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Mr.

und Sommerfriidhen

Samstag, den 15. August 1931.

und Erholungsplätzen, die oft in den schönsten Lardschaften lie= gen, die Mitteleuropa hat? Unser Vaterland zählt Bäder und Erholungsorte an der See, in dem schönen, lange noch nicht genug bekannten Mittelgebirge, sowie auch hoch in den Bergen. Die meisten Bäder weisen eine unvergleichliche Schönheit der Lage und landschaftlichen Umgebung auf, gesteigert durch die gärtnerische Kunst der meist herrlichen und unvergleichlich da­stehenden Kuranlagen.

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Jeder wird in Deutschland das ihm Zusagende finden, mag er das gesellschaftliche Leben der großen Bäder, mag er die vor­nehme Behaglichkeit, die idyllische Stille fleinerer Kurorte suchen. Die deutschen Bäder sind der wirtschaftlichen Lage der Besucher im weitesten Maße entgegengekommen. Ueberall ist cin starker Abbau der Kurtare sowie der Kosten für Unterkunft und Verpflegung zu bemerken; furzum es wird jedem die Vornahme einer Kur ermöglicht.

Möge sich nun auch der Deutsche darauf besinnen, daß es in erster Linie seine Pflicht ist, die Bäder seines Heimatlandes auf­zusuchen.

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* Arbeitsunfall. Am Freitag stürzte ein Dachsdedergeselle bei Reparaturarbeiten in der Johannisstraße aus vier Meter Höhe rüdlings ab. Mit schwerem Schädelbruch wurde der Ver­unglückte in die Chirurgische Klinik eingeliefert.

* Dienstjubiläum. Mit dem morgigen Tage fann Herr Post­sekretär Karl Rohrbach von hier das Jubiläum seiner 40jährigen Tätigkeit für die Reichspost feiern.

* Landesarbeitsamt Hessen umgezogen. Das Landesarbeits­amt Hessen( Bezirk Hessen und Hessen- Nassau) in Frankfurt- M., das bisher in der Moltke- Allee 22-24 untergebracht war, ist nach Frankfurt a. M.- Süd, Gartenstraße 140, in das neue Verwal­tungsgebäude der Ortskrankenkasse umgezogen.

* Warnung der Reichspost. Es kommt ab und zu vor, daß einzelne Freimarken auf den mit der Post beförderten Brief­sendungen nur geringfügige oder schwache Entwertungszeichen, oftmals nur Striche oder schwärzliche Fleden tragen, weil sie beim Abstempeln in der Eile nicht voll getroffen worden sind. Selbst­verständlich ist es verboten und auch straffällig, solche unvoll ständig entwertete Freimarken, nachdem sie von den Umschlägen abgelöst worden sind, nochmals zur Freimachung anderer Post­sendungen zu benutzen. Trotzdem geschieht dies in der falschen Voraussetzung, der Betrug würde nicht gemerkt. In den meisten Fällen werden diese Gebührenhinterziehungen aber bei den Postanstalten, die angewiesen sind, hierauf besonders zu achten, entdedt; gegen die Absender wird dann von der oberen Post­behörde die dafür in dem Postgesetz vorgesehene Geldstrafe verhängt.

* Die Bahnsteigfarte berechtigt zum Betreten der Züge. Viel­fach ist noch nicht bekannt, daß das Verbot, mit einer Bahnsteig­farte das Innere eines Eisenbahnwagens zu betreten, nicht mehr besteht. Eine neuere Tarifbestimmung vom 6. April 1929 erlaubt woran hiermit erinnert sei das Betreten der Züge mit Bahnsteigtarten unter der Voraussetzung, daß für einen Reisen­den Handgepäck in den Wagen geschafft wird oder hilfsbedürftige Reisende oder Frauen untergebracht werden.

