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Nr. 13

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Samstag, den 14. Februar 1931.

* Linksfahren ist eine Angewohnheit, die sich viele Land wirte immer noch nicht abgewöhnen können und macht sich beim Holzfahren wieder als ein erhebliches Verkehrshindernis bemerkbar.

* Stadttheater. Morgen abend 27 Uhr fommt als Frem­denvorstellung nochmals ,, Robert und Bertram" zur Aufführung.

* Konzertverein. Jm Konzert morgen nachmittag in der Aula wird als Solistin die bekannte Altistin Eva Liebenberg mit einem wundervollen, klassischen Liederprogramm aufwarten. Am Flügel begleitet Dr. Temesvary.

* Der Kavallerie- Verein lädt seine Mitglieder für heute abend in den ,, Hessischen Hof" zur Jahreshauptversammlung ein.

* Waffensonntag der Feldartilleristen. Der Waffentag der Feldartilleristen wird am 10. Mai ds. Js. in Kassel stattfinden. Die Anmeldung von Quartieren hat schon befriedigend beim städtischen Verkehrsamt eingesetzt. Das Programm des Haupt­festtages enthält u. a. die Fahnenweihe der Elfer; General v. Gallwitz nimmt die Parade ab und wird am Abend die Fest­rede in der Stadthalle halten.

* Der Tierschutzverein fordert in seiner Februarzeitschrift alle diejenigen, die Dienstboten oder Fuhrleute zweds Beloh­nung für treue Tierpflege in Vorschlag zu bringen haben, auf, dies beim jeweiligen Ortsvertreter zu tun.

1931 erlassene Verbot Insammlungen in der chstraße, der Bismard­1- und Stephanstraße r. Der Kommandeur urde mit Wirkung ab Ebenfalls mit Wir­ant Scheuerpflug itsleitenden Oberjustiz Oberjuftizinspektor Lud­annt.- Juftizinfpeffor ht wurde an das Amts­leitender Justizinspektor ardt- Buzbach wurde in ericht versetzt. rdnung des hessischen esen schließt in Hessen Rücksicht auf den dies hr am Samstag, dem i Wochen. Das neue cht am Dienstag, dem

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* Sommerkurse. Das Mainzer Institut für Psychologie, Jugendkunde und Heilpädagogik veranstaltet im Sommersemester 1931 einen einsemestrigen Ausbildungsgang in Psychologie, Psychopathologie, Heilpädagogik und Anstaltserziehung. Lehrgang ist in erster Linie für Kindergärtnerinnen, Jugend­leiterinnen, Fürsorgeschwestern, Beamte von Jugendämtern usw. bestimmt. Der Kursus beginnt Ende April und dauert bis Ende Juli. Ueber den erfolgreichen Besuch wird am Schluß ein Zeugnis ausgestellt. Anfragen sind zu richten an das Mainzer Institut für Psychologie, Jugendkunde und Heilpädagogik, Mainz, Greiffentlaustraße 2. Anmeldung bis zum 15. März erbeten.

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Karneval im Rundfunt.

Es ist sicher in diesem Jahr manchem von denen, welche in die Fastnachtszeit ihr ganzes Bedürfnis nach Frohsinn hinein­zulegen gewohnt sind, schwer, die gewohnte Heiterkeit aufzu­bringen. Aber gerade in schweren Zeiten ist der Ausweg in die Heiterkeit besonders tief berechtigt. Und in die letzten Tage vor Aschermittwoch drängen die Karnevalsfreunde auch dies mal noch möglichst viele Nummern ihres Scherzprogramms hin­ein. So auch der Rundfunk, der am Montag, den 16., von Frankfurt, ein vierstündiges Karnevalskonzert mit allen mög­lichen Einlagen bringt. Freiburg bringt eine kleine Parodie auf die Vorträge, die die Orchesterinstrumente behandeln, Stutt gart eine ganze Reihe von Scherzen über den Sprachunterricht, die Autorenstunde, den Zeitbericht, die Sportberichte usw.

