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Nr. 82

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Gießener Zeitung

Erscheint Mittwochs und Samstags.

( Gießener Tageblatt)

wird seit 14 Tagen der daktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd­

Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus.

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dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

44 Jahrg.

Bolitische Rundschau.

efretär, der Anfang J geflehen war, ist jest zahme an den Beratungen des Völkerbungsrates über den eit der polnischen Greendschurischen Konflikt angenommen und ihren Generalkonsul Betrag wurde damals in Genf, Prentiz Gilbert, zu ihrem Vertreter bestimmt.

Die Vereinigten Staaten haben die Einladung zur Teil:

cher.

Der Hauptausschuß des österreichischen Nationalrates ge= nehmigte die durchschnittlich 20prozentige Erhöhung der Bundes­bahntarife ab 20. Oktober.

Zwischen Frankreich und Südslawien ist ein Uebereinkom­hne Raum", dem deutschen zustandegekommen, wonach Südslawien eine Anleihe zum ist soeben im Berlage Do tijage der infolge des Hoover- Schuldenstundungsjahres ausfal­und wird ab 15. Oktobaden Reparationszahlungen erhält.

ein. Die bisherige, m mhöhe von 65 000 Eren

rnationalen Selbsthi a. 5. Weber, Verle Verfasser will auf Grun en Weg zeigen, wie di chen Wirtschaft in letzte

Cage jedes Einzelnen dings dürfte diese D Regierung zu ermögli

Die monatelangen Verhandlungen, die zwischen Frankreich nd den Sowjets geführt werden, sollen nun in den nächsten Tegen in das entscheidende Stadium treten.

Laval reiste gestern um 8.10 Uhr von Paris nach Le Havre Er wird auf seiner Amerikareise auch von seiner Tochter leitet. Der Staatsrat hat für die Reise einen Kredit von 400000 Franken eröffnet, der auf das Konto des Ministeriums des Aeußern geht.

Der bisherige spanische Kriegsminister Don Manuel Azana, de Führer der Linksradikalen Spaniens, hat die Leitung des men Kabinetts übernommen.

Die spanische Nationalversammlung hat nach 14stündiger tirmischer Sigung mit 178 Stimmen gegen 59 die Ausweisung Beamten und die Not des de Jesuiten aus Spanien und die Beschlagnahme ihres Eigen­orschlägen", von Walthens beschlossen.

o., München N. 23, Preis Der Start des Graf Zeppelin" zu seiner dritten Süd­et die Not des Volkes, be ameritafahrt in diesem Jahre nach Pernambuco ist auf Sams= n das Beamtentum, beson tag früh 0.45 Uhr festgesetzt.

ert Beseitigung des Beam ten unter das Arbeitsrecht mit dem Gelde der Steuer zen die Ausführungen.

Das Kabinett Brüning gerettet!

Gestern nachmittag um 5 Uhr fand im Reichstage raucht jeder nas nie namentliche Abstimmung über die verkoppelten Miß­ber alles aktuelle, gebouensanträge der nationalen Opposition u. der Kom­rechtliche Wissen, Werden unisten gegen Brüning und sein Kabinett statt. Das s Geschäft zu erhalten, Ge Ergebnis der Abstimmung lautet: Geschäft verschaffen. Alles itschrift Not winte" des

in Stuttgart, Pfizerftr. 20

ze furze Tips, Winke, Hin

Für Brüning 294 Stimmen,

Gegen Brüning 270 Stimmen.

Der Stimme enthielten sich drei Abgeordnete.

Insgesamt haben sich 567 Abgeordnete an der Ab­

de hinreichend orientiert? immung beteiligt. Die Bekanntgabe löste im Plenar­risjienene neueſte Heft der male und auf den überfüllten Tribünen stürmische alle nötigen Information Rundgebungen aus.

unschweig vorgerüdt! S trotz der schlechten W

Woche" berichtet im nea

Lastkraftwagentransporte zur Tagung der NSDAP. nach Braunschweig verboten.

Wie amtlich mitgeteilt wird, hat der Oberpräsident der

us mit vielen Karten pinz Sachsen sämtliche Lastkraftwagentransporte von Per­

der interessante Tatjada

diesem Titel bringt ener Jllustrierte

reichen Bilderauffas F m Bilde werden hier

Voltsvertretung von Linten gezeigt. Eine

ufjak Ein Herzogtum

on zu dem nationalsozialistischen Tage in Braunschweig für 85ernabend und Sonntag verboten.

Blutige Erwerbslosendemonstrationen in Berlin.

Die für den Dienstagnachmittag im Zusammenhang mit dem hstagsbeginn vorausgesagten Erwerbslosentrawalle, die in­we der starken Bereitstellung von Polizeikräften nicht zur Aus­

rrschaft Sagan in Schleung tamen, sind nun am Donnerstag in den verschiedensten

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an Klein in Gießa

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Union

frei Haus natürliches

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8biteilen Berlins zur Durchführung gekommen, wobei an reren Stellen Blut geflossen ist.