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* Unerwünschte Vorträge. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat in einem Rundschreiben an die Direk­tionen der höheren Schulen und der Fachschulen, sowie an die Kreis und Stadtschulämter auf eine Verfügung des Staatspräsi denten hingewiesen, wonach Vorträge über die französische Frem­denlegion in Schulen allerart unerwünscht sind, selbst dann, wenn der Vortragende seine Erlebnisse in der Legion in abschredenden Bildern malt. Die Besucher seien erfahrungsgemäß junge, cr= werbslose Leute, bei denen sehr leicht die Abenteurerlust gewedt werde. Weiter weist der Kultusminister darauf hin, daß der ehemalige Fremdenlegionär Heinrich Wolf, der in letzter Zeit in hessischen Schulen Vorträge über die Fremdenlegion gehalten habe, nach Mitteilungen des hessischen Landeskriminalamtes Darmstadt für derartige Vorträge nicht geeignet sei.

* Das Postschedamt hält den Sturm aus. Die dringendste verteidigen-man fönnte sich selbst über die Schleifung mehre= rer der in dieser letteren Linie liegenden zahlreichen Plätze verständigen."

Arndt schrieb an Gneisenau

,, Frankreich muß geschwächt werden und Deutschland wird nicht eher vor ihm sicher sein, als bis wir das Elsaß und unsere alten Grenzen an den Vogesen und Ardennen wieder gewon­- das for= nen haben. Das Elsaß und Lothringen und Met dert jeder chrliche teutsche Mann und das kann er fordern!" Auch der Kronprinz Ludwig von Bayern, der deutsche Pa­triot, der später dem deutschen Volke die, Walhalla" bei Regens­burg und die Befreiungshalle" bei Kelheim gewidmet hat, trat mit glühender Begeisterung für die nationale Einheit ein und verlangte die Rüdkehr Straßburgs und des Elsasses an den Ver band der deutschen Völker. In der französischen Vorherrschaft am Rhein erblickte er das Grundübel der europäischen Politit, aber es war ihm nicht beschieden, das Elsaß in den deutschen Schoß heimkehren zu sehen!

Auch Württembergs König forderte die Rückgabe des El­jasses mit der flaren Begründung:

,, Auf keinem Punkte der Grenzen Frankreichs von den Alpen bis zur Nordsee sind die Bollwerke der angrenzenden Staaten deutlicher durch die Natur abgezeichnet, als durch die Vogesen für die süddeutschen Staaten."

An Englands und Desterreichs passiver Haltung und an Ruß­lands Widerstand scheiterten alle diese berechtigten Forderungen. Zar Alexander erblickte schon damals in dem wiederhergestellten französischen Königreich der Bourbonen einen Helier, und die russische Diplomatie vertrat den Standpunkt, daß man gegen Napoleon, nicht gegen Frankreich Krieg geführt habe! So blieb die Sehnsucht nach der Heimkehr Elsaß- Lothringens zum Mutter­lande unerfüllt.

Als er

Mit bitterer Enttäuschung ist von ganz Deutschland der Aus­gang des zweiten Pariser Friedens aufgenommen worden. Aber ichon war im gleichen Jahre der Mann geboren worden, der durch seine Politik, gestützt auf das siegreiche deutsche Heer diesem Traume die Erfüllung bringen sollte: Bismard! im Jahre ein junger Mann von 27 Jahren 1842 zum ersten Male nach Straßburg fam, da schmerzte es ihn, daß in der ganz deutschen und auch noch ganz deutsch sprechenden Stadt französisches Militär und französische Beamte wirtschafte ten. Er habe damals, so hat er viele Jahre nachher erzählt, zu seinem französischen Reisegefährten gesagt: Dieses Land war unser und muß wieder unser werden."

Das übrige Europe haben wi en, daß man die Grenzen ver Jerteidigung notwendigen P nimmt, die Ausfall und icht schwer fein, dieje Punt ichtigteit nehmen, feine Rad staaten eine vollkommene jeit gegen Einbrüche in ihr Kriegsgeschichte Belgiens obere Maas bei Dinant, Na s die schwächsten Punkte di gung der oberen Maas erford Jen Maubeuge, Givel, Philip ng einer Linie von Thion

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Er hat es erfüllt uns aber hat der Gewalt- Frieden von Versailles das alte deutsche Land wieder geraubt!

