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Mittwoch, den 17. Juni 1931

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Geit vor einigen Jahren die Schweizer Bundesregierung in ihrem Lande wieder die freie Mietzinsbildung zugelassen hat, ist die Folge gewesen, daß die Mietpreise anfangs um einige Hundertteile anstiegen, dann aber haben heruntergesetzt werden müssen, und zwar unter die Höhe der vorherigen staatlich fest­gesetzten Mieten. Nun hat in dem zu Ende gegangenen Jahr auch die Regierung Italiens die Wohnung wieder der natürlichen Auswirkung des Angebots und der Nachfrage über­laffen. Sie hat dies, richtig die Bedürfnisse voraussehend, erst nach einer Periode regen, durch Kreditverbilligung und Steuer­ermäßigung erleichterten Wohnungsbauens und nach dem Ab­lauf einer bestimmten, angemessenen langen Frist zur Vorberei­tung verfügt. So hat sich kaum eine Spanne zwischen den Preisen für alte und neue Wohnungen bilden können und die allgemeinen Mietpreise sind in Italien heute nicht irgendwie fühlbar höher als vor dem Krieg.

Diese vollen Erfolge sollten doch die führenden Vertreter der zuständigen Instanzen nachdenklich stimmen, zum ernstlichen Studium des italienischen Durchführungsplanes und endlich zur unvoreingenommenen Nachprüfung des tatsächlichen Wohnungs­bedarfs in Deutschland veranlassen. Es liegen doch aufschluß­reiche statistische Nachweise vor, aus denen sichere Schlußfolge­rungen gezogen werden können. Schon die Wohnungszählung i. J. 1927 hat zu der überraschenden Feststellung geführt, daß

Der Uebel schlimmstes: die Hauszinssteuer. In der bekannten Fachzeitschrift: Der Konfektionär" ( Berlin) schreibt Peter Molitor, Düren, u. a.:

Gießener Zeitung"

Lokales.

* Weiter steigende Ziffern der Wohlfahrtserwerbslojen in den hessischen Gebieten. Von Ende Februar bis Ende April stieg die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen in Hessen- Nassau von 45 395 auf 46 772, in Hessen von 24 139 auf 24 977.

* Ueberseeische Auswanderung aus Hessen. Die Auswan derung nimmt rapid ab. Jm ersten Vierteljahr 1931 wander­ten aus Hessen nur noch 33 Personen aus gegen 132 im ersten | Vierteljahr 1930. Jm April verließen noch 16 Hessen Deutsch­land gegen 58 in derselben 3Zeit des Vorjahres.

,, Wohl keine Steuer hat es jemals gegeben, welche so ungerecht ist und meist nur heute sehr arme Menschen betrifft, dies ist die Hauszinssteuer. Diese Hauszinssteuer hat die meisten Hausbesitzer an den Bettelstab gebracht, da doch die allermeisten Hausbesiger nicht die Einkommen haben, um diese ungeheure Steuer zu zahlen. Mit demselben Recht, mit dem man von dem Hausbesitzer die Hauszinssteuer verlangt, mit demselben Recht kann man auch jeden Stand, Beruf und Vermögen so hoch besteuern, auch denjenigen Beamten, welche diese Steuer eingeführt haben, müßte man das ganze Gehalt fortsteuern, da­mit aber auch nichts mehr übrigblieb fürs Leben, denn so geht es heute den Hausbesitzern durch die ganz ungerechte Hauszins steuer. Es ist höchste Zeit, daß diese Steuer verschwindet, und es wäre sehr angebracht, wenn hierfür immer wieder in den Fachschriften und Zeitungen eingetreten würde."

Im Hauptberuf: Steuerzahler... Ein bezeichnender Brief.

