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Nr. 38

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und Elsbeth Weic eses Buch schildert, wie on einer ganz anderen aren. Hörten wir bisher olitischen Experimenten Schilderung einen tiefen es sowjetrussischen Men­

fjahresplan weitgehend g des Buches ist start was die Verfasser vom bt wenig Grund zu freu Experimentes. Die Ver­ugunsten des Kollettios e eine stumpfe refignie agenden dee des Fünf stische Bedarfswirtschaft Bedürfnisse des Volkes die Kapitel Das täg er das Alltagsleben im

eses Buch.

Glaube an Deutschland.

n Georg Müller, Mün

von Interesse sein, im

den wirtschaftlichen und

s Amerikaners zu hören. and positive Vorschläge politischen Gesundung zu enartig, fast phantastisch smonarchie. Die Vor­Belebung der deutschen Wenn manche Probleme itaners angesehen und Deutet dieses Buch schon eil für die besten deut­Preise verteilt werden.

". Monatlich ein Heft . 60 prächtigen& T serlag Heinrich Beenter d, Dichtungen und Er gediegener Unterhaltung alte berühmte Zeitschrift Unsere Leser erhalten obeheft für 30 Pig. allerlei Vorbereitungen. mmer herauskommende bt Ihnen wertvolle An itung, besonders inbezug

Kyffhäuser", heißt die fo Wissenswerte unterrichtet. reifarbiger Umschlag mit fklärenden Text. Das 32 hen durch die Reisebüros e. V. Wernigerode, Poft

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Gießener Zeitung

Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus.

Je daktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd­endung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

14. Jahrg.

Bolitische Rundschau.

( Gießener Tageblatt)

Die deutsche Abordnung mit Reichsaußenminister Dr. Cur­ius an der Spige ist am Himmelfahrtstage in Genf eingetroffen. Im Reichsjustizministerium schweben zurzeit Verhandlungen iber eine Reform und Verschärfung der Gesetzbestimmungen gegen Bertspionage im Rahmen des Wettbewerbsgesetzes. Binnen für­ester Frist dürfte mit einer entsprechenden Novelle an den Reichs: ag zu rechnen fein.

Der Preußische Landtag nahm am Mittwoch in namentlicher Schlußabstimmung den Haushalt für 1930 mit 230 gegen 167 Stimmen an und vertagte sich dann bis zum 8. Juni, um sich dann mit dem Kirchenvertrag zu beschäftigen.

Der italienische Außenminister Grandi beabsichtigt, in Genf inen Antrag einzubringen, der eine erneute Prüfung des Zoll­vaffenstillstandsabkommens fordert.

Bon französischer Seite in Gens verlautet, daß Briand und Benesch bei den bevorstehenden Ratsverhandlungen trotz des ein­deutig wirtschaftlichen Charakters der deutsch- österreichischen Zoll­Inion verlangen werden, daß die Frage vom politischen Stand­punkt aus behandelt wird.

Außenminister Briand hat einem am Himmelfahrtstage in Baris stattgefundenen Ministerrat sein Rüdtrittsgesuch unter: breitet, fich auf lebhafte Einwirkungen des Staatspräsidenten und des Ministerrats hin aber bereit erklärt, noch nach Genf zu gehen. Die Wahl Doumers wird von der polnischen Presse mit Scha­denfreude über die Niederlage Briands aufgenommen, denn Briand gilt als der Apostel der Verständigung mit Deutschland.

Der spanische Ministerrat hat beschlossen, das gesamte Privat­eigentum König Alfons zu enteignen.

In Washington wurde der bisher geheimgehaltene Mobili­lierungsplan des amerikanischen Generalstabes veröffentlicht, demzufolge die amerikanische Armee im Kriegsfalle auf eine Ge­jamtstärke von 11 Millionen gebracht werden fann.

Vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte fand ein Nachspiel zum Boltsbegehren statt. Dr. Hugenberg war angeklagt, 1929 den damaligen Reichsinnenminister Severing beleidigt zu haben. Sugenberg wurde wegen Beleidigung zu 500 M. Geldstrafe ver­urteilt.

Hauptmann a. D. Stennes, der bekanntlich mit einem Teil der SA, von der Hitler- Bewegung abgefallen ist, teilt mit, daß der Oberreichsanwalt gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen hochverrats eingeleitet habe.

Die Reichsleitung der NSDAP. teilt mit: Die Pressemit teilung, wonach die NSDAP. das Drechsel- Palais in München läuflich erworben haben soll, entspricht nicht den Tatsachen.

Mit Rücksicht auf die schlechte Wirtschaftslage hat sich der Zehenverband, wie er mitteilt, gezwungen gesehen, das Lohn­blommen zum 30. Juni 1931 zu kündigen,

Unter großer Beteiligung wurde am Freitag mittag die In­ternationale Luftfahrtausstellung in Stocholm eröffnet. Unter den ausländischen Gästen befindet sich der deutsche Atlantitflieger

DOR Gronau.

Der Präsident von Megito hat eine Finanznottonferenz ein­berufen, deren Aufgabe es ist, die Finanzkrise zu lösen, die durch bas Fallen des Silberpesos hervorgerufen worden ist.

Die Verschärfung der Einwanderungsbestimmungen für die Bereinigten Staaten hat zur Folge gehabt, daß die Einwande­rung nach Nord- Amerika während der letzten 8 Monate um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurüdgegangen ist.

Das Internationale Olympische Komitee in Genf hat auf Grund einer Anfrage bei den im Komitee vertretenen Ländern mit großer Mehrheit beschlossen, die 11. Olympischen Spiele im Jahre 1936 in Berlin stattfinden zu lassen.

Die Europa Kommission tagt.

Genf. Am Freitag mittag wurde die Europafommission von Briand eröffnet. Der französische Außenminister gab zunächst einen furzen Ueberblick über die bisherigen Arbeiten des Komi­tees, um dann in eine sehr allgemein gehaltene Sezierung der gegenwärtigen Wirtschaftslage Europas überzugehen.

Nach Briand sprach Henderson mit dem offensichtlichen Be­eben, die nach der Versailler Niederlage etwas zweifelhafte Genfer Stellung Briands zu stützen und Briand eine Art Ver­trauenserklärung des Völkerbundes zu verschaffen.

Briand dankte Henderson für seine Worte, die ihm eine tiefe Befriedigung gegeben hätten.

Inzwischen wurden die privaten Besprechungen zwischen den Außenministern fortgesetzt. Am Donnerstag bis spät in die Nacht inein waren Bundeskanzler Dr. Schober und Dr. Schüller vom offerreichischen Außenamt bei Dr. Curtius. Es wurde dabei noch­mals bis in die Einzelheiten das gemeinsame Vorgehen be­prochen.

Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.

Samstag, den 16. Mai 1931

wiederum in erster Linie die Zollunionsfrage berührt wurde. Am Vormittag besuchte dann der italienische Außenminister Grandi Dr. Curtius. Der erwähnte italienische Antrag, so scheint es, stellt nur ein Teilprogramm einer großen italienischen Initiative in der Angelegenheit der europäischen Zollprobleme dar. Grandi wird dieses italienische Projekt wohl schon in der Europakommission aufrollen. Man gibt sich in deutschen Kreisen feinem Zweifel darüber hin, daß die italienische Einstellung zu dem deutsch- österreichischen Zollprojekt sehr erheblich von ihrer ursprünglich reservierten Haltung abrüdt und sich mehr und mehr auf die Seite des Stärkeren, das heißt, der Zollunions­gegner, neigt. Zum mindesten erwartet man keinerlei Unter­stützung mehr von italienischer Seite.

