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Samstag, den 16. Mai 1931.
* Schulfeiern für Freiherr vom Stein. Am 29. Juni sind seit dem Tode des Freiherrn vom Stein 100 Jahre vergangen. An allen hessischen Schulen soll nach einer Anordnung des Ministeriums für Kultus und Bildungswesen- an diesem Tage eine Schulfeier stattfinden, in der die Persönlichkeit dieses hervorragenden Mannes gewürdigt und seine geschichtliche und Gegenwartsbedeutung im Sinne der Erziehung zum Staat hervorgehoben wird. Der Unterricht in den Schulen fällt an diesem Tage aus.
* Anerkennung der Ersagreifeprüfung für das landwirt: schaftliche Studium in Hessen. Gemäß einer Verfügung des hessischen Kultusministeriums berechtigt die in Preußen und anderen Ländern eingeführte Erfahreifeprüfung auch in Hessen zur Ablegung der landwirtschaftlichen Diplomprüfung.
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* Zigarettenverkauf in Schantstätten. Nach der TabaksteuerDurchführungsverordnung vom Dezember 1930 in Verbindung mit der Ordnung über den Einzelverkauf von Zigaretten dürfen solche bekanntlich vom 1. März 1931 an nur in Padungen zu 9 Stüd und darüber verkauft werden. Nach einem neuen Runderlaß soll dadurch der Verkauf von Zigaretten in Schankstätten nach Ladenschluß oder an Sonntagen nicht unterbunden werden. Er bleibt vielmehr an Gäste zulässig, auch wenn sie nicht alle Zigaretten gleich am Ort rauchen, sondern einige für den späteren Genuß mitnehmen. Dasselbe gilt auch für Trinkhallen.
* Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Alten- Bused. Wohnung wird in Kürze frei( Dreizimmerwohnung).
* Universitätsgottesdienst. Herr Professor Dr. Cordier hält morgen früh, um 11% Uhr, in der Neuen Aula der Universität einen Universitätsgottesdienst ab.
* Stadttheater. Morgen, 7 Uhr, tommt als Fremdenvorstellung das historische Schauspiel„ Haus Rothschild" von Hans Saßmann zur Aufführung.
* Militär- Sportkämpfe. Von morgen nachmittag ab 23 Uhr werden auf dem Universitäts- Sportplatz Wettkämpfe des hiesigen 1. Bataillons des Inf.- Regts. 15, verbunden mit den Divisions- Ausscheidungskämpfen für die Heeresmeisterschaften 1931 zum Austrag kommen.
Am
* Landesparteitag der Hessischen Wirtschaftspartei. Sonntag findet in Frankfurt a. M. im Restaurant Brauerei Schneider, Kl. Kornmarkt 19, ein Parteitag des 33. Wahlkreises Hessen statt. Zur Verhandlung gelangt u. a. der Bericht des Vorstandes, Kassenbericht, Vorstandswahl, die hessischen Landtagswahlen und die Realsteuererhöhungen.
* Hessische Städtestatistik. Die erste Zahlenveröffentlichung seit 1925 über Bevölkerungsstruktur in Hessen( mit umfangreichem Zahlenmaterial über Bevölkerungsbewegung usw.) bietet einen interessanten Ueberblick über die Größe der hessischen Gemeinden. Insgesamt gibt es in Hessen fünf Gemeinden, in denen mehr als 20 000 Menschen leben. Mainz ist die einzige hessische Großstadt, d. h. Gemeinde mit mehr als 100 000 Einwohnern. Mit 130 915 Einwohnern( nach dem Stande vom 1. Januar 1930) ist Mainz zugleich Hessens größte Stadt. Es folgen die Landeshauptstadt mit 89 465, Offenbach mit 79 362 Einwohnern. Worms ist mit 47 015 Einwohnern die größte rheinhessische, Gießen mit 33 600 die größte oberhessische Stadt.
Ueber
10 000 bis 20 000 Einwohner haben sechs Gemeinden, nämlich Bingen, Neu- Isenburg, Lampertheim, Friedberg, Viernheim und Bensheim. Schließlich gibt es 24 Gemeinden mit über 5000 bis 10 000 Einwohnern. Nämlich 16 in Starkenburg und je vier in Oberhessen und Rheinhessen.
