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Mittwoch, den 19. August 1931.

Aus Nab und Fern.

Klein- Linden. Die Beigeordnetenwahl, Stichwahl zwischen Jakob Hofmann und Friedrich Schimmel, am vergangenen Sonn tag hat folgendes Ergebnis: Schimmel 512 Stimmen, Hofmann 432 Stimmen und 17 Stimmen waren ungültig. Die Wahl­beteiligung betrug 72 Prozent.

Leihgestern. Die am Sonntag hier stattgefundene Stichwahl für die Wahl des Beigeordneten hatte eine 89prozentige Beteili­gung der Stimmberechtigten, mit dem Ergebnis, daß der Kandi­dat der ,, Freien Bürgerlichen", Wilhelm Seipp 6., mit 547 Stim­men zum Beigeordneten gewählt wurde. Der Kandidat des Bauernbundes, Georg Waldschmidt, erhielt 484 Stimmen.

Großen- Linden. Bei einem Brand am Montag in dem Kon­fektionsladen des Schneidermeisters Heinrich Leidig fielen große Bestände an Herrenbekleidungsstücken, im Werte von mehreren tausend Mark, dem Feuer zum Opfer.

Schotten. Das Wiener Institut für Radiumforschung hat Quellwasser, das hier in der Nähe des Hauses Luginsland ent­nommen wurde und nach Wien zur wissenschaftlichen Begutach­tung gesandt worden war, weil man wiederholt radiumhaltiges Wasser dort vorgefunden haben will, als radiumhaltig bezeichnet. Da auch die Luft in der Umgebung radiumhaltig sein soll, er= wägt man, in welcher Weise das Radiumvorkommen ausgewertet werden könnte.

Schotten. Der Tierschutzverein für Hessen hält hier am 9. September seine 50. Jubiläums- Hauptversammlung ab.

Gedern. Bei einem Gewitter schlug der Blizz in das Grundstück des Landwirts Ludwig Becker in Schönhausen ein und setzte die mit der Frucht- und Heuernte gefüllte Scheune, so wie die Stallungen in Brand. Scheune und Stallungen wurden ein Raub der Flammen.

Offenbach a. M. Während eines heftigen Gewitters suchten zwei Frauen unter einem Baum Schuh. Plötzlich schlug der Blizz in den Baum ein. Die beiden Frauen wurden gelähmt.

Ein ,, Braunes Haus" in Darmstadt.

Wie der Hessenhammer" mitteilt, haben die Nationalsozia listen jetzt auch in Darmstadt ein ,, Braunes Haus". Die Villa des Rechtsanwalts Dr. Neuschäffer an der Ede der Frankfurter Straße wurde ihnen zu diesem Zwed vermietet. Das Haus wurde Erich Joohst- Heim, nach jenem jungen Manne aus Lorsch benannt, der eines der ersten Opfer der Nationalsozialistischen Partei in Hessen war.

Das Rätsel um Heinz v. Lacum.

Bingen. Zu dem rätselhaften Autobrand bei Dobel bei Herrenalb, dem der Fabrikant Heinz v. Lacum aus Bingen zum Opfer gefallen sein soll, wird weiter berichtet, daß die Leiche von der Staatsanwaltschaft erneut beschlagnahmt wurde, nach dem sie inzwischen zur Einäscherung freigegeben worden war.

Krofdorf( Kr. Wetzlar). In Krofdorf spielten mehrere Schulkinder auf dem Bürgersteig, als zwei Autos kreuzten. Der eine Kraftwagen stieß beim Ausweichen gegen den Bürgersteig und fuhr in die Kinderschar hinein. Ein Knabe wurde so schwer verletzt, daß er in die Gießener Klinik verbracht werden mußte, drei weitere Kinder erlitten leichtere Verletzungen.

Lüzellinden. Der 24jährige geistestranke Landwirtssohn Lenz griff seinen 65jährigen Vater, der die Sense schärfte mit dem Stallbesen an und schlug ihm von hinten unvermutet mehr­mals auf den Kopf, daß der Mann schwerverletzt zusammenbrach.

Wetzlar. Lebensgefährlich verletzt wurde ein Arbeiter, der in einer Tongrube bei Holzhausen mit Erdarbeiten beschäftigt war. Eine hohe Tonwand stürzte plötzlich herab und begrub den Unglücklichen, der mit schweren Rüdenverlegungen in lebensge­fährlichem Zustande in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte.

,, Gießener Zeitung"

Herborn. Nach einer Bekanntmachung im Amtsblatt der evangelischen Landeskirche in Nassau soll mit Rücksicht auf die ungeheure Not großer Teile unseres Volkes und die zur Zeit unübersichtliche Lage von einer Einberufung des neugewählten Landeskirchentage: für Nassau vorläufig abgesehen werden.

Gelnhausen, Beim Spar- und Darlehenskassenverein im be­nachbarten Hailer( Genossenschaft Raiffeisen) sind Unregelmäßig­feiten ausgedeckt worden, deren Höhe noch nicht genau feststeht.