Aus dem hessischen Landtag. Darmstadt. In einer neunstündigen Dauersihung erledigte stern der hessische Landtag seine restliche Tagesordnung. Mit ir Sitzung fand der gegenwärtige hessische Landtag sein Ende. Gunn breiten Raum in den Verhandlungen nahm die Debatte Anträge der Sozialdemokraten und Demokraten ein, Ver­lungen mit dem früheren Großherzog zu führen mit dem i dessen Abfindung wesentlich herabzusetzen. Einem volks­Mareilichen Antrag auf Ermäßigung der Sondergebäudesteuer gewerbliche Räume glaubt die Regierung nicht zustimmen

unnen.

Wie in jedem Herbst tauchten auch in diesem sozialistische räge für eine Winterhilfe auf. Die Sozialdemokratie ver= Einwirkung auf die Reichsregierung, die Veranstaltung emer Wohlfahrtslotterie und eine Ermächtigung an die Pro­men, durch eine Wohlfahrtsabgabe auf die Wohnungen die tendigen Mittel zu beschaffen.

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Das Handwerk zur dritten Notverordnung.

der

Der Reichsverband des deutschen Handwerks und Wettsche Handwerks- und Gewerbekammertag haben in einer asführlichen Eingabe an den Reichskanzler zur Dritten Not­Donung Stellung genommen, die zugleich auch den zuständi­gen Ministerien und den Fraktionen des Reichstags übermittelt

e Provision und festes Ge grührigen Berjonen je ernahme v. Berteilungsel C. Martens, Hamburg

of nftraße 11.

mute.

In der Eingabe wird erklärt, daß das Handwerk in den

Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21.

Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.

Samstag, den 17. Oktober 1931

Maßnahmen der Reichsregierung die große leitende Idee, den schöpferischen Gedanken vermißt, der das deutsche Volk aus der unmittelbaren Not in eine bessere Zukunft weist. Eine grund­sägliche Wandlung der bisherigen Methoden der deutschen Finanz- und Sozialpolitik in ihrer Wirkung auf die deutsche Wirtschaft, welche namentlich die Lebensfähigkeit des gewerb­lichen Mittelstandes erhält und stärkt, bleibt dringend geboten. Für den geplanten Wirtschaftsbeirat nehmen die Spitzenver bände des Handwerks Bezug auf ihre Eingabe vom 24. Juli 1931, worin die Reichsregierung ersucht wurde, bei allen Maß­nahmen, die in der Reichsregierung zur Ueberwindung der Wirt­schaftskrisis vorbereitet werden, einen sachverständigen Ver­trauensmann des Handwerks beteiligen. Nachdem jetzt die Bil­dung eines Wirtschaftsbeirates bei der Reichsregierung ange= kündigt ist, wird diese Bitte auf das Dringendste wiederholt.

Im einzelnen treten die Spitzenverbände für eine Ueber­gangsregelung zum Finanzausgleich ein, die zumindest eine organische Lösung vorbereitet, um die gegenwärtigen Fehler des Finanzausgleichs zu beheben und somit insbesondere die ungleich: mäßige Behandlung der Steuerpflichtigen zu vermeiden. Die vorgesehene Senkung der Hauszinssteuer sei unzureichend, da der bebaute Grundbesitz zur Erhaltung der Grundlage unserer Kreditwirtschaft gänzlich von ihr befreit werden muß. Auch die Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft hat nunmehr zu erfolgen. Für die beabsichtigten Siedlungen wird die Einschal: tung des selbständigen Handwerks gefordert. Mit den Bestim­mungen über die Spar- und Giro kassen usw. erklären sich die Spitzenverbände im großen und ganzen einverstanden. Für die gewerblichen Kreditgenossenschaften wird die Schaffung eines einzigen zentralen Kreditinstituts verlangt. In den Bestimmun gen über die Prüfungspflicht der Wirtschaftsbetriebe der öffent lichen Hand wird zwar ein erster Schritt zur Verwirklichung der Forderung nach Beschränkung der Tätigkeit der öffentlichen Hand in der Privatwirtschaft erblickt, jedoch müssen die vor­gesehenen Bestimmungen möglichst rasch in Kraft gesetzt werden. Ihre Wirksamkeit hänge von der praktischen Durchführung ab. Für die Arbeitslosenversicherung seien Bestimmungen über die Einführung einer allgemeinen Bedürftigkeitsprüfung, über die Zusammenlegung wenigstens der Krisen und Wohlfahrts­erwerbslosenfürsorge und über eine Senkung der Unterstützungs­fäße unerläßlich. Die Durchführung der Naturalversorgung für die Erwerbslosen wird nur in engster Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft für möglich gehalten.