Ich schließe mit den Worten unseres großen Historikers Stegemann:

,, Generationen gehen durch helle Tage, Generationen wan­deln durch Nacht und Dämmerung, das liegt im Auf- und Ab

,, Gießener Zeitung"

wirtschaftliche Sorge besteht augenblicklich darin, den stockenden Zahlungsverkehr wieder in Gang zu bringen. Dabei wird viel fach übersehen, daß der innerdeutsche Zahlungsverkehr der Post genau so arbeitet wie in normalen Zeiten. Wir erhalten unsere Bostanweisungsgelder ebenso pünktlich ausgezahlt wie immer, und der Postscheckverkehr widelt sich ohne jede Hemmungen ab. Man kann nach wie vor über sein Postschecguthaben durch bar­geldlose Ueberweisungen, durch Zahlungsanweisungen und durch bare Abhebungen restlos und ohne Einschränkungen verfügen. Vaterländische Pflicht ist es jetzt, da der Goldstock, die eigentliche Unterlage unseres gesamten Zahlungsverkehrs, durch Zurück­ziehung der Auslandsgelder so verkürzt ist, möglichst wenig mit Stückgeld und Banknoten zu zahlen, sondern im weitesten Um­fange durch Anschluß an den Postscheckverkehr zur bargeldlosen Zahlungsform überzugehen.

* Einziehung der Zeitungsbezugsgelder durch die Brief­träger. Die Einziehung der Zeitungsbezugsgelder von den Post­beziehern erfolgt durch die Briefträger in der Zeit vom 15. bis 22. d. M. Zur Förderung des Einziehungsgeschäftes werden die Bezieher gebeten, die Beträge bereitzuhalten. Dies liegt nicht nur im Interesse der Post, sondern auch der Bezieher selbst; denn unpünktliche Bezahlungen hat Stockungen in der Lieferung der Zeitung zur Folge.

* Ersparnisse bei Bauvorhaben. Die Beibringung amilicher Lagepläne fann von der Baupolizei erlassen werden, wenn es sich um Bauvorhaben von untergeordneter Bedeutung handelt, bei denen die Kosten der Anfertigung eines amtlichen Lageplanes in feinem Verhältnis zur Bausumme stehen und nach Lage der Baustelle ein öffentliches Interesse an einer amtlichen Grenzfest= stellung nicht vorliegt. Ob letzteres vorliegt, ist im Benehmen mit dem Vermessungsamt festzustellen.

* Hessisches Rotes Kreuz. Im Kindererholungsheim des Hessischen Roten Kreuzes in Bingenheim( Oberhessen) sind für die am 22. August dieses Jahres beginnende Mädchenkur, zu der Mädchen im Alter von 6-14 Jahren Aufnahme finden, noch einige Plätze frei. Anmeldungen haben baldigst bei der Ge­schäftsstelle des Alice- Frauenvereins zu erfolgen, wo auch die Die Kur erforderlichen Aufnahmeformulare zu erhalten sind. tosten betragen 3 RM. täglich, also 90 RM. für die 30 Tage dauernde Kur. Im Bedürftigkeitsfalle tann vom Hessischen Roten Kreuz ein Zuschuß bis zu 45 RM. gewährt werden. Ent­sprechende Anträge sind bei der Anmeldung mündlich oder schriftlich zu stellen. Auch für die vom 26. September bis 26. Oftober stattfindende letzte Knabenkur, zu der Knaben im Alter von 6-10 Jahren aufgenommen werden können, sind noch Anmeldungen möglich. Diese Kur fällt in die Zeit der Hessischen Herbstferien.

* Die Bootshausstraße gesperrt. Wegen der 11. Herbstregatta des Lahnregattaverbandes wird die Bootshausstraße zwischen dem Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft und der Wiß­marer Straße( Bahnunterführung) am Sonntag, den 30. Auguſt 1931 von 14 bis 19 Uhr für den Durchgangsverkehr polizeilich gesperrt.

* Aus dem Stadttheater. Das Lustspiel ,, Meine Cousine aus Warschau", von Verneuil, wird am morgigen Sonntag, An­fang abends 8 Uhr, unter Mitwirkung der Berliner Bühnen­fünstler Lottina Baart, Greta Rose- Reinhardt, E. L. Franken und Kurt Unser, als 9. Vorstellung im Sommer- Abonnement, gegeben.

