Minwoch, den 14. Oktober 1931.
wenig frischen Eindruck und kamen gegen die eifrig spielenden Gäste nicht auf. Einige sichere Torgelegenheiten wurden von den Blau- Weißen regelrecht ,, verschlafen". Ein kurzes Handballspiel schloß den Tag ab. Gegen jede Voraussage fonnten die Sportler sich hier gegen die viel stabilere Soldatenmannschaft mit 1: 1 halten. Der Mannschaftskampf endete mit dem Ergebnis 67 Punkte für die Spiel- Vereinigung 1900 Gießen gegen 63 Punkte für das 1. Bataillon Jnf.- Regt. 15.
Die leichtathletischen Konkurrenzen: Einzelergebnisse: 100 Meter: 1. M. Müller, 1900, 11,5 G.; 2. Salz, Bat. 12 G.; 3. Koch 2., 1900, 12,1 S.; 3. Nehren, Bat., 12,6 S. Ein sicherer Sieg Müllers!
110 Meter Hürden: 1. Krämer, Bat., 19,1 S.; 2. Jung, 1900, 19,5 S.; 3. Hopfenmüller, 1900, 19,9 G.; 4. Salz, Bat. Mägige Leistungen bei allen Konkurrenten! 5000 Meter: 1. Schaaf, 1900, 16: 27,1 Min.; 2. Gerhardt, 1900, 16: 42,3 Min.; 3. Hammesfahr, Bat., 18:27 Min.; 4. Timpe, Bat., 18:45 Min. Schaaf und Gerhardt konnten ungestört ihr Rennen laufen!
4 mal 1500 Meter Staffel: 1. Spielogg. 1900( Linsemann, Peters 1., Baumstieger, Gerhardt) 18: 24,3 Min.; 2. Bataillon 18: 27,5 Min. Ein spannender Kampf, den Baumstieger für 1900 entschied!
10 mal 100 Meter Staffel: 1. 1. Bataillon Inf.- Regt. 15 2:01 Min.; 2. Spielogg. 1900( Stabverlust!) 2: 01,5 Min. Hopfenmüller- 1900 gab den Stab nicht richtig ab und brachte seine Mannschaft, die schon im Vorteil lag, um den sicheren Sieg. Olympische Staffel: 1. Spielogg. 1900( Bepperling, Koch 2., Müller, Jung) 3:55 Min.; 2. Bataillon 3: 56,4 Min. Mit dem 800- Meter- Lauf, den Bepperling fein erledigte, war die Staffel entschieden.
Hochsprung: 1. Weil, 1900, 1,75(!) Meter; 2. Welder, Bat., 1,58 Meter; 3. Lehr, Bat., 1,55 Meter; 4. Schlarb, 1900, 1,53 Meter. Weil als Favorit scheiterte erst an der Sprunghöhe 1,78 Meter.
Weitsprung: 1. Weil, 1900, 6,37 Met.; 2. Michel, Bat., 6,15 Met.; 3. Jung, 1900, 5,87 Met.; 4. Welder, Bat., 5,60 Met. Auch hier dominierte der talentierte 1900er. Kugelstoßen: 1. Mohl, Bat., 12,89 Met.; 2. S. Müller, 1900, 12,27 Met.; 3. Lipp, 1900, 12,09 Met.; 4. Gugel, Bat, 11,98 Met. Mohl ließ sich den Sieg nicht nehmen. Im übrigen teilte man sich in die Punkte. Diskuswerfen: 1. Gugel, Bat., 36,84 Met.; 2. Mohl, Bat., 33,82 Met.; 3. Felsing, 1900, 30,20 Met.; 4. Wolf, 1900, 30,06 Met. Eine sichere Sache der Soldaten, die Leistungen der Sportler dürften besser sein!
Speerwerfen: 1. Diester, Bat., 40,45 Met.; 2. Hopfenmüller, 1900, 39,95 Met.; 3. Bachmann, 1900, 39,32 Met.; 4.Diez, Bat., 39,02 Met. Die Punkte wurden geteilt, Hopfenmüller kam nicht, wie erhofft, über die 40 Meter!
