Mittwoch, den 15. April 1931.
Bor neuen Notverordnungen?
Der Reichstag ist am 26. März d. Js. bis zum 13. Oktober d. Js. vertagt worden und hat, nachdem er den Haushalt für das kommende Etatsjahr verabschiedet hatte, der Reichsregierung- und zwar ausdrücklich nur der gegenwärtig im Amt befindlichen Reichsregierung eine Art von Sparermächtigung mit auf den Weg gegeben. Danach wird die Reichsregierung ermächtigt, sofern im Laufe des Rechnungsjahres Mehrausgaben oder Mindereinnahmen gegenüber den Ansätzen im Reichshaushaltsplan zu erwarten sind, Ausgaben des ordentlichen Haushalts bis zur Gesamthöhe der Mehrausgaben oder Mindereinnahmen abzusetzen. Die Ermächtigung erstreckt sich nicht auf die Etatsansätze, die auf gesetzlich festgelegten Ansprüchen beruhen". Danach wären also wenigstens die Rechtsansprüche gesichert sollte man meinen. Der Herr Reichsfinanzminister hat jedoch am Tage darauf den Pressevertretern gegenüber geäußert, soweit die Regierung durch die Ermächti= gung nicht in der Lage sei, besondere Ersparnisse zu machen, tönne ihr niemand verbieten, im Wege der Notverordnung auf Grund des Artikels 48 weitere Veränderungen am Etat vorzunehmen. Man wird also in den nächsten Monaten noch auf allerhand Ueberraschungen gefaßt sein können und auf der Hut sein müssen.
Lokales.
Aus der neuen Praxis der Versorgungsbehörden.
1. Bei der zur Zeit von den Versorgungsämtern durchgeführten Nachprüfung der Versorgungsaften der Empfänger von Witwen- und Waisenbeihilfe tönnen Hinterbliebenen von Leichtbeschädigten die bereits bewilligten Beihilfen ganz oder zum Teil belassen werden, solange ein besonderer Notstand noch anzuerkennen ist. Hierbei ist besonders beachtlich, daß diese Bezüge der Hinterbliebenen( Beihilfen, Zuwendungen) zusammen die Bezüge des Verstorbenen nicht übersteigen dürfen. War dies bisher der Fall, so können sie auch dann herabgesetzt, entzogen oder umgewandelt werden, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Hinterbliebenen nicht geändert haben. Wird die bisher gewährte ,, Beihilfe" in eine Zuwendung" umgewandelt, was neben Hinterbliebenenbezügen aus anderen Quellen stets geschieht, so ist neben der Zuwendung die Bewilligung einer Zusatzrente nicht zulässig.
2. Waisenrente über das 18. Lebensjahr hinaus infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen(§ 41 Abs. 3 RVG.) wird nicht mehr gewährt, wenn die Waise sich trotz ihrer Gebrechlichfeit selbst unterhalten kann. Tritt eine solche Waise ins Be= rufsleben ein und erwirbt sie ihren Unterhalt selbst, so wird eine wesentliche Aenderung der Verhältnisse im Sinne des§ 57 Abs. 1 RVG, auch dann als vorliegend erachtet, wenn der Zustand der Gebrechlichkeit sich nicht geändert hat. Das gleiche gilt, wenn eine Waise sich verheiratet hat und trotz ihrer Gebrechlichfeit die Obliegenheiten einer Hausfrau erfüllt. In derartigen Fällen wird die bisher gezahlte Rente entzogen.
3. Nach§ 50 RVG. fann Hinterbliebenenrente auch schon vor der Todeserklärung eines Verschollenen gewährt werden, wenn das Ableben des Verschollenen mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist. Wird der Tod zur Gewißheit, so ist die Todes= erklärung beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen. Von dem dann vom Gericht festgesetzten Todestag läuft die zweijährige Frist(§ 54) für die Anmeldung des Anspruchs auf Hin= terbliebenenrente. Diese muß dann stets erneut beantragt wer= den, wenn auch bereits Verschollenheitsrente nach§ 50 RVG. als Kannbezug gewährt worden ist. Unterbleibt die rechtzeitige Antragstellung, so tann eine nach§ 50 bereits gewährte Versor= gung bei Versäumnis der Anmeldefrist ohne Anerkennung eines Rechtsanspruchs weitergewährt werden.