Um die Zukunft des deutschen Exports.

Kein Ereignis der letzten Zeit ist von so überragender Be­

deutung für die fünftige Entwicklung der Weltwirtschaft und da=

mit für das Schicksal der Völker, wie die Entwertung der eng lischen Währung. Der Sturmwirbel der unmittelbaren Aus­wirkungen hat zunächst Länder erfaßt, die, wie die skandinavi­schen, wirtschaftlich am meisten von England abhängig sind: sie mußten dem englischen Beispiel folgen und den Goldstandard ihrer Währung aufgeben. Welche Folgen wird die Pfundkrise für die deutsche Wirtschaft, für den Welthandel und für den Konkurrenzkampf auf den Absatzmärkten in Europa und Uebersee

haben?

-

Deutschland aufs engste in die Weltwirtschaft verflochten und gezwungen, für seine hochwertigen Industrieerzeugnisse Ab­satz in aller Herren Länder zu suchen, steht, von allen anderen Problemen abgesehen, vor der schwierigen Aufgabe, sich für eine etwaige Verschärfung des Konkurrenzkampfes auf den inter­nationalen Märkten zu rüsten. In den letzten Jahren hat Deutschland schon in dem großen Ringen um den Absatz auf dem Weltmarkt nicht sehr günstig abgeschnitten. Vom Januar bis August 1931 belief sich die deutsche Ausfuhr auf insgesamt 6,4 Milliarden Reichsmart. Das bedeutet eine beträchtliche Abnahme gegenüber dem Vorjahre( Januar bis August 1930: 8,1 Milliar­den RM.)

Wird sich die Stellung Deutschlands auf dem Weltmarkt behaupten lassen? Befürchtungen sind vielfach geäußert worden: die Entwertung des Pfundes schaffte der englischen Industrie eine Exportprämie, erleichtere also ihre Ausfuhr. Da bei der gegenwärtigen Konjunkturlage in der Welt schwerlich mit einer allgemeinen Ausweitung des Welthandels zu rechnen sein wird, könne England seinen Export im wesentlichen nur auf Kosten anderer Industrieländer, namentlich Deutschlands, steigern. Auch werde England, bisher ein guter Kunde Deutschlands, infolge seiner Währungsverschlechterung weniger einführen als bisher. Entsprechendes gelte für die anderen Länder, die ebenfalls vom Goldstandard abgewichen sind. Alle diese und ähnliche Befürch­tungen scheinen zu einem Teil, heute schon bereits durch die tat­fächliche Entwicklung bestätigt zu werden. Deutschland muß nun versuchen, so billig wie möglich zu exportieren. Hier liegt für die Zukunft eine überaus wichtige Aufgabe der deutschen Wirt­schaftspolitik.

Der Ladenschluß am Weihnachtsabend.

Der Reichsrat erledigte am Donnerstag den Gesetzentwurf über die Arbeitsruhe am 24. Dezember. Der bayerische Gesandte Dr. von Preger beantragte, den allgemeinen Ladenschluß am 24. Dezember gegenüber der Vorlage um eine halbe Stunde zu verlängern, also auf 17% Uhr festzusehen und die Beschäftigung des Personals bis spätestens 18 Uhr zuzulassen.

( Neueste Nachrichten)

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Nummer 83

Hände weg von der Währung.

Die gemeinsame wirtschaftspolitische Kundgebung der Spizenverbände hat mit Recht vor Währungsexperimenten ge­warnt. Dieser Warnung kommt mehr ale akademische Beden­tung zu, denn tatsächlich spielt man immer wieder in gewissen Kreisen mit dem Gedanken, gewisse Erfahrungen der Inflations zeit zu wiederholen. Man hat nämlich festgestellt, daß in einer bestimmten Periode der deutschen Inflation Ausfuhrerleichterun­gen großen Stils vorlagen. Es gehört zu der begrifflichen Un­sicherheit unseres wirtschaftspolitischen Derkens, daß man in der öffentlichen Erörterung fast ohne Widerspruch diese Erfahrungen verallgemeinern darf. Man vergißt, daß die künstliche Ver­mehrung des Zahlungsmittelumlaufs in Deutschland, das Er­gebnis der Kriegsfinanzierung, zunächst zu einer recht erheblichen Erschwerung der Ausfuhr geführt hat.

Wenn bei gleichbleibendem Warenangebot die Umlaufs­mittel vermehrt werden, steigen die Warenpreise. Wenn die Warenpreise steigen, verkauft sich die Ware bekanntlich nicht leichter, sondern schwerer. Die ausländischen Wechselkurse müs= sen sich deshalb nach einer gewissen Zeit der Preisbewegung auf dem inneren Markte anpassen; m. a. W., wenn beispielsweise infolge der Vermehrung des Zahlungsmittelumlaufs das allge­meine Preisniveau in Deutschland um 10 Prozent gesteigert wird, wird die Ausfuhr entsprechend sinken, die Einfuhr ent­sprechend steigen und durch diese Verschiebung von Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt wird die deutsche Valuta so­weit heruntergedrückt, daß die Kaufkraftparität wieder hergestellt wird.