Eine westfälische Firma fragte, wie der ,, Berliner Lokal­Anzeiger" in Nr. 191 mitzuteilen weiß, bei einer Berliner Fir ma an, ob sie keinen Preisnachlaß geben könnte. Der bisher ge­gebene sei ihr zu gering. Die Berliner Firma gab darauf fol gende Antwort:

,, Weitere Preisermäßigungen erfolgen nach Herabsetzung der von uns zu entrichtenden Umsaß- und Einkommensteuer, der Zuschläge auf die Einkommensteuer, Vermögens- und Ge­werbeertragssteuer für Berlin, Gebäude-, Hauszins, Lohn­summen und Kirchensteuer, Steuer nach dem Aufbringungs­gesetz, Krankenkassen-, Arbeitslosen, Invaliden- und Ange­stelltenversicherungsbeiträge, Berufsschulbeiträge, Beiträge zur Berufsgenossenschaft und allen sonstigen Abgaben. Hochach­tungsvoll X. X.( im Hauptberuf Steuerzahler und im Ne­benberuf Fabrik für... Gegenstände, Berlin.)"

Auch der Hausbesizer könnte seinen Mietern mit dem rein­sten Gewissen eine solche Antwort zuteil werden lassen.

Hinaus aus der Stadt.

* Erhöhung der Zuckersteuer. Mit Wirkung von 16. Juni ist die Zuckersteuer auf 21 Mk. für 100 Kilogramm erhöht wor­den.( Rüben- und Stärkezuder, der sich am 16. Juni im freien Verkehr befand, unterliegt einer Nachsteuer, die für 100 Kilo­gramm 10,50 Mt. beträgt. Von der Nachsteuer befreit sind Mengen bis 100 Kg. Formblätter für die Anmeldung von nachsteuerpflichtigem Zucker, die bis 23. Juni 1931 zu erfolgen hat, werden von den Zollstellen unentgeltlich abgegeben.

Du bist Erde, Mensch. Göttliche Kraft hat dich aus Erde hervorgebracht. Zeuger allen Lebens ist der Geist, die Kraft im AII. Die Erde ist deines Leibes Mutter, die dich nährt und erhält, die dir alles bietet, was du zu deines Leibes Not­durft gebrauchst, Nahrung, Kleidung und Wohnung, sowie tau­send Freuden und die Fülle des Schönen. Dafür verlangt sie Liebe und Treue. Es ist nichts Sichtbares auf Erden, das nicht aus ihr hervorgegangen wäre.

* Hessischer Schutzverein für entlassene Gefangene e. V. Die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung des Schutz­vereins findet am Mittwoch, dem 1. Juli 1930, vormittags 10.30 Uhr, im Rathaus der Bürgermeisterei zu Groß- Gerau statt.

* 12. Bundestag des Hessischen Beamtenbundes E. V. Der Hessische Beamtenbund E. V.( Spitzenorganisation von 10 000 hessischen Staatsbeamten, Polizeibeamten und Lehrern) ver­sammelt seine Vertreter zum zwölften Bundestag in Jugen heim a. d. B. am tommenden Sonntag. Angesichts der scharfen Angriffe auf die materielle und rechtliche Stellung des Be­rufsbeamtentums und angesichts der neuesten Notverordnung der Reichsregierung kommt dem diesjährigen Bundestag eine besondere Bedeutung zu.

Die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse erfordert Arbeit. Dein Leib und dein Geist brauchen die Arbeit, die Tätigkeit zu ihrer Entwicklung und Gesunderhaltung. Des Menschen natürliche Bestimmung ist es, durch Arbeit der Mutter Erde das abzugewinnen und, wenn nötig, in Gebrauchszustand zu ver­setzen, was er zur Befriedigung seiner Bedürfnisse verlangt.

Das ist natürliches, ist harmonisches und gesundes Leben, das sich durch Arbeit selbst gewinnt, was es braucht, Leben, das in seiner Abhängigleit und Verbundenheit mit der Scholle und seiner, wenn auch nicht immer ein- und weitgehenden, so doch abgerundeten Kenntnis der Zusammenhänge, des Werdens und Seins, die Liebe zur Scholle, zur Heimat, zum Vaterland wedt, täglich nährt und erhält!