Was den italienischen Vorschlag betrifft, die Handelskon= Dention sofort in Kraft treten zu lassen, ist festzustellen, daß die­fer Gedanke zunächst keineswegs dem deutsch- österreichischen Standpunkt widerspricht. Man rechnet übrigens in deutschen Kreisen damit, daß eine neue Wirtschaftskonferenz kaum über die alten Gegensätze hinwegkommen wird, und daß damit der Beweis für das Gesunde und Berechtigte der deutsch- österreichi­den Selbsthilfe erbracht würde.

Am Freitag früh war Dr. Curtius bei Henderson, wobei

Präsidentenwahl in Frankreich.

Versailles. Die Präsidentenwahl am Mittwoch hat mit einer Riesensensation geendet. Im ersten Wahlgang erhielt Briand nur 401 Stimmen. Doumer dagegen 442 Stimmen. Da teiner der Kandidaten die Mehrheit erreicht hatte, fand ein zweiter Wahlgang statt. Briand zeg seine Kandidatur zurüd und Doumer ging glatt durchs Ziel. Dieser Ausgang bedeutet einen schweren Schlag für Briand.

Pressestimmen.

Die unerwartete Niederlage Briands bei der französischen Präsidentenwahl hat naturgemäß auch in der Berliner Presse ein lebhaftes Echo, je nach der politischen Einstellung, gefunden. Im folgenden einige ausschlußreiche Zitate:

Die Germania",

( Neueste Nachrichten)

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Nummer 39

Deutsche Handwerkspolitik.

Im Rahmen der von der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie und dem österreichischen Kuratorium für Wirt­schaftlichkeit in Wien gehaltenen Vortragsreihe sprach am 24. April Herr Generalsekretär Dr. Meusch, geschäftsführen des Präsidialmitglied des Reichsverbandes des deutschen Hand­werks und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammer­tages über das Thema:

,, Deutsche Handwerkspolitik,

mit besonderer Berücksichtigung der Gewerbeförderung und Rationalisierung".

Der Vortragende sprach zunächst mit herzlichen Worten seinen Dank für die Einladung aus und fügte die Grüße der deutschen Spitzenvertretungen des Handwerks an. Man freue sich, durch die Gemeinschaftsarbeit im Handwerk zwischen Dester­reich und dem Deutschen Reiche neuere innere Verbindungen zu schaffen, was gerade jetzt ein Erfordernis der Zeit sei. Berufs stand und Wirtschaft des Handwerks seien hüben und drüben gewillt und befähigt, solche Verbindungen herzustellen. Beide haben das eine Ziel, in allem Wandel des wirtschaftlichen und sozialen Geschehens dem Handwerk eine Stätte zu bereiten, an der es seine ureigene Aufgabe mit den nach Zeit und Drt ge­gebenen Mitteln erfüllen kann.

Zweifellos unterliege das Handwerk wie jeder andere Wirt­schaftszweig einer tiefgehenden Umstellung und Entwicklung. Es sei aber nicht zulässig, anzunehmen, daß das Handwerk seine Eigenart aufgebe, wenn es sich den Erfordernissen der Neuzeit anpasse. Das Handwerk von heute sei ein anderes als das ein entscheidendes Merkmal damals wie heute die Eigenart des Handwerks bestimme: dies sei das grundsägliche Ueberwiegen der menschlichen über die mechanische Arbeitsleistung und die all­seitige Beherrschung des Arbeitsvorganges durch die im Be­triebe beschäftigten Personen. Die Wirtschaftswissenschaft ver­kenne im allgemeinen das Wesen und die Bedeutung des Hand­werks, woran zweifellos der Mangel brauchbarer statistischer Unterlagen zum Teil die Schuld trage. Es sei zu hoffen, daß es auf Grund der neu angelegten Handwerksrolle binnen kurzem möglich sei, eine zuverlässige Berufs- und Wirtschaftsstatistik des Handwerks zu schaffen. Voraussichtlich würde sie die staat­liche Handwerkspolitik rechtfertigen, die sowohl in Desterreich wie im Deutschen Reich von einer anderen Auffassung als die Wirtschaftswissenschaft ausgegangen sei und mit dem Grundsaz der konservierenden Heilmethoden allem Anschein nach Recht behalten habe. Ihre größte Leistung beruhe auf der Schaffung der öffentlich- rechtlichen Handwerksorganisation und auf der Re­gelung der Berufsausbildung.

