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Samstag, den 16. Mai 1931.

Erziehungsarbeit im Handwerk zu leisten, aber der bisher er­reichte Erfolg gebe doch zu der Hoffnung Anlaß, daß zum min­desten die Mehrzahl der leistungsfähigen Handwerksunterneh mungen sehr wohl der Rationalisierung in diesem Sinne zu­gänglich seien.

Nach den Feststellungen des Enquete Ausschusses von 1926 bis 1930 zähle die deutsche Handwerkswirtschaft etwa 1,3 Mil­lionen Betriebe, 1,5 Millionen Gesellen, 0,7 Millionen Lehr­linge, 100 000 Angestellte, etwa 200 000 mithelfende Fami­lienangehörige. Der Jahresumsatz der Handwerkswirtschaft ist für 1928 auf etwa 20 Milliarden RM. geschätzt, der Wert der verarbeiteten Roh- und Werkstoffe auf 10-12 Milliarden Reichsmark, die Lohnsummen auf rund 3 Milliarden RM., mehrere hunderttausende Elektromotoren stellen eine Kraftleistung von rund 2 Millionen PS dar. In rund 11 000 Zwangs­innungen seien 740 000 Handwerker vereinigt, daneben hätten rund 6000 freie Innungen etwa 200 000 Mitglieder. Außer­halb der Handwerkswirtschaft arbeiten in der Industrie, im Handel und Verkehr und in technischen Laufbahnen etwa zwei Millionen unselbständige Handwerker. Aus diesen Ziffern er hellt die Bedeutung des Handwerks innerhalb der Volkswirt­schaft und sie gibt die rein äußerliche Begründung für die be­rufsstandspolitischen Ziele des Handwerks ab.

Nach einem Ueberblick über das Bildungswesen und seine Pflege im Deutschen Reich durch die Handwerksorganisationen und die staatlichen Einrichtungen betonte der Vortragende die Bedeutung der österreichischen Arbeit als Vorbild für die deut­sche. Schon die vor 3 Jahrzehnten viel erörterten Trimborn­schen Anträge zur Gewerbeförderung haben versucht, die öster­reichischen Verhältnisse für Preußen und Deutschland nugbar zu machen. Die wirtschaftlichen Maßnahmen der Gewerbeförde­rung, insbesondere das Genossenschaftswesen, seien im Deutschen Reich nicht von dem gleichen Erfolg begleitet gewesen, wie die didaktische Gewerbeförderung. Das sei um so bedauerlicher, als es kein anderes Mittel als den wirtschaftlichen Zusammen­schluß des Handwerks gebe, um die Brücke zwischen der kartel­lierten Wirtschaft und der individuellen Privatwirtschaft zu schla­gen. Die Entwicklung der Volkswirtschaft zur Weltwirtschaft und damit auch die Kartellierung der einzelnen Wirtschafts­zweige sei nicht aufzuhalten, das Handwerk müsse dem Vorgang unbedingt Rechnung tragen.

Hieran mitzuarbeiten, sei eine besondere Aufgabe des Deut­schen Handwerksinstituts( Hannover), das daneben auch be= stimmte Gebiete der Gewerbeförderung zu pflegen hat. Das im Jahre 1928 gegründete Deutsche Handwerksinstitut vereinigt in sich drei ältere Institute, die zur Pflege der Betriebswirt­schaft, der Handwerkskultur und der wissenschaftlichen Behand­lung der Handwerkerpolitik kurz nach dem Kriege gegründet waren. Die Tätigkeit des Deutschen Handwerksinstituts ist in drei große Gruppen zu gliedern: die Forschung, die Lehre und die Propaganda. Es verfügt im Deutschen Reiche über 18 Be­zirksstellen und pflegt enge Gemeinschaft mit dem Gewerbeförde­rungsdienst im Bundesministerium für Handel und Verkehr und den Gewerbeförderungsinstituten in Desterreich. Der Redner sprach kraft ausdrücklichen Auftrages den österreichischen Kreisen den wärmsten Dank des Deutschen Handwerksinstituts und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages für die An­bahnung und Durchführung dieser Gemeinschaftsarbeit aus. Der Herr Bundesminister Heinl habe bereits 1926 die Verbindung dadurch eingeleitet, daß er den technischen Referenten des Ge­werbeförderungsinstituts, Herrn Dr. Bandat, nach Karlsruhe zur Information entsandt habe. Späterhin hat sich auch orga­nisatorisch die Gemeinschaftsarbeit weiter entwickelt und seit dem Vorjahre ist sie auf alle österreichischen Stellen ausgedehnt worden. In einer für den 11. und 12. Mai ds. Js. in Han nover vorgesehenen gemeinschaftlichen Tagung der österreichischen Stellen und des Deutschen Handwerksinstituts solle diese Ge­meinschaftsarbeit einen besonderen Ausdruck finden.

