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Samstag, den 19. September 1931.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Es gibt Menschen, die immer gütig sind, ob ihnen die Sonne lacht oder ob Sorgenlast sie drüdt; auf Schritt und Tritt strah­len sie Milde aus, sie wissen überall zu helfen in Wort und Tat. Aber die Zahl dieser Gütigen ist klein. Die Zeit hat so viele rauh gemacht und hart und herzlos. Sie können Menschen in Leid oder Betrübnis sehen, ohne Mitleid zu haben. Sie wür­den am liebsten ihren Mitmenschen die Luft noch vorenthalten, wenn es in ihrer Macht stünde; sie ärgern sich, wenn es ihrem Nachbar besser geht und freuen sich oft noch, wenn sie von einem Leid ihres Nächsten erfahren. In der Regel sind solche Men­schen aber noch sehr empfindlich, ja feinfühlig gegenüber jedem Wort aus fremdem Munde; sie selbst aber verwunden mit ihrer Zunge alle, die ihr böses Wort erreicht.

Wie viel Liebe und Güte könnten wir spenden, gerade jetzt in dieser schweren Zeit. Ohne Mühe und Opfer könnten wir jeden Tag und jede Stunde ein ,, Vergelts Gott" sammeln und anderen Menschen einen Strahl der Sonne bringen. Ein gütiges Wort findet auch heute noch einen guten Ort. Schenken wir davon doch jedem, den das Leben in unsere Nähe führt. Ein gutes Wort wird weiter getragen und hat in der ärmsten Hütte schon einen Niedergedrückten aufgerichtet, Friede dorthin gebracht, wo Unfrieden war.

Auch wenn wir streng sein müssen, kann aus warnenden Worten noch Güte sprechen. O wir schön wäre es doch auf dieser Welt, wenn jeder in seinem Kreise mit Liebe und Güte wirken würde, dann gäbe es viel weniger Zank und Streit, Haß und Neid, Ausbeutung und Betrug. Wenn wir jede üble Laune unterdrüden und jedem Wort Spitze und Schärfe nehmen wür­den, dann würde auch bald ein anderer Geist in den Kreis deiner Umgebung kommen. Schau nur einmal hin, welche Wunder oft gütige Menschen wirken können. Der Sontagsschreiber.

Kindererholungsfürsorge.

des Hessischen Landesvereins für Innere Mission. Seit Jahren beteiligt sich der Hessische Landesverein für Innere Mission an der Kindererholungsfürsorge. Während er bisher in geringem Umfange erholungsbedürftigen Kindern sechswöchentliche Solbäderkuren in Bad- Nauheim zu ermäßigten Preisen vermittelte, führte er in diesem Jahre erstmalig in Ver­bindung mit den Evangelischen Kreiswohlfahrtsdiensten in grö­Berem Umfange Kindererholungsturen durch. Trotz der schon vorgerüdten Sommerzeit gelang es, aus den Städten Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen, und aus den Kreisen Alzey und Groß- Gerau 47 Mädchen und 37 Buben für 4 Wochen Erholungs­aufenthalte in den Kreisen Bensheim, Dieburg, Heppenheim, Lauterbach, Schotten und Alzey zu vermitteln. Die Familien, größtenteils bäuerliche, nahmen die Kinder ohne jegliche Ent­schädigung auf. Wohl halfen die Kinder in Haus und Feld, je­doch geschah dies aus freiem Antrieb. Die gesammelten Er­fahrungen, sowohl auf seiten der Familien, die Kinder aufge= nommen hatten, als auch bei den Kindern, ermuntern, diese Art Kindererholungsfürsorge zu pflegen, zumal die Kommunen durch ihre finanzielle Lage gezwungen sind, auch auf diesem Gebiete Einschränkungen vorzunehmen.

* Zunahme der Wohlfahrtserwerbslosen in Hessen. Im Volksstaat Hessen sind nach den neuesten Ermittlungen des Hessi­schen Landesstatistischen Amts die von den Arbeitsämtern an= erkannten, bei den Bezirksfürsorgestellen gezählten Wohlfahrts­erwerbslosen von 27 007 im Vormonat auf 28 095 am 31. Auguſt gestiegen. Von dieser Zahl entfallen 17 048 allein auf die fünf größeren Städte( gegenüber 16 629 im Vormonat).

