Samstag, den 19. Dezember 1931.
Interessen vertretende Syndikus des Arbeitsgeberverbandes , Dr. Luchs" hieß, verriet zur Genüge die Tendenz des Ganzen.
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Unzweifelhaft sollte diese Namenssymbolik auf der einen Seite die biedere und ehrliche Gesinnung der Gewerkschaftssetretäre und auf der anderen Seite die listige Verschlagenheit der Arbeitgebervertreter fennzeichnen. Damit aber nicht genug, verriet auch der ganze Verlauf der Handlung soweit man von einer solchen sprechen tann, daß sie darauf abzielte, die Arbeitgeber und ihre Gesinnung herabzusetzen; denn aus den Plädoyers des Herrn ,, Ehrlich" auf der einen und des Herrn ,, Dr. Luchs" auf der anderen Seite, ebenso wie aus dem schließlich gefällten Urteil und seiner Begründung ging mit genügender Deutlichkeit hervor, daß es sich bei dem unterstellten Tatbestand darum handelte, daß eine Firma unter Anwendung aller möglichen, nach dem Vortrag des Gewerkschaftssekretärs nicht ganz einwandfreien Kniffe den Versuch gemacht hatte, aus Eigennutz und unsozialer Gesinnung heraus eine Anzahl Arbeitnehmer zu entlassen, daß die Gewerkschaft sich in edler Weise der so bedrohten angenommen hatte und daß es ihr nun auch gelang, die Verurteilung der arbeitgebenden Firma zu erreichen.
Als besonders beschämend für die Arbeitgeberseite mußte dabei noch empfunden werden, daß der Synditus des Arbeitgeberverbandes eigentlich nur mit Rabulistik zu fechten schien, während der biedere Gewerkschaftssekretär sich als ganz außer ordentlich beschlagen in der Materie zeigte und die Entschei= dungen des Reichsarbeitsgerichts nur so aus dem Aermel schüttelte.
,, Gießener Zeitung"
am Heiligen Abend nicht mehr benötigt wurden. In diesem Jahr sollte man besonders darauf bedacht sein, frühzeitig mit den Einkäufen zu beginnen, um die Ruhe des Heiligen Abends nicht unnötig zu stören.
* Deutschlands Weihnachtsglocken. Eine Veranstaltung, die die Hörerschaft besonders erfreuen dürfte, sendet der Südwestfunt am Heiligabend, 21 Uhr, unter dem Titel:„ Deutschlands Weihnachtsgloden". Dreißig deutsche Dome läuten die Christnacht ein. Dabei soll versucht werden, nicht allein nur das Geläute wiederzugeben, sondern zugleich eine Charakteristik der verschiedenen Geläute und ihres Werdens aufzuzeichnen. Zusammenstellung dieser Veranstaltung, die auch vom Deutschlandsender übernommen wird, besorgte Carl Stueber.
Wir wollen einmal ganz davon absehen, daß die Vorführung einer solchen Arbeitsgerichtsszene von tatsächlichem und belehrendem Interesse nur für einen gang außerordentlich kleinen Kreis von Hörern bestimmt sein tann, nämlich nur für solche, die mit der sozialpolitischen Gesetzgebung ganz genau vertraut sind, und wenn in dem aufgeführten Hörbild soundso viel Reichsgerichtsentscheidungen zitiert worden sind, so wissen 999 pro Mille der Rundfunkhörer bestimmt damit nicht das geringste anzufangen. Aber wir müssen uns mit aller Entschiedenheit und aller Empörung dagegen wenden, daß sich der Rundfunt durch Aufführung solcher Hörspiele als Sprachrohr für Verhetzungsabsichten hergibt, und wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln der Wiederholung der= artiger standalöser Vorkommnisse einen Riegel vorzuschieben puchen.
Anmerkung der Redaktion: Wir stimmen dem Artikelschreiber voll und ganz zu. Allgemein sei hierbei gesagt, daß man oft gräßliches Zeug am Rundfunt zu hören bekommt. Die Wufsichtsbehörde sollte schärfer zensieren.
Lokales.
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* Weihnachts- und Neujahrspostverkehr. Der Schalterdienst und die Brieftastenleerung sind wie an Sonntagen. Die Ortsbriefzustellung, die Orisgeidzustellung, die Ortspaketzustellung und die Landzustellung fallen am Samstag, den 26. Dezember, 2. Weihnachtsfeiertag aus
Sollen wir in diesem Jahr noch Weihnachtsgeschenke machen?