* Genehmigte Lotterien. Der Minister des Innern hat im Volksstaat Hessen gestattet: Ausspielung anläßlich des Herbstpferdemarktes 1931 in Gießen, Ziehungstermin: 1. Oftober 1931. Der Minister des Innern hat für das Gebiet des Volksstaates
,, Gießener Zeitung"
Hessen die Erlaubnis erteilt: Dem Freien deutschen Hochstift ( Frankfurter Goethe- Museum), Frankfurt a. M., zur Sammlung von Geldspenden durch Werbeschreiben, Aufrufe in Zeitungen und Zeitschriften und Haussammlungen zur Erhaltung des Goethehauses, Fortführung seiner Sammlungen usw. bis zum 30. Juni 1932.
* Der Zuchtvichauftrieb auf den 6 Jungviehweiden des Landwirtschaftskammer- Ausschusses für Oberhessen ist in diesen Tagen erfolgt, nachdem das günstige Maiwetter mit seinen Gewitterregen einen guten Graswuchs im Gefolge hatte. Der GeDiesmal samtauftrieb beträgt 109 Fohlen und 1134 Rinder. wurden auch Rinder des schwarzbunten Niederungsviehes zuge= lassen und auf der Weide Lauterbach untergebracht. Die Beschickung der einzelnen Weiden ist folgende: Tiergarten bei Hungen: 38 Fohlen, 106 Rinder; Wernings bei Gedern: 30 Fohlen, 66 Rinder; Warthof bei Grünberg: 18 Fohlen und 67 Rinder; Mustergut Selgenhof bei Ulrichstein: 15 Rinder.
* Ehemalige 117er. Die Wiedersehensfeier des Inf.- LeibRegts. Großh. Nr. 117, sowie seiner Ersatz- und Kriegsformatio= nen( 1. und 2. Ers.- Batl. 117, Res. I. Regt. 222, Landwehr 93, 94, Inf. Regt. 186, 358, 390, 625, Musketenbatl. I. u. II., Armierung 108, 116 und 134) findet in den Tagen vom 30. Mai bis 1. Juni 1931 zum ersten Male in der alten Garnisonstadt Mainz statt. Anmeldung an den Kameraden A. Reith, Mainz, Obere Zahlbacherstraße 68.
* Preisausschreiben, Plakatwettbewerb. Der Festausschuß für das 11. Deutsche Sängerbundesfest 1932 in Frankfurt a. M. veranstaltet einen allgemeinen Wettbewerb für die Erlangung eines Plakat- Entwurfes. Zur Teilnahme berechtigt sind alle in Deutschland und Desterreich lebenden Bewerber deutscher Zunge. An Preisen stehen insgesamt Mr. 2700.- zur Verfügung, die wie folgt verteilt werden sollen: 1. Preis Mt. 1000.-, 2. Preis Mr. 700., 3. Preis Mt. 500.-, 4. Preis Mt. 500.-. Der Festausschuß behält sich vor, außerdem von sich aus gegebenenfalls einen weiteren Entwurf für Mr. 500.- auszuwählen. Ausführliche Exemplare der Bedingungen sind auf der Geschäftsstelle in Frankfurt a. M., Platz der Republik 47( Haus Offenbach) erhältlich.
Aus Nah und Fern.
Klein- Linden. Bei Wasserleitungsarbeiten in dem Brandweg stürzte der 2,5 Meter tiefe Graben, der die Kanalrohre aufnehmen sollte, ein und begrub den arbeitslosen Schreinergesellen Heinrich Klein. Mehrere Arbeiter gruben eine halbe Stunde, bis sie den Bewußtlosen zutage förderten, wo er bald wieder zur Besinnung fam.
Bellersheim. Hier stürzte das anderthalb Jahre alte Töchterchen eines Landwirts beim Spielen in einen Topf mit heißem Wasser und verbrühte sich dabei so schwer, daß es an seinen schweren Wunden verstarb.
Butzbach. Von einem Auto angefahren wurde zwischen hier und Nieder- Weisel die Tochter des Schmiedemeisters Ruppel aus Nieder- Weisel. Das Mädchen, das sich mit dem Fahrrad auf dem Heimweg befand, wurde zur Seite geschleudert. Neben einem Beinbruch erlitt es erhebliche Verletzungen.