Spigeltätigkeit in einer Höchster Fabrik. Frankfurt a. M. In der Höchster Armaturen- und Maschi­nenfabrik von Breuer in Höchst vermißte man eine Anzahl Ori­ginalzeichnungen, die aus der übernommenen Fabrik von Geiger stammten. Man vermutete, daß von Angestellten Werkspionage getrieben wurde. Ein Fabrikangestellter, ein friegsbeschädigter Ingenieur, dem im Januar auf Ende Juni gekündigt worden war, und der danach strebte, eine neue Stelle zu erlangen, kam mit einem von der Firma eingesetzten Spitzel anfangs Juni in Korrespondenz, deren Charakter eine Anzeige wegen Diebstahls von Zeichnungen und Werkspionage bewirkte.

Abbau bei der Kasseler städtischen Verwaltung. Kassel. Der Magistrat der Stadt Kassel ist mit der Auf­stellung eines Notetats beschäftigt, der vom 1. Oftober ab gültig sein soll. Um ihn zu verwirklichen, hat die Stadtverwaltung beschlossen, eine große Anzahl Angestellter und Beamter abzu­bauen, besonders in den Zweigen der Bauverwaltung und des Jugendamtes. Zunächst werden 50 Angestellte von diesen Kün­digungen betroffen.

Versuchtes Eisenbahnattentat in der Oberpfalz.

Weiden( Oberpfalz). Auf die beiden Gleise der Eisenbahn­brüde zwischen Wernberg und Luhe auf der Strede Regensburg -Hof haben bisher nicht ermittelte Verbrecher in der Nacht Schwellen gelegt, um die dort verkehrenden stark besetzten Nacht­schnellzüge zum Entgleisen zu bringen. Ein die Stelle passieren­der Eilgüterzug zertrümmerte eine Schwelle und schob eine andere zur Seite. Der Lokomotivführer erstattete Meldung, worauf die Strede abgesucht wurde. Dabei wurde auf dem Ge­gengleis ebenfalls eine Schwelle gefunden.

Bombenanschlag auf einen saarländischen Gemeindebeamten Dillingen. In das Treppenhaus des Leiters der Wohl= fahrtsabteilung der Gemeindeverwaltung, wurde eine Spreng­bombe geworfen, die mit donnerähnlichem Knall explodierte. Es wurde erheblicher Schaden angerichtet, aber niemand verletzt.' Es scheint sich um einen Racheaft zu handeln.

Schüsse auf Berliner Reichsbantbeamte. Berlin. Auf die Reichsbanknebenstelle in Berlin- Schöneberg ( Innsbruder Straße 33) wurde, am Dienstag mittag furz vor 12 Uhr von zwei maskierten und bewaffneten Banditen ein Feuerüberfall auf die Kassenschalter der Bank unternommen. Die Räuber hatten ausgefundschaftet, daß am Dienstag vormittag ein Geldtransport von der Zentrale der Reichsbank zu der Schöneberger Filiale unterwegs war. Als zwei Beamte das Geld eben abgeliefert hatten, erfolgte der Ueberfall. Die Ban­diten feuerten sofort auf die hinter dem Schalter befindlichen Beamten. Ein Geldzähler wurde von einem Schuß in den Bauch getroffen. Zwischen einem der Räuber und dem Kassierer ent­wickelte sich ein Kampf. Ehe jedoch die in den übrigen Abteilun­gen beschäftigten Personen eingreisen konnten, hatten die Räuber das vorgefundene Geld nach den bisherigen Feststellungen sind ihnen etwa 20 000 Mark in die Hände gefallen zusammen­gerafft und das Gebäude wieder verlassen und entfamen.

Besoldungskürzung in Berlin.

Berlin. Der Oberbürgermeister von Berlin hat mit Wir­fung vom 1. Oktober die Besoldungskürzung der Beamten und Angestellten verfügt und zwar bis zum 31. Dezember 1931 nicht mehr als 5 v. H. und vom 1. Januar 1932 bis 31. März 1932

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Nr. 66.

nicht mehr als 7 v. H. der bisher zuständigen besoldungsplan­mäßigen Bezüge( ohne Berücksichtigung der reichsrechtlich an­geordneten allgemeinen Kürzungen). Die über den Betrag von 7 v. H. hinausgehende Herabsetzung soll erst am 1. April 1932 in Kraft treten.

Brandenburger Lebensversicherungs- A.- G.

Berlin- Schöneberg.

In der am 8. August 1931 stattgefundenen Generalversamm lung wurde die vorgelegte Bilanz nebst Gewinn- und Verlust­rechnung für das Geschäftsjahr 1930 einstimmig genehmigt. Durch das Zusammengehen mit der Deutschen Krankenversiche rungs- A.- G. ist der Versicherungsbestand erheblich gestiegen, er betrug Ende des Jahres 1930 rd. 53 000 000 RM. Die Aktiven der Gesellschaft erfuhren im Geschäftsjahr eine erhebliche Steigerung. Der Gewinn beträgt 95 970,73 RM. Hiervon er= halten die Aktionäre wie im Vorjahre 4 Prozent Dividende, die Versicherten rund 80 000 RM., der Rest wurde dem gesetz­lichen Reservefonds zugefügt.

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mmungen entgegenzutr Joten, voraussichtlich in erordnung ergehen, die the Partei richtet,

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