* Preisausschreiben des Deutschen Sprachvereins. Um einem fünftigen Verdeutschungsbuch für Philosophie vorzuarbei­ten, stellt der Deutsche Sprachverein folgende Preisaufgabe bis 1. Oktober 1932: Es soll eine Geschichte der Bemühungen um eine künftige deutsche philosophische Fachsprache gegeben und dabei geprüft werden, welche ihrer Ergebnisse noch fruchtbar sind. Das Preisrichteramt hat übernommen: Prof. Mar Wundt in Tübingen, Prof. Alfred Göze in Gießen, Dr. Walter Linden in Dölau bei Halle. Vorgesehen sind ein erster Preis von 2500 RM. und ein zweiter Preis von 1000 RM.; unter Umständen kann auch ein Gesamtpreis von 3500 RM. einer Ar­beit zugesprochen werden. Außerdem hat ein Mitglied des Sprachvereins, das ungenannt bleiben will, den Preisrichtern einen weiteren Betrag von 5000 RM. zur Verfügung gestellt.

Papier als Ausschmückungsmaterial.

Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Schadenverhütung e. V., München.

Aus Nah und Fern.

Allendorf( Lahn). In einer Versammlung des Gewerbever­eins hielt Geschäftsführer Kirchner- Gießen einen Vortrag über ,, Der Kampf des Handwerks um seine Existenz". Der Vortrag löste eine rege Debatte aus und fand viel Anklang.

Steinbach. Das Bild des Reichspräsidenten mit eigener Unterschrift, sowie das des ehemaligen Großherzogs, wurden dem letzten Alt- Veteranen von 1870/71 unseres Ortes, Herrn Baltha­ser Müller, zum 85. Geburtstag überreicht.

Lich. Der sogenannte Fastnachtsmarkt( Schaf, Schweine­und Krämermarkt) wird am Montag, den 16. Februar, hier abgehalten.

Bad Nauheim. Bis zum 12. Februar 1931 betrug der Ge­samtbesuch 951 Gäste, darunter 29 Ausländer. Anwesend am 12. Februar 1931: 514 Gäste.

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Mainz. Am Donnerstag abend nach Schluß einer national­sozialistischen Versammlung in der Stadthalle wurden auf dem Bahnhof auswärtige Nationalsozialisten von einer Anzahl Kom munisten überfallen. Unter den Ueberfallenen befanden sich auch zwei Kriminalbeamte in Zivil aus Mainz, die sich zu erkennen gaben. Hierauf wurden die Beamten angegriffen und von der Menge beschimpft. Als einer der Beamten zu Boden geworfen wurde, gab er aus seiner Dienstwaffe einen Schuß ab und flüch­tete dann in ein nahes Haus. Er versuchte die Tür zu schließen, wurde aber von der nachdrängenden Menge daran gehindert. Er gab einen Schuß ab, der einen der Angreifer tödlich am Kopfe verletzte. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er zwei Stunden später starb. Die Polizei fonnte nur mit großer Mühe die Ordnung wiederherstellen.

Steinheim. Aufgescheucht durch Straßenmusikanten ging das Gespann eines Bauern durch und raste in eine spielende Kinder­schar. Alle bis auf ein dreijähriges Kind konnten noch schnell zur Seite springen. Dieses tam unter das Gefährt und erlitt sehr ernste Verletzungen.

Friedberg. Der Gau Wetterau im hessischen Sängerbund hielt hier unter dem Vorsitz des Lehrers Schenk eine Gauvor= standssitzung ab, die sich u. a. auch mit der Mitgliedsstatistik des D.S.B. befaßte. Gemeldet werden vom Gau in drei Bezirken 50 Vereine mit 1500 Sängern.

Tod eines Schwarzfahrers unter dem Zuge. Bingen. Ein junger Bäder aus Ingelheim, der ohne Karte im Zuge gefahren war, wollte sich auf dem hiesigen Bahnhof heimlich entfernen. Dabei wurde er von einem anderen Zuge überfahren und so schwer verletzt, daß er nach einer Stune starb.