* Vom Schöffengericht. Im vorigen Jahre wurden in den Kreisen Büdingen und Friedberg zahlreiche Einbrüche in Jagdhäuser verübt, ohne daß es damals gelang, den Täter ausfindig zu machen. Jetzt hatte sich eine Bande wegen eines Jagdhauseinbruches bei Blofeld( Kreis Büdingen) vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantworten. Einer der Täter, der auch noch rüdfälliger Einbrecher ist, erhielt für den Jagd­hauseinbruch ein Jahr Zuchthaus. Sein Komplize, ein Melker, erhielt acht Monate Gefängnis, während dessen Geliebte, die an der Geschichte teilgenommen hatte, für drei Monate ins Ge­fängnis wandert.

Aber der Geist ist rege und der Leib begehrlich. Rastlos strebt der Geist die Rätse! der Natur zu lösen. Er vertausend­facht das menschliche Auge und dringt in ungeahnte Weiten. An nie geschaute Gestirne hängt er die Leiter seiner forschenden Gedanken. Das Maß des Wissens mehrt sich von Tag zu Tag. Neue Erkenntnisse, neue scheinbare Wahrheiten, neues Schöne tauchen auf. Was gestern noch als unumstößlich wahr und schön galt, wird morgen verworfen. Weiter und weiter zieht der Geist, suchend, forschend, scheinbar hebend und fördernd und- irrend seine Kreise.

Kultur und vergißt, ja verweigert den Dank und den Tribut, den er der Mutter Erde schuldet. Doch, irret euch richt, sie rächt sich.

Nr. 48

* Deutscher Liedertag. Am Sonntag, dem 28. Juni d. J. veranstalten die dem Deutschen Sängerbund angeschlossenen Vereine wiederum überall in Stadt und Land öffentliche Sing­stunden und Konzerte im Freien. Zwed des ,, Deutschen Lieder­tages" ist die Förderung der deutschen Volksliedpflege und das Bestreben, das Volkslied wieder unter das Volk zu bringen.

* Die öffentliche Bausparkasse für den Vollsstaat Hessen hatte für Freitag abend zu einer öffentlichen Versammlung in den ,, Postkeller" eingeladen. Der Vortragende, Herr Hägert, schilderte die Vorzüge des kollektiven Bausparens besonders durch die öffentlichen Spartassen, die unter Ausschaltung jedes neuen, großen Verwaltungsapparates die größtmöglichste Si­cherheit gewährleisten, da diese öffentlichen Kassen mit all ihren Rückversicherungen für diese Gelder haften. Der Redner be­handelte dann die finanztechnische Seite, Zahlungsmodus und Höhe und Art der Zuteilung des Baugeldes. Die Erörterung einiger Spezialfragen fand im Anschluß hieran durch Herrn Direktor Seipp Darmstadt statt, der auch auf Fragen aus dem Publikum bereitwilligst Auskunft gab.

In einem früheren Schriftsatz sprach ich von dem Zug der deutschen Bevölkerung vom Lande zur Stadt, von dem Osten nach dem Westen. Er setzte in verstärktem Maße in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein und hatte stets steigende Tendenz. Nachfolgend eine kleine Uebersicht über die Bevölkerungs­verhältnisse getrennt nach Stadt- und Landbewohnern zu verschie= denen Zeiten. In Landgemeinden

Es wohnten

1875

1900

1925

61 v. Hv

46 v. 5. 36 v. 5.

An Klein und Mittelstädten 33 v. H. 38 v. 5. 37 v. H.

Sn Großstädten ( über 100000 Einwohner)

6 v. 5. 16 v. H. 27 v. 5.

Für die folgende Zeit stehen amtliche Zahlen nicht zur Verfü gung. Es läßt sich jedoch mit Bestimmuheit annehmen, daß die Entwidelung in den Jahren wirtschaftlicher Scheinblüte, 1926 bis 1928, die gleiche Tendenz hatte.

Zur Gesichts- Bräunung

aber auch zur Bräunung des ganzen Rörpers bei Sonnenbädern verwende man die zeizmildernde und fühlende Leodor Fett- Creme. Tube 60 Pf. und 1 Mt. Wirisam unterflüßt durch Leodor Edelfeife Stüd 50 Pf. 3u haben in allen Chlorodont- Verlaufsstellen.