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* Weihnachtsverkehr auf dem Zollamt. Die Amtsräume des Hauptzollamts Gießen, Liebigstr. 8, sind an den beiden Weihnachtsfeiertagen je von 11 bis 12 Uhr vormittags zur Abfertigung von aus dem Ausland eingegangenen Weihnachtspostsendungen geöffnet.
* Sonntagsrüdfahrkarten zu Weihnachten. Um einen zu starken Andrang zu den am 23. d. M. nachmittags abfahrenden Zügen zu vermeiden, wird die Geltungsdauer der Sonntagsrüdfahrkarten ausnahmsweise in diesem Jahre auch auf den Vormittag des 23. Dezember ausgedehnt.
Nr. 98.
ist, die Prüfung, und wird nun in den Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz ausgenommen werden. Bedingt durch den Wintersport im Vogelsberg steht die Gründung einer Kolonne in Herchenhain, dem höchstgelegensten hessischen Orte, bevor.
* Ausgabe von Arbeiterrückfahrkarten zu Weihnachten. Für die Dauer des diesjährigen Weihnachtsverkehrs wird die beson dere Ausführungsbestimmung 170 zu§ 11 der Eisenbahn- Verfehrsordnung( Entfernungsgrenze von 250 Kilometer für die Ausgabe von Arbeiterrückfahrkarten) ausnahmsweise außer Kraft gesetzt. Es können demnach in der Zeit vom 19. Dezember bis 27. Dezember 1931 Arbeiterrückfahrkarten auch auf Entfer= nungen über 250 Kilometer ausgegeben werden, die im Reichsbahn- und Saarbahnverkehr bis zum 4. Januar 1932 einschließlich gelten. Ferner ist für den Reichsbahnverkehr abweichend von den Tarifbestimmungen auch am 21., 22., 23. und 30. Dezember 1931 gestattet, Arbeiterrüdfahrkarten für die Fahrt vom Arbeitsort zum Wohnort zu benutzen.
Unser Leben ist bitter arm geworden und bei Hunderttausenden ein Kampf ums nadte Dasein. Und doch und gerade darum dürfen wir das letzte bißchen Liebe, den legten Freudenschimmer nicht auch noch wegnehmen. Wer noch etwas an Geld hat, der sollte es jetzt verwenden, lieben Menschen einen Erweis der Treue zu geben mit einem Geschenk, das nicht groß zu sein braucht, wohl aber sinnig gewählt und irgendwie mit einem persönlichen Stempel versehen, die deutliche Sprache redet: ,, ich hab dich lieb!" Namentlich unsere Kinder, die so manches entbehren und in einer so gang poesielosen Welt aufwachsen müssen, sollten wir die alten Weihnachtssitten und das Kinderparadies nicht rauben. Es braucht ja wirklich nicht viel zu fosten. Ein Weihnachtsbaum mit Lichtern, oder sei es im Notfall nur ein Zweiglein mit Kerzen, das klingende Glöckchen und die Weihnachtslieder dürfen nicht fehlen. Wir alle wollen unseren Heiligen Abend" haben, und zwar dort, wo er allein seinen Sinn hat, in der Familie.
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* Vom Viehmarit. Der aus Vertretern einzelner Vieh handels- Organisationen bestehende Verwaltungsrat des Bieh marktes Gießen hat besajlossen, seinen Mitgliedern zu empfchlen, den Gießener Viehmarkt bis auf weiteres nicht zu bejuajen. Als Grund dieser Maßnahme wird angegeven, daß die Stadtverwaltung eine Sentung der Gebuhien und untesten irot mehrfacher Hinweise niat vorgenommen yut uno auch dringe.. Die Bieyyande.s notwendige verbesserungen niat vornaym.
* Disenhalten der Friseurgeschäfte und Meggerläden am 3. Weihnachtsfeiertag. Am 3. Weihnachtsfeiertag, Sonntag, den 27. Dezember 1931, können in Gießen die Friseur- und Barbiergeschäfte in der Zeit von 9 bis 12 Uhr, und die Mezgerläden in der Zeit von 8 bis 10 Uhr, offengehalten werden.