Zum Schlusse seiner Ausführungen betonte der Vortra gende, daß das Arbeitsethos mit der fortschreitenden Mechanisie­rung im Volksleben in einem erschreckenden Umfange verloren gegangen sei. Es wiederzugewinnen, sei eine der wichtigsten Auf­gaben, die das Deutsche Handwerksinstitut durchzuführen ge­denke. So wenig wie Werner Sombart, glaube der Redner an den Untergang des Handwerks und die auf Persönlichkeiten beruhende Privatwirtschaft, wenn ihnen beiden die ethische Grundlage bewahrt bleibe. Der Umstellungs- und Läuterungs­prozeß müsse durchgeführt werden, sei aber nicht nur ein Vor­

Zum Heimgang von Christian Scholz.

Gießener Zeitung"

gang technischer Art, sondern vielmehr stark beeinflußt von thi schen und kulturellen Gründen, berufsständischer Verpflichtung des Einzelnen gegenüber seinem Stande und der Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft. RH.

Der französische Wirtschaftsplan.

Paris. Das Gegenprojekt, das Frankreich in Genf zur Beratung des deutsch- österreichischen Zollunionsplanes corlegen wird, rechtfertigt die Erwartungen nicht, die in den letzten Ta­gen in der französischen Presse erweckt worden sind. Wenn auch die Mehrzahl der Pariser Blätter das, was allenfalls zugun­sten Desterreichs zu geschehen hätte, noch ziemlich im unklaren lassen, so geht doch aus den übrigen hervor, daß der französische Plan kaum imstande ist, eine Aenderung und Verbesserung der Verhältnisse in Europa herbeizuführen. Dieser Plan zerfällt nach Meldungen des ,, Matin" in drei Teile.

Im landwirtschaftlichen Teil erklärt er sich für Vorzugs­zölle zugunsten des Getreideabsatzes aus Zentral- und Ost­europa. Diese Preferenzzölle sollen eine teilweise Aufhebung der Meistbegünstigungsklausel bringer. Der Verkauf des zen­tral- und osteuropäischen Getreides soll in einem zentralen Ver­faufsbureau durchgeführt werden. Eine Kommission soll die Kontingente und Preferenzen festsetzen.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Nr. 39

Zwischen blühender Sträuchern am Rain haben die wilden Kirschbäume ihre weißen Sträuße aufgesteckt und im Busch singen die Vögel zwischen den Fliederbäumen nichts als ihre Hochzeits­lieder. Und in all dieser Pracht wollen Menschen noch das Leben suchen. Wie Blinde tappen sie durch den göttlichen Freudens garten und werden nicht des Frühlingswunders gewahr. Sie meinen, dos Leben könne nicht in der Stille sein und suchen es lieber auf dem lauten Jahrmarkt der Menschen, wo an der Schmeichelsprache der Lüge sich nur eitle Fratten und Narren berauschen. Goht in die große Stille dieses heiligen Domes ein und ihr hört die Laute des Lebens. Wie ein Aushimen wird es durch eure Seele gehen. O wie schon der Fliedes ist, und der weiße Blütenbaum und die farbenbunte Wiese und das Hoch­geitslied der Vögel. Wer dieses Frühlingswunder sisht, der hat auch das Leben gefunden und dem ist alles wertlos geworden, was auf dem großen Jahrmarkt der Menschen angepriesen wird.

