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Nr. 30

Mittwoch, den 15. April 1931.

Butzbach 1. Jgd. 1900 Gießen 2. Jgd. 2: 0( 0: 0) Die zweite Jugend von 1900 weilte zum Pflichtrüchspiel in Buzzbach. Mit 10 Mann traf sie dort auf einen Gegner, der vor allem seine überlegene Körperkraft ins Gewicht warf. Die schwächeren 1900er kämpften trotzdem bis zum Schluß fair und unverdrossen. In der ersten Halbzeit hielten sie so gut stand und ließen den Gegner zu feinem Erfolg kommen. Als in der zweiten Halbzeit zwei Spieler verletzt wurden, nützte aller Eifer und alle Aufopferung nichts mehr. Butzbach setzte sich in Gießens Hälfte fest und konnte von den vielen wuchtigen An­griffen zwei mit Erfolg abschließen. V.

Handball.

Gießen 1900 1. TV. Weglar- N.- Girmes 1. 5: 6. Gießen 1900 2. TV. Weglar- N.- Girmes 2. 13: 3. Nachdem 1900s erste Mannschaft am ersten Feiertag in Niedergirmes knapp( 108) und dabei auch etwas unglüdlich, verloren hatte, sah man dem Rückspiel der beiden Gaumeister ( DT. und DSB.) mit Interesse entgegen. Die Gleichwertigkeit beider Mannschaften wurde nun auch diesmal unter Beweis gestellt. Da sich beide Gegner einer fairen Spielweise befleißig­ten, stand das Treffen in wohltuendem Gegensatz zu dem rorauf­gegangenen Fußball- Verbandsspiel. Die Führung wechselte andauernd; schließlich behielt die Turnerschaft, nachdem die Sei­ten noch mit 5: 4 für 1900 gewechselt worden waren, mit 6: 5 das bessere Ende für sich. Größeres Stehvermögen und besseres Zusammenspiel in der zweiten Spielhälfte waren ausschlag gebend. Bei 1900 war der Mittelläufer noch nicht wieder auf gewohnter Höhe, auch war das eigensinnige Spiel einzelner Stürmer zu bemängeln.

Eine sehr ansprechende Partie lieferte die zweite Mann­schaft. Sie verstand sich in allen Reihen sehr gut und ist auch technisch auf der Höhe. Schiri Weber( Pol. Butzbach) sehr gut.

Ein origineller Fall.

,, Gießener Zeitung"

Abgesehen davon, daß die Behauptung der Konsumver­eine, ihr Inder entspreche in seinen Grundlagen und seinem Aufbau dem amtlichen Ernährungsinder, bisher nicht nachge wiesen wird, müssen vor allem gegen die von ihnen vorgenom

mit Recht bezweifelt werden darf. Jedenfalls liegen hier eine Unzahl an Möglichkeiten zu wirklichen Einsparungen nach der positiven Seite hin vor.

menen rücklaufenden Preisermittlungen für die Jahre 1925 Schlechter Fußboden ist ein Krankheitsherd. bis 1930 die stärksten Bedenken geäußert werden.

Gegen die Uebertragung des Fußball- Länderspiels Deutsch­land- Frankreich am 15. März in Paris durch die Norag" hatte sich jetzt der Norddeutsche Sportverband eingesetzt. Er begründet fein Ersuchen damit, daß die an diesem Tage ihre Meisterschafts­spiele durchführenden Vereine in Norddeutschland eine geldliche Einbuße von schätzungsweise 6-10 000 Mark erleiden würden, weil es verständlich sei, daß die Fußballinteressenten sich lieber den Funkbericht über den ersten Länderkampf beider Nationen anhören, als selbst auf verschiedenen Fußballplätzen gegen Ein­trittsgeld zu erscheinen. Ob die Beschwerde Erfolg gehabt hat, entzieht sich unserer Kenntnis.