Rodenberg. Vom Tode des Ertrinkens gerettet wurde ein sechs Jahre alter Junge in Rodenberg. Er war beim Spielen auf der Wetterbrüde in das hochgehende Flüßchen gefallen und wurde mit fortgerissen. Der Primaner Adolf Herrnbrodt sprang dem Knaben nach und brachte ihn in Sicherheit.
Bad Nauheim, Der Bund für Bibel und Bekenntnis hält hier am 17. und 18. Mai eine Arbeitstagung ab, bei der Generalsuperintendent D. Zöllner( Düsseldorf) über„ Die Stellung der Kirche in den wirtschaftlichen Nöten unserer Zeit" und über„ Die Kirche im Kampf" sprechen wird.
Nr. 39
Bad Nauheim. In Bad Nauheim, das für Pfingsten für viele ein besonders lockendes Reiseziel ist, werden über die Feiertage vom 23. bis einschließlich 27. Mai 1931 Pfingstturkarten zum Preise von 5 RM. ausgegeben. Diese Karten berechtigen zum freien Besuch des Kurhauses und der Konzerte des staatlichen Kurorchesters, ferner auch zur Benutzung der Kurmittel für die angegebene Zeit gegen Entrichtung der hierfür besonders festgesetzten Gebühren.
Bad Nauheim. Während der Hauptkurzeit tritt eine Ermäßigung der Kurtage von 10 Prozent ein auf die Hauptfurfarte zum vollen Preis und auf die innerhalb der ersten Stufe ermäßigte Hauptburkarte.
Nidda. In dem Dorfe Wallernshausen brachte die Kuh eines Landwirtes ein Kalb mit 7 Beinen zur Welt. Das kleine Tier ist trotz der Mißgestalt schon 14 Tage alt und befindet sich in guter Entwicklung.
Lauterbach.
Delan und Oberpfarrer Schlösser fonte
am 13. Mai auf eine 25jährige Amtstätigkeit in der Stadt Lauterbach zurückblicken.
Bilbel. Die hiesige Volkshaus G. m. b. H., eine sozialdemo fratische Gründung, ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die sozialdemokratische Mehrheit des Gemeinderats hat nun beschlossen, das Voikshaus in das Eigentum der Gemeinde zu übernehmen und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs durch den Einbau von Bädern mit Vilbeler Heilwasser, die etwa 80 000 Mark kosten würden, herzustellen oder mindestens zu verbessern. Der Bürgerverein Vilbel, der diese gewagten Pläne ablehnt, rechnet aber in einem Flugblatt auch für die Folge mit jährlich 35 000 Mark Ausgaben und höchstens 8000 Mark( Pacht) Einnahmen. Er fürchtet, daß zu den 50 000 Mart, die die Gemeinde durch Sicherheitsleistung für die dritte Hypothek in das Unternehmen gesteckt hat, im Laufe der Jahre noch mancher Betrag in dieser Höhe tommen wird. Seine Vertreter stimmten deshalb im Gemeinderat gegen die Uebernahme des Volkshauses auf die Gemeinde.
Darmstadt. Vor dem Bezirksschöffengericht hatte sich ein 23jähriger Student aus Frankfurt wegen Zweikampf mit tödlichem Ausgang zu verantworten. Er erhielt 5 Monate Festungshaft, von denen drei Monate nach Verbüßung von zwei Monaten mit Bewährungsfrist erlassen werden sollen.
Worms. In einer startbesuchten Protestversammlung des Hausbesitzervereins im oberen Saal der„, 12 Apostel", in der der Hauptredner des Abends, Bürgermeister a. D. Buxbau ms Darmstadt, sowie Schöpp- Mainz gegen die steuerliche Bes lastung des Haus- und Grundbesitzes Einspruch erhoben, kam es bei dem Auftreten des dritten Redners des Abends, Weiser Offenbach, der schwere Angriffe gegen die Regierung und das Parlament richtete, zu einer Verwarnung des Redners durch die Polizei. Da der Redner jedoch in seinen Angriffen fortfuhr, wurde die Versammlung aufgelöst und das Notruf tommando herbeigeholt. Die Schupoleute wurden mit einem unerhörten Tumult empfangen. Zu Ausschreitungen fam es indessen nicht. Auf der Straße tam es zu kleinen Ansammlungen.