Gamstag, den

Schulfeiern

feit dem Tode des

An allen helijche Minifteriums für Tage eine Schulfe hervorragenden Gegenwartsbedeu vorgehoben wird. jem Tage aus. * Anerkennu ichaftliche Studiu hejifchen Kultus anderen Ländern zur Ablegung de Zigarettenv Durchführungsver mit der Ordnung folche bekanntlich 9 Stüd und da Runderlag foll do ftätten nach Lade werden. Er blei night alle Zigaret den päteren Gent bellion

Wie war es doch einmal, als die Kanonen dröhnten und die Granaten zischten. Nur eines schrie noch in uns, die Sehnsucht nach dem Leben. Wo fein Gras mehr war und fein Baum mehr stand, nur die Erde aufgewühlt war von Winen und Granaten, da wollten wir noch einmal eine blühende Welt von weitem und leben. Und nie waren wir dankbarer unserem

Auch im industriellen Teil des Entwurfes ist eine weit­gehende Regelung der Produktion und der Verkaufsmöglich- ſehen keiten vorgesehen. Die bestehenden Kartelle sollen ausgebaut, neue sollen gegründet werden. Die Kartellierung soll Stahl, elektrisches Rohmaterial, Kohlen, chemische Produkte, Automo­bile, Textilien, Wolle usw. umfassen.

In wirtschaftlicher Hinsicht sollen die Zölle zum Schutze gegen das Dumping aufrecht erhalten bleiben, können aber in­nerhalb der Kartellgrenzen herabgesetzt und sogar zurückerstat­tet werden. Dieser dritte Teil des Wirtschaftsprogrammes soll nicht sofort in Kraft treten, aber es wird darauf hingewiesen, daß ja auch die deutsch- österreichische Zollunion zu ihrer Darch­führung mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde.

Aus Kreisen der hessischen Wirtschaft wird uns geschrieben: Ganz so, wie es seiner vornehmen, jedem äußeren Schein abholden Art entsprach, hat Christian Scholz, der Vorsitzende des Hessischen Industrie- und Handelskammertages, von dieser Welt Abschied genommen: Seine Beisetzung in Mainz hat unter dem Ausschluß einer größeren Oeffentlichkeit stattgefunden, au­ßer den engsten Angehörigen war nur eine erwählte Schar von Freunden erschienen, die dem teuren Heimgegangenen das letzte Geleit gaben. So war es denn nicht möglich, alle die Empfindungen zum Ausdruck zu bringen, die weiteste Kreise unserer Heimat bei dem allzu frühen Hinscheiden dieses in jeder Beziehung vortrefflichen Mannes beseelen. Es ist daher ein Gebot der Dankbarkeit, daß gerade auch aus den Kreisen der Hessischen Wirtschaft, die Christian Scholz besonders nahe stan= den, nochmals ein Wort des Abschieds gesagt wird, das bisher ungesagt bleiben mußte.

Russisch deutscher Radiofrieg.

Moskau. Der letzte durch den Deutschland- Sender verbreitete Vortrag über die Lage in Rußland hat in Moskau große Empo­rung hervorgerufen. Die deutsche Sektion der Komintern hat beschlossen, den Kommunisten Wilhelm Pied zu veranlassen, über die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland in deutscher Sprache zu sprechen. Die Rede soll son sämtlichen Rundfunksendern der Sowjetunion verbreitet werden. Ferner ist beschlossen worden, den Deutschland- Sender in Königswuster­hausen durch sowjetrussische Abwehrsender zu stören..

Italien streicht seine Minderheiten.

Das Verhalten Italiens gegen seine Minderheiten, beson ders gegen die Deutschen in Südtirol, but schon oft Anlaß zu herber Kritik. Italien hat sich jetzt durch ein ebenso einfaches wie bewundernswürdiges" Mattel seine Minderheiten sozusa gen vom Halse geschafft. Die Zählungsbogen bei der letztem Volkszählung am 2 April gaben nicht mehr die Möglichkeit einer Eintragung der Nationalität. Minderheiten: menden anscheinend nicht mehr geduldet.

Die hessische Wirtschaft und damit unser Hessenland, ver­lieren in Christian Scholz einen Mann, dessen überragende Bedeutung gemäß dem vornehmen Wesen des Entschlafenen öffentlich nicht annähernd so in die Erscheinung getreten iſt, wie dies dem Wesen des Mannes und seines Lebenswerkes entsprochen hätte. Was Christian Scholz vor allem auszeich nete, war die hohe Lauterkeit seiner Gesinnung, sein stets ge­recht abwägendes Urteil, seine außerordentliche Kunst der Men­schenbehandlung, die ihn zu einem Meister der Führung schwie­riger Geschäfte und verwickelter Verhandlungen werden ließ. Gar oft war es zu erleben, daß Fragen, in denen die Meinun gen sich schroff gegenüber standen, durch die überlegene Führer­persönlichkeit Christian Scholzens zu einem guten Ende geführt werden konnten, das einen gerechten Ausgleich der in Frage

Spanien wird radikaler.