Die Konsumvereine haben offenbar die Preise für die ver­gangenen Jahre auf Grund früherer Preislisten ermittelt. Gegen die Preisermittlung auf Grund von Preislisten ist je­doch einzuwenden, daß die tatsächlich geforderten Preise mit den Listenpreisen keineswegs immer übereinstimmen. Darans ergibt sich schon, daß die Preise für den Konsumvereinsinder nicht auf die gleiche Art und Weise wie bei dem amtlichen Ermittlungsverfahren festgestellt worden sind.

Die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik hielt in Mün­chen ihre Wahlversammlung ab und beschloß dort, ihren Namen wie folgt abzuändern: Deutsche Sportbehörde für Leicht­athletik, Handball und Sommerspiele"."

Der Konsumvereinsinder ergibt die für die Konsumvereine selbst wohl nicht angenehme Tatsache, daß für 1926 und für den Januar 1931 die Konsumvereinswaren teurer als beim selbständigen Einzelhandel gewesen sind. Der Konsumvereins­inder ist auf das Jahr 1925, dessen Preisstand= 100 gesetzt ist, aufgebaut. Rechnet man dementsprechend den amtlichen Ernährungsinder ebenfalls auf das Jahre 1925 um, so kommt man zu folgenden Zahlen:

Ernährungsinder

aintlicher

fonsumgenossen schaftlicher IOO

Durchschnitt 1925

147,8

1913 100 1925= 100 100

1926

144,8

97,7

1927

151,9

102,8

99,1 101,5

1928

152,3

103,0

102,2

1929

154,5

104,5

1930

142,9

96,7

133,5

90,3

102,0 95,4 90,5

Der deutsche Sport hat noch immer schwere Olympiasorgen. Wer Tüchtige Sportler sind da, aber Geld und Zeit nicht. friegt so ohne weiteres für 10 Wochen Urlaub. Je mehr in der deutschen Presse diese Frage erörtert wird, desto mehr Skeptiker finden sich. Der Einwand, daß wir zu arm sind und das ruhig der Welt zeigen sollen, ist an und für sich berechtigt, es fragt sich bloß, ob ein Fernbleiben wirklich das Gegenteil bewirken und der Welt, die unsere Leistungsfähigkeit fennt, wirklich zei­gen würde, daß wir arm sind. Wie leicht könnten da andere Urteile um sich greifen, die unserem Ruf und Ansehen weniger günstig sind. Die Deutsche Sportbehörde steht schon mit fertigen Plänen da. Sie hat die Beschichung der Olympischen Spiele 1932 als notwendig erachtet. Eine deutsche Auswahlmann­schaft wird zunächst durch eine erste Sichtung in Sammeltursen herausgestellt, und durch bestmögliche Förderung glaubt man, diese Auswahlmannschaft zu einer wirklichen Kerntruppe ver­kleinern zu können, wobei Kämpfe gegen das Ausland die not­wendige Härte und Rennerfahrung schaffen sollen. Angesichts der schweren wirtschaftlichen Lage hat das Hochschulamt für Leibesübungen in Deutschland beschlossen, von der Durchführung der Akademischen Olympia 1931 abzusehen, um jedoch alle Kräfte daran zu setzen, dieses Fest im Jahre 1932 in Innsbruc zu veranstalten.

Januar

Wir wissen längst, daß Reinlichkeit ein Feind aller Krank­heitskeime ist. Im Staub tummeln sich tausende verschiedene Krankheitskeime, und Schmuß ist ein willkommener Nährboden für alle Bazillen. In unsere Wohnung tragen wir mit den Schuhen viel Schmuß und damit Krankheitserreger von der Straße heim.

Darum ist eine peinlich saubere Fußbodenpflege eine For­derung der Hygiene. Aber nur ein tadelloser, fugenfreier Fuß­boden läßt sich wirklich gründlich sauber halten. Rißen und Spalten sowie farbfreies, aufgerauhtes Holz sind eine Brut­stätte der Bakterien.