,, Gießener Zeitung"
* Dienststunden des Polizeiamts. Die Dienststunden des Polizeiamts für den Publikumsverkehr ab 15. April lfd. Js. find von 7½ Uhr bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. Samstags von 7 bis 12 Uhr. Für Samstag- Nachmittags ist in der Zeit von 16% bis 17 Uhr ein Eildienst eingeführt, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar sind, erledigt werden können.
Auf Elternrente besteht kein Anspruch, wenn Kriegsverschollene erst nach dem 31. März 1930 für tot erklärt werden oder wenn bei früherer Todeserklärung der Anspruch erst nach dem 31. März 1930 erhoben wird. Wird bereits Elternversorgung auf Grund des§ 50 gewährt, so lann sie für die Dauer der Bedürf= tigkeit weitergewährt werden. Ist noch keine Versorgung ge= währt worden, so gilt die Frist als versäumt(§ 49 RVG.).
Zwei Soldatenherzen.
Erzählung von Balthasar Grimm, Babenhausen( Hessen).
* Meldepflicht bei Wohnungswechsel. Die Vermieter von Wohnungen werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie verpflichtet sind, von dem Ein- und Auszug der Mieter binnen acht Tagen dem Polizei- Meldeamt Anzeige zu erstatten. Zu diesen Anzeigen sind auch die Mieter verpflichtet, sofern nicht die An- und Abmeldung durch den Vermieter erfolgt ist.
* Die Fortbildungsschulpflicht in Hessen. Nach den Vorschriften des hessischen Schulgesetzes sind alle jungen Leute beiderlei Geschlechts nach Erfüllung ihrer achtjährigen Schulpflicht zum dreijährigen Besuch der Fortbildungs- und Berufsschule verpflichtet, wenn sie nicht eine staatlich anerkannte andere Schule besuchen.
* Verwaltung der Gießener Universitätskliniken. Die Ersparnismaßnahmen der hessischen Regierung haben bei den GieBener Universitätskliniken zu Organisationsänderungen geführt. Für die human- medizinischen Kliniken ist mit Wirkung vom 1. April 1931 ab eine Gesamtverwaltung unter der Bezeichnung ,, Verwaltung der Universitätskliniken" eingerichtet, die im Verwaltungsgebäude in Gießen, Klinikstraße 32, untergebracht ist. Die Gesamtverwaltung nimmt die bisherigen Verwaltungen der medizinischen Poliklinik, der chirurgischen und Ohrenklinik, der Augen- und Kinderklinik, der Nervenklinik sowie des physiologischen Instituts nebst den in dem Institutsgebäude weiter untergebrachten Instituten auf. Alle Anschriften sind nunmehr an ,, die Verwaltung der Universitätskliniken" in Gießen zu richten. Telephonanruf einstweilen unter Nr. 3173.
* Reichsbahnbeförderung. Zum Reichsbahnsekretär wurde der Reichsbahnassistent, Herr Gustav Steffans, befördert. * Stadttheater. Heute abend:„ Die Welt, in der man sich langweilt" von Pailleron, mit Frau Auguste Prasch- Greven berg als Gast. Freitag, zum letzten Male Oskar Wildes ,, Lady Windermeeres Fächer".
* Verein Rudersport 1913. Heute abend, 8.30 Uhr, hält der Verein auf dem Bootshaus seine Monatsversammlung ab.
* Verband ehem. 118er und deren Formationen am 3. Mai ds. Js. in Worms. Auf diesem Verbandstag werden vor allem die Denkmals- Fragen besprochen. Zur Tagung spielt die Reichswehrkapelle J. R. 15 Gießen.
* Straßensperrung( mitgeteilt vom Oberh. Automobil- Club E. V. A. v. D.). Die Sperrung der Ortsdurchfahrt KleinLinden im Zuge der Straße Gießen- Weylar wird am 15. April 1931 aufgehoben.