Die Veranstaltung ist als wohlgelungen zu bezeichnen. Sie dürfte dem Sport manchen neuen Freund zugeführt und damit thren Zwed erfüllt haben.
Aus Gießen und Umgegend.
VfB. Kurhessen Marburg VfB. Gießen 4: 1.
Wie allgemein erwartet, errangen die Schimmelreiter zwei wertvolle Punkte. Herrliches Fußballwetter und ein guter Plaz gaben alle Voraussetzungen für ein schönes Spiel. Es war äußerst fair, jedoch Leistungen, die man sehen wollte, wurden nicht geboten. Im Anfang klappte es bei Gießen ganz gut und hatte die Mannschaft auch mehr vom Spiel. In dieser Zeit konnte die Gästeelf dann auch aus einem Freistoß heraus das einzige Tor erzielen. Aber bald hatten die Gießener ihr Pulver verschossen, richtiger gesagt, sie fonnten überhaupt nicht schießen, denn wenn sie es gefonnt hätten, mußten unbedingt Tore fallen. Gelegenheit war des öfteren da. Die Mannschaft der Gießener litt erheblich unter dem Ausfall der Soldaten, die an einer Sportveranstaltung des Bataillons in Gießen teilnehmen mußten. Trotzdem strengte sich die Elf an, jedoch das richtige Verständnis fehlte. Balser im Tor, ferner Bingel und der Mittelläufer Knauß, waren wohl die besten Leute. Die 5 Stürmer verfolgten an= scheinend dei Taktik, den Ball ins Tor hineinzutragen. Der Linksaußen Fehling z. B. konnte einen Meter vor dem Tor den Ball noch nicht einschieben, sondern jagte ihn neben den Pfosten. Auch von der einheimischen Mannschaft hatte man sich bedeutend mehr versprochen. Die Tore fielen wie folgt: Gießen geht in Führung, doch kurze Zeit später erzielt Merlau durch langen Schuß den Ausgleich. Vor Halbzeit kann dann Schäfer die Partie noch auf 2: 1 für die Platbesitzer stellen. Nach Wechsel schwache 10 Minuten der Schimmelreiter. Adorf bucht Nr. 3 und Fischer verwandelt einen Foul- Elfmeter zu Nr. 4. Warum sich Bingel bei dieser Entscheidung mit dem Schiedsrichter stritt, war unverständlich. Schiedsrichter Lohren- Hermannia Kassel hatte fein allzuschweres Amt, was er auch recht gut versah. Aus Wieseck.
Wiesed 1. Heuchelheim 1. 7: 1( 4: 0).
Sehr hoch wurden die Gäste von der einheimischen Elf überrumpelt. Heuchelheim, das nur mit 9 Mann antrat, leistete zu Beginn des Spieles guten Widerstand. Wiesed geht durch schönes Zuspiel in Führung, erhöht bald auf 2: 0. Das Spiel nimmt schärfere Formen an, die zur Folge haben, daß 2 Spieler von Heuchelheim vom Platz gewiesen werden. Halbzeit 4: 0. Nach der Pause gelangt Heuchelheim, mit 7 Mann spielend, zum Ehrentor durch Elfmeter. Endresultat 7: 1.
Jm Spiel der 1. Schüler gewann Wiesed gegen die gleiche Heuchelheims 5: 0. Den Gästen blieb das verdiente Ehrentor leider versagt. -Sch.
Lollar 1.- Garbenteich 1, 12: 0( 4: 0).
,, Gießener Zeitung"
hohe Niederlage ehrenvoll. Vorher spiele Lollars Schülermannschaft gegen die förperlich schwächeren Wieseder Schüler und gewannen 9: 0( 3: 0) Rst.