* Schützenverein. Das für den 16. und 17. August vom Schützenverein vorgesehene große Preisschießen ist wegen der un­günstigen Wirtschaftsverhältnisse abgesagt worden.

* Geflügel- und Vogelzuchtverein 1897 e. V. Die Jahres­Hauptversammlung ist am Sonntag, den 16. August, nachmittags 3 Uhr, im Hotel Hopfeld.

* Sonderzüge mit Fahrpreisetmäßigung zur Leipziger Herbst­messe. Anläßlich der Leipziger Herbstmesse 1931 werden wieder Sonderzüge mit Fahrpreisermäßigung verfehren.( Fahrpreis­ermäßigung wird auch für die Rückfahrt in allen fahrplanmäßigen Zügen gewährt, wenn die Rückfahrkarte gleichzeitig mit der

der geschichtlichen Wellenbewegung begründet, aber keine Ge­neration weiß, ob sie die letzte ihres Volkes ist Schon im Glauben an die Beharrung, im Willen zur Tat liegt die Zu­funft beschlossen, und da der Kampf um der Rhein nicht aus: gefämpft ist, nicht ausgefämpft sein tann, so ist auch dem deutschen Volke, das am Rheine haftet, die Zukunft vorbehal= ten, Metamorphose, Wandlung ist alles. Geschichte ist Bewe­gung, Glaube ist Aufschwung!" Di, Ludwig Roth.

Einst und jetzt im Straßenverkehr.

Der von Pferden gezogene Wagen war die erste Erscheinung im ,, Schnellverfehr" der Straße. Uebertraf die Schnelligkeit des rollenden Wagens auch die Schnelligkeit" des zu Fuß gehenden Bürgers, so war ein Warnungszeichen insofern nicht von nöten, als die Hufeisen der Pferde und die Eisenreifen der Wagenräder Lärm genug machten, um den Fußgänger zu warnen. Ein ,, Se"= Ruf der Wagenführer genügte in besonders gefährlichen Situa­tionen, um die Gefahr abzuwenden und ein besonderes War­nungszeichen wäre im Straßenverkehr nicht erforderlich gewesen, hätte nicht die auf Schienen laufende Pferdebahn sich von den Stößen des Knüppelpflasters befreit. Die Pferdebahn machte nur durch das Trappeln der Pferde auf ihr Nahen aufmerksam und man mußte einen Ersay für das Geräusch rollender Räder haben, auf das das Ohr des Fußgängers nun einmal eingestellt war. Man fand diesen Ausgleich einerseits in einer vom Wagenführer zu betätigenden Glode, anderteils in den bis dahin nur bei Schlittenpferden üblichen Schellen.

Ehe ein Ausgleich zwischen den in ihrer Existenz bedrohten Droschfentutschern und der für billiges Geld jahrenden Pferde­bahn geschaffen werden konnte, trat ein neues Verkehrsmittel in die Erscheinung, das Fahrrad. Bei ihm entfiel nicht nur das Geräusch der rollenden Räder, sondern auch das Hufgetrappel und man stand diesem neuen Ding mit Mißtrauen und Verdruß gegenüber. Die Altvorderen waren zu sehr Ohrenmenschen ge­worden als daß sie an dieses geisterhaft dahinrauschende Ge­fährt sich ohne weiteres hätten gewöhnen fönnen, und die Rad­fahrer mußten irgendein Warnungssignal suchen, um Zusammen­stöße mit den auf ihr Ohr sich verlassenden Fußgänger zu ver­meiden. Zuerst ahmten sie die Eisenbahn nach und begannen zu pfeifen, sobald ein Fußgänger ihnen in die Quere fam, alsdann bedienten sie sich der bei der Pferdebahn üblichen Glode. Die Polizei entschied sich schließlich für das Glodengeläute, und um ein Geräusch reicher, strömte" der Verkehr dahin.