* Straßensperre. Wegen Vornahme von Walzarbeiten ist die Georg Philipp Gailstraße bis auf weiteres für den gesamten Fahrverkehr polizeilich gesperrt.
* ,, Nezlarten" bei der Reichsbahn? Die Reichsbahn prüft, einer Anregung der Reichsvereinigung der Reisenden und Vertreter im GDA. zufolge, die Frage der Einführung von sogenannten ,, Netzkarten". Für bestimmte Stredennetze mit etwa 5000 bis 7000 Stredentilometern sollen Monatskarten geschaf= fen werden, die zur beliebigen Hin- und Herfahrt innerhalb des Stredennetzes berechtigen und für die 3. Klasse 100 RM. kosten sollen. Die Karten werden ohne Einschränkung allgemein ausgegeben.
,, Krieg, Krieg," ertönte es durch Deutschlands Gauen. Voll Begeisterung und nach alter Soldatenehre griff jeder zu den Waffen, um dem Rufe des Vaterlandes Folge zu leisten. Go zogen sie auch aus, aus dem kleinen Dörfchen D., um die Ehre Deutschlands zu verteidigen. Selbst die beiden Söhne der feindlichen Nachbarn, des Jörgen Sohn Seppel und des Hofbauers Willy, eilten zu der Fahne. War es auch ein schwerer Abschied, es mußte sein, galt es doch um die Freiheit, um Sein oder Nichtsein. So fuhren dann beide am zweiten Mobilmachungstage nach ihrem Truppenteile. Aber die göttliche Vorsehung wollte es anders. Bis jetzt hatten die beiden jungen Leute sich weder eines Blides gewürdigt, noch ein freundliches Wort mit einander gewechselt, vielleicht einmal Scheltworte. Doch was geschah? Beide rückten zu einem Regiment ein, und so sollte es auch geschehen, daß sie in Reih und Glied standen in einer Korporalschaft. Aber im Kriege hat man manches fertig gebracht und viele Menschen sind sich näher gekommen, höheren und niederen Standes, sie alle haben sich liebgewonnen, haben Trost in treuer Kameradschaft gefunden. So sollte es auch diesen beiden feindlich gesinnten Kameraden ergehen. Schon nach einigen Tagen konnte Seppel diesem Unsinn nicht mehr widerstehen; er faßte den Entschluß, seinem feindlichen Nachbarn Willy zuerst in die Augen zu schauen und die ersten trauten heimatlichen Worte mit ihm zu tauschen. Da traf er ihn gerade auf dem Hausflur und zufällig ganz allein. Das ist der richtige Augenblid, aber was sollst du sagen, was sollen die ersten Worte sein? Nun Willy." lang es heraus ,,, bist du auch da, da haben wir ja Glück gehabt, daß wir beisammen sind, da können wir auch manchmal unsere Heimatlichen Gedanken austauschen und hier in Rat und Tat beistehen." Willy war nicht gefaßt auf dieses zutrauliche Anreden. Sein Atem stodte, er fonnte feine Worte finden, aber eins fonnte er sagen: Lieber Seppel, ein schwerer Stein ist von meinem Herzen, Gott sei es gedankt, daß du den Weg zur Einigkeit zwischen uns beiden gefunden hast." urarmten sich und schworen sich unverbrüchliche Treue auf Leben und Tod. Zwei echte Soldatenherzen schauten sich in die Augen. So vergingen denn einige Tage, fie arbeiteten miteinander, wo es ging, auch wurde so manches Stückchen Wurst und Brot miteinander verzehrt. Es schmeckte dem Seppel nicht mehr, wenn der Willy nicht dabei war, oder umgekehrt. Eines Abends saßen beide wieder in trauter Weise beisammen, da sprach der Seppel: Hör mal, Willy, was würden deine Eltern sagen,
Beide
* Dienstleistung der Beamten bei Wahlen. Das Gesamtministerium hat sich der Stellungnahme des Hessischen Städtetages angeschlossen, wonach auch die Beamten und Angestellten der staatlichen Behörden ihre Dienste bei öffentlichen Wahlen unentgellich zur Verfügung zu stellen haben.