Der Ministerrat beschloß die Beschlagnahme des sämtlichen noch faßbaren Privateigentums des Königs. Alle antlichen Stellen und Bankiers sind verpflichtet, etwaige Guthaben, Depots usw. an das Finanzministerium auszuliefern. Gleichzeitig er hielten sämtliche spanischen konsularen Auslandsvertretungen Anweisungen, keine Verkaufsverträge des Königs, die sich auf sein in Spanien liegendes Vermögen beziehen, notariell zu be glaubigen. Der Nationalversammlung bleibe es vorbehalten, über die endgültige Verwendung des beschlagnahmten Gutes zu bestimmen.

Der Ministerrat beschloß weiter, die 2000 Gemeinden, deren letztes Wahlergebnis angefochten worden ist, am 31. Mai neu wählen zu lassen. Die neue Maßnahme ist lediglich gegen die Monarchisten gerichtet. Bis zu den Wahlen werden in den stritti= gen Gemeinden, die monarchistische Mehrheiten oder starke mo narchistische Minderheiten haben, die republikanisch- sozialistischen Ausschüsse die Geschäfte weiterführen.

kommenden Interessen darstellte.

Und so hinterläßt Christian Scholz, der allzu früh non uns gegangen ist, eine Lücke, die auszufüllen kaum möglich sein wird. Alle diejenigen, die im Bereiche der vielfältigen und umfangreichen Beziehungen leben, die Christian Scholz mit der wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Gestaltung in un­serer Heimat und unserem Vaterlande verbanden, stehen tief­bewegt an seiner Bahre, in echter Trauer um einen deutschen Mann im edelsten Sinne des Wortes, und mit dem Gefühl unauslöschlicher Dankbarkeit für ein reiches, uneigennütiges, von einer idealen Auffassung der Dinge getragenes, zum leuch tenden Vorbild geeignetes Wirken im Dienste der All­gemeinheit.

Bade in Luft.

Von Stadtmedizinalrat Dr. Marloth- Leipzig.

Herrgott als an jenen Tagen, da die Hölle schwieg und wir mit ten in der Zerstörung einen noch blühenden Kirschbaum sahen. Nie haben wir so inbrünstig selig dann das Leben gegrüßt und dem gedankt, der es uns wieder gegeben hat. Der Sonntagsschreiber.

Exzellenz Klingelhöser. Generalleutnant 3. D. a. D. Exzellenz Friedrich W. A. Klingelhöfer, der letzte Festungsfommandant von Mainz wäh rend des Weltkrieges, ist hier im 82. Lebensjahre einem Herz­schlag erlegen. Seine hohen militärischen Eigenschaften und seine Offenherzigkeit und Anteilnahme haben ihm, der ein Sohn des Hessenlandes war, eine grote Beliebtheit bei der Bür­gerschaft eingebracht.

wie

* Ein rechtskräftiges Todesurteil. Der 21jährige Landwirt Wilh. Lehr aus Altenstadt, der anfangs Januar bei Ortenberg das Dienstmädchen Martha Peppel ermordet hatte, wurde seinerzeit berichtet- am 21. April vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurteilt. Gegen den Urteilsspruch legte Lehr vor etwa 14 Tagen Berufung ein, die er aber dieser Tage wieder zurückgenommen hat. Damit ist das Todesurteil rechtsträftig ge­worden. Das Hessische Ministerium hat unmehr zu entscheiden, ob es von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch machen will.

Die Luft, die auch dem Aermsten jeder Zeit zur Verfügung steht, wird immer noch viel zu wenig für die Erhöhung der Gesundheit ausgenutzt. Welche moderne Mutter 3. B. läßt ihre Kleinkinder 10 Minuten vor dem Schlafengehen ohne Sachen, die größeren bis zur Hüfte frei, in der Stube herumtollen, um sie abzuhärten! Das Tageslicht mit seiner Ausstrahlung und schon die Zimmerluft an sich wirkt bereits günstig auf die Haut­atmung ein. Ist doch die Hautatmung ebenso unentbehrlich für die Gesundheit des Menschen, wie die Lungenatmung. Deshalb ist auch das Barfußgehen so überaus gesund. Haben wir beim Luftbad noch Sonne zur Verfügung, so werden der Hautstoff­wechsel und damit die gesamten Körpersäfte besonders angeregt.