Kaum aber hatte man sich an das flinke Fahrrad gewöhnt, erschien etwas Neues im Straßenbilde: der pferdelose Wagen. Mit der Herrschaft des Radfahrers als schnellster Mann der Straße war es vorbei, aber auch mit dem beliebten Mittags­

Nr. 65.

Sonderzugfahrkarte gelöst wird.) Die Züge werden wiederum aus D- Zug- Wagen zusammengestellt und führen einen Speise­wagen. Baldige Lösung der Sonderzugfahrkarten ist dringend zu empfehlen, da die Nachfrage stets sehr groß ist. Normale Fahrkarten gelten nicht für die LM- Züge. Wegen aller näheren Auskünfte und Sonderzugfahrkartenkauf wende man sich an die im heutigen Inserat des Leipziger Mesamts genannien Stellen. Herbsttagung der D.L.G. Darmstadt 1931.

Die Herbsttagung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft vom 13. bis 18. September, mit der die D.L.G. auf ihrer Wan­derung durch die deutschen Gaue diesmal in Darmstadt halt macht, beschäftigt sich in ihren 17 öffentlichen Versammlungen mit brennenden Tagesfragen und hierbei hauptsächlich auch mit der Landwirtschaft im Rhein- Main- Gebiet und in Hessen. Die allgemeine Tierzucht- Abteilung der Gesellschaft, deren Versamm lung mit der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Züchtungs­funde verbunden ist, stellt die deutsche Höhenrinderzucht in den Vordergrund auf Grund der wirtschaftlichen Verhältnisse. Die, Obst- und Weinbau- Abteilung erörtert neben der Sortenwahl im Obstbau die Umstellung des Weinbaues auf Pfropfreben in Hessen. Ebenso behandelt die Saatzucht- Abteilung die Entwick­lung des Zuckerrübenbaues in den mittel- und kleinbäuerlichen Betrieben. Auch im übrigen ist dafür Sorge getragen, daß die bäuerlichen Verhältnisse in Süd- und Mitteldeutschland im Rah men der Verhandlungen in erster Reihe stehen.

Aus Nah und Fern.

Der Bürgermeister stempelt.

In einem kleinen Dörschen Oberhessens mit etwa 100 See­len ist der Bürgermeister in die Zahl der Erwerbslosenempfän ger getreten. Er ist von Beruf Handwerker, doch ohne Erwerb. Sein Bürgermeistergehalt ist verschwindend klein, so daß sein Einkommen zur Ernährung der starken Familie nicht ausreicht.

Heuchelheim. Morgen und übermorgen findet hier die be­fannte Heuchelheimer Kirmes statt.

Grünberg. Drei Bewerber, Metzgermeister Karl Böß, Fabri­fant Karl Repp u. Bahnassistent Ernst Schellhaas, die sämtlich dem Gemeinderat angehören, sind für die Wahl eines Beigeord­neten vorhanden, die am 30. August stattfinden soll.

Nidda. In Unterwiddersheim fand man in einem Bache einen 78jährigen Mann tot im Wasser liegend auf. Der Greis ist vermutlich von dem steilen Ufer ins Wasser gestürzt.

Büdingen. Der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenclubs begeht am Sonntag, den 16. August, die Feier sei= nes 50. Stiftungsfestes. An dem gleichen Tage findet eine Ge­denkfeier der V.- H.- C.- Jugend für den kürzlich verstorbenen Ju­gendobmann Professor Georg Bender- Frankfurt a. M. statt, wobei Konrektor Wilhelm Doerffler- Frankfurt a. M. die Ge­dächtnisrede halten und ein Streichquartett des Frankfurter V.- H.- C.- Hausorchesters mitwirken.

Schwickertshausen. Hier wurde eine mit der Heu- und Ge­treideernte angefüllte Scheune durch Feuer vollständig ver­nichtet.

Schotten. Eine Polizeiverordnung, die der zunehmenden Verschandelung des Landschaftsbildes durch Reklameschilder ent­gegenwirken soll, hat das hiesige Kreisamt erlassen.

Offenbach a. M. Donnerstag mittag stieß in der Bieberer­straße ein Motorradfahrer aus Zellhausen mit einem Auto zu­sammen. Der Motorradfahrer wurde so schwer verletzt, daß er auf dem Transport zum Krankenhaus gestorben ist.