Schlüchtern. Daß selbst Justitia nicht mehr sicher vor Langfingern ist, beweist der trasse Fall eines nächtlichen Einbruches in das hiesige Amtsgericht. Aus einem Behältnis wurden 50 RM, in bar gestohlen, Kostenmarken in Höhe von 150 RM. verschmähten die Diebe, die mittels einer dem Amtsrichter ges hörigen Leiter in das Dienstgebäude eingestiegen waren,
Schlüchtern. Die Kreisbauernschaft Schlüchtern veranstaltet am 13. Juni gemeinsam mit dem Kurhessischen Bauernverein Salmünster eine Kreistierschau in Schlüchtern,
Nassau. Am 16. und 17. Mai findet hier die Hauptverfammlung des Gesamttaunusklubs statt. Dabei erfolgt die Aufführung eines von Herrn Hans Hermann gedichteten Heimatfestspiels.
Für Raucher: Chlorodont- Zahnpaste
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Der Mittelstürmer von Hollywood.
Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 2. Fortsetzung.
Intellekt spielt im Berufsspielertum dieselbe Rolle wie in vielen anderen Berufszweigen, und ein Mann von Ihrer Erziehung und Ihrem Auftreten tönnte sich rasch zu einer Stellung in der Fußballwelt emporarbeiten. Besonders mit dem außer ordentlichen Ruf, den Sie sich in Orfort bereits erworben haben. Bevor noch Ihre Spieljahre vorbei wären, würde man Ihnen einen Posten als Sekretär oder Leiter eines Klubs an= bieten. Wie als sind Sie eigentlich, Marr?"
,, Zweiundzwanzig."
, Gerade das richtige Alter," sagte der alte JInternationale beifällig. Ich weiß, daß Sie durch und durch gesund gesund find. Und die anderen Qualifikationen, die Sie mitbringen, sind Ihre Schußgewalt mit beiden Füßen, Ihr Spielverständnis und Ihre famose Balltechnik. Sie werden besser werden, je länger Sie spielen; überdies haben Sie eine sympathische Art, welche Sie zweifellos beim Publikum populär machen wird. unterschätzen Sie ja nicht! Popularität beim Publikum bedeutet für einen Fußballer das halbe Spiel. Wenn ich das alles in Betracht ziehe, so prophezeihe ich Ihnen eine gute Zukunft beim Fußball, vorausgesetzt, daß Sie willensstart genug sind, sich von allen fernzuhalten, was ein junger Mann im Interesse seiner Gesundheit meiden soll.
Das
So, das ist alles, was ich Ihnen sagen wollte, und ich danke Ihnen, daß Sie mir zugehört haben, lieber Marr. Jetzt plazen Sie meintwegen mit Ihrer Entrüstung heraus, ich nehme doch nicht ein Wort von dem zurüd, was ich gesagt habe!"
Johnny Bell warf den Stummel seiner Zigarre weg, lehnte sich im Stuhl zurück und blickte erwartungsvoll auf den jungen Mann, welchem er seine Meinung nach eben den besten Rat, den er bieten konnte, gegeben hatte.
Ich weiß wirklich nicht, was ich sagen soll, Johnny, antwortete Marr, aber ich bin durchaus nicht entrüstet. Im Gegenteil, ich bin Ihnen sehr dankbar
,, Entschuldigen Sie mich nur eine Sefunde, Mister Marr," unterbrach ihn der alte Internationale, schnellte von seinem Siz auf wie ein Springteufelchen und eilte davon, um einen
spöttisch dreinschauenden, sehr elegant, wenn auch nicht mit besonderem Geschmad gefleideten Mann anzureden, welcher eben im Begriffe war, das Restaurant zu verlassen. Marr beobachtete das Paar neugierig.
Er sah, daß Johnny Bell eifrig auf den Mann einsprach und dabei wiederholt in die Richtung des Tisches wies, an welchem er saß. Der Fremde zeigte nicht viel Enthusiasmus, schließlich aber ließ er sich von Bell bewegen, zu Marrs Tisch zu kommen.
,, Marr," sagte der alte Internationale, hier stelle ich Ihnen Mr. Millington, den Leiter des Kensington- Klubs, vor. Ich war so frei, ihm mitzuteilen, daß Sie sich freuen würden, für seine Mannschaft spielen zu können."
Die Worte waren von einem Blid begleitet, welcher deutlich sagte:„ Ueberlasse nur alles mir; ich weiß besser als du, was ich zu sagen habe."