Was heißt Kaufkraftparität? Kaufkraftparität ist die Uebereinstimmung der inneren Kaufkraft der Währung mit ihrer äußeren Kaufkraft. Wenn die Preise im Innern durch Inflation gesteigert werden, der äußere Wert des Geldes, der Valutakurs, aber derselbe bleibt, ist die Kaufkraftparität gestört und die oben erwähnte Exportdrosselung und Importsteigerung tritt sofort ein. Denn der Ausländer kauft deutsches Geld zum bisherigen Preis, die deutsche Ware aber ist teurer geworden, er kauft mithin die deutsche Ware teurer als vorher. Das Inland dagegen kauft ausländische Waren billiger als deutsche Waren, weil im In­nern die Preise gestiegen sind, außerhalb Deutschlands aber die alten Preise herrschen und die ausländischen Zahlungsmittel zum alten Kurs gekauft werden können. Dadurch, daß die eigene Valuta dann infolge der Importsteigerung und Exportdrosselung der inneren Entwertung folgt, wird der Ausgleich wieder her­gestellt. Der Ausländer zahlt dann für die deutsche Valuta nur noch so viel, wie es dem inneren Kaufkraftschwund der deutschen Währung entspricht.

Das ist im günstigen Falle der Verlauf einer Inflation wie sie jetzt vielfach vorgeschlagen wird. Wir sehen dabei voll­ständig von der Tatsache ab, daß das deutsche Volk durch die Erfahrungen der großen Inflation wahrscheinlich vom ersten Tage ab die Flucht in die Sachwerte beginnen und die innere Entwertung der Mark so beschleunigen würde, daß der aus­ländische Kurs der Mark nur sehr zögernd folgen könnte. Das, was die Inflationsfreunde sich hinsichtlich des Exports ver­sprechen, beruht auf den Erfahrungen der letzten Periode der deutschen Inflationszeit. In dieser letzten Periode sank nämlich der äußere Kurs der Mark schneller als die innere Kaufkraft. M. a. W., die Kaufkraftparität wurde nach der anderen Seite hin gestört als eingangs geschildert wurde. Die Mark war billiger im Ausland zu haben, als ihrer inneren Entwertung entsprach und deshalb war es für den Ausländer ein gutes Ge­schäft, Markbeträge billig zu kaufen, um sie in Deutschland zum Einkauf von Waren, Effekten, Grundstücken zu benußen, deren Preise noch nicht so gestiegen waren, wie es dem äußeren Kurs der Mark entsprochen haben müßte. Dieser Ausverkauf Deutschlands, der sich-um noch einmal daran zu erinnern keineswegs nur auf Exportartikel, sondern auch auf Effekten, Grundbesitz usw. erstreckte, war die Folge eines Valutadumpings, d. h. des Vorauseilens der äußeren Entwertung der Mark über die innere. Wie kam dieses Vorauseilen zustande? In der ersten Periode der deutschen Inflation ging die innere Entwer­tung der Mark schneller als die äußere, in der zweiten die äußere schnellere als die innere. In dieser zweiten Periode waren wir nämlich auf Grund unserer Reparationsverpflichtungen ge= zwungen, dauernd deutsche Mark im Ausland anzubieten, denn wir zahlten damals nicht in Mark, sondern unmittelbar in fremder Währung. Wir waren mithin gezwungen, die Mark gewissermaßen zu verschleudern und drückten dadurch den äußeren Kurs so stark, daß ein Valutadumping dabei entstand. Daß dieses Valutadumping manchen Industrien Vorteile gebracht hat, ist nicht zu bezweifeln, nicht zu bezweifeln ist aber auch, daß es ein unfreiwilliger Vorgang war.

Ein Vorteil der Inflation, über den man allerdings in Interessentenkreisen nicht gern spricht, ist die mehr oder weniger umfangreiche Entwertung von Schuldverpflichtungen. Der Pro­duzent verkauft bei steigenden Preisen, seine Kreditgeber verlieren ihr Geld. Wir glauben, daß es genügt, auf die Erschütterung des Vertrauens hinzuweisen, die ein einmaliges Experiment in Deutschland, aber auch außerhalb Deutschlands bewirkt hat. Die Wiederholung dieses Experiments wäre geeignet, das Ver­trauen zum Kreditwesen endgültig zu zerschlagen und damit den Wiederaufbau der Wirtschaft völlig unmöglich zu machen. Im