Laubach 1. Geilshausen 1. 5: 1( 2: 1). Geilshausen trat zum Verbandsspiel in Laubach ersatzgeschwächt an und mußte eine Niederlage von 5: 1 mit nach Hause nehmen. Geilshausen und Laubach standen punktgleich. In der Vorrunde, die beendet ist, steht Sp. 28 Geilshausen mit 6: 2 Punkten und 18: 9 Toren an 2. Stelle hinter Laubach( 8: 0 P.). Das Spiel wurde hart durchgeführt, und Laubach setzte alles dran, das Spiel unbedingt zu gewinnen. Geilshausens Torhüter war der beste Mann auf dem Platze. Schiri Schäfer= Gießen prima.
Am Sonntag hatte Lollars 1. die 1. Mannschaft von Garbenteich zum fälligen Verbandsspiel zu Gast. Bei Lollar flappte es in allen Reihen vorzüglich. Garbenteich bemühte sich, bis zum Schluß das Spiel offen zu halten, und ertrug die
Union
Ettingshausen 1. Billingen 1. 7: 2( 3: 2). Garbenteich Jgd. Ettingshausen Jgd. 1: 0( 0: 0).
Trotz leichter Ueberlegenheit der Playbesizer erzielten die flinken Billinger gleich zu Beginn 2 Tore. Der gute Gästetorwart verhinderte vorerst jeglichen zählbaren Erfolg. Die Ueberlegenheit von Ett. wurde jedoch immer größer, insbesondere der Sturm immer schußfreudiger. So mußte Villingen bis zur Pause 3 Gegentore hinnehmen. In der zweiten Halbzeit erzielte der Gastgeber noch 6 weitere Tore, wovon 2 wegen Abseits" nicht anerkannt wurden. Der beste Mann auf dem Spielfelde war der Gästetormann; er bewahrte seine Elf vor einer zweistelligen Niederlage. Sein Gegenüber hatte nicht Gelegenheit genug, um sein Können zu beweisen. Schiri Michel, 1900 Gießen, gefiel. Die Jugendmannschaft mußte in Garbenteich mit nur 10 Mann spielend ihre erste Niederlage in dem neuen Spieljahr mit dem fnappsten aller Resultate von 1: 0 hinnehmen. Aus Burgsolms.
Burgsolms Schüler Burgsolms 2.
Oberbiel 2.
Bissenberg Liga
Braunfels Schüler 5: 0( 3: 0). Oberbiel 1. 2: 1( 1: 1). Burgsolms 3. 5: 1( 3: 1). Burgsolms Liga 0: 2( 0: 1). Als Erste betreten die Schülermannschaften den Platz. Das Spiel, das nun folgte, hat manchen Fußballfreund begeistert. Burgsolms ist technisch überlegen und kann das Spiel hoch gewinnen.
Auf den Ausgang des nun folgenden Spieles Bgs. 2. Oberbiel 1. war man besonders gespannt. Ein schnelles Spiel entwickelt sich, wobei O. durch einen Fehler des Tormanns zum 1. Erfolg kommt. B. tommt jedoch immer besser auf und eine Flanke von Rechyts wird zum Ausgleich eingeföpft. Die 2. Halbzeit sieht B. weiter im Vorteil, Oberbiel wehrt sich tapfer, tann aber ein 2. Tor und damit die Niederlage nicht mehr verhin= dern. Schiri gut.
Die 3. Mannschaft von Burgsolms weilte in Oberbiel 2. und verlor unverdient hoch 5: 1.
Burgsolms 1. mußte nach Bissenberg. Ein schwerer Kampf stand bevor und man sah dem Ausgang dieses Spieles mit einiger Besorgnis entgegen. Burgsolms enttäuschte jedoch nach der angenehmen Seite. Vom Anstoß übernahm Bu. das Tempo und wenige Minuten später stand das Spiel 1: 0 für Bu. Bissenbergs Gegenangriffe scheitern an der äußerst wachsamen Bu.er Hintermannschaft. Nach der Pauſe hat Bissenberg mehr vom Spiel. Trotzdem können sie nichts mehr erreichen. Ein Strafstoß bringt Bu. das 2. Tor. Die Mannschaft von Bu. war heute besonders eifrig und gut. Der als Ersatz mitwirkende Mittelstürmer konnte besonders gefallen und wäre zu wünschen, daß er sich dem Club wieder ganz zur Verfügung stellt.