Weihnachtsgeschäft und Heiligabend. Jm vorigen Jahr hat man mit dem frühen Ladenschluß am Heiligen Abend allfeits gute Erfahrungen gemacht. Es wird von den beteiligten Kreisen Verkaufsgeschäften und Kaufpublikum versichert, daß man mit der neuen Regelung durchaus einverstanden ist. Ohne irgendwelche Beeinträchtigung konnte das ganze Weihnachtsgeschäft so abgewidelt werden, daß die späteren Stunden
Gefährliche Weihnachtsgeschenke.
preise bewegen jia, jeit einem Suyr auf einer ubpe genoen Linie, so daß in legter zet die wejuaje beriw, ge, cha, te pur en viehhandel waren. Das stritte gehalten der beyouden a. Den ve buhren aben wird als eine außerordentliche Sauvigung des einheimischen Geweroes bezetanet.
Grun
Die Fünfziger vom Jahrgang 1882 haben sich dieser Tage zu einer Altersvereinigung zusammenge, chionen. Die dungsversammlung waylte Karl Dierlamm zum Vorjzenden. Weihnachtstonferenz. Der Verein evangel. Lehrer und Lehrerinnen im Freistaat Hessen halt seine gewohnte Weihnachistonferenz diesmal Dienstag, den 29. Dezember, vormit tags 10 Uhr, im Saale der Stadtmission in Darmstadt, Muhstr. 24, ab.
* Die Oeffentliche Bausparkasse für Hessen( Abteilung der Landestommunalbank- Girozentrale) in Darmstadt nahm am 14. Dezember ds. Js. im Sizungsjaal des Rathauses in Darmstadt in Anwesenheit einer Anzahl von Bausparern ihre vierte Bau geldzuteilung vor. Ausgelost und zugeteilt wurden diesmal
* Zuviel des Guten! In vielen Familien verdirbt man den Kindern das Weihnachtsfest dadurch, daß man ihnen erlaubt, alles mögliche durcheinander zu essen. Da müssen Fruchtkörbchen sofort geleert, Lebkuchen, Schokolade, Aepfel und Nüsse und sonstwelche Leckereien gleich vertilgt werden. Hierzu kommt eine anständige Portion fetter Braten und übergenug Kuchen und Stollen, von den Getränken ganz zu schweigen! Durch dieses wahllose Drauflos- und Durcheinanderessen wird den Ver= dauungsorganen eine Arbeit zugemutet, die sie oft nur mit größter Anstrengung und unter mehr oder weniger schlimmen Begleiterscheinungen Uebelkeit, Erbrechen, Blutandrang nach dem Kopf, Zahnfleisch- und Mandelentzündung bewältigen können. Der kurzen Eßfreude folgt ein langes Unbehagen und - dementsprechende Verstimmung. Dadurch wird manches Fest gründlich verdorben! Kinder wissen noch nicht recht Ursache und Wirkung abzuschätzen. Der Rat der Eltern, auch zum Weihnachtsfeste nicht unmäßig zu sein, ist daher wohl angebracht. Es ist durchaus nicht der Fall, daß der Körper profitiert, wenn er einfach mit guten, nahrhaften Dingen vollgepfropft wird; schwierige Verdauung schwächt den Körper oft mehr, als die Zusührung nahrhafter Stoffe nützen kann.
Von Medizinalrat Dr. Weber, Waldkirch. Weihnachten steht wieder vor der Tür und viele Eltern werden sich diesmal unter besonderen Schwierigkeiten den Kopf zerbrechen, womit sie ihre Kinder im Rahmen ihrer finanziellen Kräfte erfreuen tönnen. Möge es allen gelingen, die Gaben, die sie sich anbringen fönnen, wenigstens so zu wählen, daß ihre Lieblinge keinen Schaden davon haben.
Es ist hier weniger an die übliche Magenverderbnis durch übermäßigen Genuß von Süßigkeiten gedacht, es soll vielmehr von anderen Geschenken, von Spielzeug gesprochen werden, das Gefahren in sich birgt, die schon manche Weihnachtsfreude in großes Leid verwandelt haben.
Je kleiner die Kinder, um so größer die Gefahren. Wir müssen daran denken, daß fleine Kinder alles zunächst in den Mund steden, um zu versuchen, ob man es essen kann. Bei billigen Spielsachen wird auch billiges Material verwendet, schlechte Farben, die unter Umständen giftig sind und leicht abgehen, weiches Holz, von dem sich Splitter abbeißen und verschlucken lassen. Beides ist schon manchem Kinde recht schlecht bekommen.
* Auszeichnung. Dem 1. Obmann der Freiw. Gailschen Feuerwehr wurde von Branidirektor Braubach für 40jährige Dienste das Ehrenzeichen der hessischen Regierung überreicht.