Verstopfung ist eine Qual,
darum raten wir Ihnen, abends vor dem Schlafengehen zwei Herber Kerne zu nehmen. Dieses prompt wirkende Mittel erhalten Sie in Apotheken( 1,75 RM.).
wenn sie wüßten, daß wir so einig sind und jetzt sogar zwei treue Kameraden?"
Nr. 30
* Arbeitslose Akademiker. Die Zeitung ,, Der Deutsche" berichtet über eine Ende vorigen Jahres veranstaltete Zählung zum Zwecke der Feststellung, wie sich die Arbeitslosen in Deutschland auf die einzelnen Berufe verteilen. In dieser Zusammenstellung wird die Zahl der arbeitslosen Akademiker mit etwa 50 000 angegeben.
* Starke Zunnahme der Wohlfahrtserwerbslosen. Die Zahl der in den Landkreisen unterstützten Wohlfahrtserwerbslosen hat auch im Februar 1931 wiederum zugenommen. In den deutschen Landkreisen wurden am 28. Februar 1931 342 000 laufend unterstützte Wohlfahrtserwerblose festgestellt. Gegenüber dem Stande vom 31. Januar 1931( 325 000) bedeutet dies eine Steigerung um 5,2 Prozent.
,, Ach," sprach Willy, laß sie sagen und denken, was sie wollen. Hier unter uns muß Einigkeit sein und zu Hause wird sie sich auch noch finden. Hör einmal, Seppel, jetzt will ich dir auch einen Vorschlag machen, vielleicht stimmst du bei: Wir schreiben beide nach Hause, daß wir in einer Korporalschaft wären, nebeneinander schliefen und aufeinander angewiesen wären."
Schön ausgedacht, Willy, ich danke dir bestens für diesen Vorschlag, so wird es gemacht."
* Rückgang der hessischen Auswanderung in 1930. Jm vergangenen Jahre sind 37 000 Deutsche ausgewandert, etwa ein Viertel weniger als 1929. Auch die hessische Auswanderung hat ganz erheblich nachgelassen. Sie fiel in Hessen- Nassau von 1440 auf 1165 und in Hessen von 709 auf 492.
* Abänderung der Fischschonzeit in Hessen. Das hessische Gesamtministerium hat in einer Verordnung die Ausführungs: verordnung des Gesetzes über die Ausübung und den Schutz der Fischerei geändert. Danach wird die Frühjahrsschonzeit vom 20. April bis 31. Mai eines jeden Jahres beide Tage eingeschlossen) festgesetzt.
So vergingen noch einige Tage harter Arbeit und nun wurden Vorbereitungen getroffen für den Abmarsch an die Front, um mit dem Feinde die Klinge zu freuzen. Auch zu Hause schienen sie sich eines Besseren belehrt zu haben, denn aus ihren Briefen konnte man erfahren, daß wieder freundschaftliche Beziehungen das alte Uebel auslösten. An Paketen beiderseits fehlte es auch nicht, und so konnten beide Kameraden ihrem leiblichen Wohl Genugtuung erweisen. Es schmedte beiden immer besser, wenn sie aus den schriftlichen Beilagen erfuhren, daß der alte Störenfried Hader immer mehr aus beiden Häusern entfloh. So nahte denn der Tag, wo es hieß, Abschied nehmen von der deutschen Scholle, die Heimat verlassen, zeigen, daß wir die Kraft und Vaterlandsstolz besitzen, dem Feinde die Stirne zu bieten. Wie tlang doch das Lied:„ Ich hatt einen Kameraden"; wahrlich zwei gute und treue Kameraden nur der Heldentod auf dem Schlachtfelde konnte sie trennen.
Aus Nah und Fern.
Daubringen. Mit dem Fahrrad gestürzt und schwer ver letzt ist der Förster Christian Braun von hier. Straßenpaj: santen fanden ihn zwischen Lollar und Friedelhausen in schwer verletztem Zustande liegen. Er wurde der Klinik zugeführt.
Lauterbach. Die Eröffnung des Betriebs der neu errichte ten Jugendherberge fand am vergangenen Samstag statt, wäh rend die feierliche Einweihung auf den 3. Mai festgesetzt wurde. Zu dieser Feier haben Vertreter des Kultusministeriums, der Stadtverwaltung und des Jugendherbergsverbandes ihr Erschei nen zugesagt.