Aus Nah und Fern.
Beuern. Die am vergangenen Sonntag stattgefundene Bürgermeisterwahl hatte folgendes Ergebnis: Bürgermeister Lindenstruth erhielt 329 Stimmen, der Landwirt Johann Karl Belloff 342 Stimmen. Somit wurde letzterer mit knapper Stimmenmehrheit zum Bürgermeister gewählt. 96% der Stimmberechtigten des Dorfes hatten sich an dem Wahlgang beteiligt.
Butzbach. Bewußtlos wurde Bauunternehmer Zöller aus Dornholzhausen auf der Straße zwischen Pohlgöns und Butzbach aufgefunden. Er war mit seinen Motorrad gestürzt und hatte sich schwere Verletzungen zugezogen.
Schlitz. Dem Abdeckereibesitzer und Landwirt Willy Noll sind innerhalb weniger Tage drei Pferde eingegangen. Als Todesursache wurde eine Solaninvergiftung festgestellt. Das Solanin findet sich in der keimenden Kartoffel, im Kartoffelfraut und den Kartoffelfrüchten. Da die Kartoffeln in diesem Jahr durch die lang anhaltende Regenperiode in ihrem Wachstum ge= stört wurden, scheint das Gift Solanin besonders wirksam zu sein. Vor dem Verfüttern roher Kartoffeln wird also gewarnt.
Dillenburg. Aufgrund einer Anzeige hatten Beamte der Frankfurter Landeskriminalpolizei Feststellungen nach einer angeblich im südlichen Teile des Dillkreises befindlichen Falschgeld= werkstätte unternommen. Die Beamten ermittelten einen angeblich aus Frankfurt a. M. stammenden Kunstmaler, der sich in der Ortschaft Straßebersbach bei einer Familie eingemietet hatte, um angeblich in dieser Gegend Malstudien nachzugehen. Bei der Durchsuchung des gemieteten Raumes wurde die Photographie eines Zehnmarkscheines vorgefunden; ferner wurde ein Photoapparat beschlagnahmt. Nach den amtlichen Feststellungen ist der Verdächtige, der inzwischen flüchtig wurde, über die ersten Vorbereitungen zur Anfertigung von Falschgeld nicht hinausge= fommen.
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Kein Rauch, kein Ruß, keine Schlacken
Nr. 82.
Hachenburg( Westerwald). In der letzten Stadtverordnetensizung gab der Vorsteher einen Ueberblick über die derzeitige Finanzlage. Nach seinen Ausführungen verbleibt allein im Mo nat Oktober ein ungedectes Defizit von etwa 14 000 Mt. Aus diesem Grunde wurde die Erhöhung der Bürgersteuer von 200 auf 300 Prozent beschlossen. Die Gesamtschulden der Stadt belaufen sich gegenwärtig auf 132 600 Mt.
Biedenkopf. Hier hat sich eine Kreisgruppe des Junghand werkerbundes gegründet. Der Bund will den Zusammenschluß unter den jungen Handwerkern fördern und ihnen Anregung und geistige Förderung geben.
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Biedenkopf. Jn Fellingshausen wird seit 14 Tagen der 66 attionsschluß früh 8
Jahre alte Zimmermann Georg Wagner vermißt. Die Bevölke rung des Ortes und Bewohner der Nachbargemeinden haben eifrig die Umgegend nach dem Vermißten abgesucht, konnten aber bisher keine Spur von ihm finden.
Frankfurt a. M., 13. Okt. Gestern abend wurde ein Kaufmann beim Ueberschreiten der Eckenheimer Landstraße von einem Motorwagen der Straßenbahn angefahren. Der Kaufmann wurde zur Seite geschleudert und starb einige Minuten nach dem Unfall infolge eines Schädelbruchs.
Heidelberg. Der Sparkassenobersekretär, der Anfang Juli
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