Ich will nicht versäumen, daß ich seit dem Gebrauch Ihrer Zahnpaste ,, Chlorodont" nicht nur reine, weiße 3ähne befize, sondern auch den bei mir sonst üblichen Mundgeruch verloren habe. Ich werde 3hr Chlorodont aufs beste empfehlen." gez. E. G., Mainz.- Man verlange nur die echte Chloro­dont Zahnpaste. Tube 54 Bf. und 90 Pf., und weise jeden Ersatz dafür zurüd.

Gegen üblen Mundgeruch men Mitteilung au magen,

schläfchen der Fußgänger auf dem Fahrdamm, Der Radfahrer ristierte bei einem Zusammenstoß zuviel, als daß er mutwillig den Fußgänger angefahren haben würde, aber das Automobil war stärker, als der gehende Mensch, und um die Gefahr zu bannen, erfand man den Trompetenton der Hupe als Warnung.

Man hatte nun drei Arten akustischer Warnungsmittel und zwar den Ruf des Kutschers, den Glodenton von Straßenbahn und Radfahrer und den Trompetenton der Kraftwagen, aber bald stellte es sich heraus, daß die Akustik allein nicht mehr zur Sicherheit im Straßenverkehr genügte. Aus den Ohrenmenschen mußten Augenmenschen gemacht werden und in stummer Sprache mußte man den Strom des Verkehrs regeln, um die Benutzer der Straße voreinander zu schützen. Es entstand eine Verkehrs­volapük gewaltigsten Ausmaßes. Pfeile, Richtungsweiser, Licht­signale, Verkehrstürme erstanden und inmitten der Brandung machte der Schutzpolizist seine Freiübungen zum Heile der fah­renden und gehenden Großstadtmenschen.

Zum Akustischen war das Optische gefommen und mit Ohr und Auge haben die modernen Verkehrstinder im Strudel des Verkehrs sich zurechtzufinden. Für den Uneingeweihten hat diese Sprache etwas verwirrendes, aber dem Eingeweihten ist alles vertraut und ohne Gefahr bewegt er sich auf der Straße. Er tennt die Richtungsweiser und Pfeile, er kennt die Zeichen für Einbahnstraßen, verbotene Straßen usw. er weiß die Lichtsignale zu deuten und fennt die Bedeutung der Armbewegungen des Schußmannes.

Zu den Straßenkennzeichen und den Richtungsweisern der Kraftwagen ist ein neues 3eichen getreten. Es ist der bei den Blinden bekannte gelbe Kreis mit den drei Punkten, der be­hördlicherseits auch für die Gehörlosen und Schwerhörigen als Erkennungszeichen freigegeben worden ist. Der Bund deutscher Radfahrer hat dieses Abzeichen für gehörlose und schwerhörige Radfahrer in Emaille herstellen lassen, um diese Radfahrer vot den Gefahren der Straße zu schützen. Das Schild wird unter dem Sattel, für alle dem gehörlosen Radfahrer folgenden Straßen­benutzer sichtbar angebracht und macht mit seinen leuchtenden Farben darauf aufmerksam, daß bei dem mit diesem Schilde ge­fennzeichneten Radfahrer ein akustisches Signal unwirksam ist.

Jst der taube Radfahrer durch diese Schilder geschützt, so hat er sich inbezug auf andere optische und akustische Warnungszeichen dem Verkehr anzupassen. Der Umstand, daß selbst in einer Welt­stadt wie Berlin Radfahrerunfälle verschwindend gering sind, zeigt, wie der Radfahrer dem modernen Verkehr sich eingefügt hat. Bedenkt man, daß es in Deutschland rund 13 Millionen Radfahrer und Radjahrerinnen jedes Alters gibt und vergleicht man mit dieser Zahl die Unfallstatistik, dann wird man er fennen, ein wie sicheres Fahrzeug das fleine, flinke Fahrrad ist, wenn der Fahrer dem Verkehrsstrom sic einfügt und alle Zeichen beachtet, die seine Sicherheit und die der anderen hüten und bewahren sollen.