Friedberg. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Goy­Heldenbergen fand hier eine Versammlung des Bürgermeister­vereins des Kreises Friedberg statt. Ueber den ,, Hessischen Un­fallversicherungsverband für Städte und Gemeinden" sprach Goldbrunn- Darmstadt. Die Versammlung bemängelte die neuen verschärften Richtlinien der Girozentrale, durch welche beson­ders die Gemeinden in eine schwierige Lage fämen, die Not­standsarbeiten in Angriff genommen oder größere Wohlfahrts­lasten zu tragen hätten.

Der Fasching nähert sich seinem Höhepunkte. Mit viel Ge­schick werden die Lokale durch Verkleidung der Wände, Säulen, Beleuchtungskörper usw. oder mit Guirlanden und Fähnchen stimmungsvoll geschmückt. Erfahrungsgemäß finden dabei der geringen Kosten halber bunte Papiere und Pappe oder billige Stoffe Verwendung, die aber wegen ihrer leichten Verbrenn barkeit einen Gefahrenherd darstellen, der nicht unterschätzt wer= den darf. Bei Musik und Tanz steigern sich die Menschen hin­ein in den lustigen Faschingstrubel und niemand mehr denkt daran, mit Zündholz und Rauchwerk so vorsichtig umzugehen, wie es die erhöhte Feuersgefahr einer solchen Umgebung erfor dert. Das achtlos nach dem Anzünden einer Zigarette in einen Knäuel Luftschlangen geworfene Zündholz hat schon oft schwere Katastrophen, wie wir sie bis in die jüngste Zeit kennen, herauf­beschworen, oder kleinere Brandfälle, die sich im Fasching zu Hunderten ereignen und nur nicht öffentlich bekannt werden, verursacht. Mit diesem Leichtsinn der Besucher muß gerechnet werden und dieser Umstand macht es den Veranstaltern, die eine große Verantwortung tragen, zu Gebot und Pflicht, alle Vor­sichtsmaßregeln bei der baulichen Herstellung von Dekorationen zu beachten und dadurch Brandschäden vorzubeugen. Es sollen nur flammensicheres Papier, das es im Handel gibt, und schwer entzündbare Stoffe verwendet werden, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten und deren Leben oder Gesundheit nicht zu gefährden.

Willofs. Der Landwirt Georg Hildenbrand erlegte das sechste Wildschwein, einen schweren Keiler, im Gewicht von 172 Pfund.

Worms. Der Inhaber der Wirtschaft zum goldenen Anker", Böcher, hat am Donnerstag seine Ehefrau ermordet und sich dann selbst ums Leben gebracht. Der Täter hat die Tat anscheinend in geistiger Umnachtung begangen. Das Ehepaar hinterläßt einen elfjährigen Jungen und zwei Mädchen von 2% und 7 Jahren.

Bad- Salzhausen. Durch Einbruch eines früheren Stollens ergossen sich aus dem Bergwerksteich Wassermassen, die allerhand Schaden an Gebäuden und auf den Wiesen anrichteten.

Frankfurt a. M. Die Stadtverordnetenversammlung, in der Oberbürgermeister Landmann den Haushaltplan für 1931 vorlegen sollte, begann mit kommunistischen Sprechchören. Als der 1. Vorsitzende mitteilte, daß der nationalsozialistische Stadt­verordnete Dr. Schade für drei Sigungen ausgeschlossen sei, ver­ließen dessen Parteifreunde lärmend den Saal. Die Kommu nisten unterbrachen Landmann ständig mit den Rufen: ,, Land­mann verschwinde, Landmann, tritt ab!" Erst als der Vor­sitzende die gesamte fommunistische Fraktion aus dem Saale entfernen ließ, fonnte der Oberbürgermeister seine Rede halten. Der ausgeglichene Haushaltplan sieht im Ordinarium an RM. Einnahmen und Ausgaben 161 401 560 Dor gegen 155 677 000 RM. im vorigen Jahr.