1931 Um nicht durch eigene Berechnungen die These besonderer Billigkeit zerstören zu müssen, haben deshalb die Konsumver­eine ihren Index ebenso wie den amtlichen Index auf das Jahr 1926 als Ausgangspunkt umgerechnet. Auf diese Weise kommt nämlich in der Darstellung nicht zum Ausdruck, daß die Konsumvereinspreise im Jahre 1926( wie aus obiger Tabelle hervorgeht) über denen des Einzelhandels gelegen haben. Auf grund solcher Berechnungsmethode ist es auch nicht mehr schwer, für die folgenden Jahre niedrigere Preise bei den Konsumver­einen festzustellen als im Einzelhandel. Im übrigen kommen auch die eigenen Berechnungen der Konsumvereine zu dem Er­gebnis, daß in den letzten Jahren die Preislage bei den Kon­sumvereinen und beim selbständigen Einzelhandel ungefähr gleich gewesen ist.( Pressestelle der Hauptgemeinschaft.)

Das Deutsche Hochschulamt für Leibesübungen, Sizz Karls­ruhe, hat beschlossen, im Jahre 1931 von der Veranstaltung der deutsch- akademischen Olympia wegen der schweren wirtschaft­lichen Verhältnisse abzusehen.

*

Ungarns National- Fußballelf wird voraussichtlich im Juni ds. Js. in Mitteldeutschland gegen mitteldeutsche Auswahl­mannschaften antreten.

Ein einbringliches Geschäft.

Wenn der Fußboden nicht tadellos in Ordnung ist, läßt sich das Zimmer nicht richtig sauber halten, selbst wenn der Boden jeden Tag gründlich gereinigt wird. Denn man wischt und scheuert den Schmutz zum großen Teil doch nur in die Dielenrißen, aus denen er, wenn er wieder trocken geworden ist, bei jeder Bewegung im Zimmer lustig emporwirbelt. Er wird eingeatmet und überträgt Krankheiten. Deshalb sollen Fugen und Ritzen gekittet und ein schlechter, abgetretener Fußboden ge­strichen werden.

Vor nicht allzu langer Zeit hat der Preußische Justiz­minister im Einvernehmen mit dem Minister für Volkswohl­fahrt wegen des Abbaus der Mieteinigungsämter der allge­meinen Forderung, die Aufgaben der Mieteinigungsämter den Amtsgerichten zu übertragen, insofern stattgegeben, soweit der Rückgang der Geschäfte der Mieteinigungsämter deren Auf­rechterhaltung nicht mehr rechtfertigt. Auf Antrag der Ge­meinden, bezw. der Gemeindeverbände kann also die Ueber­tragung der Geschäfte der Mieteinigungsämter auf die Amts­gerichte durch die Aufsichtsbehörde beantragt werden.

Neue Bücher.

,, Der Türmer Deutsche Monatshefte". Monatlich ein Heft im Umfange von über 100 Seiten mit ca. 60 3. T. farbigen Bildern. Preis nur 1,50 Mt. Verlag Heinrich Beenken in Ber­lin SW. 19. Das April- Hest bringt einen Aufsatz der Kron­prinzessin Cecilie zum 10. Todestag der Kaiserin Auguste Vik­toria. Als deutsche Frau schreibt die Kronprinzessin schlicht und einfach über die letzte Kaiserin, die ihre mütterliche Freundin geworden war. Sie schildert sie als eine echt deutsche Mutter, die der Mittelpunkt der Familie war. Unveröffentlichte Bil­der, welche die zweite Gemahlin des früheren Kaisers zur Ver­fügung gestellt hat, zeigen den Kaiserin Augusta- Viktoria- Gar­ten und das rührend einfache Sterbezimmer in Doorn. Weitere Erinnerung an vergangene Tage bringt die fröhliche Plauderei ,, Erzieher Deutsches Heer".

Ein Fall dieser Art hat sich nun vor kurzem in der Stadt N. zugetragen, der deswegen in heutiger Zeit besonders pikant dadurch erscheint, weil hier wiederum einmal eindeutig nicht nur die Ueberflüssigkeit des Mieteinigungsamtes dargelegt wor den ist, sondern weil darüber hinaus auch als erwiesen anzu­sehen ist, daß die

Mieteinigungsämter eine recht kostspielige Institution der Nachkriegszeit darstellen. So hat das Mieteinigungsamt der Stadt N. für seinen ersten Vorsitzenden eine nette und beachtenswerte Ein­nahmequelle geschaffen, die für das Jahr mit 760 RM. do­tiert wurde. Nun ist man auch dort angesichts der Notzeit

Kauft man im Konjumverein billiger? einmal ans Rechnen gegangen und hat eine Art Bilanz der

Der falsche Ernährungsindex der Konsumvereine.