das dem Reichskanzler nahestehende Organ, schreibt unter ande: rem: Woher diese Wandlung? Hat die allzu redselige Pro- Handwerk um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, wenn auch paganda der Linken für den Friedensfreund und Paneuropäer Briand abkühlend auf die Schwankenden gewirkt, oder konnte man sich Briand zwar als Außenminister oder Ministerpräsi­dent vorstellen, nicht aber als Staatspräsidenten? In Frank­reich wacht man eifersüchtig darüber, daß die höchste Stelle des Staates nicht ihren repräsentativen Charakter verliert und daß die politischen Entscheidungen ausschließlich bem Parlament und nur dem Parlement überlassen bleiben. Wird Briand aus seiner Niederlage Konsequenzen ziehen? So wenig wir auch im einzelnen mit der Außenpolitit Briands einig gehen, so wür­den wir es doch für bedauerlich halten, wenn die starke staats­politische Taifraft Mannes aus den fünftigen Diskussio­dieſes nen über den europäischen Frieden ausgeschlossen würde." Die Deutsche Allgemeine Zeitung"

sagt: Das Ereignis dieser Wahl ist nicht ihr positives Ergeb­nis, sondern die Niederlage Briands. Wie ist sie möglich? Dreierlei ist denkbar: entweder der große Rechner Briand hat sich über seine eigene Chance getäuscht, oder er ist getäuscht wor den oder schließlich: er war sich zwar bewußt, daß seine Aussich ten zweifelhaft seien, glaubte aber, die unsicheren Aussichten an der Präsidentschaft den ebenso unsicheren Aussichten vorziehen zu müssen, das Außenministerium noch verwalten zu können." Der Vorwärts"

vertritt folgende Meinung: Die französische Nationalversamm­lung ist gestern bei der Wahl des Präsidenten der Republik durchgefallen. Vor ihr stand die Möglichkeit, sich durch die Wahl Briands am französischen Volk und an Europa ein hiſto­risches Verdienst zu erwerben. Sie ist dieser Möglichkeit aus dem Wege gegangen und hat Briands Gegner, Herrn Doumer, an die Spitze der Republik gestellt. Der Sieg Briands wäre ein Sieg der internationalen Friedenspolitik gewesen, der Sieg Doumers ist ein Sieg der Internationale des Nationalismus." Und dann heißt es bezeichnenderweise weiter: Es ist das Echo der deutschen Hitlerwahlen am 14. September 1930 und des Nationalistenlärms, der sich um das Problem der österreichisch­deutschen Zollunion erhoben hat."

Die Vossische Zeitung"

meint: Ob Doumer oder Doumerque, der Unterschied ist gering. Nicht die Wahl Deumers hat Bedeutung für die Weltpolitik, sondern die Niederlage Briands. Wird in Zukunft der fran­zösischen Politik das Gegengewicht der Autorität Briands feh­len, die sich immer wieder in offener Feldschlacht durchsetzte und jetzt versagte, im Dunkel der geheimen Wahl, die den unsiche= ren Kantonisten es so beqeum macht, sich für die widerliche Ge­folgschaft zu revanchieren, die dieser einsame, skeptische, unheim­liche Mann immer wieder erzwang? Hätte er( Briand) die verlorene Kandidatur nicht übernommen, so hätte sein gebeug­ter Rüden noch auf Jahre hinaus ungeschwächt die Last schwe­rer Gorge zu tragen vermocht, nicht nur um sein Vaterland, sondern, man darf es glauben, wenn auch die praktische Ver­- um die Ret­wirklichung weit hinter dem Wollen zurückblieb tung Europas."