Rüsselsheim, Durch einen Gruppen- Lebensversicherungs­vertrag, den die Adam Opel A.-G. mit der Phönix A.-G. ab= geschlossen hat, ist die gesamte volljährige Belegschaft einschließ­lich der Beamten mit 12,4 Millionen RM. versichert worden. Opel teilt die Kosten der Versicherung mit seinen Angestellten und Arbeitern derart, daß die von diesen zu zahlenden Prämien­anteile verschwindend gering sind.

Darmstadt. Der hessische Innenminister hat Fräulein Hilde Korell Darmstadt, welche am 27. Februar 1927 in Nieder­Ingelheim mehrere Kinder aus der Gefahr des Gastodes geret­tet hat, in Würdigung dieses entschlossenen Verhaltens die An­erkennung der hessischen Regierung ausgesprochen.

Große Unterschlagungen bei einer Kirchentasse. Frankfurt a. M. Der Vorsitzende des Kirchensteuerausschus­ses der Evangelischen Landeskirche in Frankfurt, Fabrikant Friedrich Nagel, hat der Landeskirchenkasse 130 000 RM. unterschlagen und diese Summe, wie er angibt, in seinem Ge­schäft verwandt. Nagel betreibt eine Fabrik, war aber durch die wirtschaftliche Lage in immer größere Not geraten. Im tirchlichen Leben Frankfurts spielte Nagel eine große Rolle.

Darmstadt. Nach dreitägiger Verhandlung wurde am Frei­tag abend gegen den Bankier Guthmann und den Prokuristen des Bankhauses Nauheim& Co. das Urteil gefällt. Guthmann wurde wegen Verbrechens nach§§ 10 und 11 des Depotgesetzes, unvollkommener Aufstellung der Bilanzen und falschen Auskünf= ten, zu zwei Jahren drei Monaten Gefängnis abzüglich einem Jahr zwei Monaten Untersuchungshaft, der Prokurist zu 500 RM. Geldstrafe, verurteilt.

Schönborn/ Nassau. Ein angeschossener Keiler überfiel einen Wegewärter, der mit einem Beil die Straßengräben von Dornen und Holz säuberte. Nach langem verzweifelten Kampf konnte der Angegriffene das wütende Tier durch einen Beilschlag nieder­Strecken.

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Hier ein neues Präparat, das zum ersten Male auf Grund präziser wissen­schaftlicher Experimente und Forschung wirklichen. aufgebaut, einen Verjün­gungs- und Heilwert bei vorzeitigem Altern( sexuelle Neurasthenie), ner­vösen Depressionszuständen usw. hat und sich sowohl im Tierexperiment wie beim Menschen in jahrelangen klini­schen Prüfungen bewährt hat. ,, Titus­Perlen" sind das Ergebnis der letzten Forschungen aus dem Berliner Sexual­wissenschaftlichen Institut der Dr. Mag­nus- Hirschfeld- Stiftung ,, Titus- Perlen" haben und das ist ihr grosser Erfolg 3 An­griffspunkte zur Einwirkung auf den Hor­mon- Apparat, und zwar:

1. Die Inkretdrüsen, 2. die Organe, 3. das vegative Nervensystem. Es ist also ein Kombinationspräparat, das alle Möglichkeiten medikamentöser Potenzsteigerung berück­sichtigt, seien diese Störungen psychischer, nervöser oder innersekretorischer Art. Daher wirk. ,, Titus- Perlen" meist auch da, wo andere

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Einkommen und Auskommen.

Für die Dauer werden Sie nur dann gut auskommen, wenn Sie Ihr Einkommen richtig einteilen und dabei auch an die Zukunft und unerwartete Möglichkeiten denken. Es braucht gar nicht viel zu sein, was Sie dafür zurücklegen- nur muß es regelmäßig geschehen und sicher angelegt werden. Am zweckmäßigsten sorgen Sie für die eigene Zukunft und für die Ihrer Angehörigen, wenn Sie regelmäßig einen Teil Ihres Einkommens für eine Lebensversicherung einzahlen.

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