Bekanntlich ist es den Konsumvereinen bisher nicht ge­lungen, zu beweisen, daß ihre Preise stärker gesunken sind, als beim selbständigen Einzelhandel. Um scheinbar genaue Be­weise für die Billigkeit der Konsumvereine zu erlangen, sind sie jetzt dazu übergegangen, einen ,, Konsumvereinsindex" zu schaffen, den sie dem amtlichen Ernährungsinder gegenüber stellen. Das Ergebnis des Vergleichs der beiden Indices er­gibt( dem Zweck entsprechend), daß die Preise der Konsum vereine seit 1926 unter denen des Einzelhandel gelegen haben. Diese Berechnungen der Konsumvereine, für deren Verbreitung viel Mühe verwandt wird, sind infolge mannigfacher Fehler geeignet, die Deffentlichkeit irrezuführen.

Tätigkeit des Herrn Vorsitzenden im letzten Jahre gemacht. Und so hat man denn festgestellt, daß im letzten Jahre nur vier Sitzungen stattgefunden haben, in denen insgesamt 26 Streit­fälle zu erledigen waren. Der Vorsitzende hat demnach

Frühling im Modesalon! Die Schaufenster zeigen die glei­chen verlockenden Dinge wie die neueste Nummer der ,, Elegan­ten Welt", die soeben erscheint. Da gibt es die entzückendsten Abendkleider für den Sommerabend im Kurort.

Deutschland in Ketten. Von Versailles bis zum Young­

Plan.

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Von Werner Beumelburg. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. D. Kart. 5 RM. Ganzleinen 6,50 RM.- Werner Beumelburg ist uns aus seinen hervorragenden Kriegs­schilderungen längst kein Unbekannter mehr. Sein letztes Werk, ,, Sperrfeuer um Deutschland", hat eine Auflage von 130 000 Exemplare erreicht. In seinem Deutschland in Ketten" schil­dert er unseren Leidensweg der Nachkriegszeit von Versailles bis zum Young- Plan. Auch dieses Werk liest sich wie ein span nender Roman und ist doch harte, rauhe Wirklichkeit. Alle Phasen dieses zähen, hartnäckigen Kampfes unserer Gegner gegen eine Wiedergenesung Deutschlands werden eingehend be­handelt, Deutschlands erbitterte Kämpfe nach außen und im Innern werden dem Leser in leidenschaftlicher Sprache vor Augen geführt und mit ihnen die in diesem Drama handeln­den Persönlichkeiten. So geht das Buch, mit Spaa beginnend, über Versailles, Locarno, Genf, Kapp- Putsch, Inflation, Kampf der Hochfinanz, Dawes- Plan, Young- Plan und wie die Leidens­stationen alle heißen, bis zur vorläufig letzten Periode der Weltwirtschaftskrise und dem erwachenden deutschen Nationalis= So weist dieses vortreffliche Buch, indem es die einzel­nen Abschnitte des vergangenen Jahrzehnts lebendig gestaltet und die großen, beengenden Kräfte bloßlegt, in die Zukunft hinein, die Deutschland vor die Aufgabe stellt, von seinen Ket­ten frei zu werden.

für jede Sitzung die ansehnliche Summe von 190 RM. oder für jede Verhandlungssache den immerhin in heutiger Zeit mitzunehmenden, schönen, runden Betrag von 30 RM. er halten. Angesichts dieser Belastung hat nun die Stadtverwal­tung N. das vernünftigste getan, was jeder verantwortliche Kommunalpolitiker schon längst getan hätte, und kurzerhand die Aufhebung des Mieteinigungsamtes beantragt und seine Angliederung an das zuständige Amtsgericht gefordert. Der vorliegende Fall dürfte kein Einzelfall sein. Wieviel Miet­einigungsämter mögen noch existieren, deren Daseinsberechtigung

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