Und schließlich noch die Deutsche Zeitung". Sie sagt: Wäre Frankreich das friedlievende und verständi gungsbereite, mit dem unsere Erfüllungspolitik seit dem Ein­zug Stresemanns in das Auswärti e Amt rechnen zu können geglaubt hat, so wäre Briand zum Staatspräsidenten gewählt worden. Daß er nicht gewählt wurde, bedeutet für ihn nach den Mäßchen, mit denen er seine Kandidatur vorbereitete und schließlich ankündigte, eine vernichtende persönliche und eine nicht minder vernichtende politische Niederlage."

Nach einem Ueberblick über die deutsche Handwerksorgani fation, wie sie auf der Grundlage der Reichsgewerbeordnung, insbesondere der Novellen von 1897, 1922 und 1929 sich ge­staltet hat, berührte der Redner die grundlegenden Probleme der modernen Handwerkspolitik. Als solche seien die Formung der Berufsstandsidee und die Pflege des Rationalisierungsgedan­fens anzusehen. Praktisch habe das Handwerk den Berufs­standsgedanken insofern zu verwirklichen gesucht, als es kurz nach dem Kriege den Reichsverband des deutschen Handwerks gegrün­det und Entwürfe zu einer Reichshandwerksordnung geschaffen habe. Während es gelungen sei, im Reichsverband des deut­schen Handwerks das ganze deutsche Handwerk zu einer geschlos senen Einheit zusammenzuführen und aus verschiedenen wirt­schaftlichen Kräftegruppen eine deutlich umgrenzte Handwerks­wirtschaft zu schaffen, damit auch den Berufsstand des Hand­werks selbst zu bestimmen, habe die Reichshandwerksordnung un­verdientermaßen unter ihrer Entstehungsgeschichte gelitten. Ihr Grundgedanke sei die berufsständische Selbstverwaltung, die zu­nächst im Berufsfach, darüber hinaus im Berufsstand die In­teressen des Einzelbetriebes mit den Interessen der Berufsgenossen und der Volksgesamtheit auszugleichen habe, ohne daß das wirt­schaftliche Selbstbestimmungsrecht des einzelnen Betriebes grund­fäßlich angetastet werden solle. Berufsständische Solidarität trete dem Grundsatz des Klassenkampfes gegenüber. Mit diesem Leitgedanken habe sich der Reichsverband des deutschen Hand­werks bisher ziemlich vereinsamt befunden, vielleicht deshalb, weil man ihm eine gewisse Verwandtschaft mit dem Gedanken der Planwirtschaft nahe lege. Dies sei indessen abwegig, wohl aber fühle sich das Handwerk berufen, ein Beispiel für die Neuord­nung der Wirtschaftsauffassung auf berufsständischer Grund­lage zu geben, indem es seine Standesangehörigen zu pflichtbe wußter Gemeinschaftsarbeit im eigenen Stand und am Wohle der Gesamtheit zu erziehen gewillt sei. Auch der Rationalisie­rungsgedanke, der mit der Berufsstandsidee eng zusammenhänge, und von Bucerius seine erste Prägung erfahren habe, sei miß­verstanden worden.

Bei der Rationalisierung im Handwerk sei nicht an den Ersatz der menschlichen Arbeitskraft durch maschinelle Vorrich­tungen zu denken, vielmehr an die planmäßige Hebung der Wirt­schaftlichkeit des Handwerksbetriebes. Die technisch- maschinelle Rationalisierung des Handwerks finde an dem Ueberwiegen der menschlichen über die maschinelle Arbeitsleistung ihre natürliche Grenze. Deshalb müsse man aber doch alle Mittel anwenden, die Technik und planmäßige Drdnung zur wirtschaftlichen Ge­ftaltung des Betriebes bereitstellen. Allerdings sei hierbei viel