,, Es tut mir unendlich leid, Mr. Marr," näselte der Neuantömmling ,,, aber obgleich ich Ihnen für Ihr gütiges Angebot zu Dank verpflichtet bin, ist es mir doch nicht flar, wie wir von Ihren werten Diensten Gebrauch machen könnten. Wir haben eine so große Auswahl von Spielern der besten Klasse, daß ich wirklich bedauern muß
,, Es liegt absolut fein Anlaß zum Bedauern vor," antwor tete Marr ebenso gelangweilt, näselnd und von oben herab wie der andere. Mein Freund Bell muß mich vorhin mißverstanden haben; ich sagte ihm nur, ich würde gern für eine englische Ligamannschaft spielen, aber ich habe nie vom Kensington- Klub gesprochen. Ich glaube nämlich nicht, daß Ihre Stürmerreihe eraft genug arbeitet."
Der zynische Ausdrud im Gesicht des Angeredeten machte einem Ausdrud unverhüllter Wut Play. Brüst wandte er sich zum Gehen.
,, Das hat die Sache entschieden, Johnny!" rief Richard Marr, als die zwei wieder allein saßen. Ich will Berufsspieler werden, wenn auch nur, um diesem eingebildeten Burschen seine Beleidigungen heimzuzahlen. Ich bin nicht ärgerlich, weil er mich nicht aufnehmen wollte; die Art, wie er es mir sagte, hat mich wild gemacht!"
Aus Ihnen wird der richtige Fußballspieler!" sagte der alte Internationale, indem er sich vergnügt die Hände rieb. ,, Das ist der richtige Geist!"
nn Meyer- Naſſau
Tube 54 Pf.
große Tube 90 Pf.
Ein Versuch.
Der Trambahnwagen hielt, und ein junger Mann mit einer großen Ledertasche, wie sie Fußballer gewöhnlich benutzen, blickte suchend umher.
Ein breiter, mit Schlade gepflasterter Seitenweg lenkte seine Aufmerksamkeit auf den mächtigen, amphitheatralischen Bau, der jenseits der Straße emporragte. Das Herz des Beschauers schlug bei diesem Anblick höher; er wußte, daß er an seinem Bestimmungsort angelangt war.
Eine Minute später blickte Richard Marr hinab auf die ausgedehnte grüne Rasenfläche, auf der eine Anzahl junger Leute in Fußballdreß sich auf ein Tor einschoß.
Das Aufspringen des Balles auf dem wundervoll gepflegten Rasen, der in dieser Entfernung wie grüner Samt schimmerte, die Resonanz des Balles, wenn der Fuß eines Spielers ihn richtig traf, faszinierten und entzückten den Beobachter. Er vergaß seinen Rummer und alle seine Sorgen und gab sich ganz dem unend lichen Zauber des Spiels hin. Während er begeistert zujah, wie der Linksaußen den Ball knapp vor der Edlinie halbhoch und präzise zenterte, daß er wie eine Schwalbe im Fluge leicht über das Tor streifte, vergaß er für einen Augenblick die Mission, die ihn auf den Spielplatz des Fußballklubs Hollywood geführt hatte.
Der Ball traf die Querstange und schnellte zurück ins Feld, wo ihn einer der Verteidiger erhaschte und mit wuchtigem Tritt aus dem Spielfeld hinausschoß.
Er sauste gerade auf Marr zu, und dieser hob instinktiv ein wenig den rechten Fuß. Eine taum mertbare Bewegung, und der Ball war gestoppt. Einige Augenblide tummelte er ihn spielerisch herum, schleuderte ihn in die Höhe, fing ihn mit dem Spann feines Fußes, um ihn schließlich mit sicherem Schuß ins Spielfeld zurückzubefördern.
Als er seinen Handkoffer, den er während des turzen Intermezzos niedergestellt hatte, wieder aufheben wollte, bemerkte er, daß die Hollywood- Spieler ihn neugierig betrachteten. Ein bedrohlich klingendes Brummen hinter seinem Rüden bewog ihn, sich rasch umzudrehen. Ein älterer Mann von etwa fünfzig Jahren, mit scharfen, flugen Augen im wettergebräunten Gesicht, stand vor ihm und musterte ihn von Kopf bis zu den Füßen in einer Art, die an Freimut nichts zu wünschen übrig ließ.
Fortsetzung folgt.