* Photographischer Wettbewerb. Zum fünften Male gibt der Hessische Verkehrsverband einen illustrierten Hessen= kalender heraus und ruft zu einem Lichtbilderwettbewerb hiermit auf. Die Aufnahmen sollen in der Größe von 9 mal 12 oder 13 mal 18 sein, möglichst Hochformat und auf Glanzpapier unaufgezogen geliefert werden. Die Bilder sind im verschlosse nen Umschlag, mit einem Kennwort versehen, innerhalb 14 Ta gen an den Hessischen Verkehrsverband in Darmstadt einzusen­

den.

Aus Nah und Fern.

Homberg. Der Lahntal- Sängerbund feiert hier vom 4. bis 6. Juli sein 37. Bundesfest, verbunden mit einem Wertungs­singen. Der Gesangverein Frauenlob" feiert gleichzeitig sein 75jähriges Bestehen. Von 33 Vereinen mit mehr als 1500 Sängern liegen bis jetzt schon Anmeldungen vor.

Mittwoch, den

Göttingen BC Sport Hermannia Horas Niederzweh SpV. Wehl SpVgg. 190 Flenjungen

VfB Gieße Butzbach

G

Schotten

Leun-­

Wirbelau 1

Flenjungen

Wagenborn

Wehl. Spor

Well Spor 1900 Gießen Aglar 1. Jg Butzbach 1900 Gießen VB. Gießer Bistirchen

1900 Gießen

Wegl. Spor

1900 Gießen

1900 Gießen

Wiejed 1. S

Wiejed 2. G

Steinbach

Lohnberg E Butzbach Ga

Liga- Alaffe

FC. Großen Gr.- Bujed

Friedberg. Die historische Kommission für den Volksstaat Hessen tagte hier unter dem Vorsitz von Ministerio direktor Dr. Urstadt- Darmstadt. Staatspräsident Dr. Adelung. der der Tagung beiwohnen wollte, war im letzten Augenblid verhin dert. Den Beratungen wohnten eine große Anzahl verdienter Förderer der Altertumsforschungen im Hessenlande bei.

Mainz. Am Montagvormittag stieß im Bahnhof Aurin gen- Medenbach ein Personenzug auf einen haltenden Güterug. Dabei wurden ungefähr 30 Personen verletzt. Die Strede wurde rorläufig gesperrt und der Betrieb durch Pendelverkehr auf­recht erhalten.

Mainz. Der Ehrenschwimmwart des Mombacher Schwimm­klubs, der über 50 Jahre alte Nikolaus Lenges, hat am Sonntag im Freibad auf der Ingelheimer Aue einem jungen Mädchen das Leben gerettet. In vollen Kleidern sprang er dem mit dem Tode ringenden Mädchen nach und entriß es den Fluten. Er hat bereits 37 Menschenleben gerettet.

Darmstadt. Generalmusikdirektor Dr. Böhm verabschiedete sich Montag abend in einer Festvorstellung der Meistersinger" im Hessischen Landestheater. Dem Scheidenden wurden leb hafte Abschiedsovationen dargebracht.

Darmstadt. Auf Grund der Ausschreitungen der letzten Tage hat der Polizeipräsident bis auf weiteres alle Veranstal tungen der KPD. verboten.

Marburg. Am Sonntag fand hier der hess. Katholikentag für die Dekanate Frizlar, Marburg und Fulda statt. Der Höhepunkt der Feier war eine Pontifikalmesse des Bischofs von Fulda.

Herborn. Eine schwere Bluttat wurde in dem Kreisorte Heisterberg verübt. Dort gerieten zwei Burschen wegen eines Mädchens in Streit, der schließlich dazu führte, daß der eine einen Eichenknüppel nahm und mit diesem seinem Gegner der­art heftig auf den Kopf schlug, daß die Schädeldede zertrüm­mert wurde. Der Tod trat auf der Stelle ein. Der Täter will in Notwehr gehandelt haben. Er wurde von der Landjägerei verhaftet.

Andernach. In der Nacht auf Sonntag entstand in den Vereinigten Möbelwerken Großfeuer, dem ein über 200 Qua­dratmeter großer Gebäudekomplex zum Opfer fiel. Die alten Fabrikgebäude sind völlig niedergebrannt. Der Brandschaden wird auf 100 000 bis 150 000 Mark geschätzt.