Schon einige Tage tobte die Schlacht, mehrmals hatten wir den Feind in hartnädigen Kämpfen zurüdgeschlagen, aber immer wieder stürmte der Feind mit neuen Sturmwellen heran. So geschah es, daß wir unsere Truppen etwas zurückziehen mußten. Obgleich das Regiment, dem Seppel und Willy zugeteilt war, fämpfte wie ein Löwe, konnte die Stellung doch nicht gehalten werden. Der kleine Abschnitt mußte vorübergehend dem Feinde überlassen werden, bis wieder neue Truppen zur Verstärkung kamen, die den Feind in Schach hielten und ihn wieder zurückschlugen.
Wölfersheim. In Wölfersheim fanden unter dem Vorsik des Kreisdirektors Rechthien- Friedberg Verhandlungen auf Grund der Stillegungsverordnung wegen der beabsichtigten Teilstillegung der Hefrag statt. Es waren außer den Vertretern der beteiligten Behörden anwesend: Provinzialdirektor Graef für die Provinz Oberhessen, Oberregierungsrat Rizzel für das Kreisamt Gießen und mehrere Gewerkschaftsvertreter unter Führung des Reichstagsabgeordneten Beder- Herborn vom Bergarbeiterverband. Für die Betriebsleitung begründete Miniſte rialrat Windisch unter Ueberreichung eines eingehenden Zah lenmaterials die wirtschaftliche Notwendigkeit der Stillegung An die angemeldete Teilstillegung müsse sich leider zum 1. Juli die völlige Stillegung des ganzen Werkes schließen.
Aber wo war Willy, sein treuer Kamerad, geblieben? Dort lag er am Boden und rief Seppel um Hilfe. Seppel war sich der Gefahr bewußt, trotzdem raffte er seine Geistesgegenwart zusammen, sprang todesverachtend hin, nahm seinen Kameraden auf den Rüden und stürmte eiligst aus dem Feuerbereich, jeiner Kompanie nach. Nach einem angestrengten Marsch war Willy vor dem ungestümem Feinde gerettet und fonnte ihm fein Unheil mehr zugefügt werden. Eine Kugel hatte ihm das rechte
Limburg. Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald weilt seit einigen Tagen zur Erholung auf Schloß Schaumburg. Am legten Sonntag besuchte der Minister die Stadt Limburg und nahm an der Kommunionfeier im Dom teil.
Koblenz. Am Samstag früh brach in dem Hauptlagerhaus einer hiesigen Möbelfabrik aus bisher unbekannter Ursache ein Feuer aus, das auch die angrenzenden Gebäude einer Automobilfabrik ernsthaft bedrohte. Die Berufsfeuerwehr rüdte mit allen Löschzügen an die Brandstelle, sah aber bei der riesigen Ausdehnung des Flammenmeeres keine Möglichkeit, das ent fesselte Element zu bekämpfen. Es mußten deshalb sogar die dienstfreien Mannschaften der Berufsfeuerwehr und ein großer Teil der Freiwilligen Feuerwehr aufgeboten werden, die sich lediglich darauf beschränkten, die angrenzenden Gebäude, ins besondere das Automobilunternehmen und das Kesselhaus vot den Flammen zu schützen. Nach eifrigen Bemühungen gelang es schließlich, den Flammenherd abzuriegeln. Jedoch war nicht zu vermeiden, daß das gesamte Dach- und das Obergeschoß des Möbellagerhauses eingeäschert wurden. In den Räumlichkeiten befanden sich 500 fertige Zimmereinrichtungen, die ebenfalls restlos den Flammen zum Opfer fielen.
Bein zerschmettert. Nun wurde er in das Feldlazarett eingeliefert, wo er die erste Pflege erhielt. Vorläufig fonnte Seppel von seinem Kameraden keine Nach richt erhalten. Aber immer wieder war Seppel einer der Todes mutigsten in der Kompanie; mit Feuereiser stand er stets in den ersten Reihen, auch bei Patrouillengängen war er sehr weit blickend und in der Orientierung leicht begreiflich, was ihm das Eiserne Kreuz 2. RI. einbrachte. Selbst seine Kameraden in der Kompanie achteten ihn sehr wegen seines unerschrockenen Kampjesmutes.