Der große Vorteil regelmäßig durchgeführter Luftbäder be­steht in der Abhärtung der Haut und ihrer Organe. Die mei­sten Menschen stellen sich unter Abhärtung nicht das vor, was

* Kleiderdieästähle. In den letzten Tagen find in verschie denen Schulen Langfinger tätig geweseny, die sich an der Gar derobe der Schüler und Schülerinnen vergriffen. Die Polizei untersucht die Sache.

* Autounfall. Auf der Fahrt nach Marburg verunaliide in Marburg der mit 12 Personen von der Kapelle Seitz besetzte Kraftwagen. Jufolge Versagens der Umhalteeinrichtung lief in der Steigung der schwere Wagen rüdwärts und rannte gegen eine Mauer, die schwer beschädigt wurdez. Es wurde niemand Derletzt.

* Regelung des Verkehrs auf dem Wochenmarkt. Nach§ 1 der Polizeiverordnung, betreffend die Regaling des Verkehrs auf dem Wochenmarktplah in Gießen, vom 25. März 1929, ist das Befahren des Wochenmarktplates während der Marktzeit mit Fahrzeugen aller Art, einschl. Kinder und Handwagen, sowie das Reiten, Viehtreiben und Mitführen von Fahrrädern verboten. Wochenmarlt ist am Dienstag, Donnerstag und Samstag jeder Woche. Jst einer dieser Tage ein gesetzlicher Feiertag, so gilt der vorhergehende Werktag als Markttag. In der Zeit vom 1. April bis 30. September beginnt der Wochen markt um 7 Uhr und endet um 13 Uhr und in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März um 8 Uhr und endet um 14 Uhr. Es wurden wiederholt Beobachtungen gemacht, daß trotz Aufstellen von Sperrschildern Handwagen und Fahrräder vom Publikum auf den Wochenmarktplatz mitgeführt werden. Das Polizeiami weist nochmals auf das Verbot hin und sind die Polizeibeam ten angewiesen, auf die Einhaltung dieser Bestimmung zu achten

eigentlich der Abhärtungsprozeß bedeutet. Jn bezw. dicht unter der Haut sind zahllose Kleine und Kleinste Nervenfasern: und Blutgefäße, die mit einander in Verbindung stehen und in Harmonie treten durch wechselnde Erweiterung der Blutgefäß chen, die in die Nervensubstanz eindringen. Es wird dadur eine fräftige Hautversorgung hervorgerufen, die mit den Haut drüsen wie mit dem Stoffwechsel des Körpers in Verbindung tritt. Man fann sich vorstellen, daß je mehr Luftbäder genom men werden, die in Zukunft nicht nur im Sommer zum Tages bedürfnis gehören werden, um so bedeutungsvoller die Wider standsfähigkeit des Körpers werden muß. Und das ist für's künftige Leben, besonders des Jungvolfes, von größter Wichtig feit. Von dieser Abhärtung und Widerstandsfähigkeit hängt be fanntlich im späteren Leben in Krankheitstagen oft alles ab ob eine schwere Erkrankung überstanden werden kann. Vor allem werden durch die Luftbäder die Abgehärteten den Vorteil haben. sich nicht so leicht zu erfälten. Sie werden gegen schwere Folge zustände, wie Lungenentzündung, oder besonders chronische tarche des Halses und der Luftröhre, weit eher gefeit sein. Diele Aussichten sollen jedem verständigen Menschen zu denken geben Es wird dies auch allen um so leichter fallen, als die Luftbädet in der Tat bei jedem, gesunden Menschen Freudegefühl aus lösen und wohltuend auf das Gemüt wirken. Jeder kennt das a sich selbst, wenn er die Möglichkeit hat, sich der beengenden Klei dung zu entledigen zur Bestrahlung der Haut, ob im Bade, w am Seestrande, ob im Gebirge, ob unter der künstlichen Höhen sonne oder vor allem auch zu Hause. Da das Luftbad außer den förperlichen Vorteilen für's ganze Leben auch seelische Werte schafft, die jedem Menschen wohltun und Nutzen bringen, so wid man jede Gelegenheit wahrnehmen, sich ein kurzes Luftbad gönnen.

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