Die Gründe dieser Bevölkerungsbewegung sind in den wirt| teihader. Was nottut, erkennt man nicht. Indifferente Un­schaftlichen Verhältnissen zu suchen.

Deutsche Forschungen, Erfindungen und Rührigkeit hatten Erfolg. Deutschlands industrielle Erzeugnisse wurden im Aus­land begehrt. Es war für mich vor dem Kriege eine angenehme Ueberraschung in Rumänien, überall deutsche Ware anzutreffen. Die Industrie entwickelte sich in vorher nicht ge= ahntem Maße. Geld tam ins Land. Wir wurden wohlhabend Die Zahl derjenigen, die nicht mehr arbeiteten und sich dem Wohlleben hingaben, wuchs. Die Entwidelung vom Agrar­zum Industriestaat schreitet mit Riesenschritten fort, immer mehr Arbeitskräfte fordernd, die dem Land entzogen werden Die Städte wachsen wie Pilze, nicht wie dauerhafte Eichen. Leicht, viel leichter als auf dem Lande war der Erwerb für die in den freudereichen Städten zusammengeballten Massen. In demselben Tempo wie die Wirtschaft sich entwidelt, wachsen auch die Lebensbedürfnisse. Nicht lebensnotwendige, ja ver­werfliche Dinge werden Lebensbedürfnis, immer neue Anforde­rungen hervorrufend. Die Verfeinerung der Lebenshaltung Zivilisation macht rasche Fortschritte. Aber das Tempo

ist krankhaft rasch. In den unteren Schichten halten Kultur und Zivilisation vielfach nicht gleichen Schritt und dissonieren. Bei ausgezeichneten wirtschaftlichen Verhältnissen im allgemei= nen zeigen sich zunehmende Verweichlichung, Jahzucht, Mangel an Opferfreudigkeit, Degeneration.

Der förperliche, geistige und sittliche Zerfall sind in vollem Gang schon zur Zeit, da man noch an Aufstieg glaubte.

Der furchtbare Krieg fommt mit seinem für Deutschland so verhängnisvollem Ausgang. Er und die nachfolgende Re­volution bringen die bereits vorhandenen aber niedergehalte nen schlechten Eigenschaften zur vollen Entfaltung. Die deut­sche Wirtschaft erleidet großen Schaden durch den Verlust von Auslandsmärkten, deutschen Gebietes und deutscher Kolonien. Noch einmal schießt in ter Inflationszeit eine geile Blüte auf, die nach Wiederbefestigung der Währung rasch zerfällt.

Andere Staaten gehen zur Industriealisierung über, die deutsche Wirtschaft erneut gefährdend. Um konkurrenzfähig zu bleiben, sieht man sich zu einer sehr ungesunden Rationalisie­rung genötigt, umso mehr, als an der Tarifierung der Gehälter und Arbeitslöhne, die zur vollen Bezahlung auch der mangel­haften Leistungen verpflichtet, zunächst nicht gerüttelt werden durfte. Arbeitende Hände werden in Masse entbehrlich und dem zersetzenden Müßiggang überantwortet. Die Zahl der zur Ent­Tajjung tommenden Angestellten und Arbeiter wächst von Tag zu Tag, weitere Verminderung der Kauftraft und damit weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage herbeiführend. Die sozia Ten Einrichtungen aller Art werden von vielen schändlich miß­braucht. Die Regierungen und Gemeinden wissen nicht mehr, wo sie die Mittel zur Lösung der allernotwendigsten Aufgaben hernehmen sollen. Furchtbar drüden die Lasten, die eine schänd­liche Lüge uns aufgebürdet hat. Not und Elend, die 3wietracht und Bruderhaß gebären, allerwegen. Ueberall zersetzender Par­

verantwortliche, Leute, denen in ihrer einseitigen Einstellung für Sonderinteressen jede Kenntnis der Grundlagen der Volks wohlfahrt und jeder Sinn für Gemeinwohl abgeht, spielen sich als Führer auf und verstehen es, sich mit bestechenden Schlag­worten bei der politisch unmündigen Masse Gefolgschaft zu ver schaffen. In der Not greift man zu den wahnwitzigsten Dingen. Der Deutsche sieht in dem Deutschen seinen ängsten Feind, wäh­rend ihm der Ausländer meuchlings die Schlinge um den Hals legt. Deutsche Volksgenossen bekämpfen sich täglich im wahren Sinne des Wortes bis aufs Messer. Babel die Erde hat sich gerächt.