155 000.- R.- Mart an 24 Bausparer, sodaß nunmehr nach un gefähr zweijährigem Bestehen der Bauspartasse im ganzen 410 000. R.-MB. an 55 Bausparer ausgelost sind.
Stadtratssitzung am 15. Dezember.
Samstag, den 19.
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Nach langer Pause hielt der Gießener Stadtrat am Diens tag dieser Woche unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Keller seine letzte Sitzung für dieses Jahr ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung übergab Rettor Schmidt dem Stadtrat als Zeichen des Dankes der Gewerbeschule einen Dunstvoll her gestellten Kasten, in dem bei Abstimmungen im Stadtrat die Stimmzettel gesammelt werden sollen. Die Tagesordnung selbst wurde dann rasch und reibungslos erledigt. Die Kom munisten versuchten durch alle möglichen Einwendungen auf sich aufmerksam zu machen. Dabei prallten Bürgermeister Dr. Hamm und Stadtratsmitglied Kestner( Komm.) aneinander. Herr Kestner mußte sich darauf später beweisen lassen, daß er ,, Theater" spiele und das war noch eigentlich sehr wenig gejagt.
* Bom Sanitätstolonncnwesen. Die Freiwilligen Sanitätsfolonnen vom Roten Kreuz gewinnen in Oberhessen immer mehr an Boden, dank der rührigen Tätigkeit des Provinzialinspektors Sanitätsrat Dr. Hahn- Bad Nauheim. Auch in diesem Jahre wurden wieder eine Reihe von Kolonnen, auch in Landorten, ins Leben gerufen. Am vergangenen Sonntag bestand in Wagenborn- Steinberg die neue Kolonne, die aus einer ehemaligen Abteilung des Arbeiter- Samariterbundes hervorgegangen
Feuerwerkskörper, Wunderkerzen sollen am Weihnachtsbaum nicht so angebracht werden, daß sie von den Kindern entzündet werden können. Wenn sie auch in der Hand des Erwachsenen gewöhnlich harmlos sind, kann findliche Unvernunft doch Schaden damit stiften.
So sind überhaupt alle brennbaren Gegenstände die größte Gefahrenquelle. Dampfmaschinen oder Puppenherde mit Spiritusbeheizung sollten immer nur unter Aufsicht Erwachsener in Betrieb genommen werden. Selbst die kleinen Kinderpistolen mit Zündblättchen sind nicht ganz unbedenklich, weniger vielleicht, wenn sie zu ihrem eigentlichen Zwed verwendet werden, als
wenn die Kinder mit den Zündblättchen Unfug treiben, indem sie 3. B. den ganzen Vorrat auf einmal anzünden. Bei dem spielerischen Nachahmungstrieb der Kinder ist heutzutage, wo so viel von Sprengattentaten die Rede ist, auch damit zu rechnen.
Die Rechnung der Stadtkasse für 1928 wird genehmigt. Verschiedene kleinere Kreditübertragungen werden gebilligt. Einer Reihe von Schanktonzessionen wird nach den Vorschlä gen des Sozialpolischen Ausschusses zugestimmt. Betr. der Lahnkanalisation wird ein Vorschlag des Bau- Ausschusses an genommen. Dem Rechnungsabschluß des Stadttheaters für 1930
mit 2 655.-R.-Mt. Kreditüberschreitung wird zugestimmt. Acht Baugesuche finden reibungslos nach Prüfung durch den Bau- Ausschuß die nachgesuchte Genehmigung. Die Mittel für die Erneuerung eines Gasofens im Gaswerf in Höhe von 8000.R.-Mt. weiden bewilligt. Der Vergebung der Auffüllungsar beiten in der Schottstraße an die Firma Abermann wird zuge stimmt. Der Bebauungsplan für das Gebiet ,, Hinter den Schießgärten" wird angenommen, desgleichen die Sperrung des Tril bergäßchen für den Durchgangs- Fahrverkehr.
Zum Schluß tam eine Reihe von kommunistischen Anträ gen, so der Antrag, eine Weihnachtsbeihilfe auszuzahlen und die Richtsätze des Fürsorgeamtes zu erhöhen, die Subvention für das Flugwesen, für das Theater zu streichen, sowie die Höchstgehälter auf 5000.- R.- Mark zu ermäßigen, wurde dem Finanzausschuß überwiesen. Genau so wie zwei weitere der So zialdemokraten, die einmal die im Landtag angenommenen Sätze der Nationalsozialisten bewilligt haben wollten oder aber wenigstens die Sätze vom vorigen Jahr auch für dieses Jahr vorschlugen.
