthygiene alles in Ordnung. Jede Abweichung vom bekömmlichen Regelzustand zeigt der menschliche Körper sofort durch Unbehagen an. Natür­lich macht man dann allerlei Versuche, jenen Zustand im Raum herzustellen, bei dem das Unbehagen verschwindet. Nur sind diese Versuche vielfach planlos und darum auch meistens erfolglos. Solch plan- und erfolgloses Herumversuchen fann man sich aber

Umstand ist, dem in hygienischer Beziehung recht erhebliche Wich­tigkeit beizumessen ist. Auf diesen Umstand mehr als bisher zu achten und Rücksicht zu nehmen, bedeutet keineswegs Verweich­lichung oder Ueberängstlichkeit, sondern macht sich sehr bald be­zahlt, durch erhöhtes Wohlbehagen und was durchaus nicht zu verachten sein dürfte auch durch Verringerung der Heizungs= toften, da bei angemessener Luftfeuchtigkeit nur geringere Lust­wärme vom Körper gefordert und ertragen wird.