Wie kommen wir aus diesem Dilemma heraus? Wie ist das deutsche Volk zu retten?

Wir haben aus Vorstehendem ersehen, daß die Wurzel allen Uebels in der Wirtschaft zu suchen ist, in der durch die Industri­alisierung hervorgerufenen Bevölkerungsbewegung, in der Zus sammenballung der Menschen und in der naturabgekehrten Spe zialisierung des Lebens, des heute größten Teils der deutschen Bevölkerung mit all den üblen Begleiterscheinungen. Ein Uebel fann für die Dauer nur dann beseitigt werden, wenn es bei der Wurzel gefaßt wird. Vorübergehende, durch Erschlie­Bung neuer Absatzmöglichkeiten herbeigeführte Besserungen fön­nen auf die Dauer nicht helfen. Der Zeitpunkt dürfte nicht allzu fern sein, da alle Völker der Erde ihren Bedarf an industriellen Erzeugnissen im eigenen Lande deden. Dann wird sich die Ausfuhr nur noch auf solche Dinge beschränken, die der andere aus klimatischen oder geologischen Gründen nicht besitzt und es wird alsdann dasjenige Land am stärksten benachteiligt sein, das am dichtesten bevölkert ist. Eine Verarmung von einem bis jetzt nicht gekannten Ausmaß und vermehrte Gäh­rungen im Volk, verbunden mit großen Gefahren für den Be­stand des Reiches sind die unausbleiblichen Folgen.

Es tann sich heute nicht mehr um die Rettung der Industrie und der Städte handeln, es handelt sich vielmehr um die Ret­tung von Volk und Reich.

Klasse

VB. Gießen BB. Gießen B- Klasse: VB. Gießen VB. Gießen Dutenhofen

Volk und Reich müssen gerettet werden und sollten auch Industrie und Städte darüber zugrunde gehen. Weder von Organisationen noch von Tarifverträgen, weder von Handels­verträgen noch von Völlerbundspakten haben wir Rettung zu erwarten. Nur die Schaffung von Raum und die Bodenstän digmachung des Ueberflusses an Arbeitsträften und die als: baldige Einleitung einer rüdläufigen Bevöllerungsbewegung fönnen uns retten.

Unsere Kolonien müssen uns unter allen Umständen wieder werden und der Ueberfluß der Städte an Menschen muß in Ko­lonien und auf dem Lande angesiedelt werden.

Darum muß das Gebot der Stunde lauten: Sinaus aus der Stadt, zurück zur Natur, zurück zum einfachen, bescheidenen und darum gesunden, zufriedenen und glücklichen Leben."

J. Haußner.

Bobenhausen VB. Gießen

Dutenhofen

1. Sieger

C- Klasse

Grünberg

Ruppertent

Laubach 2.

Weidartshe

Grünberg 2

Geilshaufer

Geilshause

Geilshause

Weidartsh

Grünberg

Grünberg

Meidarts

Weidarts

Laubach

Laubach

Am Schluß: Gr

hain punt 1. Gieg:

2. Gieg:

Germ, Ma

Feudingen

Breidenstein

Wommelsh

Gladenbach

VFB.-K. M

Feudingen

Wommelsha

Kirchhain 1.

Colbe

Dernbach ViB.-K. Ma

Sommertsha

Mellnau 1. Wehrda 2. Hommertsha Feudingen 2 Jugendipieltag in Wallau 1.­Nieder- Eisen N.-E. du

Breidenbach

Biedenkopf

Wallau 2.­

Wallau 1.

Dillenburg

Offenbach

Frohnhausen Herborn Donsbach 1.

Haiger 1.

Ballersbach

Dillenburg 2

Ballersbach Dillenburg

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Donsbach Ja

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