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Ueberhaupt ist jedes Schießzeug, vom Blasrohr, Flizzbogen und Armbrust bis zur Windbüchse und Flobert, immer gefähr= lich. Es gibt wohl keine derartige Waffe, mit der nicht schon einem Kinde ein Auge ausgeschossen worden ist. Auf alle Fälle schärfe man den Kindern von vorneherein auf das allerernsteste ein, daß man mit beiner, auch nicht mit der harmlosesten Waffe, nie und unter feinen Umständen auf einen Menschen anlegen barf. Papierpuppen zum Ausschneiden sind zwar ungefährlich, aber mit der Schere können Kinder Unheil anrichten. Sie sollen nie Spitze Scheren, sondern nur solche mit abgerundeten Klingen in die Hand bekommen. Es ist ganz merkwürdig, welche Anziehungsfraft auf die Augen alle spitzen Gegenstände in Kinderhand ausüben. Auch in den Werkzeugkästen können sich spitze und scharfe Werkzeuge befinden, Bohrer, Meißel, Feilen, die mit Vorsicht zu handhaben sind. Solche Werkzeugkästen sind sonst für Knaben sehr zwedmäßige und willkommene Geschenke, aber gar zu gefährliche Gegenstände dürfen sie nicht enthalten.
Vorsicht ist auch angezeigt bei elektrisch betriebenem Spielzeug, wie z. B. bei Eisenbahnen, die an die Lichtleitung ange= schlossen werden. Der niedrig gespannte Strom ist nicht so ungefährlich, wie man allgemein glaubt, und schon mancher Todesfall durch Berührung einer nicht gut isolierten Leitung ist zu beklagen gewesen.
Die gute alte Laterna magica mit ihren leblosen Glasbildern und ihrem Petroleumlämpchen ist heute abgelöst durch den Filmapparat mit elektrischer Beleuchtung. Auch hier ist dieselbe Vorsicht geboten, wie bei der Eisenbahn. Außerdem aber müssen wir uns bewußt sein, daß die Filmstreifen außer
Probieren geht über Studieren. Mehr als 6 Millionen Menschen gebrauchen täglich die herrlich erfrischende Chloredont- 3ahnpaste zur Er langung schöner weißer Zähne. Tube 50 Pf. Versuch überzeugt. Hüten Sie sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen.
ordentlich feuergefährlich sind und sich schon bei verhältnisDas müssen mäßig niedriger Temperatur entzünden können. wir nicht nur beim Betrieb des Apparates, sondern auch beim Ausbewahren der Filmstreifen beachten.
Nicht ganz unbedenklich ist der vielbeliebte Straßenroller, auf dem das Kind mit einem Bein steht, während es sich mit dem andern von der Straße abstößt. Bei der ungleichen Be lastung der Hüften fann ein Kind mit schwachen Gelenken oder Knochen wohl einmal Schaden nehmen, der ihm lange anhängt Da sind die sog. Holländer weit bessere Beförderungsmittel, bei denen ähnlich wie beim Rudern, der ganze Körper gleichmäßig durchgearbeitet wird.
Eine besondere Gefahrenquelle bilden die Blasinstrumente Pfeifen, Trompeten, Mundharmonikas, die in großen Kindergesellschaften oft von Mund zu Mund gehen und so zur Ueber tragung von Krankheitsfeimen und zur Ansteckung führen fönnen. Es braucht nur ein Kind vor kurzem eine Diphterie über= standen zu haben, und alle Kinder, die dasselbe Instrument be nutzen, können sich ansteden. Eine Trommel ist in dieser Hinsicht schon besser, als eine Tpompete, aber da wir die beliebten Blasinstrumente nicht ganz werden ausschalten können, ist auf hier die Erziehung des Kindes notwendig, daß es nur sel darauf blasen darf, und keine fremden Kinder. Es soll nicht gesagt sein, daß alle diese Spielsachen, die irgend welche Gefahren in sich bergen können, durchaus vet= boten werden müssen. Das würde unter Umständen viel Freude verderben, aber der Gefahren müssen wir uns bewußt sein. Wo es nötig ist, muß Aussicht geübt werden, und, was das wichtige ist, die Kinder müssen selbst zu vorsichtiger Handhabung ihre Spielsachen erzogen werden. Wenn wir uns danach richten, kön nen wir mit Beruhigung den Weihnachtsfreuden entgegensehen und uns freuen an der Freude unserer Kinder.
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