So empfing er eines Tages Nachricht von seinem Kame raden Willy. Boll freudiger Erregung las er, daß es ihm besser gehe, dank der guten Pflege, er aber nicht mehr imstande sei, mit ihm und den anderen Kameraden Deutschlands Ehre verteidigen zu können, da der Knöchel zerschossen sei und das Bein steif werde. Aber eins dante ich Dir, mein treuer Kame rad: Du hast dein Leben für mich eingesetzt, hast in größter Not und Gefahr mir mein Leben gerettet, was id, Dir, so wahr Gott lebt, ewig danken werde. Darum bitte ich den lieben Gott, möge Dich beschützen in jeder Not und Gefahr, daß Du wieder gesund in die Heimat zurückkehren werdest."
Mittwoch, den
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FV. Odersh Hermannia BC. Sport F Helfen Hersfe Göttingen 05 1900 Gießen FV. Breiden FV. Wallau Lauterbach Horas Meljungen Tura Kaffel Friglar- C Hellen Preuß BIR. Butzba Gladenbach
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A- Klasse:
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1900 Gießen Blasbach Buzzbach 1.
Holzhausen
Handball:
1900 Gießen
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In der Grupp Teilnahme an der Borden: in den W Neuendorf und Al durch zwei Siege de Raffeler Konturrent Die Gruppe dr Bielefeld und Mei Fortuna Düsseldor Am 12. April fand Duisburg trafen verein aufeinander und bleiben dadurd Das schwerste Spiel diesem Tage müssen übertreten; ein zw und Meidericher S
Die Zwijgjenrur aus der Vorrunde in Elberfeld: Schm 6: 2( 3: 1) und in M- Gladbach: R rade 7: 1( 1: 1) Rheine und Sterf men und Rheydt an
Blikturniere fon eine größere Anzah ebenjo da ausgetrag Nähe ihrer Wohni Gelegenheit haben. nover eine ganze M Dillgebiet, im Mari
reiche Vereine von muß natürlich mögli einander, aber imm lo daß ihnen die Ei Verbände erhebliche im großen ganzen a Für dieje wäre die turniers ein bequem und auch zur Auffü Teilnehmer natürli Interejsen wächst.
Es dauerte nicht mehr lange, so fonnte Seppel einen vier zehntägigen Urlaub antreten in die Heimat zu Eltern und Schwester. Er hätte weinen können vor Freude. Denn was jah er, auch Willy stand mit dem Krüdstock freudestrahlend an dem Bahnhof, um seinen Kameraden zu empfangen. Es war rührend diesen Augenblick mit anzusehen. Auch mit doppelter Freude fehrte Seppel in die Heimat, da er wußte, daß Friede und Freude ihn empfangen, statt Hader und Neid. Nur zu schnell verflossen die Tage der Urlaubszeit. Jetzt mußte Seppel wieder zurück zu jeinem Regiment, um der Pflicht als Verteidiger seiner deutschen Scholle wieder gerecht zu werden. Aber die Dankbarkeit Willys war kein Rausch der Freundschaft, sondern was er geschworen hatte, das hielt er auch, es war die Treue eines edlen Soldaten herzens. Ja die Bitte:„ Gott möge dich beschützen", hat si bewahrheitet. Obgleich Seppel durchhalten mußte bis zu Ende des Krieges und so manchem Kameraden in Not und Gejaht zur Seite stand, schwebte der Schutzengel Gottes über ihm. So fonnte er heimkehren mit dem Bewußtsein, seine Pflicht als Soldat für das deutsche Vaterland getan zu haben. Aber was sollte er zu Hause noch erfahren? Willy, der doch schon längere Zeit wieder zu Hause war, hatte sich in Seppels Schwesterchen Derliebt. Die blondlockige Liesel hatte es ihm angetan. wurde die Heimkehr und Verlobungsfeier ein Fest des Friedens der ehemals feindlichen Nachbarn.
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