* Das hessische Naturschutzgesetz kommt. Der hessische Fi­nanzminister hat im Einvernehmen mit dem Minister des In­nern und unter Zustimmung des Gesamtministeriums dem hessi= schen Landtag den Entwurf eines Naturschutzgesetzes vorgelegt. Das Gesetz zerfällt in folgende Abschnitte: A. Gegenstand und Umfang des Naturschutzes: 1. Schutz seltener und schonungsbe­dürftiger Tier- und Pflanzenarten; 2. Bestimmungen über Schmudreisig; 3. Naturdenkmäler und deren Umgebung; Schutz des Landschaftsbildes; 5. Naturschutzgebiete; 6. Sonstige Schutz­gebiete für freilebende Tiere. B. Gemeinsame Vorschriften für

Lächerlich?

Von Frik Müller- Partenkirchen.

Ich besige einen Aftendeckel; der ist überschrieben: Räuze". Manche sonderbaren Käuze haben meinen Weg gefreuzt: Was fie sagten oder taten, hab' ich unter diesem Aftendeckel aufge­zeichnet.

Alle sind darin geblieben, bis auf einen, den ich wieder raus­genommen habe. Ich lernte ihn schon auf der Schule kennen. Es war feiner von den allerersten. Aber seine Tüchtigkeit war un­verkennbar. Zuverlässiger als er hat keiner den jeweils vor­geschriebenen Stoff bewältigt. Die und jene Gleichung zweiten Grades war zu lösen. Pöhlmann löste sie. Dies und das Kapitel war zu übersetzen. Pöhlmann hat es übersetzt. Dies und jenes Sprichwort galt's im Aufsatz zu beweisen. Pöhlmann hat's bewiesen.

Einmal nur hat er versagt. Ein Aushilfslehrer stand am Pult und sagte: Schreibt in dieser Stunde einen Auffah." Irgend­,, Was für einen, Herr Professor?" sagte Böhlmann. einen."

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Pöhlmann fonnte es nicht fassen. Thema, bitte?" bohrte er von neuem. Selber wählen!" Pöhlmann wählte eine Stunde lang und- gab ein weißes Blatt ab.

Nach der Schule war er mir entschwunden. Erst nach vielen Jahren blieb ich in dem Hause, wo ich wohnte, vor einem eben angeschraubten Namensschilde stehen: Böhlmann. Ob das jener Pöhlmann war, der Da ging die Tür auf. Der bin ich," nichte er und schaute drein wie damals, wenn der Lehrer uns ,, was aufgab".

Ich gab ihm nichts auf. Da wurde er unsicher. Ich nahm ihn unterm Arm und scherzte: Weißt du noch die Aufsatzstunde mit dem leeren Blatte wie ich aus deinem Titel auf dem ,, Bei dem leeren Schilde sehe, ist es nicht dabei geblieben?" Blatte, meinst du? Nein, die dreißig Jahresblätter seither hab' ich vollgeschrieben." Nach Dittat?" fuhr's mir heraus.

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,, Gießener Zeitung"

den Naturschutz. C. Straf- und Schlußbestimmungen. Das Ge setz wird voraussichtlich noch von dem gegenwärtigen Landtag behandelt.

* Herbst- Pferdemarkt in Gießen. Am 30. September findet der Gießener Herbst- Pferdemarkt statt, mit dem wieder eine Prämiierung verbunden sein wird. Ueber 2000 Mr. stehen als Geldpreise zur Verfügung. Der Landwirtschaftskammerausschuß für die Provinz Oberhessen hat 300 Mt., der Hessische Landes­pferdezuchtverein 100 Mt. für die Prämiierung gestiftet.

* Der Hessische Hauptverein des Evangel. Bundes teilt mit, daß die bekanntgegebenen provinziellen Mitglieder- und Abge­ordneten- Versammlungen aus technischen Gründen verlegt werden mußten. Sie finden nunmehr statt am 1. Oktober in Mainz, am 2. Oktober in Gießen und am 4. Oftober in Darmstadt.

* Aus dem Stadttheater. Als letzte Vorstellung im Som­mer- Abonnement wird am morgigen Sonntag, den 20. Septem­ber, das Schauspiel Alt- Heidelberg" von Meyer- Förster, unter der Spielleitung von Karl Vold, bei gewöhnlichen Sommerprei­sen gegeben. Anfang 7 Uhr.

* Haushaltungskurse für Mädchen. Der Verband der evan­gelischen weiblichen Jugend in Hessen will in seinem Erholungs­heim Orbishöhe in Zwingenberg zwei sechswöchentliche Haushal­tungskurse veranstalten, von denen der erste vom 1. November bis 15. Dezember 1931, der zweite vom 15. Januar bis 1. März 1932 laufen soll. Der Preis für Wohnung, Verpflegung und Lehrgeld beträgt wöchentlich nur RM. 15.-. Anfragen an Frl. Elisabeth Bahlburg in Zwingenberg( Hessen), Erholungsheim Orbishöhe.

Absage der Berliner Reichsschulmusikwoche.

Infolge der wachsenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten wird die für die Zeit vom 5.- 10. Oktober d. J. geplante Reichs­schuimusikwoche verschoben.

Gesundheitswesen.

Ein neues Nährmittel für Zuckerkrante.

Wie man aus der von Noordenschen Klinik hört, ist endlich ein zuderartiger Stoff gefunden worden, der auch vom Zuder­franken vertragen wird. Mit dem heute vor 10 Jahren von den amerikanischen Forschern Banting und Best in Toronto ent­deckten Insulin fonnte man zwar das fehlende Hormon der Lauchspeicheldrüse ersetzen; aber ein Zuderersatzmittel, das der Diabetiker ohne die Gefahr einer Krankheitsverschlimmerung zu sich nehmen fönnte, gab es bisher nicht. Dabei hatte er doch geradezu einen Heißhunger nach den verbotenen füßen Speisen. Diese neue zuckerähnliche Substanz soll süß schmecken und ist, was die Hauptsache bedeutet, für den Diabetiker genau so nahrhaft wie für den Gesunden der gewöhnliche Zuder. Einem wie groß Bedürfnis dieser neue Zucker für den Diabetiker, der den Namen Sionon trägt, entgegenfam, beweist der Umstand, daß, als ein­mal die ärztliche Wissenschaft den Wert dieses Präparates er­fannt und es dem Patienten vermittelt hatte, dieser Sionon als Zuckerersatz für alle möglichen Speisen verwandte( Kuchen, Lessert, Süßspeisen). Jetzt gibt es auch Sionon- Pralinen und Sionon- Schokolade. Der Diabetiker darf sich also die Genüsse, die er bisher so schmerzlich entbehren mußte, gefahrlos wieder erlauben.

Sind Sie grippefest?

Seitdem gegen Kriegsende und in der ersten Nachfriegszeit die Crippeepidemie, von Spanien fommend, ihre Opfer forderte und mit jenen heftigen Erscheinungen auftrat, die vorher kaum befannt waren, sind wir in feinem der folgenden nassen Winter und Frühjahre ganz von ihr verschont geblieben. Wahrscheinlich ist die Lurchseuchung der Bevölkerung so stark, die Zahl der Bazillenträger so groß, daß sich hierdurch das jährlich neue Auf­flammen erklärt. Die Zahl der Grippefälle hat gegen früher nicht abgenommen, aber die Art der Erkrankung ist milder ge­worden. Seltener sind lebensbedrohende Komplikationen, seltener sind vor allem die seinerzeit so gefürchteten Nachfrankheiten wie die sogenannte Grippe- Schlafsucht, die zu traurigen nervösen und seelischen Störungen geführt hat. Heute hat die Grippe mehr den Charakter einer Berufsleben und Wohlbefinden störenden Er­kältungskrankheit, die manchmal mit fieberhaften Erscheinungen auftritt und dann Bettruhe erfordert. Dennoch ist die Infektions­gefahr eine so große denn jeder Raum, in dem mehrere Men­schen zusammen sind, beherbergt die Erreger in Reinkultur daß allgemein vorbeugende Maßnahmen nötig sind. Hierzu eignen sich in erster Linie die Panflavin- Pastillen, die man langsam im Munde zergehen lassen soll und deren bazillentötende Wirkung jehr nachhaltig ist.

Er wurde rot: Ich bin nun einmal so. Ich brauche jemand über mir, der sagt: Das wird gemacht. Unter uns, Verehrter: Die bereit sind, über sich Gesetze aufzuhängen, sind die schlech ,, Ich weiß es," sagte ich ernst, das Gerüst des testen nicht." Das schöne Deutschland

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DAS ALTE DOMKAPITEL SCHLOSS IN ALLEN­

STEIN.

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Staates sind sie, ohne sie bricht er zusammen." Sage mal, rätst du du warst doch unser bester Rechner in der Klasse mir, mein Leben zu versichern?" ,, Ein wenig spät. Doch nie zu spät für jemand, der es ernst meint, von den Seinen Kummer Frau und Kinder, eine Mutter, abzuhalten. Du hast

eine Schwester- ja, das waren alle." ,, Alle? Hast du dich

Nr. 75.

Aus Nah und Fern.

Wiesed. Herr Karl Dorfeld, Besitzer der Karlsruhe", fonnte gestern in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag feiern.

Langgöns. Morgen feiert unsere evangelische Kirchenge­meinde ihr 400. Reformationsjubiläum. Aus diesem Anlaß fin­det ein Festgottesdienst, ein Festspiel und ein Gemeindeabend im neuen Gemeindehaus statt.

Kirchgöns. Unsere Gemeinde hat sich entschlossen, ein Krie­gerdenkmal zu Ehren ihrer im Weltkriege gefallenen Söhne zu errichten. Es soll auf dem nach der Hauptstraße zu gelegenen Teile des Schulhofes erstellt werden.

Grünberg. Für die zweite Beigeordnetenwahl wurde nur ein Wahlvorschlag auf den Namen des Metzgermeisters Karl Böß abgegeben, wodurch dieser als gewählt gilt.

Melsungen. Wildernde Hunde überfielen nachts eine Schaf­herde und töteten ca. 15 der wertvollen Tiere.

Bad Nauheim. Das Verkehrsamt der Kurverwaltung teilt mit, daß bis zum 17. Sept. 1931 der Gesamtbesuch 28 154 Gäste betrug, darunter waren 5067 Ausländer. Anwesend sind z. 3t. 2633 Gäste.

Niederofleiden. Die noch vor einigen Tagen geplante und vom hessischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft bereits genehmigte Stillegung des großen Steinbruchsbetriebs der Mit­teldeutschen Hartsteinindustrie fonnte verhütet werden, da dem Betrieb in den letzten Tagen aus dem Arbeitsbeschaffungspro= gramm der Reichsbahn Aufträge auf Steinlieferungen erteilt werden konnten. Der Betrieb wird daher bis auf weiteres in der bisherigen Weise fortgeführt.

Schotten. Für das qualitativ sehr hochstehende Vogelsber­ger Rotvieh findet hier heute und morgen, veranstaltet durch den Kreisrinderzuchtverein, eine Bezirkstierschau statt, mit der eine Prämiierung der gemeldeten etwa 100 Tiere verbunden sein wird.

Tumulte in der Stadtverordnetenversammlung. Offenbach a. M. In der letzten Stadtverordnetenversamm lung fam es zu Tumulten auf der Tribüne, so daß sich der Ober­bürgermeister schließlich veranlaßt sah, die Tribüne räumen zu lassen.

Mainz. Der Vorstand des Deutschen Weinbauverbandes hat nunmehr endgültig beschlossen, seine Geschäftsstelle von Karls­ruhe nach Mainz zu verlegen. Die Uebersiedlung erfolgt zum 1. April 1932.

Worms. Am Mittwoch abend stellte die Polizei im soge­nannten ,, Wäldchen" bei Worms die Anwesenheit von etwa 100 Mitgliedern der K.P.D. fest, die Bewegungsübungen nach Kom­mando und Pfeifensignale ausführten. Die Polizei nahm eine Durchsuchung aller Beteiligten vor; wer sich nicht einwandfrei ausweisen konnte, wurde sistiert.

Wetzlar. Diebe drangen nachts in die Jugendherberge ein. Am folgenden Morgen mußten die Herbergsgäste, Studenten und Schüler, feststellen, daß ihre, in einem Nebenraum abgelegte Kleidung, restlos verschwunden war.

Bahnbau Haiger- Breitscheid.

Haiger. Um nochmals die Rentabilitätsmöglichkeiten des schon lange geplanten Bahnbaues Haiger- Breitscheid zu prüfen, sind gegenwärtig entsprechende Erhebungen im Gange, daraus fann auf eine baldige Inangriffnahme der Bauarbeiten aber nicht geschlossen werden, so sehr im Interesse der Arbeitsbeschaf= fung für das große Heer der Arbeitslosen im Dillbezirk eine baldige Aufnahme der Bauarbeiten zu wünschen ist.

Biedenkopf. Ein junger Mann geriet mit der Hand in die Kreissäge. Dem Unglüdlichen wurde die Hand völlig abgerissen.

Frankfurt. Ein 20jähriges Mädchen ließ sich Donnerstag durch einen von Limburg kommenden Personenzug überfahren. Die Personalien der Toten konnten noch nicht festgestellt werden. Aschaffenburg. Hier sind außerordentlich niedrige Obst­preise zu verzeichnen. Erstklassiges Tafelobst wurde bereits zu 2 RM. per Zentner angeboten.

Ein siebenbürgisches Dorf abgebrannt. Bukarest, 18. 9. Die kleine Ortschaft Sarmizegetusa in dem siebenbürgischen Komitat Hunyad ist durch eine Feuersbrunst zer­stört worden. Dem Brande fielen 35 Gebäude zum Opfer. Der Schaden beträgt viele Millionen Lei.

,, Nicht so sehr. Wich haben andre: Gute nicht selber?" Freunde haben mir geraten, einen Teil Erspartes in ihr Unter­" Ich weiß, nehmen reinzuſteden, und nun weiß ich nicht Böhlmann: Lasse dich versichern."

Natürlich tat er dann das andre: er war einer von den vielen, die erst fragen, wenn sie alles unterschrieben haben. Ebenso natürlich hat er dann dies Geld verloren: die Freunde hatten ihn hereingelegt. Später tat's ihm ein Erfinder an. Ich erfuhr's erst, als er mich befragte: Meinst du nicht, ich hätte besser dich versichert, ja, das meine ich." Ich wußte ja, du bist ein guter Rechner, also dann das nächste Mal." Das nächste Mal die Erfindung war inzwischen längst ,, erledigt" ließ er sich in Aftien ein. Goldsichere" natürlich Lieber Pöhl und ,, mit ungeheuren Chancen", wie er sagte. mann," sagte ich, eins oder's andere beides miteinander gibt es nicht du bist auf dem Holzweg."

Ich bekam dann wörtlich recht: Die Aftien, aus Holzpapier gefertigt, wurden wieder was sie waren: Holz. Klagend, jam­mernd fam er angezogen: Dreimal hab' ich nun das Thema selbst gewählt ,, Lieber Pöhlmann, Themen selber wählen darf nur eine Handvoll Menschen: Führer. Wir sollten uns be scheiden, unsre Arbeit schlicht zu tun und uns von Leuten, die ihr Fach verstehen, führen nicht verführen zu lassen." Lebensversicherung sei's nicht zu

,, Also meinst du, zu einer

Wohin

Spät?" fagte er zaghaft.. 3u was gutem ist es nie zu spät fomm, ich begleite dich." du bist doch kein Agent?" ,, Ein Agent des gefunden Menschenverstandes, und im übrigen dein alter Kamerad Ist es- jetzt fomm." nicht ein ?" jetzt noch Lächerlich war es- wenig lächerlich zum drittenmal, Böhlmann: fomm!"

Er fam wirklich, ward versichert und zwei Jahre später raffte ihn ein Unfall fort. Die Seinen haben unsere letzte Dis­fussion erfahren. Wenn ich ihnen später dann und wann be­gegnete, haben wir uns zugelächelt: Lächerlich?